Hier ist sie nun also, die offizielle Wahl zum Sofacoach Spiel des Jahres für 2025.
Einen klaren Favoriten mag ich nicht erkennen. Kann Claire Obscur wie bei den Game Awards auch hier triumphieren? Hat vielleicht Arc Raiders eine Chance? Kann EAs FC 26 mal wieder ein Wörtchen um die vorderen Plätze mitreden?
Nach 45 Nominierungen 2023 und 44 Nominierungen 2024 sind es dieses Jahr nur 36. Bedeutet das, dass weniger Spiele komplett ausgehen, oder wird die Umfrage wieder toplastig?
Und wer sichert sich dieses Jahr den Affenavatar, weil er 10 Minuten nach Eröffnen dieses Threads fragt, wo Spiel XY ist?
Wie in den Vorjahren können wieder bis zu drei Stimmen abgegeben werden.
Da ich vergangenes Jahr fleißig im „Zuletzt durchgespielt“-Thread meine Reviews geschrieben habe, werde ich den Thread diesmal nicht sprengen, sondern nur meine Liste präsentieren, mitsamt Verlinkungen der entsprechenden Reviews. Okay, ein kleiner Text für die zehn besten Spiele muss noch sein.
In 2025 habe ich 32 Spiele durchgespielt. Davon waren …
18 neue Spiele inkl. 1 DLC (von 2025)
14 alte Spiele inkl. 1 DLC (von vor 2025)
Zunächst die Liste der alten Spiele (chronologisch nach Abschlussdatum sortiert):
LEGO Party! (habe nie den richtigen Zeitpunkt für ein Review gefunden, aber es hat mich insgesamt positiv überrascht.)
Und jetzt…
Meine Top 10
10. Mario Kart World
Niedriger auf der Liste als ich das vor dem Release gedacht hätte. Je nach Contentupdates in Zukunft, hat es aber gute Chancen nachträglich noch zu steigen. Spielerisch gut, aber es braucht einfach noch mehr klassische Strecken.
09. Sword of the Sea
Seit 2020 ist jedes Jahr ein Spiel in meine Top 10 gekommen, das Day One bei PS Plus Extra dabei war und diese Serie wird unter anderem durch „SotS“ verlängert. Cooler Vibe und einfach ein chilliges Spielerlebnis.
08. Ghost of Yōtei
Spielerisch besser, von der Narrative schwächer als der Vorgänger. Hat mir wieder eine Menge Spaß gemacht, aber durch die sehr ähnliche Struktur zündet es in der Gesamtheit nicht mehr so. Sucker Punch darf sich nun gerne einer neuen IP widmen.
07. Pipistrello and the Cursed Yoyo
Einer der Überraschungen für mich. Hatte ich zu Beginn des Jahres noch nicht auf dem Schirm, hat sich dann als ein wirklich gutes 2D-Zelda-like herausgestellt.
06. Dispatch
Mein erstes Spiel in Episodenform. Gute Charaktere, gute Musik und Entscheidungen mit weitreichenden Folgen. Die Story hat Luft nach oben, aber da kommt dann ja vielleicht eine 2. Staffel ins Spiel.
05. Foolish Mortals
Hidden Gem. Irgendwann mal auf die Steam-Watchlist gesetzt und zum Release überrascht worden. Charmantes Point-and-Click-Adventure mit größtenteils sehr fairen Rätseln.
04. Final Fantasy Tactics: The Ivalice Chronicles
Wenn es sich um ein Spiel handelt, das ich noch nicht gezockt habe, nehme ich auch gerne Remasters mit in meine Top 10 auf und FF Tactics hat sich das auch auf jeden Fall verdient. In meinen Augen zu Recht ein hochgelobter Klassiker.
03. Split Fiction
Irgendwie wird „Split Fiction“ trotz super Reviews ziemlich vernachlässigt in den GOTY-Diskussionen dieser Welt. Ich mag „It Takes Two“ vor allem aufgrund des Settings zwar lieber, aber auch der spirituelle Nachfolger haut wieder zig kreative Ideen raus, die ich so noch nicht gesehen habe, schon gar nicht im Ko-op. Topspiel!
