I was today years old... - Der Thread für Spätzünder

Heute lernte ich, dass El-Hadji Diouf bei der WM 2002 kein einziges Tor für Senegal geschossen hat. Ich bin wohl einem Mandela-Effekt aufgesessen, denn ich war mir sicher, dass er einige Male bei der WM genetzt hatte. Nach dem Turnier wechselte er dann ja auch zum FC Liverpool. Da waren wohl die blond gefärbten Haare so auffällig, dass ich ihm einfach ein paar Tore zugeschrieben habe.

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Diouf ist einer meiner größten Scouting Erfolge meines Lebens. Ich weiß noch, wie ich vor dem Eröffnungsspiel bei der WM meinem Bruder und meinem Vater von Diouf vorgeschwärmt habe, weil ich ihn davor im Winter beim Afrika Cup gesehen habe. Ich habe das Potenzial mit meinen 15 Jahren sofort erkannt und wurde von meiner Familie dafür nur belächelt.

Um so größer bin ich nach dem Eröffnungsspiel durch die Wohnung gelaufen, nachdem Diouf ein überragendes Spiel gemacht hat und das 1:0 sehenswert vorbereitet hatte. :mourinho2:

Getoppt wurde das vermutlich nur noch davon, dass ich mit meinem Bruder von Marcelo vorgeschwärmt habe, als ich ihn bei der U17 WM gesehen habe.

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Hach, das kenne ich gut.

Jahrelang die Eredivisie und zeitweise auch die belgische Jupiler League intensiv verfolgt und so etliche Jungs schon „weiterempfohlen“. Sei es der rot-blonde Kevin de Bruyne beim KRC Genk, Dries Mertens aus der zweiten Liga oder

Ebenso wusste ich schon vorher, dass das mit Afonso Alves, Matthew Amoah oder Roy Beerens woanders nichts großes werden wird.

Schade, dass Afellay und Strootman körperlich so anfällig waren, die hatten auch noch einiges im Tank :slight_smile:

Heute lernte ich, dass bei der EM 1988 (West-)Berlin kein Austragungsort war:

Aufgrund der unterschiedlichen Auffassungen über die Zugehörigkeit West-Berlins zur Bundesrepublik Deutschland wurde vom DFB bereits frühzeitig auf die Austragung von Spielen in Berlin verzichtet und so eine Zustimmung der Ostblock-Verbände für die deutsche EM-Bewerbung erleichtert. Das Organisationskomitee der UEFA hatte der BRD eine Empfehlung als EM-Gastgeber nur unter der Bedingung ausgestellt, dass nicht in Berlin gespielt wird. Dafür gab es Anfang April 1988 im Berliner Olympiastadion ein Vier-Länder-Turnier mit den Nationalmannschaften der BRD, der UdSSR, Argentiniens und Schwedens. Des Weiteren sagte der DFB Berlin als Ausgleich die Austragung der mindestens fünf nächsten DFB-Pokal-Endspiele zu. Der Verzicht auf Berlin als EM-Spielort schlug politisch Wellen: Bundeskanzler Helmut Kohl stellte die Frage, „ob eine Europameisterschaft diesen Preis wert“ sei, auch in Hinblick auf die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 1989 wurde das Thema von Parteien aufgegriffen. DFB-Präsident Hermann Neuberger geriet wegen des Berlin-Verzichts in die Kritik.

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I was today years old, als ich gelernt habe, dass Elijah Woods erste Filmrolle in Zurück in die Zukunft II war.

:exploding_head:

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Das wurde dir doch per short in deinen YouTube algorithmus gespült! Bei mir war es zumindest so vor ein paar Tagen.

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Das „woran hat‘s gelegen“ Video war gespielt und das war ein Schauspieler.

Spätzünder, aber mal anders.

Die Deutschen ziehen im Schnitt mit 24.1 Jahren aus dem Hotel Mama aus. EU-Schnitt ist 26.3 Jahre, in Italien und Spanien sind es 30.3 Jahre, in der Slowakei sogar 30.9. Finnland lässt die Küken im Schnitt mit 21.3 Jahren aus dem Haus.

