Der Fernsehthread - von Arte bis zum ZDF Magazin Royale

Beides.

Dass an dem Typ alles erstunken und erlogen ist war ja schon in seiner Rechtfertigung zu erkennen…

Kernaussage und ein absoluter Hohn: Ich lese keine BWA und kenne keine Zahlen meiner Firmen mit Millionenumsätzen. Ausserdem hat mir mein Wirtschaftsprüfer erst mitgeteilt, dass ich Gewinne mache. Was Firmen so alles tun an denen ich beteiligt bin weiss ich gar nicht. Ich versteigere auch gern Klimmelbimmelquatsch für mehrere Hundertausend Euro im Internet, aber weiss gar nicht so recht, wie die Auktionssoftware funktioniert.

Ähm. Ja. Also wer das alles glaubt… Puh. Alles in allem bin ich froh, den vorher nicht gekannt zu haben.

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Ich bin so froh kein twitter oder insta zu haben.

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Wenn man mal ganz ehrlich mit sich selbst ist, braucht es nichtmal das premium-abo bei pornhub…

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Wir konnten die gestrige Wallraff Doku nur schwer ertragen. Diese fehlende Empathie, die bis zur Menschenverachtung geht, dazu diese vielen, fachlichen Fehler in der Pflege. Und dann die ständige Rechtfertigung vom Management. Einzelfälle hier, gab es so nicht, da.

Der Lauterbach benötigte ein paar Videoausschnitte, bis er sich dann durchringen konnte zu sagen, dass die Privatisierung der Pflegeheime ein Fehler war. Sein erstes Statement war es, dass dies Einzefälle sind. Und dann hat er ernsthaft die Idee, die aus der Pflege ausgetretenen Mitarbeitenden zurückholen zu wollen. Vorher friert die Hölle zu.

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Und nicht nur die. Alles was mit Pflege zu tun hat, sollte in öffentlicher Hand und nicht von Konzernen geleitet werden. Meine Frau hat jetzt die Reißleine gezogen und gekündigt. Dabei steht sie schon seit min. 2 Jahren voll im Burnout. Neue Stelle hat weniger Verantwortung, weniger Dienste und hoffentlich weniger Tränen, Nervenzusammenbrüche und Versagensängste.

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Meine Frau war lange in dieser Brache tätig und hat viel erlebt. Sie stand kurz vor dem Burnout und sie kam eines Tages die Treppe nicht mehr hoch. Totale Blockade. Als sie nach einer Pause wieder da war, ging es gleich wieder los mit Überstunden. Das Unternehmen (privater Konzern) wurde daraufhin übrigens kontrolliert. Blöd war halt, dass die Überprüfung angekündgit war und die Dienstpläne kurzerhand frisiert wurden.

Heute arbeitet sie mit reduziertem Pensum im Spital, das ist auch anstrengend und es sind mittlerweile 100 Überstunden. Aber ihr gefällt es da sehr gut, fachlich sei das wie Tag und Nacht und auch die Mitarbeitenden haben ein anderes Niveau.

Passend zu dem Video, eine Mitarbeiterin war mit Burnout krankgeschrieben. Die Vorgesetzte hat sich genau ein Mal telefonisch gemeldet. Nicht etwa um zu fragen wie es ihr geht, nein um sie als Kameradenschwein hinzustellen. Sie solle sich doch nicht so anstellen und sie könne ja ruhig am Wochenende kommen.

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Kann man das eigentlich noch irgendwo sehen, habe das gestern scheinbar verpasst?!
Aber ohne es gesehen zu haben, finde ich es wieder traurig, dass die Pflege dadurch eher noch in den Dreck gezogen wird, anstatt einmal über das Grundkonstrukt nachzudenken.
Schwarze Schafe gibt es leider hier und da immer wieder, aber grundsätzlich sind viele Missstände einfach nur auf die mangelhafte Personalwirtschaft zurückzuführen.

@der_erna Ich finde, es wird sehr gut dargestellt, dass dies vor allem an den Strukturen der besuchten „Alloheim“- Einrichtungen lag. Selbst Onkel Karl hat das sehr offen angesprochen, wie er auch prinzipiell sehr reflektiert die ganze Situation und Möglichkeiten analysiert hat, das macht Hoffnung!

Hab’s mir gerade auch auf RTLplus (braucht man immerhin für den letzten Teil der MSV Doku :kackebart:) mal angesehen, aber als mitterweile Pflegedienstleitung (in einer caritativen Einrichtung) blutet da ganz schön das Herz.