02. Blue Prince
Fantastische Mischung aus Roguelite und Puzzle-Adventure. Viele kleine und große Rätsel, die es zu lösen gilt. Super befriedigend, wenn man nach und nach Geheimnisse aufdeckt. Irgendwann brauchte ich Hilfe aus dem Internet, weil es ein bisschen zu krass wurde, aber das hat meine Erfahrung nicht gemindert. Der Roguelite-Aspekt, der jeden Lauf ein wenig anders machte, hat mir mega Bock gemacht. Auch bis zum Schluss wurde es für mich nie langweilig.
01. Clair Obscur: Expedition 33
Vom ersten Trailer weg war ich super interessiert, ich hätte aber niemals damit gerechnet, dass das Spiel so gut werden und die Welt im Sturm erobern würde. Ich finde zwar nicht, dass es fehlerlos ist oder das Genre revolutioniert (wie es laute Teile der anstrengenden Fanbase gerne propagiert), aber es ist einfach ein verdammt gutes "J"RPG, das sich sehr stark mit meinem Geschmack deckt. Story, Kampfsystem und Musik sind für mich im obersten Regal anzusiedeln. Ich bin mega gespannt, wie es mit Sandfall weitergeht.
3 - E33: Ich bin kein Fan von JRPGs und ab der zweiten Hälfte war klar, dass es auch dieses Game nicht ändern wird. Ich fand die Synergien recht leicht zu durchschauen, aber zum Release gab es ein paar kaputte Kombos, die viel zu stark waren und damit war das Kampfsystem eigentlich auch durch. Storytelling, Charaktere und Soundtrack haben jedoch ausgereicht, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Für mich persönlich zwar eine tolle Erfolgsgeschichte, aber kein GOTY, v.a. nicht bei der Konkurrenz in 2025.
2 - Arc Raiders - Ich hab irgendwann mal geschrieben, dass der Release für mich einen Wow-Effekt hatte, wie damals das erste Reinschnuppern in Titel wie DayZ, PUBG und Rust. Seit COD 2019 der mit Abstand unterhaltsamste Multiplayershooter für mich, aber nach 160h ist die Luft eher bei mir persönlich raus und ich hatte die letzten Wochen keine Lust auf PvP-Inhalte.
1 - KCD 2. Siehe KCD-Thread. Einfach wundervoll von der ersten bis zur letzten Sekunde, aber es ist halt auch einfach mein Genre (ARPG+Immersive Sim).
Honorable mention:
BF 6 ist ein toller Shooter geworden. Das ganze Game ist ein Best-Of-BF-3-bis-BF-V und sehr viel Fanservice gepaart mit sehr dichten Maps, die nicht bei jedem ankamen. Hier hoffe ich, dass sie 2-3 Gänge zulegen (können), denn zwei Maps pro Season ist schwach, v.a. weil ich ein paar der Basic-Maps so gar nicht mag vom Setting und Flow.
Vom reinen Spielspaß hätte Death Stranding 1 E33 von Platz 3 verdrängt, denn ich habe es erst 2025 nachgeholt.
Das war ein ganz seltsames Spielejahr für mich. Dadurch das ich eher zurückgeschaut und mehr alte Spiele gespielt habe dieses Jahr(Top 5 aus Nicht 2025 Spielen hier) kommt bei mir dieses Jahr gar keine so große Auswahl zustande. Wenn ich mir aber die Liste der Releases so anschaue, tut mir das nur bei wenigen Ausnahmen richtig weh. Silksong ist natürlich das offensichtliche, aber mit meinen meistens eher kurzen Spielsessions gepaart mit meinen Orientierungsschwierigkeiten in Metroidvanias war das aktuell einfach nicht realistisch. Für Blue Prince und The Roottrees Are Dead bin ich nicht clever genug auch wenn mich beide sehr reizen, Roguelites sind nicht mein Genre und damit hat man schon 90% der bestbewerteten Spiele dieses Jahres erschlagen.
