Ich möchte dich damit jetzt in keinster Weise von deiner ursprünglichen Entscheidungsfindung abbringen, sondern vielmehr eine weitere Option aufzeigen.
Bei Kaffeevollautomaten gibt es einen sehr großen Markt an generalüberholten Geräten mit Gewährleistung. Deshalb würde ich mich nicht mal unbedingt auf Einsteigergeräte in niedrigeren Preisklassen einschießen. Vielmehr würde ich alle Wünsche, die ich an so ein Teil habe, mal aufschreiben und schauen, welches moderne Gerät das alles von a bis z erfüllt. In den meisten Fällen gibt es zum Beispiel mehrere Vorgängermodelle mit nahezu identischen Features. Die bekommt man generalüberholt oftmals für wirklich schmale Kurse.
Als weiteren wichtigen Punkt würde ich die Reparier- bzw. Wartbarkeit der Maschine mit aufnehmen. Denn Brühgruppen, Mahlwerke usw. unterliegen Verschleiß. Ein guter Anhalt, ob das Modell der Wahl auch ordentlich reparierbar ist, ist www.komtra.de. Solltest du hier keine Ersatzteile für die fragliche Maschine finden, ist das kein gutes Zeichen.
Und das allerwichtigste für meine Kaufentscheidung war damals: Probetrinken! Es gibt einfach Vollautomaten, die kriegen keinen ordentlichen Kaffee hin. Zumindest nach meinem Dafürhalten. Meine Frau hat einmal nicht auf mich gehört und blind eine Melitta-Maschine im Netz gekauft. Die ist nach einem Kaffee wieder zurückgewandert. War für mich einfach nicht erträglich.
Da würde ich ganz klassisch bei ebay schauen. Gibt Shops, die machen das seit 15 Jahren, haben aber noch immer den klassischen early-2000’s ebay nickname vom Schlage elmo0815.
Also Gerät ausschauen, was du haben möchtest und dann bei ebay eingeben. Meist hat ein Händler eine konkrete Nische, zum Beispiel nur DeLonghi, oder nur bestimmte Jura-Modelle.
Generalüberholte Vollautomaten? Ich weiß nicht. Da sammelt sich schon viel Schmutz an - und Schimmel. Klar werden die Dinger vor Verkauf professionell gereinigt, aber ich würde meinen Kaffee nicht gerne aus so einer Maschine trinken wollen. Ist aber jedem selbst überlassen, vielleicht bin ich da etwas zu pingelig.
Seh ich auch so. Gebraucht ist sicher günstig, aber grundsätzlich ist Hygiene beim Vollautomat ein Thema.
Nach meiner Erfahrung haben die Bohnen den größten Einfluss auf den Geschmack. Bei guten Maschinen kann man auch die Brühtemperatur und Wassermenge einstellen und etwas experimentieren. Man muss aber keine Wissenschaft daraus machen. Ein Vollautomat soll vor allem bequem sein und annehmbaren Kaffee machen.
Selbst habe ich übrigens die Siemens EQ.6 plus s300 und bin sehr zufrieden. Kurz darauf haben die meine Eltern und Schwiegereltern auch geholt.
Bei zwei von drei Parteien ist der Kaffee gut, bei einer Partei einfach nur abartig heiß und wässrig (ICH BINS NICHT!). Siehe dazu auch:
Bin ja noch froh, dass Filtermaschine und French Presses hier funktionieren, bevor ich mich für irgendwas entscheiden werde.
Wie sieht es denn mit diesen Aussagen zur Wartung/Reinigung aus?
In manchen Testberichten ist das vielleicht das wichtigste Thema, dass die Reinigung sehr leicht ist - aber was bedeutet das genau?
Spare ich 20 Sekunden oder reden wir wirklich von einer halben Stunde pro Tag?
Meine jura spült immer fleißig selber mit Wasser. Wenn ich irgendwas mit Milch zubereite, verbinde ich einen Container mit Reinigungslösung (aufgelöste Tabletten) und starte das Programm. Einmal durchspülen, dann noch einmal mit Wasser. Dauert 2 Minuten, davon aktiv 10 Sekunden.
Wenn es schnell gehen muss, nehme ich die externe Milchschaumeinheit ab und spüle sie schnell im Waschbecken durch. Dauert 30 Sekunden und ich kann sehen, ob irgendwo Milchreste sind. Bei integrierten Milchschläuchen wäre ich skeptischer.
Alle paar Monate kommt noch die große Reinigung, dauert 30 Minuten, während derer man aber nur einmal zwischendurch aufs Knöpfchen drücken muss.
Alle paar Jahre steht die Revision an, da hab ich mal über die Schulter geschaut. Es wird alles komplett zerlegt, Schläuche erneuert, da muss man sich zumindest bei Jura keine Sorgen machen, ob das anschließend sauber ist.
Macht es denn Sinn, ein Modell zu wählen, bei dem man die Brühgruppe zwecks Reinigung herausnehmen kann?
Die Dinger sind super, doch ich verstehe nicht, warum die immer noch solche konservativen Dinger bauen. Trotz Display und jede Menge Schnickschnack sehe sie immer noch aus wie ach ich weiss gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Gleichzeitig ist die Jura von meinem Vater bestimmt über 20 Jahre alt. Alle paar Jahre im Service und hat wohl insgesamt eine sechsstellige Anzahl Kaffee hinter sich.
