Ich wollte dieses Jahr echt regelmäßige Updates aus der Liga posten, aber zurzeit ist einfach extrem viel bei mir los.
Angesichts des nun anstehenden All-Star Breaks gibt es nun doch ein kleines Review über die erste Saisonhälfte und die erste Runde des Drafts vom Wochenende. Die Beiträge sind auch auf meinem angestaubten Blog zu finden: MLB Draft 2025, AL Recap, NL Recap
Genau genommen sind schon knapp 60% der Spiele gespielt und in etwas mehr als zwei Wochen ist die Trade Deadline.
MLB Draft 2025
Die großen Gewinner der Draft Lottery waren die Seattle Mariners, die letztes Jahr mit 85-77 nur um einen Sieg die Playoffs verpassten, dieses Jahr aber trotzdem an Nr. 3 picken durften. Der Nr. 1 Overall Pick ging an die Washington Nationals, an zweiter Position durften die LA Angels picken. Trotz des zweitschlechtesten Records landeten die Colorado Rockies nur an Position 4.
Vor dem Draft galt Kade Anderson als sehr wahrscheinlicher Nr.1 Pick. Der Linkshänder führte die LSU Tigers zur College World Series und ist sehr weit entwickelt. Das wäre ein perfekter Fit für die Nationals an 1 gewesen, die dringen Verstärkung im Pitching Department benötigen.
Statt Anderson entschieden sich die Nationals aber für Eli Willits, ein 17-jähriger Shortstop, der noch einen langen Weg in die Majors haben wird. Das wiederum machte den Weg frei für die LA Angels, die einen Starting Pitcher draften wollten… Und sich stattdessen für Tyler Bremner entschieden, einen Rechtshänder den keiner auf der Rechnung hatte und dessen Stock in dieser College Saison eher abgestürzt als gestiegen ist.
Die Seattle Mariners waren der lachende Dritte und staubten Kade Anderson ab. Gut möglich, dass dieser schon nächstes Jahr die solide Rotation der Mariners weiter verstärkt. Und auch die Colorado Rockies durften sich freuen, denn diese bekamen mit Shortstop Ethan Holliday das beste Prospect des Drafts in den Schoß gelegt. Der Bruder von Jackson Holliday und Sohn von Matt Holliday kommt aus der High School, hat also noch einen langen Weg vor sich, gilt aber als talentiertester Shortstop einer generell sehr starken Klasse auf dieser Positionsgruppe (14 Shortstops wurden mit den ersten 27 Picks gedraftet – viele davon werden am Ende aber sicher auch auf 3B oder 2B enden).
Spannend waren noch die Baltimore Orioles, die neben ihrem eigenen Pick an Nr. 19 auch die Wahlrechte für 30, 31 und 37 hielten, weil sie in der Free Agency Corbin Burnes und Anthony Santander verloren und zusätzlich noch den Pick der Tampa Bay Rays ertradeten (Kompensationspicks für verlorene Spieler sind die einzigen Picks, die in der MLB getradet werden dürfen). Mit diesen Picks wählten sie einen Outfielder (Ike Irish), das beste Catcher Prospect in diesem Jahr (Caden Bodine) sowie einen Shortstop vom College (Wehiwa Aloy) und zusätzlich einen Outfielder von der High School mit viel Upside (Slater de Brun). Ob Sie wirklich nach Talent ausgewählt haben oder doch nur nach coolen Namen ist nicht bekannt, aber insgesamt ist das eine sehr spannende Draft Class.
First Half Recap
AL EAST
Überraschung: Ausgerechnet die Toronto Blue Jays führen die Division an, ein Team bei dem ich fest davon ausging, dass sie zu diesem Zeitpunkt nichts mehr mit dem Division Sieg am Hut haben und sich schlussendlich von Vlad Guerrero Jr. trennen würden. Wie man sieht, kam es anders. Vladdy verlängerte in Toronto und mit einer 10 Game Winning Streak kurz vor dem AllStar-Break stehen die Jays überraschend an der Spitze der AL East.