Durch einen Endspurt zum Jahresende habe ich aber dann doch noch eine ordentliche Auswahl zusammenbekommen, auch wenn 2 meiner Top 10 Titel noch eher ein Work in Progress sind.
Donkey Kong Bananza
Das Spiel wurde ja doch recht kritisch besprochen dieses Jahr, was aber ja allgemein in den eher kleineren Videospiel-Medien aktuell im Trend zu sein scheint bei allem was Nintendo angeht(auch wenn die Spielewertungen am Ende ein anderes Bild abgeben, was aber auch ein Teil des Problems ist wahrscheinlich). Bei einem Spiel wie DK Bananza bleibt bei mir aber am Ende eine Kernfrage übrig: Hat es Spaß gemacht oder nicht? Bananza? Unglaublich viel Spaß.
Sich durch die Level zu prügeln, wurde während der gesamten Spielzeit nie langweilig. Klar, dadurch achtet man nicht mehr so sehr auf den Aufbau der Level. Aber später haben sie genug Einschränkungen eingebaut, sodass es sich trotzdem nach einer guten Balance angefühlt hat.
Die Steuerung hat gut funktioniert, abgesehen von den gelegentlichen Kameradrehungen, wenn man zu tief im Boden war. Aber das war überhaupt nicht spielentscheidend.
Meine größte Kritik betrifft die Kräfte, die man im Laufe des Spiels bekommt. Meistens braucht man immer nur eine auf einmal. Ich hätte mir mehr Gelegenheiten gewünscht, sie für Rätsel und Herausforderungen miteinander zu kombinieren. Der Endboss hatte genau das und hat richtig Spaß gemacht – dabei wurde mir klar, dass man das im Rest des Spiels kaum macht. Insgesamt aber ein sehr cooles Spiel und auf jeden Fall geeignet für das Release Fenster einer neuen Nintendo Konsole, denn die übliche Kreativität war hier definitiv zu spüren.
9. Dynasty Warriors Origins
Wahrscheinlich meine zweitgrößte Überraschung des Jahres. Die Musou Spiele sind ja normalerweise immer eher eine kuriose Randnotiz, hier hatten die positiven Stimmen aber definitiv mein Interesse geweckt, auch weil die Geschichte besser sein sollte als zuvor. Also das ist schon ein anderes Level als man es vom Studio kennt. Die Inszenierung ist stellenweise wirklich unglaublich. Und da die Sequenzen recht trashig vertont werden passt es auch irgendwie zum Charme der Reihe.
Spielerisch war ich überrascht wie unterschiedlich sich die Waffen angefühlt haben und wie viel Tiefe das dem Gameplay gegeben hat. Auch da hebt man sich von vielen der Vorgänger ab.
Bonus für die wunderschöne Overworld Map, die sehr an alte JRPGs erinnerte:
Die Story teilt sich irgendwann in 3 verschiedene Wege, mir reichte aber ehrlich gesagt einer für eine ordentliche Zeit und eine doch positive Platzierung.
Monster Hunter Wilds
Vielleicht ein kontroverser Pick, weil das Spiel gerade in Fanreihen für viel Kritik gesorgt hat. Aber ich hatte zumindest mit der Kampagne als Newcomer der Serie echt viel Spaß und die technischen Probleme hielten sich auf der PS5 in Grenzen. Natürlich bin ich vor dem üblichen endlosen Grind im Postgame ausgestiegen, aber ich wäre zu einer wahrscheinlich kommenden Erweiterung sicher für die Story wieder dabei. Die Inszenierung der Kämpfe und wie gut es sich anfühlte gegen die übermächtigen Bestien zu kämpfen war schon sehr besonders. Da kann ich auch über die Klischee geladene Story hinweg sehen, die zumindest ein paar gute Charaktere hatte.
Shinobi - Art of Vengeance
Hier kann ich meine ersten Eindrücke aus dem Und sonst so-Thread einfach nochmal untermauern: So ein verdammt stylisches Spiel! Im Laufe des Spiels nimmt die Herausforderung etwas zu, aber nie in einer Größenordnung die den Spielspaß trübt.
