Bei mir hat sich mal wieder ein bisschen etwas angesammelt, von daher haue ich vier Reviews auf einmal raus. Darunter gleich zwei DLCs, was für mich schon besonders ist, weil ich ziemlich selten mehrere Jahre nach dem Hauptspiel noch Lust auf Nachschlag habe. Bei diesen Spielen war ich aber noch nicht ganz satt und in einem Fall diente es zeitgleich als Appetizer für das nächste Spiel, das ich in Angriff nehmen werde.
Chained Echoes: Ashes of Elrant [DLC]
Spiel Nr. 20 in 2025 | Entwickler: Matthias Linda | Jahr: 2025 | Gespielt auf: PS5
„Chained Echoes“, das "J"RPG aus deutschen Landen, welches überwiegend von nur einer Person entwickelt wurde und 2022 in meiner Top 10 auf einen guten fünften Platz landete (damals eigentlich sogar Platz 4, aber mein geliebtes „Tinykin“ habe ich nachträglich nochmal nach oben korrigiert), bekam dieses Jahr einen Story-DLC spendiert. Für einen Zehner bekommt man hier mit neun bis 20 Stunden ordentlich Content. In der Zeitleiste spielt der DLC direkt vor dem Endboss des Hauptspiels.
Der Einstieg in den DLC fiel etwas schwer, da zum einen das eingebaute Story-Recap etwas dürftig ist, und man zum anderen sofort in einige Kämpfe geworfen wird. Da man direkt mit zig Skills startet, die man im Hauptspiel nach und nach gelernt hat, wird man hier erstmal ziemlich von den Möglichkeiten im Kampf erschlagen. Hat mir nach ein bisschen Eingewöhnung aber doch recht schnell wieder Spaß gemacht. Das Erlernen neuer Skills war damals für mich ein wichtiger Bestandteil für den Spielspaß, der hier leider fast ganz wegfällt, weil die Charaktere eben schon komplett hochgelevelt sind. Immerhin gibt es einen neuen, coolen Char, bei dem man von vorne starten kann. Trotzdem definitiv etwas, was mir fehlte.
Es gibt eine neue Belohnungstafel, bei der man wieder schöne Dinge freischalten kann, wenn man gewisse Aufgaben erledigt (praktisch so wie Ingame-Achievements), wieder viele witzige Dialoge, neue Nebenbeschäftigungen wie Angeln oder Schätze graben, und viele neue Gegenden zum Erkunden. Insgesamt ist es einfach ein guter Reminder, warum ich Chained Echoes so mochte. Ein paar Fragen des Hauptspiels werden beantwortet, aber noch deutlich mehr Mysterien geschürt. Ein klarer Indikator für ein Sequel, auf das ich mich natürlich auch schon freue.
8/10
Sword of the Sea 
Spiel Nr. 21 in 2025 | Entwickler: Giant Squid | Jahr: 2025 | Gespielt auf: PS5
Die vergangenen Spiele von „Giant Squid“ haben schon von der Optik stark durchscheinen lassen, dass der Art Director von „Journey“ dieses Studio gründete. Aber so dicht an diesem Style wie „Sword of the Sea“ waren dann doch weder „ABZÛ“ noch „The Pathless“. Dass das Spiel in einer großen Wüste startet, trägt sicherlich viel zu diesem Eindruck bei.
Auch hier wird man einfach auf die Welt losgelassen und man darf selbst herausfinden, was man eigentlich tun soll. Und wenn man es genau nimmt, ist das gar nicht mal so viel. Auf einem Hover-Schwert aka Surfbrett düst man über Sand, Wasser und Schnee, was sich dank DualSense-Support fantastisch anfühlt, und stellt Wasser-Oasen wieder her, um das Leben in die verschiedenen Regionen zurückzubringen. Dabei gibt es keinerlei Marker auf dem Bildschirm, die einem das nächste Ziel verraten würden, stattdessen weiß man einfach intuitiv, wohin es als nächstes geht, weil der Flow des Spiels so grandios ist.
