Die folgenden drei Spiele haben mich lange beschäftigt (und eines davon wird das auch in Zukunft noch tun), weswegen es jetzt schon ein bisschen her ist, dass ich hier gepostet habe. Wird mal wieder Zeit. Jetzt neu: Reviews von Spielen für die Switch 2!
Mario Kart World
Spiel Nr. 17 in 2025 | Entwickler: Nintendo | Jahr: 2025 | Gespielt auf: Switch 2
Mario Kart 8 (Deluxe) war bei mir auch elf Jahre nach Release ein Dauerbrenner, von daher waren die Erwartungen an World groß und das Erbe schwer.
Wenn man die Credits als Maßstab nimmt, hatte ich MKW bereits am ersten Tag „durchgespielt“. Die sieht man nämlich, wenn man alle Grand Prix abgeschlossen hat. Das reicht aber natürlich noch lange nicht, um sich wirklich ein Bild vom Spiel zu machen. Mittlerweile habe ich aber auch schon wieder 85+ Stunden auf dem Tacho, von daher traue ich mich jetzt an eine Bewertung. Die Großteil dieser Spielzeit übrigens so, wie es vom Spielegott vorgesehen ist: lokaler Splitscreen.
Das Hauptgimmick des Spiels steckt schon in seinem Namen. Alle Strecken (bis auf die Rainbow Road) sind in einer riesigen Welt miteinander verbunden. Ich finde das ziemlich cool und auch gut umgesetzt.
Am meisten macht sich das der neue Modus „K.O.-Tour“ zu nutzen, bei dem alle 24 Fahrer in einem riesigen Rennen um die Welt durch mehrere Strecken am Stück fahren. Bis zur Ziellinie gibt es fünf Checkpoints, bei jedem fliegen die letzten vier Fahrer raus. Ein richtig gutes und spaßiges Konzept. Durch die Erhöhung von 12 auf 24 Fahrer hat man es geschafft, Mario Kart noch chaotischer zu machen. Da ich an diese Spiele aber nicht mit einem Mindset eines eSportlers herangehe, sondern sie als Partyspiele verstehe, finde ich das in Ordnung.
Die Welt kann man auch im freien Modus erkunden und hunderte kleine Missionen spielen. Der Schwierigkeitsgrad dieser Challenges rangiert von ultraleicht bis recht knackig. Ich hatte da eine Zeit lang Spaß dran (295/394 abgeschlossen), jetzt ist mir das aber zu müßig, die restlichen zu finden. Ingame gibt keine vernünftige Karte oder Checkliste, um zu sehen, was einem noch fehlt. Das finde ich schon schwach. Als Belohnung für den Abschluss der Aufgaben erhält man leider immer nur Sticker, von denen man sich einen aussuchen kann, der dann das eigene Kart schmückt. Nutzlos. Da hätte ich mir bessere Belohnungen gewünscht, z.B. einfach mal aus der Hüfte geschossen: 10 Missionen = neues Kart, 20 = neuer Fahrer, 30 = Musikplayer, 40 = Missionenkompass, 50 = Mirrormode, 100 = Karte mit restlichen Missionen, oder ähnliches. Deutlich besser als hunderte Sticker, mit denen man nicht wirklich etwas anfangen kann.
Während man durch die Open World düst, lauscht man hunderten fantastischen Remixes alter Mario-Tracks. Der Soundtrack gehört zu dem Besten, was dieses Jahr in der Hinsicht zu bieten hat, und vergegenwärtigt mir auch immer wieder, wie krass prägend das Mario-Franchise eigentlich mein ganzes Leben lang war.
Wichtiger als die Aufgaben der offenen Welt sind aber natürlich die klassischen Rennen, die es wieder als Grand Prix im Viererpack, oder im Versus-Modus mit eigenen Regeln gibt. Es gibt 30 normale Strecken, plus über 200 Verbindungsstrecken. Letztere sind oftmals leider ein wenig langweilig, weil sie zum Großteil aus geraden Straßen bestehen. Das funktioniert bei der K.O.-Tour gut, bei normalen Rennen gefällt mir das nicht sonderlich. Da will ich dann lieber die bewährten Rundstrecken spielen, die ich größtenteils auch sehr gelungen finde. Die Hälfte davon sind komplett neu, die andere Hälfte ist so modernisiert, dass sie eigentlich auch als neu durchgehen.
Warum auch immer hat man sich dazu entschieden, dass man im Versus-Modus die Zufallsauswahl der Strecken nicht auf ebendiese Rundstrecken beschränken kann, weswegen man dann fast nur die eher öden gerade Strecken bekommt. Durch manuelles Auswählen kann man zwar die normalen Strecken spielen, aber toll ist das nicht gelöst.