Bisher in meiner Rangliste überraschend viel Spielspaß Fokus und wenig Story. Gerade im Vergleich zu den anderen Yakuza Spielen fand ich hier das Gameplay nochmal um einiges gelungener und zwar sowohl die Schiffskämpfe als auch das Verprügeln der Horden mit Majima.
Das Spiel hat eigentlich alles was man von einem Yakuza Spiel erwartet, nur in einem kompakteren Paket. Witzige Nebenstories, überraschend emotionale Momente(das Ende ist wirklich wunderschön) und eine riesige Portion Irrsinn. Das Highlight ist eine Nebenquest bei der man für einen seiner Crewkameraden eine Frau finden soll, was in einer 30 minütigen Cutscene mit den realen Schauspielern endet die klar improvisiert ist und das ziemlich furchtbar. Perfekter Mix aus Fremdscham und sehr guter Comedy.
Tatsächlich habe ich hier auch meine 5. Platintrophäe überhaupt geholt, einfach weil die Welt mich so begeistert hat.
Hades 2
Das ist mein erster „Work in Progress“ Titel, denn hier bin ich noch weit weg davon überhaupt nur an Credits zu denken, sondern kämpfe mich erst seit 7 Stunden durch die Unterwelt. Aber deswegen auch nur an Nummer 5, denn wenn es das bisher gegebene Versprechen auch nur ungefähr hält wäre es wahrscheinlich mindestens an Platz 3 mit Tendenz nach oben.
Hier war in Jahresenddiskussionen der Tenor meistens das es ein gutes Spiel ist, aber eben auch nur mehr Hades. Das kann man ganz oberflächlich so sehen und deckte sich auch mit meinem ersten Eindruck, aber schon auf den 2. Blick offenbaren sich genug Änderungen. Das Moveset ist vielseitiger, die Level komplexer, der Umfang verdoppelt, der Look noch polierter. Das einzige was noch wirklich 1 zu 1 genauso ist, ist der Spielspaß.
Bisher bleibe ich noch am 3. Boss hängen, war aber schon mehrmals dort mit 2 Wiederbelebungen und viel Motivation, also ist es nur eine Frage der Zeit. Mittlerweile habe ich aber auch schon die 2. Hälfte des Spiels freigeschalten und bin schon sehr gespannt, was sie sich da noch einfallen lassen. Ich weiß aber jetzt schon, das es nicht viele bessere Spiele geben wird.
Death Stranding 2
Death Stranding steht auf der Liste meiner All-Time-Lieblingsspiele, und das hier ist mehr Death Stranding – wie könnte ich das also nicht mögen?
Aber es fühlt sich nicht nach der typischen Sony-Sequel-Formel an, bei der man dasselbe Spiel einfach nur größer macht. Sie haben tatsächlich einige Dinge verändert, sodass es sich wie eine Mischung aus MGS5 und Death Stranding anfühlt.
Wenn dir der erste Teil gefallen hat, wird dir dieser hier auch gefallen. Wenn dir der erste Teil nicht gefallen hat, probiere ihn noch einmal – am besten den Director’s Cut auf der PS5.
3. Silent Hill F
Ich bin kein Horror-Typ – nicht, weil sie mir zu gruselig sind, sondern weil ich kein Fan des üblichen Gameplay-Loops bin. Ein großer Bestandteil dieser Spiele ist Backtracking, bei dem man den Überblick über verschiedene Schlüssel für Türen behalten muss, um weitere Schlüssel für noch mehr Türen zu finden …
Die aktuellen Resident-Evil-Veröffentlichungen, besonders Village und das Remake von Teil 4, haben da etwas verändert. Die Quality-of-Life-Verbesserungen, vor allem die Markierungen auf der Karte, ob man eine Tür bereits geprüft hat oder ob man mit einem Raum fertig ist, helfen enorm bei der Orientierung. Und das haben sie hier ebenfalls gut umgesetzt.