Enttäuschung: Ganz klar die Baltimore Orioles. Es ist genau das eingetreten, was zu befürchten war, als man Corbin Burnes in der Free Agency verlor und hektisch versuchte, dieses große Loch mit viel zu kleinen Flicken zu nähen. Die Rotation ist quasi nicht vorhanden, hinzu kommen durchgehend schwache Saisons von so gut wie allen Spielern im Diamond. Auch die Entlassung von Manager Brandon Hyde konnte das Ruder bisher nicht herumreißen.
Breakout Player: 1B Jonathan Aranda, Tampa Bay Rays
Ist mit 27 Jahren das erste Mal zum AllStar gewählt worden, weil er Top 3 in Batting Average ist (.324) und die Rays in OPS+ anführt (151)
Breakdown Player: SP Walker Buehler, Boston Red Sox
Letzte Saison führte er die Dodgers mit seinem Auftritt als Closer in Spiel 5 zum World Series Titel. Das reichte den Red Sox, um ihn trotz großer verletzungsbedingter Fragezeichen einen Vertrag über ein Jahr und $21m anzubieten. Eigentlich sollte er ein wichtiges Puzzleteil für den Championship Push werden, bisher ist er aber mit einem ERA von 6.12 einer der schlechtesten Starting Pitcher, nicht nur innerhalb der Division sondern in der gesamten Liga.
MVP: CF Aaron Judge, New York Yankees
Natürlich muss man hier Aaron Judge nennen, der wieder einmal eine historische Saison auflegt. Ein .355 Batting Average, ein OPS+ von 228 und ein Wins Above Replacement Rating von 7.0 vor dem AllStar-Break sind absurd.
Outlook: Eine extrem spannende Division, in der ich mir vorstellen könnte, dass selbst die Orioles nochmal einen ordentlichen Push machen können (je nachdem, wie viel sie an der Deadline verkaufen werden). Dem Blue Jays Braten traue ich auf Dauer noch nicht, ich denke am Ende werden die Yankees die Division vor den Red Sox gewinnen. Boston geht zusammen mit Toronto in die Wild Card.
AL CENTRAL
Überraschung: Die Detroit Tigers sind zum AllStar-Break das beste Team in der MLB. Nachdem man letztes Jahr an der Deadline verkaufte und dann überraschend doch noch in die Wild Card rutschte und dort mit einem Sieg über die Astros auf sich aufmerksam machte, setzt sich der Aufwärtstrend dieses Jahr fort. Dabei bleibt man sich seinem Motto treu, auf Superstars zu verzichten und die Last in der Offensive auf mehrere Schultern zu verteilen. So durften mit Gleyber Torres, Zach McKinstry, Riley Greene und Javy Baez gleich vier Spieler zum Allstar Game. Apropos Javy Baez, der hat die Freude am Spielen wiedergefunden. Die letzten Jahre galt sein Vertrag in Detroit als Albatross, Baez war einer der schwächsten Spieler in der gesamten Liga. Eine Umstellung von Shortstop auf Centerfield hat ihm die Freude am Sport wiedergebracht und das spiegelt sich deutlich in seinen Zahlen wieder, sowohl in den Statistiken, als auch im Public AllStar Vote der Fans.
Enttäuschung: Der ganze Rest der Division irgendwie. Wenn man sieht, dass die AL Central letztes Jahr drei Teams in den Playoffs stellte und bis auf die White Sox alle Mannschaften einen positiven Record hatten, machen alle Teams eher einen Schritt zurück als nach Vorne. Detroit wird dieses Jahr wohl der einzige Playoffteilnehmer aus der AL Central bleiben.
Breakout Player: 1B Spencer Torkelson, Detroit Tigers
Seitdem er 2020 an der ersten Stelle gedrafted wurde, sagte man „Tork“ ein riesiges Potential voraus. Umso frustrierender gestalteten sich seine ersten Jahre in der Major League. Ursprünglich als Third Baseman gestartet, zeigte sich relativ schnell, dass seine Zukunft nur auf der ersten Base liegt. Dafür muss man wiederum am Schlag besonders hervorstechen, um seinem Team einen wirklichen Mehrwert zu geben. Das gelang ihm nur phasenweise. Nach einer schwachen Saison 2024 schien das Experiment zu scheitern, doch mit 25 ist ihm die Kurve dieses Jahr doch noch gelungen. Mit 21 Homeruns, einem besseren Auge am Schlag und einem OPS+ von 129 ist einer der Gründe, weshalb es bei Detroit so gut läuft.
