Ferndiagnose vom Sofa - der Onkel Doktor Thread

Hallo Jungs

Wir sind seit einer halben Stunde zurück aus der Sprechstunde. Wir haben leider schlechte Nachrichten erhalten. Ich habe mehrere Ableger in einem zweiten Organ.

In den nächsten Tagen wird die kommende Behandlung besprochen. Diese wird lange und nicht schön. Mein Leben zu erhalten ist nicht unmöglich aber schwierig.

Ich werde hier meinen Weg nicht weiter fortsetzen. Vielleicht mach es Sinn, wenn ein Admin in ein paar Tagen meine Beiträge zu dem Thema hier löscht.

Wir sind beide positiv aber geschockt. Körperlich fühle ich mich aktuell gut aber ich spüre eine unglaubliche Leere in mir. Und es ist unglaublich schwierig damit umzugehen.

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Sei gewiss, es sitzen jetzt an die fünfzig Mænner zuhause und heulen oder haben zumindest einen richtig fetten Klos im Hals. Ich heule jedenfalls. Wir denken an dich!

Alles, alles erdenklich gute und es freuen sich alle darauf, dich hoffentlich nach deiner erfolgreichen Behandlung wieder zu lesen.

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Nachdem wir in unserem Familienkreis das letzte Jahr und davor mit zwei Krebsfällen konfrontiert waren, davon eine Neudiagnose, kann ich mir in etwa vorstellen, wie es euch momentan geht.

Ich wünsche dir bzw. euch alles erdenklich Gute. Gib die Hoffnung nicht auf.

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Sobald du es geschafft hast Forentreffen, in dem wir auf dich anstoßen. Verlier nicht den Mut, ich hatte auch Krebsfälle in der Familie, die es gepackt haben. Das schaffst du auch.

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Von uns hier aus Oldenburg auch ganz viel Kraft für dich und deine Frau. Wenn du auf deinem Weg wen benötigst zum Kraft tanken, Anschreien, sonst was, dann bist du hier genau richtig.

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Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft und alles gute.

Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, positive Einstellung ist das A und O.

Als Krebs bei meiner Frau diagnostiziert wurde ging für mich die Welt unter.
Meine Frau war aber von Anfang brutal stark. Eigentlich sollte ich der starke sein, aber sie zeigte mir, einfach weiter machen. So gingen wir die OP inklusive Hauttransplantation an. Das war vor ca. 5 Jahren und meiner Frau geht es aktuell sehr sehr gut.

Nochmals, alles alles gute :four_leaf_clover:

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So einfach kommst du hier nicht davon. So viele positiven Reaktionen und dann tschüss, bis vielleicht in einem Jahr.

Unsere Psyche fickt uns seit Tagen und wir mögen Werktage aktuell viel lieber als das Wochenende. Heute haben wir uns eine günstigere Wohnung angesehen. Für den Fall, wenn ich es nicht schaffe. In einer Gegend, die uns nicht gefallen hat. Und das Auto wollte ich zurückgeben, welches wir sowieso kaum mehr fahren. Die über 3‘000.- Strafe für vorzeitige Leasing Rückgabe, hätte das Autohaus für uns übernommen. Geschlafen habe ich in den letzten Tagen wenig. Immer wieder erwachen, unruhig sein.

Wir haben dann beschlossen, dass sich das Zeug in mir selbst ficken kann und wir unser bisheriges Leben behalten. Also Wohnung, Auto und die ganzen Abos, die wir panisch gekündigt haben. Also bis auf die Xbox, die hätte ich schon viel früher verkaufen sollen.

Und sonst so? Wir waren heute auf der Onkologie, zur Besprechung. Und zum ersten Mal haben wir die Strategie erfahren. Meine Metas in der Leber sind alle bis auf eine auf einer Seite. Tja wieder etwas Pech gehabt, doch das kennen wir ja schon. Meine Ärztin da macht nun Tempo, ich kriege bakd einen Zugang unter die Haut und dann beginn die Chemo. Geplant sind mal 4 Phasen, danach wieder röntgen und schauen, ob man operieren kann. Da ich jung und fit bin, wird aggressiv auf der linken Seite gefahren. Das wollte ich auch. Wir hauen dem Ding jetzt ein paar Mal auf die Fresse, so dass sich nichts bewegt oder gar schrumpft. Ich hatte jetzt ein paar Mal Pech, es muss jetzt also bitte kein gutes Kinn sein, gegen das wir nun einschlagen werden. Und wir erhalten nun auch psychische Untestützung. Heute war der erste Tag, an dem wir uns nach einem Termin nicht heulend in den Armen liegen.

Liebe Grüsse von hier und jetzt bitte weitermachen.

