3. Liga und darunter

Na alles von 3. liga, Regio und den Oberligen

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Morgen ist es also soweit, das große Derby im SĂŒdwesten und fĂŒr mich natĂŒrlich ein ganz besonderes Spiel, als gebĂŒrtiger SaarbrĂŒcker, der als Kind sein Herz an den PfĂ€lzer Chaos-Club verloren hat aber auch nie den Heimatverein vernachlĂ€ssigt hat, bei beiden Vereinen weiterhin Mitglied ist und die Fahnen hochhĂ€lt.

In den 40er und 50er Jahren gehörten beide Vereine zu dem besten was Europa zu bieten hatte, Kaiserslautern natĂŒrlich mit der legendĂ€ren Walter-Elf, 2 Meisterschaften und dem WM-Gewinn 54, SaarbrĂŒcken lange durch den Krieg gebeutelt, durfte zeitweise nur in der französischen zweiten Liga antreten, wurde trotzdem 2 Mal deutscher Vizemeister und nach einem 4-0 Sieg bei Real Madrid vom UEFA-Boss als interessanteste Mannschaft Europas gefeiert.

Als GrĂŒndungsmitglieder der Bundesliga gingen dann aber die Wege auseinander. WĂ€hrend sich der FCK in der Bundesliga etablieren konnte und in den 90er Jahren neben Dortmund der große Gegenspieler der Bayern wurde, pendelte SaarbrĂŒcken zwischen erster, zweiter, spĂ€ter auch dritter und vierter Liga. Dementsprechend war fĂŒr mich in meiner Jugend der FCK immer der „große“ Verein, mit dem ich Meisterschaften und legendĂ€re UEFA-Cup Abende auf dem bebenden Betzenberg feiern konnte, beim FC freute man sich schon, wenn ein Erlöser wie Toppmöller oder Ehrmanntraut kam, der sie mal wieder in die zweite Liga hievte.

Der Niedergang des FCK in Liga 3 hat nun das erste Aufeinandertreffen in einer Liga nach 27 Jahren zur Folge. Damals war ich noch zu klein um es wirklich mitzubekommen, aber das DFB-Pokalspiel 1997 hat mir damals zum ersten Mal als Kind die Augen geöffnet, wie verfeindet sich „meine“ Vereine gegenĂŒber stehen. Und vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte der beiden Clubs ist der FCS sowas wie der Favorit, nach einem sagenhaften Lauf von der vierten Liga ĂŒber das DFB-Pokalhalbfinale bis zur Tabellenspitze in Liga 3, mit einer eingespielten Mannschaft auf einer Welle der Euphorie. Der FCK hat endlich den ersten Heimsieg geschaft, vielleicht ist jetzt ein Knoten geplatzt und man kann sich endlich von den AbstiegsplĂ€tzen lösen.

Dass solch ein bedeutendes Spiel ohne Zuschauer stattfinden muss, ist natĂŒrlich extrem bitter, ausverkaufter neuer Ludwigspark bei so nem Derby, schön wĂ€rs gewesen. Auf der anderen Seite muss ich zugeben, dass es mit den Erfahrungen aus der Vergangenheit vielleicht auch nicht das schlechteste ist, wenn es morgen nur auf dem Platz knallen kann.

So oder so werde ich morgen mit sehr komischen GefĂŒhlen auf der Couch sitzen und das Spiel in Ruhe alleine fĂŒr mich verfolgen. Und ein ereignisloses 0-0 wĂ€re diesmal nicht das Schlechteste.

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Mich kotzt das alles nur noch an.

Unterdessen im Norden nichts neues: Aufgrund der Aussetzung des Spielbetriebs kann Altona 93 mit der roten Laterne der Nord-Staffel die Weihnachtsbeleuchtung ergÀnzen.

Ich vermisse diese zu kalten, trĂŒben Sonntagnachmittage mit Familie, Axu, KollegInnen, schalem Holsten Pilsener, einer unglĂŒcklichen und doch hochvedienten Heimniederlage und Fischbrötchen sehr dolle.

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Auch wenn cross Posting - so schnell kann es gehen

Zudem hat die Stadt Krefeld entschieden, nicht fĂŒr entstandene Mehrkosten bei der Sanierung an der Grotenburg aufzukommen.

Wird sicher ein interessanter Jahreswechsel in Krefeld. Wer sich mit dem Teufel einlÀsst


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so, gestern durften wir auch mal wieder spielen. direkt 3 punkte aus meppen mitgebracht. kein unverdienter sieg auch wenn meppen die aktivere mannschaft war. nach der langen pause kann man da nur den hut ziehen. wenn man gegen rostock jetzt den heimbock endlich umstĂ¶ĂŸt, kann man sogar fast zufrieden sein.

Wird gegen 12 Mann natĂŒrlich schwer


Gegen 10 Mann hĂ€tten wir wahrscheinlich auch nix gerissen. Völlig verdienter Sieg fĂŒr die kogge. Wir sind so unfassbar ungefĂ€hrlich, das ist schon absurd.