Wenn man möchte, kann man hier und da mal einen Trick auf seinem Board einbauen, während man durch die Luft springt. In kleinen und sehr leichten optionalen Punkte-Challenges ist das von Belang, aber ansonsten ist das nicht nötig und nur eine kleine Spielerei.
Bis auf ein bisschen Abwechslung zum Finale und ein paar kleinere Gameplay-Mechaniken, war es das Spielerisch eigentlich auch schon. Das hört sich nicht spektakulär an – und für viele wird es das auch nicht sein – aber mich hat der VIBE, der sich aus Optik und Musik ergibt, schon sehr abgeholt, muss ich sagen. Wirklich sehr, sehr schön. Nach 2-3 Stunden ist man in einem normalen Durchgang auch schon fertig und da es bei PS Plus Extra dabei ist, kann und sollte es jeder Abonnent einfach mal probieren. Wer mit solchen Artsy-Spielen etwas anfangen kann, wird hier denke ich auf seine Kosten kommen.
8,5/10
Ghost of Tsushima: Iki Island [DLC]
Spiel Nr. 22 in 2025 | Entwickler: Sucker Punch | Jahr: 2021 | Gespielt auf: PS5
Der nächste DLC in meiner Liste. Ich fand Tsushima damals echt klasse und auch ein wenig unterbewertet, von daher war es nett, ein letztes Mal mit Jin durch die Felder zu streifen, bevor es mich bald mit Atsu Richtung Berg Yotei zieht. Umgehauen hat mich diese Zugabe aber nicht.
Mit Iki Island darf man hier nochmal eine neue Region erkunden, die sich allerdings nicht besonders stark vom bereits Gespielten unterscheidet. Weder optisch noch vom Gameplay. Bis auf eine neue Fähigkeit fürs Pferd, mit der man die Gegner niedertrampeln kann, gibt es nicht viel Neues. Das Freischalten neuer Skills entfällt hier also auch größtenteils, was mir schon ziemlich gefehlt hat. Dafür gibt es ein paar neue ganz coole Talismane und Rüstungen, die man finden und in Duellen gewinnen kann. Die recht herausfordernden 1-gegen-1-Duelle bringen erneut sowohl Spaß als auch Frust. Gerade wenn wie bei mir der letzte Playthrough schon lange her ist, ist es gar nicht so leicht, wieder reinzukommen. Gegen dahergelaufene Mongolen mag das noch ganz gut gehen, wenn man sich aber gegen die optionalen Schwertkämpfer traut, kann es schonmal scheppern.
In der Story geht es in erster Linie um die Vergangenheit von Jin und seinem Vater und der Frage, wie heroisch und ehrenhaft der alte Herr zu Lebzeiten eigentlich wirklich war. Das ist alles okay, aber ich fand nie, dass Jin ein besonders interessanter Charakter ist, von daher muss ich von seiner Familiengeschichte gar nicht mehr so viel wissen. Am interessantesten ist eigentlich, wie einem so mancher Rückblick und andere Sequenzen präsentiert werden. Im Laufe des DLCs bekommt man ein Gift verabreicht, welches einen immer wieder halluzinieren lässt. Manchmal in eindeutigen Story-Momenten, wo man es erwarten würde, manchmal aber auch sehr unerwartet, wenn man einfach so vor sich hinspielt. Das ist gut gemacht und manchmal sogar etwas unheimlich.
Iki Island ist für mich eine okaye Erweiterung, die sich allen voran gut dafür eignet, sein Gedächtnis nochmal aufzufrischen, um nun das Sequel anzugehen.
7,5/10
Metaphor: ReFantazio 
Spiel Nr. 23 in 2025 | Entwickler: ATLUS | Jahr: 2024 | Gespielt auf: PS5
Metaphor war für mich eine ziemliche Achterbahnfahrt. Letztes Jahr habe ich es begonnen, und schon auch gemocht, aber aufgrund der aus der Persona-Reihe bekannten Struktur, dass bei bestimmten Aktionen die Zeit voranschreitet und man, wenn man nicht „richtig“ spielt, allerhand Dinge verpassen kann, wurde ich nicht so richtig warm damit. Das ist nicht mit meinem Completionist-Gehirn kompatibel.
