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Es hatte sich eigentlich eingebürgert, dass ich immer direkt drei Reviews in einen Post packe – dieses Mal sind es allerdings nur zwei. Der Grund: Ich habe seit dem letzten Mal einfach noch kein drittes Spiel durchgezockt, wollte aber genau jetzt mein Review zum zweiten Spiel posten, da das Review-Embargo gerade aufgehoben wurde. Mehr dazu unten.


Pipistrello and the Cursed Kingdom Platin-Trophäe #102

Spiel Nr. 15 in 2025 | Entwickler: Pocket Trap | Jahr: 2025 | Gespielt auf: PS5

Hierbei handelt es sich um einen 2D-Zelda-like/Metroidvania in einem schönen GBA-Pixel-Look und einem dazu passendem Soundtrack. Man schlüpft in die Rolle von Pippit, einer jungen Fledermaus, dessen Tante durch einen Vorfall in sein Jo-Jo eingeschlossen wurde und die es nun zu retten gilt, indem man die vier dafür verantwortlichen Bosse zur Strecke bringt.
Dafür zieht man durch die große Stadt namens „New Jolt City“, die aus über 1000 verschiedenen Screens besteht, welche mit Gegnern, Rätseln und nützlichen Items geschmückt sind. Dabei gibt es sehr viele optionale Dinge zu entdecken. Zur Stadt zählen diverse Kanalisationen, sowie fünf große Story-Dungeons, die echt cool und unterschiedlich aufgebaut sind. Jedes hat ein eigenes Thema und einen Boss zum Abschluss.

Für die Gegnerwellen und die oftmals recht kniffligen Puzzles nutzt man stets sein magisches Jo-Jo, welches mit fortlaufender Spieldauer immer stärker und vielseitiger wird. Je mehr das Ding kann, desto schwieriger werden aber auch die Rätsel, weil damit komplexere Lösungswege einhergehen. Irgendwann kann man sein Jo-Jo nicht nur werfen, sondern darauf auch über bestimmte Bodentypen reiten, an Wänden entlanglaufen und einiges mehr. Wenn alles irgendwann miteinander verbunden werden muss, ist nicht nur Grips, sondern auch Koordination gefragt. Gerade zum Ende hin alles andere als einfach.

Manchmal können auch die Kämpfe etwas überwältigend sein, weil mitunter einfach sehr viele Gegner auf einmal auf dem Bildschirm auftauchen. Zur Not gibt es in den Optionen die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad sehr individuell anzupassen. Von sackschwer bis hin zur eigenen Unbesiegbarkeit. Ich habe tatsächlich ein paar davon genutzt (kein Geldverlust bei Game Over und kein Fallschaden), um das Frustpotenzial etwas zu senken, aber im Großen und Ganzen ist es auch so alles gut schaffbar. Ein bisschen Frust ist immer.
Leichter machen kann man es sich theoretisch auch mit dem Beschaffen neuer passiver Skills, aber ganz so einfach wird es einem nicht gemacht. Wenn man einen Vertrag abschließt, um eine neue Fähigkeit zu erwerben, darf man ihn zwar schon benutzen, bekommt aber einen satten Malus auf etwas anderes (z.B. weniger HP, AP oder Angriffskraft), bis man den neuen Skill abbezahlt hat. Dabei bringt einem bisher eingesammeltes Geld gar nichts, neues Geld muss beschafft werden. Da diese Nachteile teilweise echt schwerwiegend sind, muss man manchmal echt überlegen, ob man den Deal eingehen möchte. Ein smartes System.

Insgesamt bin ich ziemlich begeistert vom Spiel und kann es für Freunde des Genres absolut weiterempfehlen. Der Aufstieg der Indie-Spiele ist nicht aufzuhalten. Tolle Spiele zu günstigen Preisen. Was will man eigentlich mehr? Pipistrello reiht sich nahtlos in die Riege der Spiele von kleinen Studios ein, die das Verlangen nach riesigen AAA-Blockbustern gar nicht groß aufkommen lassen.

8,75/10


Ruffy and the Riverside Platin-Trophäe #103

Spiel Nr. 16 in 2025 | Entwickler: Zockrates Laboratories | Jahr: 2025 | Gespielt auf: PS5

Dieses kleine Review ist wohl mein bisher außergewöhnlichstes, denn zum ersten Mal habe ich im Voraus einen Review-Code erhalten und konnte das Spiel noch vor dem morgigen Veröffentlichungsdatum ausgiebig testen. Erstmal: warum habe ich einen Code erhalten? Ich verfolge das Spiel schon länger auf Social Media und irgendwann tauchte ein Post auf, dass man sich um Review-Codes bewerben kann, also habe ich es einfach mal gemacht. Da es ein eher kleines und unbekanntes Spiel ist, und dazu noch aus Deutschland kommt, hatte ich mir schon Chancen ausgerechnet, dass es am Ende dann aber auch geklappt hat, obwohl ich für keine Seite o.ä. schreibe (bis auf Sofacoach halt), hat mich schon echt gefreut.

