Gesellschaftsspiele - Der zweite Platz ist der erste Verlierer

Everdell ist ein tolles Spiel, was aber auch sehr von seiner Optik profitiert. Wir haben das Hauptspiel als Collectors Edition und die erste Erweiterung Pearlbrook hier.

Wenn ich das nur mit meiner Frau spiele, dann dauert das höchstens eine Stunde.
Vor einiger Zeit hatten wir das Grundspiel mal zu viert gespielt, bei denen das für die anderen beiden die erste Partie war. Da hat es dann locker 2 Stunden gedauert. Sind halt doch viele Sachen dabei, die auf den ersten Blick erstmal erklärungsbedürftig oder auf Grund der fehlenden Kartenkenntniss zunächst unklar sind.

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Vor kurzem hab ich ein episches Herr der Ringe Spiel vorgestellt, jetzt das entsprechend epische Spiel für das Star Wars Universum: Star Wars Rebellion

Dabei könnten die Spiele nicht unterschiedlicher sein: Anstelle der kooperativen Zusammenarbeit ist dies ein knallhartes, konfrontatives asymetrisches Zweipersonenduell, Imperium gegen Rebellion. Und vielleicht das beste Experten-Zweipersonenspiel auf dem Markt.

Da wäre zuerst die herausragende Ausstattung: Das Spiel kommt mit über 150 (!) originalgetreuen Miniaturen daher, vom Todesstern bis X-Wing, vom Stormtrooper bis Rebellenkämpfer ist einfach ALLES dabei (im Foto die Originalfarben weiß und grau, talentierte Maler können hier natürlich glücklich werden).

Da es erstmal ein Worker Placement Spiel ist hast du dann nahezu alle Charaktere der alten Star Wars Saga mit drin, die „Anführer“.

Und da es mit den Anführern darum geht, möglichst viele Planeten und Regionen einzunehmen, zu kontrollieren oder auf seine Seite zu ziehen hast du dann noch eine riesige Karte mit allen Planeten, auf dieser finden dann die Gefechte (mit Würfeln und Taktikkarten) statt.

Ansonsten will ich gar nicht zu sehr ins Detail gehen, denn es ist echt komplex. Aber im Grunde ist das Imperium natürlich übermächtig und versucht, den Rebellenunterschlupf zu finden und zu zerstören. Die Allianz muss geschickt agieren, sich verstecken und letztlich so viel Sympathisanten gewinnen (durch erfüllte Missionen), dass man das Spiel auf diesem Weg gewinnt.

Im Detail kann man dann so viel machen. In jedem System kann man Bodenkämpfe (auf dem Planeten) oder Weltraumschlachten mit den Raumschiffen initiieren. Man kann gegnerische Anführer gefangen nehmen oder befreien. Das Imperium kann versuchen mit Todessternen Planeten zu zerstören. Oder mit Spionagerobotern Planeten auskundschaften. Die Rebellen können ihre Basis verlegen. Oder spionieren. Oder die heimische Bevölkerung eines unterdrückten Systems aufwiegeln. Oder oder oder. Außerdem können beide Seiten auf den von ihnen eingenommenen Planeten neue Kampfeinheiten produzieren, auch hier muss man geschickt planen. Und natürlich immer wieder Anführer in Spezialmissionen schicken, die bei Erfolg zusätzliche Vorteile bringen.

Dazu gibt es Taktikkarten, Missionskarten, Forschungskarten und vieles mehr, am Anfang ist man etwas überfordert. Aber wenn man das Prinzip erstmal verstanden hat, dann läufts und es entstehen wirklich wahnsinnig spannende Duelle, die oft erst am Schluss entschieden werden. Aber das Imperium hatte auch schon mal nen Glückstreffer, mit dem Todesstern die Rebellenbasis ausgelöscht (obwohl sie nicht wissen konnten wo diese liegt) und schon ist es vorbei.

Nachteile: Es dauert echt lange. Am Anfang haben wir mit Aufbau bestimmt 4 Stunden gebraucht, 3 dauert es später trotzdem noch. Wenn man die Kartentexte kennt geht es schneller, da muss man sich erst reinlesen. Und natürlich ist der Preis bei dieser Ausstattung höher, unter 100€ bekommt man die deutsche Ausgabe selten.

Zu empfehlen ist auf jeden Fall noch die Erweiterung „Aufstieg des Imperiums“. Vor allem da die Kämpfe damit noch spannender werden. Außerdem bekommt man neue Miniaturen, Strategiekarten und Anführer, die sogar zum Teil aus der Andor Serie sind. Ich würde es nicht mehr ohne diese spielen.