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Toll dass du wieder da bist! Geil, weiter so, schön kämpfen und ordentlich auf die Fresse geben, ich liebs. :love:

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Schön aggressiv dem Krebs in die Fresse treten. Hervorragende Einstellung und vermutlich genau das Richtige. Auch wenn sich das von Außen natürlich leicht sagen lässt. Aber ich hab beim lesen nicht nur einmal „Ja man, richtig so, [hier nicht jugendfreie Obszönitäten gegen den Fick Krebs einfügen]!“
Auch wenn es vielleicht noch eine Momentaufnahme ist, imponiert mir die Einstellung! Mach unbedingt weiter so! Und knall dem Arsch auch von uns allen eine rein!

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Freue mich gerade sehr von dir zu hören nach deiner letzten Nachricht :muscle:

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Schön von dir zu hören! Hätte sicher jeder hier verstanden, wenn ihr erstmal unter euch geblieben wärt, aber hier freut sich garantiert auch jeder sehr ehrlich, wenn mal was von dir zu lesen ist, hoffentlich bald mal mit guten Nachrichten und nicht immer so 'nem Schietkram. :muscle:

Ich muss zumindest von mir behaupten dass ich, obwohl ich dich nicht kenne, seit deinem letzten Beitrag schon regelmäßig an Dich denke und mich frage, wie’s dir wohl gerade so geht.

Heute auch bei 'ner Autofahrt mit 'nem Kumpel über Foren gequatscht, weil er so 'nen sentimentalen Vergangenheitsmoment hatte. Da kamen dann Gespräche über Foren auf in denen man in den frühen 2000’ern angemeldet war, in einer Zeit als man sich für’s am PC Sitzen und kommunizieren noch Zeit genommen hat und dass man dadurch dass alles so viel differenzierter war auch jetzt, 20 Jahre später, noch gute Erinnerungen an Forenmitglieder und deren Charakteristika und Umstände hatte.

Oft hörste so im Beisatz, dass Foren eben ausgestorben sind und durch Social Media “ersetzt” wurden, aber die fluktuitätsgetriebene, hektische Anonymität in diesen Hassportalen kann im Leben nicht ersetzen, mit anderen Charakteren durch ein gemeinsames Hobby über einen langen Zeitraum zusammenzuwachsen. Foren bräuchten mal 'nen anständigen Hype, wie der Podcast oder die Schallplatte. :thinking:

Naja, was ich meine ist, dass hier niemand auf die Befindlichkeit eines anderen mit “Haken dran und weiter geht’s” reagieren wird, aber das ist dir ja auch bewusst. Und wirklich toll, dass Du deinen Kampfgeist von der Leine gelassen hast, dem gebe ich für seine Attitüde mal ein Küsschen auf die Stirn. :kiss: Aktiv ran da, ihr alle zusammen! :heart:

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So und nicht anders!

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Heute war OP Besprechung in einem anderen Krankenhaus. Mit dem Auto 20 Minuten von hier, mit dem Zug sind es 45 Minuten. Warum da? Meine Onkologin tritt weiter aufs Gas und hat mir einen frühen Termin da besorgt.

Ländlich, Kühe auf der Wiese, Kaffee mit Terrasse neben dem Empfang, der Anbau ist ziemlich neu und wenige Menschen. Für das eigene Befinden ganz schön da, vor allem weil es ruhig ist.

Morgen kriege ich dort um 7 Uhr früh einen Zugang. Ich bin der Erste, wurde also etwas geschoben. Wir haben ein Taxi bestellt, da am Bahnhof auf einen Bus warten, der zum Krankenhaus fährt, muss besonders bei der Rückfahrt morgen nicht sein. Anstatt um 10:15 Uhr, kommt das Taxi nun um 06:15 Uhr.

Dieser Zugang hat ein Gefäss, welches so drei bis vier Zentimeter im Durchmesse ist und das kommt unterhalb vom Schlüsselbein unter die Haut. Von da in die Vene und runter bis in die obere Hohlvene neben dem Herz. Falls die dafür vorgesehene Vene nicht passt, ist es teilweise ein blindes Vorgehen, da müsste dann die Lunge geröntgt werden, falls sie verletzt wird. Wird schon bei mir passen. Die Betäubung ist lokal, ich werde also während diesen rund 60 Minuten wach sein. Die Anästhesie legt vorher auch noch einen Zugang in die Vene, ich könnte also jederzeit etwas verlangen, was ich erst Mal nicht vorhabe. Der Zugang hat einen Membran, dadurch erfolgt dann auch in den nächsten Wochen die Blutentnahme und die Zugabe der Infusionstherapie (klingt besser als Chemo).

Morgen wird also ein wichtiger Tag und wir sind froh, dass es endlich beginnt. Wie es anschlägt weiss ich leider noch nicht, das Ergebnis meiner Biopsie in Kombination mit dem, was ich morgen kriege, ist noch nicht da. Bei der Mischung muss das klappen, wir sind zuversichtlich.

Damit der Zugang gut verwächst, soll ich die Arme in den nächsten zwei Wochen nicht höher als parallel halten. Heute Abend also vorerst das letzte Oberkörper Training, danach gibt’s für zwei Wochen zwei, drei Mal Beine pro Woche.