Breakdown Player: CF Luis Robert Jr., Chicago White Sox
Vor zwei Jahren war Robert noch ein AllStar, Silver Slugger und MVP Anwärter. Mit dem Untergang der White Sox begann auch seine Abwärtsspirale. Er sollte der letzte große Trade Chip an der Southside sein, jemand für den man nochmal eine handvoll starker Prospects einsammeln könnte. Nach dieser Hinserie allerdings werden die White Sox nur noch einen feuchten Händedruck als Gegenwert erhalten - wenn überhaupt. Sein Batting Average liegt bei .190, seine 9 Homeruns sind weit entfernt von den 38 aus der Saison 2023. Natürlich besteht bei den Teams die Hoffnung, ihn in neuer Umgebung wieder zu altem Glanz zu verschaffen, aber sein Tradewert liegt erstmal im Keller.
MVP: SP Tarik Skubal, Detroit Tigers
Die Tigers sind das Team der Stunde und das liegt neben der breiten Offensive vor allem auch an Skubal, der auf seine letztjährige Cy-Young Saison nochmal einen draufgelegt hat. Er ist unangefochten der beste Pitcher den die MLB zurzeit zu bieten hat und ich freue mich schon, sein Temperament in der Postseason zu sehen.
Outlook: Diese Division scheint entschieden. Den Royals und Guardians fehlt es wie am Saisonanfang zu erwarten war an Offensive, die Twins sind der personifizierte Durchschnitt. Immerhin fehlen den White Sox nur noch 10 Siege, um ihre Bilanz aus dem Vorjahr zu verbessern.
AL WEST
Überraschung: Es ist vielleicht nur ein schwacher Trost wenn man auf Platz 4 der Division steht und keine Chance auf die Playoffs hat, aber: Dass die Los Angeles Angels fast bei .500 stehen, hätte ich so nicht erwartet. Die Free Agent Verpflichtung von Starter Yusei Kikuchi macht sich bisher bezahlt, dazu spielt der junge Shortstop Zach Neto eine bisher hervorragende Saison.
Enttäuschung: Die Texas Rangers waren für mich der Favorit in dieser Division und ein World Series Contender. Obwohl sie die wenigsten Runs in der MLB kassieren und Jacob deGrom (2.32 ERA) sowie Nathan Eovaldi (1.58 ERA) dominieren, bleiben Sie in der Offensive blass, auch weil die Neuverpflichtungen Joc Pederson und Jake Burger bisher noch gar nicht zünden.
Breakout Player: SS Jacob Wilson, Athletics
Auch wenn die A’s standesgemäß den letzten Platz belegen, so haben sie zurzeit einen der besten, wenn nicht sogar den besten Kern an jungen Spielern in ihrem Major League Team. Einer davon ist Jacob Wilson, der in seiner ersten vollen Saison nicht nur verdienter AllStar geworden ist, sondern auch klarer Favorit auf den Rookie des Jahres ist. Er zeigt eine bemerkenswerte Disziplin am Schlag, geht so gut wie nie Strikeout und ist ein König des Kontakts. Sein Batting Average beträgt .332, keiner kommt häufiger auf Base bei den Athletics als er. Dieses Spielerprofil wurde ihm zwar schon in den Minor Leagues vorhergesagt, aber überraschenderweise kommt dieses Jahr auch die ausreichende Power hinzu, um ihn wertvoll zu machen. Klar, er wird nie ein Power Slugger werden, aber er trifft die Bälle hart und 9 Homeruns sowie 17 Doubles in einer halben Saison sind gut genug, um aus einem One Tool Player einen wirklich wertvollen Spieler für ein aufstrebendes A’s Team zu machen. Sein Batspeed ist dabei am unteren Ende der Skala zu finden, aber dafür schafft er es wie kaum ein Zweiter, Bälle genau auf dem Sweet Spot des Schlägers zu treffen.
