Gestern liefen bei dem 25. Spiel diesen Jahres die Credits(Fantasy Life, sehr nettes cozy Game für den 3DS was für längere Motivation dringend Quality of Life Verbesserungen bräuchte). Besonders für mich ist, das nur 7 dieser Spiele in diesem Jahr erschienen sind. Ich glaube letztes Jahr habe ich auch schon mal so einen Post gemacht und zwar mit den besten Spielen, die ich in diesem Jahr zum ersten Mal gespielt habe, die nicht dieses Jahr erschienen sind.
- Shin Megami Tensei: Devil Survivor Overclocked
Das Spiel war wirklich ein ganz besonderes Erlebnis. Ich habe über die Jahre sehr viel darüber gehört: Es ist bockschwer, die Story ist sehr gut und es ist wahrscheinlich eins der besten Spiele aus dem SMT Universum. Und was soll ich sagen? Alles davon stimmt haargenau.
Man beginnt das Spiel in dem man von einem Freund ein paar gehackte Nintendo DS bekommt, auf denen plötzlich Nachrichten erscheinen über Mordfälle, die aber in der Zukunft stattfinden. Natürlich hält man das erst für einen Streich, bis man dann eben zu diesem Tag kommt und dieser auch tatsächlich passiert. Von da an spinnt sich eine Geschichte um Verschwörungen, Religion, Sci-Fi und etwas Horror. Es gibt einen Lockdown und alle Menschen haben eine Uhr über dem Kopf, die den Todestag anzeigt. Es geht nun über verschiedene Etappen darum, diesen immer wieder zu verhindern.
Gameplay technisch ist das ganze ziemlich besonders: Man steuert bis zu 4 Charaktere auf einem Taktikbrett, hinter jedem der Charaktere steht eine Party aus Dämonen. Trifft man auf einen Gegner auf dem Brett, startet ein rundenbasierter Kampf. Außerhalb der Kämpfe muss man Dämonen in Auktionen kaufen und fusionieren um neue zu kreieren, um sein Team zu verbessern und vor den Kämpfen kann man jeweils von Gegnern Skills aussuchen, die derjenige dann bekommt wenn er diesen Gegner besiegt. So stellt man sich dann im Laufe des Spiels immer wieder das Team für sich und seine Party zusammen.
Ich fand die Balance aus Herausforderung und Fairness eigentlich das gesamte Spiel über stimmig, die Story stellt einen immer vor verschiedene Entscheidungen und am Ende wird alles ordentlich aufgelöst, aber auch in einer Art das es durchaus Lust macht die anderen Enden auch noch zu erspielen denn je nach dem welchen Weg man immer wieder wählt kann man sich zum Schluss verschiedenen Personen anschließen.
Hat mein positiver Eindruck auch damit zu tun, das ich einen der schwersten Bossfights in der Geschichte der Menschheit im ersten Versuch gepackt habe? Natürlich! Aber auch so eins der besten Spiele im Taktik-Bereich und ziemlich sicher mein Favorit aus den Spielen, die nicht Fire Emblem heißen.
- Trails from Zero
Trails from Zero ist der erste Titel in der zweiteiligen Crossbell Saga der Serie und beschreibt perfekt was diese Serie ausmacht(ebenso natürlich wie das Trails in the Sky Remake was dieses Jahr raus kam): Es wird ganz langsam eine Welt aufgebaut, man selbst und der Konflikt wächst langsam in dieser, bis es am Ende zu einem großen Höhepunkt kommt. Was in diesem Spiel das besondere ist, ist dass die Stadt in der es spielt quasi der Hauptprotagonist ist. Crossbell wird dargestellt als eine Stadt mit einer klaren Abtrennung zwischen arm und reich. In der Geschichte verschwimmt die Grenze aber immer mehr, da man im Laufe des Spiels immer mehr Korruption, organisiertes Verbrechen und Ungerechtigkeit aufdeckt, die auch der reichere Teil der Stadt nicht mehr ignorieren kann(obwohl sie ihr bestes versuchen). Diese Verbrechen aufzudecken wird noch besonderer, weil das Spiel sehr gut darstellt wie sehr und wieso diese Stadt der Party so am Herzen liegt(eine Gruppe Polizisten so sympathisch darzustellen ist wahrscheinlich das beste was das Spiel schafft). Dort verstecken sich so viele wundervolle Dialoge und Momente, das Writing ist definitiv das Highlight des Spiels.