Meine Frau hat sich das mit der proteinreichen Ernährung für eine gute Wundheilung gemerkt. Ich habe das Auto in der Firma geparkt und sie war einkaufen. Zu Hause hat sie mir ein gegrilltes Huhn hingehalten, am Abend gibt’s Fajita mit Huhn.

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Das gesamte Forum steht hinter dir und drückt dir die Daumen! Ganz viel Erfolg!

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Ich werde Morgen Vormittag daumendrückend im Büro sitzen und jeden anschreien, der von mir was verlangt, was das Daumendrücken unterbrechen könnte.

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Das fühlt sich nicht wie Urlaub an, doch es ist ganz angenehm hier. Keine Ahnung, wo die anderen Kühe sind, die waren doch eben noch da.

Was mich überrascht hat, auf der Onkologie sprechen die Patientinnen und Patienten miteinander. Jedenfalls hier im ländlichen Gebiet. Wie das im Städtischen Krankenhaus ist, werde ich bald erfahren.

OP für den Zugang ging problemlos, dicke starke Vene. Und während das Zeug nun in mich fliesst, esse ich ein Sandwich.

Die rund 14 km mit dem Taxi haben uns 70.- gekostet. Für eine Fahrt.

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Frag ggf. nach einem Mittel gegen Übelkeit für die chemo. Falls die das nicht von allein machen.
Meinem Vater hat das einiges erleichtert

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Puh, eigentlich wollte ich bei dir mal nachfragen, was aus dem Projekt Plattenspieler geworden ist und jetzt lese ich so eine Scheisse…

Dann halt neuer Plan: Krebs besiegen und dann einen neuen Dreher kaufen, ok? Alles, alles Gute!

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Das war hier in der Großstadt genauso und hat auch meistens geholfen. Habe zu zwei Mitpatienten sogar noch regelmäßig Kontakt. In der Regel war das bei meinen insgesamt 13 stationären Aufenthalten gute Ablenkung, aber manchmal wäre ich auch lieber alleine gewesen.

Im August hatte ich ein armes Schwein als Zimmernachbarn, der mit einem Gehirntumor seit 'nem halben Jahr im Krankenhaus lag und wirklich durchgehend geredet hatte - und dabei immer wieder dasselbe erzählt hatte, ohne dass man es ihm irgendwie hätte übelnehmen können. Bis zum Abendessen hatte ich schon am ersten Tag zum siebten Mal die Geschichte von meinem Vorgänger (als seinem Zimmernachbar) gehört, der mit Kehlkopfkrebs heimlich am Fenster geraucht hatte - und sicher 23x, dass er sich tätowieren lassen möchte und auf eine Motte spart. Das Highlight war, als er einen 30-Sekunden-Clip von Cindy aus Marzahn, in dem es darum ging, dass man guten Sex nur mit dem Weihnachtsmann hätte, weil es beide ja nicht gäbe, sicher über 100x im Loop auf voller Lautstärke gehört hatte. Die drei Tage waren im Rückblick ein einziger Fiebertraum.

Drücke dir beide Daumen, dass du in der Hinsicht immer Glück haben wirst, aber vor allem dafür, dass die Therapie gut anschlagen wird. Jetzt, wo alles in die Wege geleitet ist und du die Punkte nach und nach abhaken kannst, wird’s hoffentlich auch mental zumindest ein wenig „einfacher“.

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Das wurde gestern als erstes verabreicht, zusammen mit einer Spülung. Ich hatte da vier Beutel hängen.

Mitgegeben wurden mir danach Schmerzmittel, etwas gegen die Übelkeit und etwas gegen Halsschmerzen. Liegt alles noch eingepackt im Schrank. Und viele gute Infos betreffend Nebenwirkungen. Die mögliche Empfindlichkeit gegenüber Kälte fand ich am heftigsten. Nicht an den Händen und Füssen, sondern beim schlucken. Man soll dann die eigene Atmung nicht mehr spüren und während Minuten das Gefühl des Erstickens haben.

Zu Hause angekommen natürlich alles vergessen. Hände kalt gewaschen, Kühlschrank auf und ein Glas Eistee getrunken. Meine Frau hinten wie wild am rufen. Glücklicherweise keine Reaktion.

Heute Morgen habe ich geprüft, ob die Chemo in der Nacht tatsächlich lief. Denn alles was ich spüre ist ein wenig die OP Stelle des Zugangs. Ansonsten nichts, ich arbeite ganz normal. Ich hoffe, dass das so bleibt, damit die Pause nicht verlängert werden muss oder sie die aktuell volle Dosis senken müssen.

Btw, wir ärgern uns hier auch immer wieder über das teure Gesundheitssystem. Es ist auch sehr teuer und es gibt viel Potential, besonders in den digitalen Prozessen. Doch 22 Tage vom Befund bis zum Port und der ersten Chemo ist top.

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