Breakdown Player: 1B Christian Walker, Houston Astros
Nach mehreren starken Jahren bei den Diamondbacks verpflichteten die Astros Walker in der Offseason für 3 Jahre und $60m. Bisher hat sich diese Investition noch gar nicht gelohnt. Sein OPS+ liegt bei für 1st Baseman unterirdischen 83, seine überragende Defense vergaß er scheinbar in Arizona. Umso spannender wird es sein, falls er die Kurve bekommt und dieses ohnehin starke Astros Team einen weiteren Leistungsträger dazu bekommt.
MVP: C Cal Raleigh, Seattle Mariners
Wenn es einen Spieler gibt, der mit Aaron Judge im MVP Rennen mithalten kann, dann ist es Cal Raleigh. Zwar ist sein Batting Average um fast 100 Punkte schlechter, aber wen interessiert das schon, wenn man mit 38 Homeruns und 82 RBI die Liga anführt und dazu noch mit guter Defense auf einer wichtigen Position überzeugt? Zudem darf er sich seit gestern Home Run Derby Champion 2025 nennen, der erste Catcher der diesen Wettbewerb bei den AllStar Festivitäten gewinnen konnte.
Outlook: 8.5 Siege Vorsprung sind ein Brett, aber ich habe die Rangers noch nicht aufgegeben. Mit guten Trades an der Deadline können Sie diese Saison noch retten und in das Playoff Rennen eingreifen. Eovaldi und deGrom in den Playoffs wären ein Traum. Die Astros sind stärker als erwartet, aber man muss bei ihnen fast davon ausgehen, dass sie diese Leistung auch bis zum Ende durchbringen. Bei Seattle ist dieses Jahr tatsächlich mal nicht die Offensive Schuld, sondern das im Vergleich zum Vorjahr schwächere Pitching. Ich denke Houston wird die Division gewinnen, die Rangers kommen in die Wild Card, Seattle guckt am Ende in die Röhre. Los Angeles wird mit den Playoffs nichts zu tun haben und sich eher den A’s als den Rangers annähern.
NL EAST
Überraschung: Die Fische auf Platz 3? Damit war nicht zu rechnen. GMs und Experten hatten Schwierigkeiten vor der Saison auch nur drei Spieler im Lineup der Marlins zu nennen. 44-51 ist sicher auch kein Record für den man sich auf die Schulter klopfen sollte, aber es ist um Welten besser als das, was vor der Saison zu befürchten war.
Enttäuschung: Für eine Franchise die den nächsten Schritt im Rebuild einläuten wollte stehen die Nationals sehr schlecht da, aber keiner schlägt hier die Atlanta Braves, welche 11 Spiele unter .500 stehen. Das Outfield ist mit Ausnahme von Ronald Acuna Jr. ein Trauerspiel, Spencer Strider noch lange nicht wieder der Alte und Leistungsträger wie Austin Riley oder Ozzie Albies spielen unter ihrem Potential. Etwas Pech war auch dabei: Der Record in 1-Run Games steht bei 13-24 und die Rundifferenz ist sogar leicht im Positiven.
Breakout Player: LF James Wood, Washington Nationals
Wood war einer der zahlreichen Spieler, die 2022 im Gegenzug für Juan Soto nach Washington kamen. Mittlerweile kristallisiert sich heraus, dass die Nationals mit diesem Trade alles richtig gemacht haben. In einer von Tristesse geprägten Mannschaft stechen genau drei Spieler heraus: Shortstop CJ Abrams, Starter McKenzie Gore und nun eben auch James Wood – alle drei Spieler kamen im Soto Trade an den Anacostia River. Wood legte in der ersten Halbserie 24 Homeruns auf, zwar auch mit 116 Strikeouts, aber die Nats haben in den 201cm großen Outfielder nach Bryce Harper und Juan Soto ihren nächsten Franchise Player gefunden.
Breakdown Player: SP Sandy Alcantara, Miami Marlins
Alcantara teilt sich das exakt gleiche Schicksal mit Luis Robert Jr. von den White Sox. Als letzter verbliebender Leistungsträgers eines Rebuilding Teams war er eine heiße Aktie für den Trade Markt, aber die Marlins entschieden sich dazu, ihn noch nicht in der Offseason zu traden, sondern mit ihm in die Saison zu gehen. Nach derzeitigem Stand die falsche Entscheidung: Ein Jahr nach einer Tommy John Operation liegt sein ERA bei schwindelerregenden 7.22. Es bleibt abzuwarten, ob die Teams mit Hinblick auf die Deadline für ihn ins Risiko gehen werden.