Für Star Wars Fans der alten Schule ein No Brainer. Muss man haben. Mehr Fanservice geht nicht. Für Fans komplexer Strategiespiele ebenfalls. Oder konfrontativer Zweipersonenspiele. Zurecht seit Jahren in den Top 10 bei BGG. Und mit der Erweiterung noch besser.

10 von 10 Sternenzerstörer

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Ich habe es sicher seit zwei Jahren hier Zuhause liegen aber noch nie gespielt :usad:

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Weiter gehts mit den Jahreshighlights, und da darf ein Familienspiel auf keinen Fall fehlen: Toriki

Hab ja jetzt schon ein paar App-unterstützte Spiele gespielt, das hier klappt ähnlich wie bei Boss Fighters megagut. Maximal 4 Spieler erforschen eine einsame Insel (ideal für Familien mit 2 Kindern zwischen 6 und 12 Jahren). D.h. jeder hat seinen Pöppel und steht auf einer anfangs kleinen Insel, die mit den Entdeckungen immer mehr erweitert wird.

Auf dem iPad gibt man parallel die Namen der Spieler zu den zugehörigen Meeples an und wird immer wieder visuell und akustisch mit Informationen versorgt.


Erstmal kann sich jeder der Forschenden frei auf dem Spielbrett bewegen, dazu gibt man die Nummer des Feldes auf dem Spielbrett in der App ein und auf dem Pad wird dann beschrieben, was sich dort befindet, welche Tiere man sieht, welche Nahrung/Gegenstände man findet etc.



Gegenstände sind sehr wichtig, diese hat man in Form von Karten mit QR Codes vor sich liegen, am Anfang hat das Team nur wenige, die es unter sich aufteilt, mit der Zeit entdeckt man dann immer mehr. Und fast an jedem Ort kann man die Gegenstände ausprobieren. D.h. einer zieht mit der Schaufel los, gräbt am Strand (indem er den entsprechenden QR Code scannt) und findet Eier, der andere holzt mit seiner Axt im Urwald Bäume, schneidet an einer Höhle noch Lianen ab und kombiniert die Stämme und die Liane im Lager zu einem Floß, mit dem er dann einen nächsten Abschnitt (küstennahes Wasser) erforschen kann. Es macht superviel Spaß, alles auszuprobieren, die Kinder machen sich ständig Gedanken, was sie kombinieren oder wo ausprobieren können.


Das Basislager kann man immer mehr ausbauen, indem man zB Feuer macht, Tiere fängt oder Hütten baut. Dann gibt es noch ein analoges Tagebuch, in das man Entdeckungen aus Flora&Fauna einträgt. Und und und.


Wirklich wunderschön gemacht. Eigentlich kann man nach jedem Tag (der aus jeweils 3 Aktionen der Spieler -morgens, mittags, abends- besteht) abspeichern, das Spiel merkt sich, wo man war, welche Gegenstände und Ziele man schon geschafft hat etc., aber es bleibt selten bei einem Tag. Irgendwann hat man dann die Hauptstory geschafft und wurde für einige Stunden super unterhalten.

Für ein Familienspiel hat es astronomisch hohe Wertungen, und das zurecht. So muss ein Familienspiel aussehen. Es regt die Phantasie und Entdeckerlust an und verbindet die Haptik des Brettspiels mit der Optik auf dem Pad. Mit Kindern kann man da eigentlich nichts verkehrt machen.

9 von 10 Robinsons

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Noch nie von gehört. Sieht sehr vielversprechend aus und ist notiert. Danke!

Gehe ich richtig davon aus, dass das ein Nur-Einmal-Durchspielen-Ding ist? Und ist es für 6-jährige schon gut spiel- und verstehbar oder ist es in dem Alter noch ein eher dezentes mitlaufen?

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Ja, eher ein Einmal-durchspielen. Am Ende bekommst du eine Bewertung, wie gut du dich geschlagen hast. Und du wüsstest natürlich in Runde 2 meistens, was dich wo erwartet und die Überraschungseffekte sind weg. Auf der anderen Seite wirst du nie alle Gegenstände und Möglichkeiten in einem Durchgang entdecken. Außerdem gibts zB geheime Münzen zu finden. Also man kann es auch mehrmals durchspielen, weil auch alle Materialien in den Urzustand zurückversetzt werden können, der Fokus liegt aber auf dem einmaligen Erlebnis.

War bei uns das Geschenk für den 6jährigen (der ältere hatte Everdell bekommen) und Max war superbegeistert. Man musste ihm die Texte auf dem Pad vorlesen, aber wenn er an der Reihe war konnte er alles selbst machen, die Ortszahl eintippen, Gegenstände in die Kamera halten etc. Also schon mit Hilfestellung der Eltern wenn Kind nicht (gut) lesen kann, aber trotzdem sehr gut spielbar.