Wir hatten einen weissen Automaten von SMEG. Sah gut aus, Kaffee war prima. Die Brüheinheit liess ich herausnehmen, doch das hat jedes Mal so eine Sauerei gegeben, dass ich sie aus Frust verkauft habe.
Ich selbst hab auch eine generalüberholte Jura J9.3 hier stehen. Macht klasse Kaffee, ist leicht zu reinigen und wenn man doch mal die Brühgruppe ausbauen muss, ist das für den geneigten Heimwerker kein Hexenwerk.
Ich hatte damals bei besagtem elmo0815 auf ebay die Maschine gekauft und vor der ersten Nutzung zerlegt. Die sah innen aus wie neu. Es war wirklich alles picobello. Und wenn doch mal was dran ist, kosten die Ersatzteile nicht die Welt. Selbst der Full-Service bei Jura ist nicht extrem teuer. Die überholen dir alle Innereien für unter 300 Euro.
Unsere Maschine hat jetzt ca. 50.000 Bezüge auf dem Tacho und ich mag sie nicht missen.
…ich frage mich ja immer, ob ich als dejo-esker Potttrinker den Unterschied schmecke, zwischen einem Cappucino aus einer 400 Euro oder 1.600 Euro Maschine
Ich sag mal so, jura hat sie fest verbaut, wir halten uns brav an Reinigungs- und Pflegeintervalle und hatten nie Hygieneprobleme.
Mit herausnehmbarer Brühgruppe hat man natürlich mehr Kontrolle, aber das Problem ist wohl folgendes: Die Gruppen sind so konstruiert, dass man sie regelmäßig rausnehmen MUSS, um sie vernünftig zu reinigen. Das machen aber viele nicht, und dann wird es eklig.
Jura ist angeblich so konstruiert, dass es ohne geht, wenn man regelmäßig reinigt. Ich kann es nicht im Detail beurteilen, für uns funktioniert es gut.
Ich hab die Jura Maschine meiner Eltern mehrmals auseinandergenommen. Die haben sich immer an die angezeigten Reinigungszyklen gehalten und die Maschine sah im Innern aus wie geleckt.
Elektronik, Brühgruppe und Wasserbehälter haben eigene, abgetrennte Bereiche, die nicht gegenseitig verunreinigt werden können. An keinem Ort war Pulver, wo keines sein sollte, von Schimmel nicht die geringste Spur. Alles mit fast 20 Jahren im Einsatz.
Das finde ich auch besser, denn bei unserer Maschine war jeweils die halbe Küche voller Pulver. Nutzt du da auch so einen Wasserfilter im Tank von Jura? Die Dinger sind doch ziemlich teuer, oder nicht? Vielleicht bringen sie dann doch noch einmal ein kleines Modell, das uns auch optisch gefällt. Ich war gerade auf deren Seite und das ist für mich nach wie vor alles nicht schön. Und das Teil steht dann mitten in der Küche. Am Ende ist das immer ein Kasten, doch das müsste doch auch etwas schöner möglich sein. Ich glaube ja, dass Designer für Vollautomaten und für Autos dieselben Kurse besuchen.
Deswegen sag ich ja: Geh mal im Media Markt oder so ner Bude probetrinken.
Bei mir ist das gefühlt so: In die Jura kannst du nahezu jede Bohne schütten, der Kaffee schmeckt immer. Bei der Siemens im Büro damals konntest du zwar größere Unterschiede zwischen den Bohnen herausschmecken, aber der Kaffee war nie wirklich gut
Und was das_f und Martyr zur Jura-Hygiene schreiben, habe ich so bei meiner J9 auch festgestellt. Mir ist mal nach einigen Jahren die Brühgruppe undicht geworden. Habe dann das zweite Mal die Maschine zerlegt und es war alles top in Ordnung. Ich mache den Reinigungszyklus meist am Sonntagmorgen (also weit vor dem Zyklus, den die Maschine vorschlägt) aber die Entkalkung immer nach Anzeige.
Die Jura Maschinen kosten im Verhältnis wirklich viel Geld und können dafür erstaunlich schlecht Espresso machen, aber Cappuccino und Latte Macchiato sind lt. Frau und Gästen super, der reguläre Kaffee ebenso.
Ich habe noch nie einen Espresso aus einem Vollautomaten getrunken, der so gut schmeckt wie aus einer einfachen Bisletti geschweige denn Siebträgermaschine. Vollautomaten verstehe ich in der Gastro, wenn eine Gruppe von 20 Leuten zeitgleich 20 mal einen Cappuccino wollen und das Ganze keine ganze Stunde dauern soll. Aber sonst?
In einer Gastro wird doch so gut wie immer eine Siebträger genutzt. Fände ich auch ziemlich komisch, wenn ich dort einen Vollautomaten Kaffee vorgesetzt bekäme.
Bis ein Vollautomat einen Cappuccino zubereitet hat, dauert ganz schön lang. Da ist man mit ner Zweikreiser doch deutlich schneller.