Generell gibt es mehrere kleine Ärgerlichkeiten, die sich etwas summieren. Warum kann man die Items nicht mehr manuell selektieren, obwohl das bei MK8 Deluxe nach Jahren reingepatcht wurde? Wieso gibt es absolut keine Statistiken mehr? Wieso hat jeder Skin jedes Charakters einen eigenen Slot im Roster-Menü, anstatt dass dies eine separate Einstellung nach der Charakterwahl ist (Unübersichtlichkeit des Todes)? Nach so langer Zeit zwischen den Releases hätte ich erwartet, dass diese kleinen Dinge passen.
Spielerisch ist es für mich das beste Mario Kart, das ich gespielt habe. Die Hinzunahme von Wallrides und Grinds macht alles nochmal abwechslungsreicher und sorgt für ein hohes Skill Ceiling. Wer die Techniken beherrscht, der kann teils extreme Abkürzungen nehmen, an die der Otto-Normal-Fahrer niemals auch nur denken würde. Besagter Otto-Normal-Fahrer wird dann durch blaue Panzer und andere gemeine Items trotzdem gerne mal Erster. Und das ist gut so.
Mario Kart World gefällt mir gut, ist aber noch nicht ganz da, wo ich es gerne hätte. Ich hoffe wirklich, dass man per Updates schon bald gewisse Kleinigkeiten nachbessert und dann peu à peu natürlich auch neue Strecken bringt. Für den Anfang ist die Streckenzahl völlig in Ordnung, gegen die 96 Strecken von MK8 stinkt es aber natürlich ab. Wenn ich sehe, wo MK8 anfing und wo es vom Content her hinging, sehe ich hier noch großes Potenzial. Der Status Quo sieht für mich so aus:
8,5/10
Tony Hawk’s Pro Skater 3+4 
Spiel Nr. 18 in 2025 | Entwickler: Iron Galaxy Studios | Jahr: 2025 | Gespielt auf: PS5
2020 schaffte Tony Hawk mit dem Remake zu THPS 1+2 ein eindrucksvolles Videospielcomeback. Für mich war das ein fast perfektes Remake und holte sich bei starker Konkurrenz einen guten 6. Platz in meinem Top 10 Ranking des Jahres.
THPS 3+4 ist sicherlich ein deutlich weniger gutes Remake, weil es das Format des 4. Teils stark verändert. Statt wie im Original frei durch die Levels zu fahren und Missionen anzunehmen, wird es hier in das Format der ersten drei Teile gepresst. Heißt: Es gilt wieder die Missionen innerhalb eines 2-Minuten-Timers zu absolvieren. Immerhin kann man den Timer auf 60 Minuten erhöhen, wenn es das ist, was einen stört. Als jemand, der den THPS 4 nie gespielt hat, stört mich die Veränderung ehrlich gesagt aber ohnehin nicht. Ich kenne es nicht anders als dieses Format und für mich funktioniert es hier ebenfalls, auch wenn die Levels größer sind, was es schwieriger macht, alles innerhalb des Zeitlimits abzuschließen.
Ansonsten gibt es gar nicht so viel zu sagen, da es spielerisch fast identisch wie 1+2 ist. Grafisch ist es etwas besser (bis auf nerviges Screen Tearing), der für diese Spiele wichtige Soundtrack dagegen deutlich schwächer. Da gibt es kaum Tracks, die in Erinnerung bleiben.
Das Spiel bietet eine Menge Content durch die zwei Karrieremodi, die nach dem erstmaligen Durchspielen sogar für jedes Level nochmal neue Missionen („Pro Goals“) freischalten. Zudem gibt es wieder einen Ingame-Shop, in dem man hunderte Kleidungsstücke, Boards und anderen Kram kaufen kann. Und das alles ohne Microtransactions, sondern ausschließlich über die $, die man im Spiel verdient. Sowas vermisse ich heutzutage bei vielen Spielen.
Mit Online, sowie Create-A-Park habe ich nicht wirklich beschäftigt. Früher habe ich super gerne Parks gebaut, aber die Geduld habe ich nicht mehr.
Neben den Levels aus den alten Spielen hat Iron Galaxy auch drei brandneue erschaffen. Die sind meiner Meinung nach so gut gelungen (mit ein paar Abstrichen), dass ich denen auch ein komplett neues THPS zutrauen würde. Ob es das allerdings geben wird, steht in den Sternen. Ich glaube, das erste Remake von Vicarious Visions hat sich deutlich besser verkauft und kam insgesamt auch besser an, und selbst da musste man bangen, ob es weitergeht, weil die ganzen Activision-Studios an die Cashcow namens Call of Duty gesetzt wurden.
Ich würde mich aber freuen, wenn es irgendwie weitergehen wird. Für ein paar Wochen im Jahr immer genau das Richtige für mich.