Jetzt habe ich es nochmal mit einem anderen Mindset versucht, da mich das Spiel abseits des Kalenders schon sehr angesprochen hat, was Setting, Charaktere und Kampfsystem anging. Einfach das Spiel genießen, ohne groß auf verpassbare Dinge zu achten. Spoiler: Das hat so semi-gut funktioniert. ![]()
Im JRPG-Thread habe ich es schon beschrieben, aber obwohl ich eigentlich ziemlich gewissenhaft gespielt und versucht habe, alles so schnell und effektiv zu erledigen, wie das ohne Guide halt so geht, ist mir am Ende die Zeit davon gelaufen und mir fehlte EXAKT ein Ingame-Tag, um auch die letzte Nebenaufgabe anzuschließen. Das hat mich super genervt und meine Aversion gegen den Kalender bestätigt. Salz in die Wunde war dann, dass am letzten Tag auf einmal die Abschlussgespräche mit den Verbündeten völlig „for free“ gingen, die die gesamte Spielzeit zuvor Zeit voranschreiten ließen. Ein ganzes Dutzend davon. Das hat das System ad absurdum geführt und nochmal gezeigt, wie unnötig es eigentlich ist.
Zum Glück hatte ich noch einen Spielstand vom Anfang des letzten Monats, wodurch ich dann doch noch alles machen konnte und mir letzten Endes auch die Platin-Trophäe geschnappt habe, wodurch ich dann auch wieder ruhiger schlafen konnte.
Davon abgesehen ist es für mich aber ein gelungenes Spiel, bei dem mir vor allem das Leveln der vielen verschiedenen Archetypen und das rundenbasierte Kampfsystem Spaß gemacht haben. Die Kämpfe haben eine gewisse Tiefe, auf die man sich besser vorbereiten sollte, da man sonst gut aufs Maul kriegen kann. Schön auch, dass man gegen schwache Gegner gar nicht in den Rundenkampf muss, sondern sie direkt in einem rudimentären Actionkampf killen kann.
Die Charaktere gefallen mir durchweg gut (Heismay bester Mann!), die Story ist okay, aber in meinen Augen auch nicht weltbewegend. Ein paar gute Twists sind dabei, aber auch welche, die bei mir Augerollen verursachten.
Grafisch wirkt es recht altbacken, das macht aber der gute Art Style wett. Gerade das Monsterdesign ist stark, insbesondere der abgefuckten „Menschen“, die zumeist als Bosskämpfe auftauchen. Wie man es von Atlus kennt, ist natürlich auch das User Interface wieder sehr stylisch.
Genre-üblich gibt es schöne Musik auf die Ohren, allerdings kommt es nicht an OSTs von Final Fantasy oder dem von Persona 5 ran (von dem, was ich davon so gespielt habe). Dazu werden viele Tracks oft recycled.
Recycled wird auch bei den Dungeons eine Menge. Die Hautpdungeons, die man durch die Story kennenlernt, sind größtenteils ganz gut (bis auf den verifckten Drachentempel), die der Nebenmissionen sind aber schon arg Copy/Paste und lahm.
Am Ende meiner Achterbahnfahrt schaue ich aber doch überwiegend positiv auf das Erlebte. Metaphor ist größtenteils ein JRPG nach meinem Geschmack, auch wenn ich manche Aspekte nicht sonderlich mag. Letztes Jahr habe ich es nach nur 14 gespielten Stunden auf Platz 8 meiner Top 10 gesetzt, nach Beendigung des Spiels rückt es auf Platz 4 vor, noch geschlagen von Balatro, Astro Bot und FFVII Rebirth.
8,5/10


















