Es ist nicht nur Windschatten.
Dazu kommen so Sachen wie dass die Helfer dann das Tempo des Feldes kontrollieren können, eventuelle Attacken abfangen ohne dass der Captain sie selbst im Wind kontern muss, oder ihn auch mit verpflegen wenn denn nötig.
Drei Aspekte:
- Die Helfer können genau so fahren, wie es dem Kapitän gerade passt und nützt. Vielleicht hat er/sie gerade eine Schwächephase, vielleicht hat er jetzt gerade einen Schub und will attackieren. Pogacar hingegen war gezwungen, das Visma-Tempo mitzufahren
- Der Kapitän muss nicht im Wind fahren, was bei den Geschwindigkeiten wichtig ist. Beispiel Ventoux gestern, da ist oben alles kahl und deswegen windig. Jonas Vingegaard musste attackieren und deswegen vorneweg fahren. Erst Kuss, dann Campenaerts haben sich komplett verausgabt, um ein hohes Tempo zu drücken, ohne dass Vingegaard selber im Wind fahren musste. Sonst hätte ja die ganze Zeit Pogacar von Vingegaards Windschatten profitiert, so hatten beide zumindest teilweise den Vorteil
- Verpflegung und der mentale Vorteil, dass man einfach einem Rad folgen kann.
Natürlich ist es alles hinfällig, wenn man drückend überlegen ist und jedes Tempo mitfahren kann. ![]()
„Quäl dich du Sau!“ rufen ![]()
Man kann natürlich auch 70km vor dem Ziel schon nur noch zu 2. sein…
Ach ne, Vingegaard hatte ja noch jemanden vorne drin.
Ziemlich dumme Taktik da heute von Lipowitz/Bora. Völlig unnötig wie die da nochmal Platz 3 riskieren.
Quatsch. Ist doch super, dass Lipowitz was probiert hat statt rum zu lungern und „nur“ abzusichern.
Für Onley ists halt mehr als perfekt gelaufen, dass er einfach immer in der komplett richtigen Gruppe saß, gezogen wurde und sich quasi noch ausruhen konnte, sodass er am Ende sogar noch an Pogacar dran bleiben konnte.
Bei anderem Rennverlauf hätte er heute 3 Minuten kassiert.
Klar. Unnötig Körner verballert nur um am Ende dann sogar auch noch völlig ohne Not fast den gesamten Vorsprung auf Onley zu verlieren. Falls die deswegen morgen den Podiumsplatz und das weiße Trikot verlieren bin ich gespannt, ob du das dann immer noch „super“ findest.
Mal schauen wie Lipowitz das wegsteckt, morgen wird ja auch nochmal hart.
Ich finde es eher bemerkenswert und unnötig, dass sie Roglic nicht angewiesen haben, nach dem Col de la Madeleine Lipowitz wieder ans Feld ranzuführen. So musste er die Minute solo schließen, was sicher Körner gekostet hat.
Die Attacke am Ende, nun ja, kann man diskutieren, ob man in der brutalsten Etappe attackieren muss, wenn man kaum was zu gewinnen und viel zu verlieren hat.
Das ist mir egal ob Lipowitz am Ende als fünfter in Paris ankommt. Ich finds halt toll, dass er das gemacht hat. Vor zwei Wochen hätte das jeder mit Kusshand genommen.
Es sprach doch nach dem Madeleine gar nix dafür, dass Onley am Ende mit Pogacar so mitfahren kann. Was hätte man denn gesagt wenn Lipowitz im Tal mit der Favoriten-Gruppe stehengeblieben wäre um seine 2:30 auf Onley zu verbummeln? Dann hätte er genauso am Ende abplatzen können… Glaskugel hat halt keiner.
Aber ja, Bora hätte auch einfach noch einen Bergfahrer mitnehmen können statt Sprinter, Klassikerfahrer und den momentan halbgaren Vlasov. Oder Roglic degradieren, eventuell ist das aber innerhalb eines Teams auch nicht so einfach wie Florian Naß sich das vorstellt.
Daher finde ich es total gut, dass Lipowirtz offensiver fährt. Und dass das Team ihn überhaupt so viele Freiheiten gibt. Wahrscheinlich bin ich noch zu geschädigt von den Ineos-Jahren.
Lipowirtz
Hihi. Lustiger Versprecher, vor allem weil Wirtz und Lipo den gleichen Vornamen haben.
Und Remco erklärt sich gerade auf Instagram: er hat sich bei den Meisterschaften eine Rippe gebrochen, ne gute Woche später bei der Tour am Start gestanden und dort sogar noch eine Etappe gewonnen. Aufgegeben hat er, weil er sich dann auch noch eine Sinusitis eingefangen hat
Er war also im Prinzip einen großen Teil der Saison rekonvaleszent, wollte es erzwingen, aber irgendwann hat der Körper nein gesagt. Rennfahrer ey ![]()
Ich würde sagen, da wurde ganz klassisch Lehrgeld gezahlt. Gehört in so einem Alter dazu. Hoffen wir, dass es die restlichen Tage besser läuft und er Platt drei hält.