MVP: SP Zack Wheeler, Philadelphia Phillies
In dieser Division gibt es keinen Clear Cut MVP, aber das beste Teams sind die Phillies und ihr bester Mann auf dem Mound ist wieder einmal Zack Wheeler, der mit seinen 35 Jahren weiter seinen dominanten, unaufgeregten Stiefel herunterspielt. 2.36 ERA, ligabeste 154 Strikeouts, es ist mehr als beeindruckend wie konstant er Jahr für Jahr auch in seinen 30ern abliefert und dabei immer verletzungsfrei bleibt. Noch zwei weitere Jahre auf diesem Niveau und die Hall of Fame klopft an.
Outlook: Die Mets und Phillies werden diese Division unter sich ausmachen, mein Gefühl sagt mir, dass Philadelphia am Ende die Nase vorn haben wird. Atlanta wird sich irgendwo auf .500 vorarbeiten, aber die Playoffs in der starken NL am Ende verpassen. Die Nats überholen die Marlins noch für Platz 4 in der Division.
NL CENTRAL
Überraschung: Die Cardinals hätte ich nicht so gut erwartet, aber die wirkliche Überraschung sind die Milwaukee Brewers, die nur ein Spiel hinter den Cubs liegen. Das magische Pitching Labor der Brew Crew hat wieder einmal aus ein paar No-Names wie Chad Patrick, Quinn Priester oder Jacob Misiorowski veritable Starter gemacht. Neu in Wisconsin ist aber, dass auch die Offensive funktioniert. 8 der 9 Starter haben ein OPS+ von über 100, selbst der von den White Sox entlassene Andrew Vaughn kommt zu den Brewers und liefert mehrere game winning Hits. In dieser Verfassung hat Milwaukee das Zeug, um ordentlich Lärm in den Playoffs zu machen, sollten sie diese erreichen.
Enttäuschung: Was soll man noch sagen, es sind wieder einmal die Pirates. Die Offensive ist miserabel, da hilft auch kein Paul Skenes mehr. Der nächste Rebuilding Zyklus zeichnet sich am Horizont ab.
Breakout Player: CF Pete Crow-Armstrong, Chicago Cubs
Das Potential zum besten defensiven Center Fielder in der MLB war bei PCA schon früh zu erkennen. Das Potential seines Bats hingegen war stets umstritten. Dieses Jahr wissen wir: Es ist ähnlich hoch, wie das seiner Defensive. 25 Homeruns, ein OPS+ von 140 und ein Wins Above Replacement Wert von 5.2 – Ligaspitze. Crow-Armstrong macht in diesem Jahr den Sprung zum Superstar sowie Franchise Player in Chicago und ist nebenbei auch einer der spektakulärsten Spieler auf dem Feld.
Breakdown Player: RF Bryan Reynolds, Pittsburgh Pirates
Die Buccos sind wirklich nicht gesegnet mit talentierten Offensivspielern, wenn dann auch noch einer der wenigen guten davon ein richtiges Katastrophenjahr hat, ist der Schaden umso höher. Und wenn das dann auch noch der Spieler ist, den diese äußerst sparsame Franchise für 8 Jahre und $106m verlängert hat, kann man sich das Schwitzen auf der Stirn von GM Ben Cherington bildlich vorstellen.
MVP: SP Paul Skenes, Pittsburgh Pirates
Pete Crow-Armstrong ist schon der Breakout Spieler in dieser Division, also muss es jemand anderes als PCA sein. Und auch wenn die Piraten ein trauriges Dasein am Ende der Division führen, so liegt dies gewiss nicht an Paul Skenes, der in seinem zweiten Profijahr zum zweiten Mal der Starting Pitcher des Allstar Games ist. Schade, dass wir ihn in naher Zukunft nicht in den Playoffs sehen werden
Outlook: Ich denke die Cubs werden diese Division am Ende relativ klar gewinnen. Dahinter haben sich die Brewers in eine gute Ausgangslage für die Wild Card gebracht. Die Cardinals werden noch von den Reds überholt, beide Teams verpassen am Ende die Postseason.
