Im Frühjahr zog auch bei uns Bomb Busters ein und die Vorschusslorbeeren waren absolut berechtigt. Das wird ohne Zweifel den Spiel des Jahres Preis gewinnen. Es hat eine stets herausfordernde aber niemals überfordernde Schwierigkeit, macht egal ob zu dritt, viert, oder fünft gleich viel Spaß und die einzelnen Missionen sind durch immer wieder andere Kniffe wunderbar abwechslungsreich (wobei ich bisher nur ein drittel der Missionen gesehen habe). Die Art des Rätsels und Deduzierens erinnert ein wenig an Sudoku (im positiven Sinne) und da man gemeinsam spielt, wird auch niemand abgehängt. Es ist auch das aktuelle Lieblingsspiel von meiner Mama, sprich auch für etwas ältere Semester bestens geeignet.
Zwei kleine Kritikpunkte: Erstens ist der Einstieg nicht ganz trivial. Man muss sich erstmal darauf einlassen. So ziemlich jeder, mit dem wir das bisher gespielt haben, fragte sich anfangs wie man das überhaupt lösen soll. Davon darf man sich nicht verunsichern lassen. Nach 1-2 Partien ist jeder drin. Und zweitens sind die mitgelieferten Kabelhalter viel zu billig. Zu schnell verrutschen darauf die einzelnen Plättchen. Nichts für Grobmotoriker. Dank 3D Drucker habe ich mir da aber gar wunderbare Halterungen und Plättchen gedruckt, wodurch es viel komfortabler und haptisch noch ansprechender. Bei entsprechendem Erfolg des Spiels wird es dafür aber sicherlich auch in Zukunft mal eine Deluxe-Version geben.
Daniel hatte ansonsten im Dezember ja schon alles wichtige über das Spiel erzählt, das kann ich mir also sparen.
Absolute Empfehlung auch von mir.
Von den restlichen nominierten Spielen in allen Kategorien habe ich bishernur zwei gespielt:
Faraway. Auch dazu hatte Daniel schon mal was erzählt. So richtig gut fand ich es leider nicht. Es ist nicht schlecht und macht auch ein paar Partien Spaß. Die eigenwillige Optik, die generische „Story“ und auch die im Spiel zu treffenden Entscheidungen haben mich nicht nachhaltig vom Hocker gehauen.
The Gang. Kurz zusammengefasst: Kooperatives Pokern. Einfache Regeln, schnell gespielt und dennoch mit potential zum Grübeln. Wenn alle in der Runde Poker kennen und mögen, dann vermag es einen wirklich in seinen Bann zu ziehen. Für alle, die mit Poker aber eher wenig anfangen können, ist dieses Spiel belangloses raten. Mir hat es gefallen.
Insgesamt ist es mit zwei Kindern in den letzten Monaten nicht allzu einfach gewesen abends viele neue Spiele auszuprobieren. Ein paar kleinere neue Kartenspiele haben wir geschafft (Fischen, Rebel Princess, mal hier und da das ein oder andere Exit oder Unlock), aber nichts davon würde ich hier nochmal explizit empfehlen.
Meine Frau und ich haben aber letzte Woche ein größeres Spiel zu Ende gespielt, dass ich Weihnachten bekommen hatte:
Zug um Zug Legacy
Herausragend! Wer mit Zug um Zug auch nur halbwegs was anfangen kann, der sollte sich dies hier nicht entgehen lassen. Die Box ist groß, schwer, teuer (aktuell ~90€) und man benötigt einen riesigen Tisch. 12 einzelne Partien erlebt man mit immer neuen Regeln und Überraschungen. Am Ende hat man einen halbwegs individuellen Spielplan, mit dem man noch normale ZuZ-Partien spielen kann, wenn man denn mag. Aber alleine für diese 12 Partien lohnt sich das trotz des stolzen Preises.
Tjoa und ansonsten…
für „einsame“ Stunden während des baldigen Urlaubs habe ich mir Kingdom Legacy besorgt. Da bin ich sehr gespannt drauf.
Und ganz oben auf meiner Wishlist für die nächsten Wochen steht SETI. Das ist in der hiesigen Bücherei bereits vorgemerkt. Ich glaube das wird mir sehr gefallen. Mehr dazu dann, wenn es ausprobiert wurde.