8,25/10
Donkey Kong Bananza
Spiel Nr. 19 in 2025 | Entwickler: Nintendo | Jahr: 2025 | Gespielt auf: Switch 2
Wenn eine neue Nintendo-Konsole auf den Markt kommt, ist ein neuer großer Plattformer nicht weit. Normalerweise rechnet man an dieser Stelle mit dem guten alten Mario, diesmal haben sie aber Donkey Kong und seine Sidekick Pauline die Bühne gegeben. Die beiden versuchen zusammen den Planetenkern zu erreichen, der alle Wünsche erfüllen kann. Pauline will wieder an die Erdoberfläche, DK will vor allem Bananen. So taucht man immer tiefer in die Erde und jede Ebene hat ihren eigenen Look und seine eigenen Aufgaben.
An einigen Stellen merkt man, dass das Team hinter Mario Odyssey hier am Werk war. Die Monde, die man 2017 gesucht hat, wurden hier passenderweise zu Bananen, auf die es DK abgesehen hat. Auch hier gibt es hunderte davon, die man nach kleinen Challenges oder versteckt in den Levels finden kann.
Das Moveset, über das DK verfügt, unterscheidet sich allerdings stark von dem des italienischen Klempners. DK kann vor allem eines gut: zerstören. Mit seinen Pranken kann man ohne Mühe ganze Tunnelsysteme durch die riesigen Berge kloppen. Wer möchte und die nötige Geduld mitbringt, kann die Levels sogar komplett plattmachen, sodass nur noch das Gerüst steht und von den hübschen Landschaften nichts mehr übrig ist. Das ist definitiv DAS Gimmick des Spiels und ist ziemlich beeindruckend. Technisch ist das für die Konsole so herausfordernd, dass es zum einen manchmal zu Rucklern kommt (für mich aber eher zum Ende des Spiels, wo absurd viel auf dem Bildschirm war), und zum anderen die grafische Qualität des Spiels offensichtlich etwas heruntergeschraubt wurde. Es sieht nicht schlecht aus, aber es haut einen optisch weiß Gott nicht um.
Zudem kann man sich durch den Einsatz von Bananergie (welche einem in der Praxis eigentlich nie ausgeht) in verschiedenen Bananza-Formen verwandeln. Dort nimmt DK die Form eines anderen Tieres an und bekommt dadurch neue starke Fähigkeiten. Immer spannend, wenn man eine neue Form freischaltet und dadurch an Bananen kommt, an die man vorher nicht kam.
Dadurch, dass man meistens seinen eigenen Weg bruteforcen kann, hatte ich allerdings oft das Gefühl, nicht den vorgesehenen Weg gegangen zu sein. Einmal kurz die Sonar-Fähigkeit gestartet, mit der man Bananen in der Umgebung aufspüren kann (je nach Ausrüstung auch über große Distanzen), und dann einfach straight dahin gebuddelt. Erst als ich am Ziel war, habe ich gesehen, wie man da wahrscheinlich „richtig“ hinsollte. Das fand ich nicht sehr befriedigend. Das Leveldesign wird dadurch ad absurdum geführt.
Besser sind da schon die kleinen Challenge-Räume, in denen man stets drei Bananen finden kann. Hier werden einem immer ein wenig die Freiheiten genommen und man muss sie auf bestimmte Weise absolvieren. Das hat mir tatsächlich immer deutlich besser gefallen.
Am Ende des Spiels gehen dann auch die Hauptlevel mehr in die Richtung, dass man nicht mehr nur blind durchs Terrain kann. Ich glaube, wenn mehr vom Spiel so gewesen wäre, hätte es mir tatsächlich besser gefallen.
Jede fünfte Banane, die man einsammelt, gibt einen Skill-Punkt, der für neue Fähigkeiten eingetauscht werden kann. Das ist am Anfang noch recht cool, man hat aber schnell die Dinge freigeschaltet, die einem wirklich helfen. Da die Bananen ausschließlich dafür gut sind, und sie für das Fortschreiten der Story völlig irrelevant sind, man dadurch also keine neuen Levels o.ä. freischaltet (im Gegensatz zu Odysseys Monde), schwand die Motivation zur Bananensuche schneller als mir lieb wäre.
Das Spiel hat einige tolle Momente und kreative Ideen, wie zum Beispiel die coolen Brücken, die man durch das Wegboxen von bestimmten Gegnertypen kreieren kann (siehe Screenshot), aber insgesamt muss ich sagen, dass es für mich nicht das hohe Niveau vieler 3D-Marios erreicht, auch wenn das Terraforming schon Eindruck hinterlässt. Ich fand es stellenweise leider sogar ziemlich langweilig. Für mich ist es „gut“, aber absolut nicht der GOTY-Kandidat, der es für die meisten anderen ist.
Immerhin endet das Spiel mit einem sehr starken Finale. Da wurde dann nochmal richtig viel rausgehauen. Nach dem letzten Bosskampf (welcher der einzige im Spiel ist, den ich als einigermaßen herausfordernd bezeichnen würde), gibt es noch ein Post-Game, in dem erneut hunderte von Bananen in den Ebenen verteilt werden… I’m good.
8/10