Aber jetzt mal zum Spiel an sich. „Ruffy and the Riverside“ macht keinen Hehl aus seinen Inspirationen. Grafisch ist es mit seinen 2D-Charakteren in einer 3D-Welt an „Paper Mario“ angelehnt, spielerisch ist es ganz klar ein Collectathon im Stile der „Banjo-Kazooie“-Teile. Wie Banjo ist Ruffy sogar ein Bär! Nur sein Sidekick Pip ist kein Vogel, sondern eine Biene. Neben ihren schlauen Kommentaren ist sie vor allem nützlich, um ihren Kollegen per Gleitflug von A nach B zu bringen, um auch wirklich jedes Sammelobjekt abzustauben.

Die zentrale Mechanik des Spiels ist Ruffys Fähigkeit, Materialien und Farben zu kopieren und auf andere Objekte anzuwenden. Der sogenannte „FLIP“. Eigentlich jedes Rätsel, das man im Laufe des Spiels löst, baut darauf auf. So beginnt die Reise beispielsweise damit, dass man eine kletterbare Blätterwand kopieren und auf einen Wasserfall zaubern muss, damit man diesen hinaufklettern kann. Das System ist von der Idee her cool und es gibt auch ein paar kreative Rätsel, insgesamt wurde das Potenzial hier aber nicht ganz ausgeschöpft. Ich hätte mir noch mehr abgefahrene Copy&Paste-Möglichkeiten gewünscht. Das Spiel bleibt, was das angeht, ziemlich zurückhaltend.
Die Welt besteht aus einem sehr großen und mehreren kleineren Arealen, die Haufenweise Zeug zum Sammeln, Rätsel zum Lösen und kleinen Aufträgen zum Abschließen beherbergt. In der Hinsicht ein klassischer Vertreter des Genres, was ich grundsätzlich gerne mag. In diesem Fall ist es ein völlig entspanntes Erlebnis, weil das Platforming sehr leicht ist und die Gegner, die einem vereinzelt unmotiviert durch die Gegend laufen, einem noch weniger abverlangen. Hier hätte man gerne ein paar Gänge hochschalten können. Die Möglichkeit, seine Lebensenergie in Form von Herzen noch weiter steigern zu können, wirkt in Anbetracht der gebotenen Herausforderung in Platforming und Kampf doch ein wenig albern. Spätestens an diesem Punkt merke ich, dass das Spiel wohl eher für eine jüngere Zielgruppe gemacht wurde. Ein paar Bosskämpfe gibt es aber auch, die ein bisschen Abwechslung und Challenge reinbringen.
Erwähnen muss ich auch, dass das Spiel an ein paar bestimmten Stellen zwischen verschiedenen Abschnitten der Welt für kurze Zeit extreme Framerate-Einbrüche hat. Das haut einen immer ein bisschen raus. Ansonsten läuft es flüssig und stabil.

Nichtsdestotrotz hatte ich meinen Spaß, den Einwohnern von Riverside bei ihren Problemchen zu helfen und meine Checkliste nach und nach abzuhaken. Begleitet wird das Ganze von einem skurrilen, aber wirklich coolen Soundtrack. Die Geschichte finde ich bei solchen Spielen, wo es für mich nur ums Sammeln geht, eigentlich vernachlässigbar, hier ist sie aber ganz charmant und hat die ein oder andere Wendung zu bieten.
Ich bin immer froh, wenn gute Collectathons erscheinen und „Ruffy and the Riverside“ würde ich schon auch dazuzählen, zu den großen Klassikern wie „Banjo-Kazooie“, oder auch das neuere und wundervolle „Tinykin“ fehlt aber doch eine ganze Menge.

Kleiner Funfact zum Schluss: Laut PSNProfiles bin ich der Erste, der die Platinum-Trophäe errungen hat. Zumindest von denen, die auch auf der Website registriert sind. Da es aber lange Zeit einen Bug gab, der das Erreichen der Trophy verhinderte, und ich sie mir relativ schnell geschnappt hatte, nachdem der Fehler gepatcht wurde, vermute ich, dass ich sogar der erste auf der Welt mit der Platinum in Ruffy bin. :trophy: …You’ll never sing that.

7,5/10

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