6 spiele innerhalb von 16 Tagen. Danke DFB.

Das man nachholen muss ist ja klar. Aber das ist unfassbar. Da sind AuswĂ€rtsspiele in SaarbrĂŒcken und verl dabei. Nacheinander. :+1:

edit: bei genauer Betrachtung des kalenders, sind es 7 spiele innerhalb von 20 tagen. ich bin immer noch fassungslos. ich hoffe wir ĂŒberleben den Januar sportlich.

na dann wird das eben der FSV broadcast :smiley:

glĂŒcklicher sieg gegen LĂŒbeck, fĂŒr mich war die systemumstellung in der Halbzeit der schlĂŒssel. es werden immer noch spieler falsch eingesetzt und spielerisch ist das alles eher mau, aber egal wie. hauptsache klasse halten.

Bin mal gespannt wenn ihr Samstag nach SaarbrĂŒcken kommt, der FC hat ja momentan nen ziemlichen DurchhĂ€nger, man erkennt wohl, dass man doch nicht durchmarschieren wird und die Spieler wirken irgendwie mĂŒde, was vielleicht auch mit Kwasnioks Powerfußball zu tun hat. Auf jeden Fall mĂŒssen wir morgen erst mal noch nach Magdeburg reisen (na toll), so dass ich die FSV-Chancen nicht als gering einschĂ€tzen wĂŒrde, was mitzunehmen.

Mittwoch abend spiel gegen Ingolstadt, freitag, minimum 8h, zu euch fahren. wir werden das wie in meppen machen, hinten reinstellen, versuchen lange die 0 zu halten und hoffen das es konter gibt. an das Saarland haben wir ja grundsÀtzlich gute Erinnerungen. ;-)

wasn da los mit eurer rasenheizung?

Da geht nix, das Problem ist eher das Drainagesystem, offenbar wurde da schon bei der Planung einiges vermurkst, in den letzten Wochen stand ja schon das Wasser in PfĂŒtzen auf dem Rasen, jetzt wollte man ne Firma beauftragen, um den Rasen trocken zu legen, ob das klappt oder eine komplette Erneuerung her muss, ist offen. Und davon hĂ€ngt wohl auch irgendwie ab, ob man die Rasenheizung provisorisch in Betrieb nehmen kann, momentan anscheinend nicht. Und bei den Wetteraussichten hĂ€tte man dann lĂ€ngere Zeit Probleme. Sogar ĂŒber einen erneuten Umzug wird spekuliert, es ist nur noch zum Kotzen, auch in Jahr 6 nach dem Abriss. Neben den Klagen zwischen Stadt und Bauunternehmen bzw. Stadt und Rasenfirma gibts jetzt natĂŒrlich auch Stress zwischen Stadt und Verein, da der FC berechtigterweise keine volle Miete fĂŒr ein Stadion ohne funktionierendes GelĂ€uf zahlen will. Unterhaltungswert bleibt hoch.

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wir sind ja hier unter uns. daniel ganz ehrlich, wie denkt man als fan ĂŒber das gebahren des 1. fck?

warum frage ich das?
zum einen erwarte ich tatsÀchlich eine fundierte antwort von dir
zum anderen kann ich mich darĂŒber gerade bei niemandem auskotzen.
von außen sieht es fĂŒr folgendermaßen aus:

  • ein verein verschuldet sich sehr hoch (die grĂŒnde sind sicher vielfĂ€ltig, sollen auch gar nicht thema sein)
  • verein geht in insolvenz (kluger zeitpunkt, legitim)
  • glĂ€ubiger bekommen 4% wĂ€hrend neue investoren schon mit dem geldkoffer vor der tĂŒr stehen
  • verein wirft wieder mit geld um sich weil er das geld der neuen investoren und von spielerverkĂ€ufen hat

welchen grund kann es fĂŒr mich geben den fck nicht abgrundtief zu hassen und zu verachten was dort passiert?

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ja selbstverwaltete insolvenz, die aber die ziele der mannschaft nicht gefÀhrden soll. ich bin gespannt. mittlerweile muss man recht studiert haben um die 3. liga noch zu verstehen.

Ach, da versteht man doch gar nix mehr. WĂŒrde mich nicht wundern, wenn der KFC in der Winterpause noch einige Spieler von der Gehaltsliste haben möchte.

Der MSV derweil mit weiteren AnteilsverkĂ€ufen an Capelli und Sicherung des Spielbetriebes, sogar noch mit Geld fĂŒr NeuzugĂ€ngen (Palacios Leihe, Frey aus Sandhausen), die fĂŒr den Klassenerhalt auch nötig sind. Ein IV soll auch noch kommen.