NL WEST
Überraschung: Eine richtig starke erste Saisonhälfte inklusive Trade für Rafael Devers macht diese Wahl relativ einfach: Die San Francisco Giants sind voll im Rennen um die Playoffs. Das liegt aber sicher auch an der Enttäuschung…
Enttäuschung: denn das sind die Arizona Diamondbacks, denen ich dieses Jahr den Durchbruch zum legitimen Contender zugetraut hätte. Stattdessen verabschiedete sich Neuverpflichtung Corbin Burnes mit Tommy John Surgery für die Saison, ein Verlust den die Rotation bisher nicht auffangen konnte. Immerhin kriegt man etwas geboten bei den DBacks, kaum ein Team bietet derartig viel Unterhaltungspotential, sei es aufgrund großer Comebacks oder noch größerer Meltdowns.
Breakout Player: CF Andy Pages, Los Angeles Dodgers
Die Dodgers wären nicht die erfolgreichste Franchise der letzten 10 Jahre, wenn sie neben ihrer finanziellen Macht nicht auch eine verdammt gute Talentschmiede wären. Schaut man sich dieses Jahr eine Spielzusammenfassung der Dodgers an, sind es seltener die alten Veteranen wie Mookie Betts oder Freddie Freeman, die zu sehen sind. Stattdessen ist es immer wieder Andy Pages, der die entscheidenden Aktionen zum Sieg beisteuert und damit ein ansonsten sehr großes Loch im LA Outfield stopft.
Breakdown Player: SS Mookie Betts, Los Angeles Dodgers
Mookie ist dieses Jahr kein AllStar. Das letzte Mal, als das passierte, befanden wir uns im Jahr 2015 (Corona-Saison ausgenommen). Das liegt zum einen daran, dass er dieses Jahr aus dem Right Field zum Vollzeit Shortstop umfunktioniert wurde. Das liegt auch daran, dass sein offensiver Output dieses Jahr extrem zurückgegangen ist, in vielen Kategorien stehen deutliche Karriere Negativwerte zu Buche. Das wiederrum kann auch mit einem Virus zusammenhängen, den er sich kurz vor Saisonstart holte und daraufhin über 10 Kilogramm Körpergewicht verlor.
MVP: C Will Smith, Los Angeles Dodgers
Dreimal Dodgers, das ist vielleicht langweilig, aber diese Division bietet nicht die ganz großen Ausschläge nach Oben oder Unten um sich zwangsweise für andere Spieler zu entscheiden. Natürlich legt auch Ohtani wieder überragende Zahlen auf und führt die National League mit 32 Homeruns an. In der zweiten Saisonhälfte wird er auch wieder vermehrt pitchen und dann ist ihm dieser Titel wieder einmal nicht zu nehmen, aber für den Moment gehört Will Smith das Spotlight. Sein .323 Batting Average und .425 On Base Percentage sind Bestwert in der National League und kommen sehr überraschend. Smith war seine gesamte Karriere über ein guter Schlagmann, aber stets „nur“ als Anführer der zweiten Reihe hinter den Starspielern in Los Angeles. Dieses Jahr ist er einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg der Dodgers, weil er bessere Schwungentscheidungen trifft, dadurch mehr Walks zieht und die Bälle nach denen er schwingt besser trifft.
Outlook: Den Vorsprung von „nur“ 5.5 Spielen der Dodgers hätte ich zu diesem Zeitpunkt der Saison größer eingeschätzt, aber sowohl San Francisco, als auch San Diego spielen starken Baseball. Dennoch sollte LA diese Division problemlos gewinnen. Dahinter kann man davon ausgehen, dass die Giants an der Trade Deadline All-In gehen werden – ich habe dennoch bei den Padres ein besseres Gefühl und tippe, dass San Diego als einziges Team in dieser Division per Wildcard die Playoffs erreicht. Achja, auch die Rockies spielen noch um Titel: Im Rennen um die Auszeichnung als schlechteste Mannschaft der modernen Ära sind sie noch voll dabei.