Dabei dürfte ihm entgegenkommen, dass ein signifikanter Teil inklusive einem Cat1-Anstieg der heutigen Etappe gestrichen wurde. Anscheinend gab es einen Ausbruch einer Hautkrankheit bei Kühen, die nun alle notgeschlachtet werden. Verständlich, dass die da kein Peloton vorbeischicken wollen.
Ich finde das ist kein Lehrgeld gewesen.
Während die zwei Kapitäne unten lieber auf ihre Helfer gewartet haben, weil die armen zwei ja sonst alles von vorne fahren müssen, hat Lipo angegriffen. Dass dann einer der schwierigsten Berge überhaupt kommt, da kann man auch mal Baden gehen. Aber den Versuch fand ich super.
Bleibt die Frage warum er und Roglic nicht gemeinsam gefahren sind. Da würde ich gerne mal Internas aus dem Team wissen. Das KANN nicht deren ernst gemeinte Taktik gewesen sein.
Zurück zu Pogacar und Vingegaard.
Für mich völlig unverständlich was die da im Tal gemacht haben. Hatten die selbst so Respekt/Angst vor dem langen Anstieg?
Würde auch dagegen halten, dass das Lehrgeld war. Das war (kalkulierte) offensive Fahrweise. Dazu passen auch die Interviews der sportlichen Leitung und Lipo selbst.
Lipowitz:
"The stage was super hard. I felt quite good and when I joined the group with Jonas [Vingegaard] and Tadej [Pogacar], they were looking at each other. I tried to pace myself but I ran out of energy on the final climb. Onley and Johannessen were strong. Tomorrow will be another day. I hope I can recover well and then we go again.
I gave my best today so I don’t think I can change anything. We have to see tomorrow. Primoz [Roglic] also showed that he was strong. We’ll make a plan for tomorrow and then we’ll see what happens."
Die Chance nochmal zur Spitze aufzuschließen war absolut da. Und wenn er sich gut fühlt: Why not? Hätte es geklappt wäre das super gewesen und evtl. der Etappensieg drin.
Onley hatte einfach saumäßig Glück, dass der Rennverlauf ihm übel in die Karten gespielt hat was so überhaupt nicht abzusehen war. Auf dem Madeleine war er ohne Helfer 1’30 hinter Lipowitz, hat auf der Abfahrt sogar noch mehr verloren. Hier nochmal die Situation kurz bevor Lipowitz attackiert hat.
In der Situation wusste anscheinend jeder, dass Pogacar und Co. noch 3:30 Minuten und mehr auf 15km(!) verbummeln (die Vauquelin-Gruppe kam ja am Ende auch noch zurück!) um dann „gemütlich“ und vor allem gleichmäßig den letzten Anstieg hochzufahren
Hinterher hinstellen und sagen „ja dies das wäre schlauer gewesen“ ist halt einfach. Ja, die Aktion war 50:50 und ist gescheitert. Und würde Bora sich eindeutig auf einen Fahrer festlegen dann hätte hätte Fahrradkette…
RBBH mit katastrophalen Entscheidungen! - Analyse-Ecke: Tour de France 2025 - Etappe 18
Wer 20 Minuten Zeit hat. Hier nochmal hervorragend auseinandergenommen.
Ich würde auch sagen, dass das kalkuliertes Risiko war. Lipos Tour ist jetzt schon viel besser als irgendwer bei Bora nach dem Giro gedacht hat. Warum es also nicht probieren. Und das Roglic nicht wartet: kann mir gut vorstellen, dass es intern hiess: lipo probiert es, und wenn er baden geht, versucht roglic evtl noch Onley anzugreifen und das Podium zu sichern.
Aber ganz ehrlich, schon Weihnachten weiss niemand mehr, wer dritter geworden ist…
Ich bin komplett bei euch, glaube wir haben nur eine verschiedene Definition von Lehrgeld.
Er fährt seine erste große Tour und ist gut platziert. Er ist ins Risiko gegangen. Da kann man gewinnen oder verlieren. Diesmal hat er verloren. Das wird für den Rest seiner Karriere immer als Erfahrung abgespeichert sein und damit ganz natürlich in zukünftigen Entscheidungen eine Rolle spielen.
Vielleicht würde er es sogar wieder so machen. Vielleicht auch nicht. Wir wissen es nicht.
Er hat sich nix vorzuwerfen und ich fand es super, dass er es probiert hat. Jetzt ist er um eine Erfahrung reicher.
Und ja, vom Team wurden sicher auch nicht nur positive Entscheidungen getroffen, ganz klar.
Ich würde sagen, dass die meisten Entacheidungen bei Bora in den letzten zwei Jahren nicht unbedingt Sternstunden waren…