Das kommt mir alles heftig spät vor.

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Mit 17 zu meiner Freundin und ihrer Mutter gezogen. Mit 20 in eigene Bude mit ihr….Nesthockende Schmarotzer allesamt!

Mit der Mutter? :marty:

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Für mich klingt 24 eigentlich ziemlich … erwartet?

Ich weiß gar nicht mehr, wann genau ich ausgezogen bin, aber es wird auch so um den Punkt gewesen sein.
Abi mit Extrarunden, Ausbildung, Zivi, Studium … ich war sehr froh, dass meine Ma mich lange zuhause ertragen hat und ich in der Zeit auch selbst einfach die Möglichkeit hatte finanzielle Mittel für eine eigene Wohnung aufzubauen bzw. mich ohne finanziellen Druck mit den staatlichen Stellen für Wohngeld, Bafög, etc. auseinander setzen konnte.

Klar, ist sicherlich nicht das Durchschnittsszenario, aber grundsätzlich muss man sich einen Auszug bzw. eine Wohnung auch erstmal leisten können bzw. manchmal ist es doch wirklich smarter erstmal für eine gewisse Zeit noch nicht auszuziehen.

Ich kann mir vorstellen, dass es in solchen „Vorbildsländern“ aus Skandinavien oder dem Baltikum durchaus bessere staatliche Organisation und Hilfen an diesen Stellen im Leben gibt. Ebenso gibt es ja auch unterschiedliche Familienbilder, die auch das tägliche Zusammenleben prägen - die Umfragewerte spiegeln ja schon ein gewisses italienisches Klischee wider.

Vielmehr frage ich mich auch, was denn im Umkehrschluss ein erwarteter Wert wäre, @Fry ? :slight_smile:

Klar, im ersten Moment dachte ich auch, dass „Mitte Zwanzig“ irgendwie nach „Mitten im Leben“ klingt - aber ehrlicherweise hat man sich da doch frühestens so richtig selbst gefunden …?

So oder so aber mal interessante Werte.

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Ja, mhh, gute Frage. Ich hatte damals schon zum Zivi mein eigenes Zimmer, da das von der Einrichtung gestellt wurde. Das ist sicherlich nicht Standard, das weiß ich. Im Studium war ich dann so weit weg von Zuhause, dass das gar nicht anders möglich war. Gut, einige Kommilitonen (vor allem die, deren Eltern in der Nähe gewohnt haben) haben auch da noch zuhause gewohnt, aber gefühlt war das die Minderheit.

Bei Freunden, die eine klassische Ausbildung gemacht haben, siehts in der Tat etwas anders aus. Die haben im Schnitt länger zuhause gewohnt, waren allerdings auch mit 22/23 (?) alle raus aus Hotel Mama.

Was ich mich übrigens Frage: wie werden überhaupt Mehrgenerationenhaushalte gehandhabt in der Studie? Ziehen da die Kinder nie aus, auch, wenn sie vielleicht eine eigene Wohneinheit im Haus haben?

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Ich finde es auch “relativ” spæt. Bin je nach dem wie man rechnet mit 19 oder 21 ausgezogen (kam nach dem FSJ nochmal fuer ein Jahr zurueck, bevor es dann endgueltig weg ging). Allerdings war das auch nicht Hotel Mama, sondern WG mit Papa. Miete und Essen gespart, aber sonst musste ich auch schon vorher kochen, putzen und Wæsche waschen selber erledigen.

Aber eben. Ausziehen muss man sich halt auch leisten kønnen. Und nicht alle sind priviligiert und machen FSJ, studieren anderswo oder æhnliches. Dass die Zahlen in Suedeuropa viel spæter sind war mir auch bewusst, das hat ja auch mit Arbeitsmarkt und so zu tun, aber eben auch mit familiærem Zusammenhalt, der anders gelebt wird.