Aber das war nicht der einzige Grund, warum ich meine Zeit mit diesem Spiel so geliebt habe: Die Atmosphäre war unglaublich. Die Musik, die japanische Sprachausgabe, die Soundeffekte – all das zeichnete ein wunderschönes Bild eines großartigen Horror-Abenteuers, das von Depression dominiert wird.
Ich fand auch die Geschichte sehr interessant. Ich habe bisher nur das erste Ende gesehen(daher auch WIP), aber selbst damit habe ich schon ein ziemlich klares Bild davon, worauf sie hier hinauswollen und ich mag sehr was das Spiel aussagen möchte, gerade was die Rolle der Hauptfigur in der Welt angeht.
Die Kämpfe wurden viel kritisiert, und das kann ich absolut nachvollziehen, weil sie sich etwas holprig anfühlen – für mich aber auf eine gute Art. Und man kann den Schwierigkeitsgrad jederzeit senken, ohne das zu verlieren, was das Spiel großartig macht. Das ist ja auch schon eine Kunst an sich.
Fazit: Silent Hill F ist meine größte Überraschung des Jahres.
Trails in the Sky - First Chapter
Wenn jemand über die Trails-Reihe spricht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Wort „Worldbuilding“ fällt – und zwar ziemlich früh. Dieses Spiel ist das perfekte Beispiel dafür, warum das so ist.
Man wird langsam in die Welt eingeführt: Zuerst lernt man die Abläufe in seiner Heimatstadt kennen, seine Familie und das Leben in dieser Welt. Dann wird das auf die nächste Stadt und die nächsten Leute ausgeweitet. Diese Schleife geht immer weiter, während im Hintergrund nach und nach die Stakes erhöht werden. Am Ende fügt sich alles im letzten Kapitel zusammen, wenn man die Spannung in jedem Gespräch spüren kann und regelrecht am Bildschirm hängt. Das ist einfach brillantes Storytelling – abgerundet durch ein großartiges Ende.
Aber das Spiel besteht aus mehr als nur der Geschichte und seinen tollen Charakteren: Der Mix aus Echtzeit- und rundenbasiertem Kämpfen funktioniert hervorragend, weil er das Spiel durchgehend frisch hält. Der Charakteraufbau mit den Quartz ist sehr motivierend, weil man damit seinen Spielstil stark verändern kann, und die Spielökonomie mit Orbs und Geld sorgt ebenfalls dafür, dass man am Ball bleibt. Jeder Aspekt des RPG-Gameplays funktioniert hier wirklich gut.
Mein einzig kleiner Nachteil ist der neue Look, mit dem ich nicht so ganz warm werde, weil er jetzt sehr nach den neueren Ys-Spielen aussieht. Ich fand, die anderen Trails-Spiele hatten immer einen markanteren, eigenen Stil. Es ist zwar immer noch hübsch, aber einige der Vorgänger sind bei mir optisch mehr hängen geblieben.
Insgesamt auf jeden Fall eine Empfehlung und ein perfekter Einstiegspunkt in eine der beeindruckendsten RPG-Reihen überhaupt.
1. Clair Obscur: Expedition 33
In dem Moment als die Credits liefen wusste ich schon: An dem Spiel führt bei mir kein Weg dran vorbei in diesem Jahr. Vor allem weil das Spiel eben genau das richtig macht, was mir bei Spielen am wichtigsten ist: Geschichte und Charaktere. Und da ich wie üblich weniger vom Sidecontent gemacht habe als wahrscheinlich die meisten, war auch das Gameplay an sich bis zum Schluss begeisternd. Gerade bei rundenbasierten Spielen kehrt ja sonst irgendwann so eine Routine ein, das man quasi in einen Autopiloten-Modus verfällt. Hier musste man aber durch das Parry System immer einen gewissen Fokus halten.
