Video Games Und sonst so - pixel blut spratzen

So langsam bekommt man ja die Mails mit den Rückblicken des Spielejahres zugeschickt. Ich versuche aber jetzt schon seit ein paar Jahren mich nicht auf so etwas zu verlassen und tracke ziemlich zuverlässig was ich so über das Jahr verteilt Spiele. Und wie sich das gehört wird das ganze auch noch in entsprechenden Listen organisiert. Wie man so ein Nerd Hobby eben noch nerdiger machen kann.

Dieses Jahr habe ich aber etwas entscheidend an meinem Gaming Verhalten geändert: Statt dem Zeitgeist hinterher zu laufen und möglichst viele neue Releases zu spielen, habe ich das Jahr auch mal genutzt um zurück zu blicken. Einerseits um beliebte Spiele der letzten Jahre nochmal zu spielen, um zu prüfen ob der Geschmack sich verändert hat. Auf der anderen Seite um ein paar Sachen nachzuholen, die ich entweder gar nicht gespielt oder zumindest nie beendet habe.

Hier kommt jetzt also meine Top 5 der Spiele, die ich dieses Jahr nachgeholt habe!

  1. Red Dead Redemption 2

Ich habe das Spiel damals versucht zu spielen, aber bin regelrecht dran verzweifelt. Alles war so verdammt langsam, die Steuerung komplett kontraintuitiv und wenn ich noch einen Journalisten darüber reden hätte gehört, wie sich die Pferdehoden bei Kälte verhalten anstatt darüber zu sprechen, dass das Gunplay nicht gut genug ist um einen so großen Teil des Spiels auszumachen, hätte ich wohl die Disc zerbrochen anstatt sie zu verkaufen.

Aber trotz all dieser negativen Ersteindrücke aus der Vergangenheit und meiner allgemeinen Abneigung gegen Prequels hatte ich dieses Jahr doch viel Spaß mit dem Spiel. Es ist unglaublich, wie gut das heute noch aussieht. Und an die Steuerung gewöhnt man sich doch tatsächlich irgendwann, wenn man nicht dazwischen ein Spiel mit guter Steuerung einlegt. Und am Ende tragen es eben auch die Charaktere und die Story, auch wenn die doch etwas mehr Tempo hätte vertragen können. Dadurch das man sich anfangs sehr viel Zeit lässt und dann irgendwann alles auf 100 aufdreht, ist die Charakterentwicklung von Arthur Morgan für mich etwas überstürzt. Er ist quasi 90% des Spiel der größte Penner auf dem Planeten, um dann in den letzten 10% Superman zu sein.

Also insgesamt schon ein sehr gutes Spiel, aber für mich nicht der Klassiker zu dem er allgemein gemacht wird.

  1. Owlboy

Das Spiel hatte ich jahrelang auf dem Zettel, wollte es aber immer physisch für die Switch haben und da bin ich nie in der freien Wildbahn drüber gestolpert. Irgendwann habe ich es dann im Playstation Store im Sale gesehen für einen absurd niedrigen Preis und dann zugeschlagen.
Erst mal war ich überrascht, weil ich jahrelang dachte das ganze wäre ein Metroidvania, was es gar nicht ist. Es ist eigentlich ein lineares Adventure mit einem coolen Twist. Man spielt den kleinen Owlboy, der selbst gar keine großen Fähigkeiten hat. Dafür kann man seine Gefährten in die Krallen nehmen und durch die Gegend fliegen, die dann wieder mit verschiedenen Waffen ausgerüstet sind.
Das Spiel trifft wirklich perfekt den Ton: Einerseits cozy Vibe in einer wunderschön gestalteten Welt, anderseits herausfordernde Adventure Passagen.

Man spricht bei den Indys aus der Zeit immer von Inside oder Limbo, man sollte aber auch definitiv über Owlboy sprechen!

  1. Ghost Trick Phantom Detective

Hier zitiere ich einfach nochmal mein altes Review. Kurzfassung: Ein Spiel was absolut nicht mein Genre ist, was sogar meine Freundin so begeistert hat, das ich es nur noch spielen durfte wenn sie dabei war. Wirklich eins der coolsten Hidden Gems die es gibt und eigentlich so gut, das es niemals hidden sein dürfte.

  1. Die Banner Saga Trilogie

Das sind 3 Spiele, die aber einfach zusammen gehören. Denn man nimmt hier quasi den Mass Effect Weg: Man trifft Entscheidungen während des Spiels, die sich über die 3 Spiele auswirken. Kurz vor dem Ende des 3. Teils war ich dann sogar kurz etwas enttäuscht, weil es sich nicht so anfühlte als wären doch viele der Entscheidungen wichtig gewesen, doch dann machen sie etwas wundervolles und bringen tatsächlich alles zusammen.
Der Gameplay Loop ist auch ziemlich besonders: Es gibt einen Choose your own Adventure Teil, bei dem man mit einer Karawane durch die Gegend zieht und immer wieder vor Entscheidungen gestellt wird. Wie gut man diese trifft, ist entscheidend dafür wie sauber man sich aus der Affäre am Ende ziehen kann. Der andere Teil des Spiels sind rundenbasierte Kämpfe, die es stellenweise ziemlich in sich haben. Aber im Gegensatz zu den Entscheidungen außerhalb der Kämpfe gibt es kein Permadeath.
Auch hier haben wir wieder einen herausragenden Artstyle, dazu ist die Musik unglaublich schön(verantwortlich ist Austin Wintory, der mit Journey[dem Spiel, nicht der Band] bekannt geworden ist). Das und die teilweise düsteren Dinge die im Laufe des Spiels so über den Spieler ausgeschüttet werden sorgen für eine sehr angespannte Atmosphäre. Von den nicht-japanischen Vertretern mittlerweile mein liebstes Strategie Rollenspiel.

  1. Chrono Trigger

images (3)

Das einzige „neue“ Spiel aus diesem Jahr, was es in meine persönliche Alltime Top 25 geschafft hat. Dadurch das jetzt angefangen habe 3DS und DS Spiele zu sammeln kam ich endlich dazu das Spiel nachzuholen, was für viele als das beste Spiel in meinem Lieblingsgenre gilt. Und was soll ich sagen? Ich hatte extrem hohe Erwartungen und das Spiel hat es geschafft, diese noch zu übertreffen.
Definitiv eines der besten Spiele aller Zeiten und ich würde behaupten das selbst Spieler, die sonst nicht viel mit japanischen Rollenspielen anfangen können, hier richtig Spaß haben würden. Dazu kommt ja auch die recht angenehme Spielzeit und das dadurch quasi perfekte Pacing, was ja historisch ein großes Problem des Genres ist. Hier merkt man aber, dass nur Meister ihres Faches dran gearbeitet haben.

Honorable Mention geht noch an The Last Guardian, was ich ähnlich wie RDR2 als furchtbar vom Release in Erinnerung hatte und auch eins der coolsten Spiele wurde, was ich dieses Jahr gespielt habe. Aber hier gibt es auch einen Bonus, weil es perfekt darstellt wie es sich mit einem bockigen Haustier so lebt. :ronaldo:

12 „Gefällt mir“