Vor kurzem hab ich ein episches Herr der Ringe Spiel vorgestellt, jetzt das entsprechend epische Spiel für das Star Wars Universum: Star Wars Rebellion
Dabei könnten die Spiele nicht unterschiedlicher sein: Anstelle der kooperativen Zusammenarbeit ist dies ein knallhartes, konfrontatives asymetrisches Zweipersonenduell, Imperium gegen Rebellion. Und vielleicht das beste Experten-Zweipersonenspiel auf dem Markt.
Da wäre zuerst die herausragende Ausstattung: Das Spiel kommt mit über 150 (!) originalgetreuen Miniaturen daher, vom Todesstern bis X-Wing, vom Stormtrooper bis Rebellenkämpfer ist einfach ALLES dabei (im Foto die Originalfarben weiß und grau, talentierte Maler können hier natürlich glücklich werden).
Da es erstmal ein Worker Placement Spiel ist hast du dann nahezu alle Charaktere der alten Star Wars Saga mit drin, die „Anführer“.
Und da es mit den Anführern darum geht, möglichst viele Planeten und Regionen einzunehmen, zu kontrollieren oder auf seine Seite zu ziehen hast du dann noch eine riesige Karte mit allen Planeten, auf dieser finden dann die Gefechte (mit Würfeln und Taktikkarten) statt.
Ansonsten will ich gar nicht zu sehr ins Detail gehen, denn es ist echt komplex. Aber im Grunde ist das Imperium natürlich übermächtig und versucht, den Rebellenunterschlupf zu finden und zu zerstören. Die Allianz muss geschickt agieren, sich verstecken und letztlich so viel Sympathisanten gewinnen (durch erfüllte Missionen), dass man das Spiel auf diesem Weg gewinnt.
Im Detail kann man dann so viel machen. In jedem System kann man Bodenkämpfe (auf dem Planeten) oder Weltraumschlachten mit den Raumschiffen initiieren. Man kann gegnerische Anführer gefangen nehmen oder befreien. Das Imperium kann versuchen mit Todessternen Planeten zu zerstören. Oder mit Spionagerobotern Planeten auskundschaften. Die Rebellen können ihre Basis verlegen. Oder spionieren. Oder die heimische Bevölkerung eines unterdrückten Systems aufwiegeln. Oder oder oder. Außerdem können beide Seiten auf den von ihnen eingenommenen Planeten neue Kampfeinheiten produzieren, auch hier muss man geschickt planen. Und natürlich immer wieder Anführer in Spezialmissionen schicken, die bei Erfolg zusätzliche Vorteile bringen.
Dazu gibt es Taktikkarten, Missionskarten, Forschungskarten und vieles mehr, am Anfang ist man etwas überfordert. Aber wenn man das Prinzip erstmal verstanden hat, dann läufts und es entstehen wirklich wahnsinnig spannende Duelle, die oft erst am Schluss entschieden werden. Aber das Imperium hatte auch schon mal nen Glückstreffer, mit dem Todesstern die Rebellenbasis ausgelöscht (obwohl sie nicht wissen konnten wo diese liegt) und schon ist es vorbei.
Nachteile: Es dauert echt lange. Am Anfang haben wir mit Aufbau bestimmt 4 Stunden gebraucht, 3 dauert es später trotzdem noch. Wenn man die Kartentexte kennt geht es schneller, da muss man sich erst reinlesen. Und natürlich ist der Preis bei dieser Ausstattung höher, unter 100€ bekommt man die deutsche Ausgabe selten.
Zu empfehlen ist auf jeden Fall noch die Erweiterung „Aufstieg des Imperiums“. Vor allem da die Kämpfe damit noch spannender werden. Außerdem bekommt man neue Miniaturen, Strategiekarten und Anführer, die sogar zum Teil aus der Andor Serie sind. Ich würde es nicht mehr ohne diese spielen.
Für Star Wars Fans der alten Schule ein No Brainer. Muss man haben. Mehr Fanservice geht nicht. Für Fans komplexer Strategiespiele ebenfalls. Oder konfrontativer Zweipersonenspiele. Zurecht seit Jahren in den Top 10 bei BGG. Und mit der Erweiterung noch besser.
10 von 10 Sternenzerstörer