Aber ja, die größte Last trägt die Story. Das fängt beim atemberaubenden Opener an, der eines der besten Setups in einem Spiel überhaupt war für mich. Dann direkt die Schicksalsschläge, die in der Konsequenz auch selten sind. Und natürlich das Ende/die Enden, die für mich die Story kaum hätten besser abschließen können. Es ist für mich eine so herausragende Errungenschaft wie oft das Spiel den Fokus wechselt, ohne mich als Spieler dabei auch nur einmal zu verlieren. Und zwischendurch verliert man trotzdem nie den Humor, der einige der Interaktionen für mich nur noch besonderer gemacht hat. Man trifft einfach über die gesamte Spielzeit immer den richtigen Ton.
Apropos Ton: Die Musik! Wirklich einer der besten Soundtracks überhaupt und wenn ich heute einen der prägenden Tracks höre, bekomme ich wirklich direkt Gänsehaut.
Das Spiel hat wirklich etwas mit mir gemacht, ich habe die Welt eigentlich sofort nach Spielende wieder vermisst und kann einen Re-Run wirklich kaum erwarten. Einen Platz in der Liste einer meiner All-Time-Lieblinge hat es aber auch so schon sicher: „Ich ziehe meinen Hut und sage Champs-Élysées“.
Leider die einzige wirkliche Enttaeuschung dieses Jahr. Fuerchterliche technische Probleme, unglaublich langweilie Kampagne, viele ziellose und halbbackene Neuerungen sowie weiterhin schmerzlich vermisste QoL-Features haben mir den Stecker deutlich frueher als fuer die Serie gewohnt gezogen. Schade, denn der Kern des Spiels ist immer noch grossartig, die Kaempfe und Monster eine Freude, aber ansonsten stimmte da wenig. Eine leise Hoffnung bleibt, dass es mit der Erweiterung nochmals einen Umschwung gibt, wobei zumindest in Sachen Performance die Messe wohl gelesen ist.
Positiveste Ueberraschung des Jahres. Hatte eigentlich nur das Verlangen nach Souls Junk Food im Stile von Code Vein und bekam einen durchaus ordentlichen Genre-Vertreter der sich vor allem an Dark Souls I orientiert.
Ich kann zwar viele der Lobeshymnen, gerade in Sachen Artstyle und Story, nicht vollends nachvollziehen, aber das ist auch sonst ein ziemlich gutes Videospiel. Und der Soundtrack ist in der Tat ein absolutes Glanzstueck.
Ich hatte absolut unmoegliche Erwartungen an den Titel und eigentlich konnte Team Cherry mich (und viele andere) nur enttaeuschen. Die Tatsache, dass dem nicht der Fall war ist ein kleines Meisterstueck an sich. Ich habe mich nicht vollends in dem Spiel verloren wie es noch bei Hollow Knight selbst der Fall war, gerade weil der Fokus gefuehlt weg vom Erkunden und hin zu Bosskaempfen ging. Es steckt aber die selbe Liebe zum Detail, die unangepasste Vision und Aufforderung an den Spieler diese anzunehmen im Spiel, die bereits vor 7 Jahren zu faszinieren wusste.
Hätte ja gerne Sonic Racing als zweiten Platz gewählt, mein berechtigter Einwand wurde aber leider nur mit einem Affenkönigavatar quittiert.
Also sieht es bei mir so aus:
Like A Dragon: Yakuza Pirate in Hawaii
Ja, ein Yakuza Spiel muss natürlich wieder auf’s Treppchen steigen. Die recycelten Assets von Infinite Wealth haben mich nicht gestört, ganz im Gegenteil, war schön die bekannte Welt mal abseits des RPG-Monsters zu bereisen.
Die positivste Überraschung des Titels war für mich die Portraitierung von Majima, der für mich immer am meisten glänzt, wenn es etwas ernster wird und man ihn abseits der verrückten Seite kennenlernt.
Das Kampfsystem war der für mich größte Spaßfaktor, die verschiedenen Stile und die neuen Specialmoves haben mir unheimlich gut gefallen und haben zum Experimentieren eingeladen.
Wer bisher nichts mit Yakuza anfangen konnte wird damit sicher auch nicht warm, ansonsten aber ein starker Eintrag.