Hier in Norwegen ziehen die meisten fruerher aus, hier gibt es auch gute Baføg-Regelungen usw., aber hier wird auch sehr viel Wert auf finanzielle Unabhængigkeit und “auf eigenen Beinen stehen” gelegt. Zudem “soll” man in Norwegen seinen eigenen Wohnraum besitzen und alle versuchen, so frueh wie møglich eine eigene Wohnung (natuerlich auf Kredit) zu kaufen, um sich dann spæter im Markt “hochkaufen” zu kønnen. Aus meiner Sicht komisches System, bei allem Wohlstand hat Norwegen dadurch mit die høchste Privatverschuldungsquote ueberhaupt.

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Ich bin damals mit 23 ausgezogen.
Vorher war das mit Schule, Ehrenrunde :4: und FSJ weder auf Grund von Distanzen nötig, noch finanziell möglich, noch gewollt. Dann hatte ich mit 21 angefangen zu studieren und zwei Semester lang gependelt, bis mir das dann doch zu doof wurde. Und bis ich mit meinem damaligen Mitbewohner dann was passendes gefunden hatte, war ich 23.

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Abi mit 19, Zivildienst von zuhause aus, 1. Studium von zuhause aus mit 45km Strecke und nach 3 Semestern gegangen worden, halbes Jahr Zeitarbeit in einer Fabrikhalle, 2. Studium dann dual, wo ich alle 6 Monate bei den Eltern war, bis ich meinen Bachelor hatte, demnach erst mit 25 offiziell raus.

Ja, das Modell Schule-Ausbildung-Studium wäre für mich und meinen Mindset der richtige Weg gewesen, aber hinterher ist man immer schlauer.

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Das. Es ist so schlimm, dass Menschen so grundlegende Entscheidungen für den Rest ihres Lebens in einem Alter treffen müssen, in dem sie im Regelfall noch weit davon entfernt sind, ein vernünftiger Mensch zu sein. Ich bin da selbst Paradebeispiel:

Schule bis Mittl. Reife (zwei Klassen wiederholt), Abi an weiterführender Schule nicht geschafft weil einfach überhaupt keine Disziplin gehabt, horrende Fehlzeiten, etc. Mit 19 halbes Jahr Ausland, als komplett anderer Mensch zurück gekommen. Direkt im Anschluss ne Ausbildung gemacht, kurz vor Ende der Ausbildung mit 21 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zu Hause ausgezogen nach einem, ich nenne es mal familiären Zwischenfall. Nach der Ausbildung Abi nachgemacht und ein Studium gestartet. Da ist die Streak dann zwar geendet, weil ich mich ein bisschen fürs falsche Studium entschieden habe und nicht mehr den Mumm hatte, nochmal was anderes von Null zu starten, aber der Weg seitdem ist durchaus in Ordnung. Wäre deutlich mehr drin gewesen wenn ich zwischen 15 und 19 nicht so ein völlig unzurechnungsfähiger Vollidiot gewesen wäre (und evtl. auch bisl mehr Support und Orientierung gehabt hätte aber das ist ne andere Story).

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Es ist niemals zu früh und selten zu spät. Ein Zitat von Alf von Melmac.

Entscheidungen für den Rest des Lebens ist heute doch anders als bei uns und den vorherigen Generationen. Eine Ausbildung abbrechen wäre bei mir ein Weltuntergang gewesen. Du machst die Ausbildung zu Ende, damit du was hast.

Heute probieren junge Menschen viel aus, brechen Dinge ab und starten neu. Ich finde das gut, auch wenn das finanziell schwierig ist, erst Recht, wenn die bereits alleine oder in einer WG wohnen. Diesen Mut gab es bei uns damals nicht, weil wir wohl zu viel Angst vor den Konsequenzen hatten.

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Also ich hätte Zeit für die ganze Geschichte :popcorn:

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Das heißt du hast noch nicht Feierabend.

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