Da das gesamte Spiel mit der gleichen Party, in der gleichen Gegend stattfindet wächst man wirklich ganz anders mit den Charakteren zusammen. Man fühlt sich tatsächlich mit der Zeit richtig verbunden mit der Geschichte, weil man so viel Zeit in dieser Konstellation verbringt.
Spielerisch ist es ebenso ein sehr gutes JRPG. Die Kämpfe sind rundenbasiert, man kann sich aber auf dem Feld bewegen und es gibt Attacken die bestimmte Areale betreffen. Man kann sich die Charaktere durch verschiedene Bausteine(Quartz) relativ frei mit den Skills zusammenbauen, so das man auch gewisse Individualität ins Gameplay bringen kann.
Insgesamt ist das wirklich ein ganz tolles Erlebnis. Leider steht es nicht ganz so für sich, wie man es bei einem ersten Teil einer Reihe hoffen würde. Man kann es definitiv spielen, ohne die Sky-Trilogie gespielt zu haben, verpasst aber ein paar wertvolle Verbindungen. Mir hat es erst einmal nicht geschadet, aber jetzt wo ich Sky endlich gespielt habe hätte ich mir doch irgendwie gewünscht noch etwas gewartet zu haben.
Wenn man aber eh nicht plant, die Reihe im ganzen zu Spielen(kein Wunder bei 100 Spielen), sind die beiden Crossbell Spiele auch in sich eine ganz wundervolle Erfahrung.
- Dragon Quest 5
Manchmal spielt man ein altes Spiel und ist wirklich verwundert über die Komplexität des ganzen. Denn auch wenn ich das 2008 veröffentlichte DS Remake gespielt habe, ist das Grundgerüst dieses Spiels von 1992. Da wurde ich geboren!
Was das Spiel so besonders macht ist, das es sich über das gesamte Leben der Hauptfigur streckt. Man startet als kleines Kind das einen Dungeon erkundet, dann 10 Jahre später als Sklave der sich seine Freiheit erkämpft, dann sucht man sich seine Frau aus 3 Optionen aus und bekommt Kinder, die dann einen Teil der Party abbilden. Die Story nimmt in der Zeit einige einzigartige Wendungen, die ich bis heute in keinem Spiel wieder gesehen habe. Ich war wirklich die ganze Zeit über verwundert, wie diese Ideen sich 33 Jahre später noch so frisch anfühlen können.
Spielerisch gibt es einen coolen Twist, dass man die Monster die man in den Random Encounters trifft rekrutieren kann, die dann über einen großen Teil des Spiels die Party bilden.
Gerade wenn man zuvor Dragon Quest 4 gespielt hat, ist das nochmal besonderer weil es in der gleichen Welt spielt und es einen klaren Bezug zwischen beiden Spielen gibt. Das ganze geht dann ja noch in Teil 6 weiter, da bin ich aber leider nicht weitergekommen.
DQ5 fühlt sich aber wie ein absoluter Meilenstein der JRPGs an und ich bin sehr froh, es über die DS Version endlich nachgeholt zu haben. Das muss man als Genre-Fan eigentlich mal gespielt haben.
- Suikoden 2
Das ist zumindest ein halber aktueller Release, da ich das dieses Jahr veröffentlichte Remaster gespielt habe.
Auch Suikoden 2 ist eins dieser Spiele die man auf eine Liste setzen muss von Spielen, die man mal gespielt haben sollte. Das erste was die meisten bei den Spielen immer erwähnen ist die Möglichkeit 108 Charaktere in der Welt zu rekrutieren. Das ist natürlich besonders, weil es nicht nur einen klassischen Sammeltrieb abdeckt sondern einen auch hilft sich mit der Welt mehr zu befassen. Aber im Endeffekt ist das auch nur ein netter Zeitvertreib.
Das eigentliche Highlight hier ist definitiv die Geschichte. Das Spiel ist eine Kriegsgeschichte und zwar keine wie so oft in JRPGs verniedlichte Variante eines Krieges. Verlust und der Umgang damit ist ein zentrales Thema dieser Geschichte, die wundervoll auf der Welt des ersten Teils aufbaut. Und da wird das Aufbauen der Party dann schon fast mehr als das Gimmick, denn auch das sich immer weiter füllende Hauptquartier gibt einem am Ende ein Gefühl von Kameradschaft, die man im Laufe der Geschichte definitiv gebrauchen kann.