Sonic Racing: Crossworlds
Für mich das bessere Mario Kart. Geschwindigkeitsgefühl, Langzeitmotivation, Streckenauswahl - überall besser. Bei Mario Kart World war bei mir relativ schnell die Luft raus, Sonic werfe ich auch heute noch gerne an.
Einzig der Switch 2 Release und Mario als Nintendos starke Marke sind legitime Gründe, warum das Spiel halt doch in den Verkaufszahlen und der Wahrnehmung allgemein über Sonic steht, denn das Gameplay sieht den blauen Igel ganz klar vorne.
Silent Hill f
Endlich mal wieder ein vernünftiges Silent Hill! Wenn wir das Remake ausklammern, durften wir uns mit solchen Perlen wie Homecoming, Downpour oder Short Message (Ascension lassen wir am besten komplett unkommentiert) herumschlagen.
Silent Hill f bietet eine ganz tolle Story, die sich endlich mal mit den Problemen einer jungen Frau beschäftigt und welcher Druck gesellschaftlich auf ihr lastet.
Das Kampfsystem war nicht ganz so meins, durch den individuell einstellbaren Schwierigkeitsgrad kann man aber auch ohne Probleme durch die Geschichte kommen.
Für mich die endgültige Wiedergeburt einer ikonischen Serie, die durch das Remake schon eingeläutet wurde.
Gerade mal 39 Teilnehmer konnten sich noch finden, um ihr(e) Kreuz(e) für ihr Spiel des Jahres zu setzen. Von einem Forum, welches aufgrund eines Videospiels gegründet wurde, sind wir also tatsächlich Boomercoach geworden.
Sad.
Kommen wir also lieber schnell zum Guten, nämlich den Spielen, die die Sofacoachler als die besten des Jahres 2025 gewählt haben.
Auf Platz 3 findet sich am Ende Arc Raiders. Der Extraction Shooter mit PvPvE Modus. Es gab zwar bereits vor dem Spiel einen kleinen Hype, jedoch wurde der ein bisschen vom fast zeitgleich erschienenen Battlefield 6, welches kurz vorher auch noch eine viel besuchte offene Betaphase hatte, überschattet. Umso erfreulicher, dass das Spiel mittlerweile über 10 Millionen Spieler finden konnte und die Spielerzahlen im Gegensatz zu Battlefield 6 auch weiterhin konstant bleiben.
Auf Platz 2 dann Kingdom Come: Deliverance II, welches den bereits gefeierten Vorgänger nochmal übertraf. Wieder übernimmt man die Kontrolle über Heinrich und findet sich im Böhmen des 15. Jahrhunderts wieder. Was die Spieler an dem Spiel so begeistert ist der große Realismus mit dem die Spielwelt dargestellt wird wie z. B. die Wälder. Auch Inszenierung und die Quests wurden durchgängig gelobt.
Den ersten Platz und damit den Titel Sofacoach Spiel des Jahres sicherte sich dann Clair Obscur: Expedition 33. Das Spiel von ehemaligen Ubissoftentwicklern, das mit einer interessanten Prämisse aufwartet und versucht dem rundenbasierten Rollenspiel neue Facetten abzugewinnen. Dazu kam dann noch ein einzigartiges Art Design und eine tolle Story und voilà, fertig ist das Spiel des Jahres.
Was wirklich auffällt ist, dass alle drei Spiele keine AAA-Spiele sind und von eher kleineren Entwicklerstudios kommen. Auch auf den Plätzen folgen diverse Indiegames und „kleinere“ Spiele. Die großen Games wie Battlefield 6, Ghost oft Yotei, Assassins’s Creed Shadows und Death Stranding 2 folgen erst viel, viel später. Ein Trend, dass es zukünftig öfter eher kleinere, günstigere Produktionen geben wird, oder nur eine Momentaufnahme bevor GTA VI (hoffentlich) nächstes Jahr wieder für klare Verhältnisse sorgt?
Ich bedanke mich auf jeden Fall wieder bei allen Umfrageteilnehmern und wir sehen uns nächstes Jahr wieder.