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Ich muss das jetzt mal fragen: hast du eigentlich eine Lagerhalle für dein Hobby angemietet?

Die Kellerregale sind tatsächlich voll, ich hab aber in 2025 auch ca. 15 alte Spiele verkauft, anders gehts nicht. Das Gute an Brettspielgeschenken für die Kinder ist, dass diese in die Kinderzimmer wandern. :eyebrows:

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@Daniel84
Hast du einen Tipp für ein Spiel, bei dem nur zwei Erwachsene teilnehmen?

Wie und andere dürfen keine Tipps geben?? Püh! :mourinho2:

Bei uns:

Kooperativ: Sky Team (wird schnell knackig), Dorfromantik (eher entspannt, geht auch mit Kindern)

Kompetitiv: Star Wars Rebellion (auf jeden Fall mit Aufstieg des Imperiums) oder Flügelschlag

Wenn ihr was mit Herr der Ringe anfangen könnt, dann Der Herr der Ringe: Duell um Mittelerde. Wenn nicht, dann halt 7 Wonders Duel. Das ist das gleiche, nur ohne Lizenz, meine ich.

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So oft wie ich Herr der Ringe gesehen habe, werde ich damit nicht durchkommen.
Bei uns um die Ecke gibt es einen Laden mit viel Auswahl. Wenig, das nach kurzer Recherche aktuell ist, wir haben nun ein paar Klassiker mit wenig Anspruch mitgenommen. Spiel des Lebens, das verrückte Labyrinth, ein paar Kartenspiele. Womöglich kaufen wir noch etwas, das dann wie bei @Daniel84 den ganzen Tisch belegt. Für einen gemütlichen Spielenachmittag nach viele Jahren ohne Spiele reicht es.

Zusätzlich zu den Tipps oben vielleicht noch Mandala als leichtes Zweipersonen-Strategiespiel? Tag Team ist ein super Auto-Battler, vl aber für deine Frau zu „kindisch“? Floristry als schönes Legespiel mit App-Integration? Agent Avenue nach dem Prinzip „I cut - you choose“ hat uns super gefallen. Mischwald kann man super zu zweit spielen. An Geschicklichkeitsspielen geht nichts über Crokinole und Klask. Splendor Duel ist strategischer als man erstmal denkt. Jekyll&Hide ist wohl das beste Zweipersonenstichsspiel. Azul geht natürlich auch gut zu zweit. Und District Noir kann ich wärmstens ans Herz legen.

Rezensionen zu den Spielen auf jeden Fall in meinen vorherigen Posts.

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+1 für Dorfromantik

Wenn man das Prinzip erstmal ausprobieren will, kann man mit der relativ neuen Variante „Leichtes Gepäck“ auch erstmal starten und dann anschließend auf die große Variante umsteigen. Wir empfehlen das im Freundes- und Familienkreis auch immer fleißig weiter und bekommen nur positie Rückmeldungen.

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7 Wonders Duell hat mit Herr der Ringe nichts am Hut. Die HdR Variante hat nur das sehr, sehr gute Spielprinzip von 7WD übernommen.

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Das klassische und Sakura haben wir auch und sind Fans davon. Auch die Tochter (6 Jahre) findet gefallen daran. Wie ist die Duell-Version? Ist da eine Seite nicht die ganze Zeit mit Suchen beschäftigt? Das stell ich mir mit der Zeit als nervig vor?! Wie ist eure Einschätzung dazu? Wenn ihr die Wahl habt, welches der Spiele würdet ihr als erstes Wählen? Danke schon mal.

Die Duell-Variante haben wir noch nicht so oft gespielt, weil wir dann doch festgestellt haben, dass uns das kooperative doch am besten an Dorfromantik gefällt. Von daher kann ich da nicht so viel zu sagen.
Die klassische Variante ist und bleibt unser Favorit, gerade für den Anfang.

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Ist Sakura nicht einfach nur das gleiche Spielprinzip nur mit anders designten Plättchen?

Ich habe das Problem beobachtet, dass die “kooperative Komponente” schnell in Überoptimierung umschlug und man eigentlich den Tisch auch hätte verlassen können, weil die Mitspieler einem ständig sagen, was jetzt die beste Option wäre. Vielleicht ist das das Prinzip. Vielleicht waren die Mitspieler einfach kacke. Aber ich habe dadurch nicht verstanden, warum man überhaupt “dran” ist, wenn es eh ein Mehrheitsentscheid ist.

Woran lag’s?