Nicht wegen des Personals, denn wie das reagiert ist nur verständlich. Wenn du jeden Tag mit zwei Leuten bis zu 60 Bewohner versorgen musst, kannst du nur durchdrehen. Wieviel Zeit da fü eine einzelne person pro Schicht bleibt, ist leicht mathematisch zu errechnen. Und in meiner Einrichtung wird gemeckert, wenn morgens für 27 Bewohner nur drei Pflegekräfte sind. :ka:

Dies ist einzig ein strukturelles Problem, welches durch die Privatisierung noch gefördert wurde. Es ist schwer genug, gerade jetzt zu Corona am Ende auf eine schwarze Null zu kommen, aber diese privaten Gesellschaften sind nicht auf die 0 sondern auf Rendite aus, sie müssen also noch weiter an der Kostenschraube drehen.

Wer länger in solchen Strukturen arbeitet muss doch entweder jemand mit Helfersyndrom (die PDL, die auch Einrichtungsleitung und Wohnbereichsleitung ist :uirre:) sein, jemand der woanders aus fachlicher Sicht gescheitert ist oder einfach gar keine Qualifikation hat und somit auch keine Ahnung von Pflege.

Am Ende resultiert daraus dann keine bedürfnisorientierte Versorgung, die Zustände werden mir von Bewerbern übrigens auch geschildert. Sehr gut fande ich auch, dass Lauterbach öffentlich die Heimaufsicht als Prüforgan da in Frage stellt. Wie können solche Zustände in Prüfungen übersehen werden? Gut, die Heimaufsicht ist bei Schließung einer Einrichtung verpflichtet, die Bewohner anderweitig unterzubringen. Da auch Pflegeplätze fehlen, ist das sicher keine einfache Aufgabe. Ich habe heute auch das dritt- nächste Zimmer vergeben. :ronaldo:

Aber auch wenn Strukturen passender sind, muss auch erst einmal genügend qualifiziertes Personal gefunden werden, denn das ist Mangelware. Die Ausbildung muss attraktiver werden, die Idee von steuerfreien Zuschlägen von Karl fand ich auch sehr gut.

Am Ende muss auch gesagt werden, dass alte Menschen einfach richtig teuer sind (ich glaube, dass hatte ich schon einmal im Corona Thread erwähnt) und die Versorgung auch finanziert sein muss. In unserer Einrichtung wird nach wenigen Jahren fast jeder Bewohner zum Sozialhilfebezieher. Es müsste dann auch der Anteil der Pflegeversicherung drastisch erhöht werden. Da wäre ich dann gespannt, wie weit die Liebe zu unseren Schwachen der Gesellschaft wirklich geht.

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Alloheim klingt auch einfach immer so, als würde man jedes Altenheim umgangssprachlich so nennen.

„Meine Alten? Die hab ich ma schöööön ins Alloheim verfrachtet!“

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Eishockey im Alloheim? Nein? Schmierwurst, Wirsing!

Das sehe ich nicht so und ich finde das Verhalten einen Skandal. Da sitzt eine sturzgefährdete Frau alleine vor dem Waschbecken und die Mitarbeitenden lassen durch Kaffee und rauchen 40 Minuten verstreichen! Die Frau musste mehrmals stürzen, bis man die Idee hatte, die defekte Klingelmatte zu reparieren. Wie mit den Menschen gesprochen wurde ist nichts anderes als eine Demütigung. Was hat ein Angestellter der angeblichen Praktikantin am ersten Tag gesagt? Ich zeige dir jetzt wie man arbeitet, wenn man keinen Bock hat.

Was alles nicht möglich ist, wenn man für 30 Pflegebedürftige alleine ist, darüber haben wir in der Vergangenheit oft gesprochen. Auch über die Zustände in manchen Altenheimen. Haben wir immer so gemacht, das ändern wir nicht. Oder weil du mehrere Male den Arbeitgeber wechselst, weil du Missstände angesprochen hast, die bis zur physischen Gewalt reichten, sich nichts geändert hat und du am Ende die einzige Verliererin warst.

Dass die Pflege gewaltige Probleme hat ist bekannt, ebenso dass dies noch zunehmen werden. Dass durch fehlendes Personal und/oder ungenügender Kenntnisse vor allem in Altenheimen Fehler gemacht werden, ist nur eine logische Konsequenz. Doch der Verlust der eigenen Kontrolle ist etwas, was halt nicht geht und das sollte in jedem Fall Konsequenzen haben.

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William Cohn ist überraschend verstorben :frowning:

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Legende. :frowning:

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