Spielerisch ist das ganze eher unspektakulär: Man baut sich eben seine Party aus der Vielzahl an Charakteren zusammen und führt dann relativ simple rundenbasierte Kämpfe durch. Dazu gibt es immer wieder Strategiekämpfe, die auch nicht besonders toll sind aber zumindest das Gefühl des Krieges gut übertragen. Die Figuren die hier sterben, bleiben auch für den Rest des Spiels Tod was dann auch wieder zum Thema des Spiels passt.
Das hier ist wirklich ein ganz besonderes Spiel mit einer ganz besonderen Geschichte und das Remaster mit Teil 1 und 2 im Doppelpack ist eine absolute Empfehlung. Man muss durch Teil 1 erst mal durch, der wirklich eher als Setup für Teil 2 funktioniert. Und das ist dann als Belohnung eins der besten JRPGs aller Zeiten.
1.Yakuza 0
Interessanterweise war das erste Spiel was ich dieses Jahr gespielt habe auch das beste. Und das ist sehr überraschend aus mehreren Gründen:
A) Ich hasse Prequels. Zu erst einmal ist ein Spannungsbogen in einer Geschichte immer gedämpft dadurch, dass man ja weiß was passiert. Ob in Rogue One die Helden die Baupläne des Todessterns wohl bekommen?! Die Antwort kennt man ungefähr seit 50 Jahren.
Außerdem ist das Writing in den Werken meistens eher mangelhaft, weil kaum jemand es schafft die Balance zu halten was Referenzen angeht. Vieles artet immer in Fanservice aus, weil man unbedingt so viel wie möglich für die hereinpacken möchte, die die Werke davor kennen.
B) Ich habe das Spiel vor vielen Jahren schon mal versucht, kam aber mit dem Brawler Gameplay absolut nicht klar. Einerseits weil ich nicht gut in Kampfspielen bin, anderseits weil ich das ganze auch wirklich nicht spannend fand. Es fühlte sich immer mehr wie Button mashing an, als wirklich überlegtes Gameplay. Auch ein Faktor, wieso ich so schlecht darin war wahrscheinlich.
Da ich aber nach Yakuza 7 so begeistert war(Infinite Wealth war auch okay bis gut) und der Serie unbedingt nochmal eine Chance geben wollte, habe ich mir es in diesem Jahr vorgenommen diesen Schritt zurück zu machen. In der Zwischenzeit hatte ich ja auch mit Gaiden und Ishin, mit ähnlichem Gameplay, eine gute Zeit.
Und diesmal hat es tatsächlich klick gemacht. Die Art und Weise wie diese zweigeteilte Story hier aufgebaut und am Ende zusammengeführt wird ist eins der größten Errungenschaften der Gaming Geschichte. Am Anfang versteht man noch nicht worauf es hinausläuft, wenn man es aber tut kann man eigentlich kaum glauben wie genial das ganze ist.
Und das ist ja nur ein Teil! Die ganzen verrückten Nebenstorys für die das Spiel bekannt ist sind hier natürlich auch vorhanden und ich würde sogar sagen in seiner besten Form. Die Art und Weise wie man über die Spielzeit mit der Stadt und der Spielwelt verwächst ist etwas, was nur besondere Werke schaffen. Und wie über die gesamte Spielzeit ständig die gesamte Palette an Emotionen abgedeckt wird, ist ebenso einzigartig. Ich glaube in keiner meiner rund 70 Stunden in dem Spiel kam auch nur ein Hauch von Langeweile auf. Und das überträgt sich auch gut auf andere, denn meine Freundin war so fasziniert von dem Spiel und dem Lauf der Geschichte, dass sie mich praktisch zwang es immer weiter zu spielen. Hach, das waren noch Zeiten pre-Baby.
Danach habe ich natürlich noch Kiwami 1 und 2 gespielt und habe dadurch gemerkt, wie genial das Spiel auch als Prequel ist. Es ist eben kein Fanservice, da alle Referenzen in der Welt stimmig funktionieren. Startet man mit 0 fühlt es sich nicht an wie ein Prequel, sondern einfach der erste Teil der Reihe. Ein größeres Lob kann ich persönlich einem Prequel wohl kaum geben. Und es hat mich zu einem noch größerem Fan der Reihe gemacht, als ich es nach 7 eh schon war.
Suikoden 2 und Yakuza 0 haben es auch in meine Alltime 25 geschafft und ehrlich gesagt waren die anderen 3 Spiele auch sehr nah dran. Definitiv ein richtig gutes Spiele Jahr für mich, wenn auch eben nicht so sehr am Zeitgeist orientiert. Wahrscheinlich ist das aber eben auch der bessere Weg, wenn ich das Ergebnis so anschaue.