Auch wenn ich nicht Daniel bin, könnte ich dazu was sagen.
Seit 1998 ist der FCK von schlimmen finanziellen Entscheidungen zu katastrophalen Entscheidungen geschlittert. Man wollte die sensationelle Meisterschaft nutzen, um sich „dauerhaft in der europĂ€ischen Spitze zu etablieren“. Gegipfelt ist es dann in dem erfolgreichen Versuch, die Fußball WM in die Stadt zu bekommen. DafĂŒr wurde das Stadion auf eine komplett ungesunde GrĂ¶ĂŸe aufgeblasen, inklusive Insolvenz des BautrĂ€gers. Die Mehrkosten blieben zu großen Teilen am Verein hĂ€ngen und haben natĂŒrlich jede Kalkulation und RentabilitĂ€t zerschossen.
Es folgten Jahre, in denen mal mehr mal weniger erfolgreich Schulden verwaltet und gestundet wurden, aber der sportliche Niedergang sorgte dann natĂŒrlich dafĂŒr, dass nicht mehr das Geld rein kam, um die Verbindlichkeiten zu bedienen.
Am Ende, also so die letzten zwei Jahre, war man dann durch die Situation mehr oder weniger handlungsunfĂ€hig und ein Insolvenzverfahren war der einzige weg aus dieser Situation. Genau dafĂŒr existiert es ja; dass ein Schuldner, der seine Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen kann, seine HandlungsfĂ€higkeit wiedererlangt.
Das Timing war dann natĂŒrlich unerwartet glĂŒcklich und man konnte jetzt die verĂ€nderten Regularien nutzen, um das Verfahren in Coronazeiten zu beginnen. WĂ€re dieser Umstand nicht eingetreten, hĂ€tte man irgendwann dieses Jahr oder in den nĂ€chsten zwei in den sauren Apfel beißen mĂŒssen.
Nicht, dass es jetzt was ausmachen wĂŒrde, aber 4% sind eine recht hohe Quote in einem Insolvenzverfahren, in der Regel spricht man ĂŒber 0,X%.
Die Investoren aus der Region hÀtte es gar nicht gegeben, wenn man die Altlasten nicht losgeworden wÀre. Ist ja auch verstÀndlich, dass die nicht ihr Geld in ein 20 Jahre altes Loch werfen wollen.
Letztlich hat man die aktuelle Lage bestmöglich genutzt, hat aber nicht beim Entstehen der Schulden darauf hingearbeitet. Alles ganz legal abgelaufen, ein Insolvenzverfahren ist in der GeschÀftswelt ein ganz normaler Vorgang.

TL;DR: Man hat das Geld nicht rausgepfeffert, in der Erwartung, durch ein Insolvenzverfahren in Pandemiezeiten die Sanierung durchzubringen. Das letzte Jahr war eine der wenigen Zeiten, in denen es mal gut lief, wenn man FCK und Geld in einem Satz verwendet.

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Also grundsĂ€tzlich kann ich den Hass irgendwie schon verstehen, wie Martyr schreibt ist zwar alles korrekt gelaufen und wir hatten auch mal GlĂŒck im UnglĂŒck durch die aktuelle Corona-Pandemie, aber nach außen hin ergibt sich durchaus das Bild, dass sich hier jemand erst glĂŒcklich aus der AffĂ€re ziehen konnte und jetzt ordentlich auf dem Transfermarkt zulangt. Ich will das auch gar nicht inhaltlich bewerten, da ich mich a) zu wenig im Insolvenzrecht auskenne und b) nicht weiß, ob die kolportierten Ablösesummen und SpielergehĂ€lter tatsĂ€chlich stimmen. Jean Zimmer macht zum Beispiel schon den Eindruck, dass es „eine Herzensangelegenheit“ war, wie man in solchen FĂ€llen so schön sagt, und er auf Geld verzichtet hat.

Nichtsdestotrotz sitz ich ja hier schön zwischen den StĂŒhlen zwischen FCK und FC-Fans, und auf der anderen Seite fliegen natĂŒrlich die Giftpfeile, da eben genau dieser Vorwurf im Raum steht, die (aus Insolvenzsicht) glĂŒckliche Corona-Situation schamlos auszunutzen und sich nicht demĂŒtig genug auf dem Transfermarkt zu zeigen. Und wenn man zuvor nicht mal mehr ausstehende Ablösesummen aus vorigen Transfers beglichen hat und jetzt nochmal aktiv wird, ist das vl. rechtens, aber weiß Gott recht unglĂŒcklich. Ich glaube, aus Investorensicht ist es aber gerade im entworfenen Szenario fast unabdingbar, besser frĂŒher als spĂ€ter aus dieser Liga rauszukommen, und deshalb macht es auch irgendwie Sinn, jetzt zu investieren um spĂ€testens 2022 auch wieder sportlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen (wenn es nicht eh schon am Ende der Saison ausgeht).

Was ich nur sagen will: Schwarz und Weiß gibts auch hier nicht, aber der Hass kann gerne kommen, immer besser als Mitleid. Und will auch gar nicht mit der Vergangenheit kommen, aber der Verein war auch oft eher Opfer als TĂ€ter. WĂ€hrend natĂŒrlich nicht von der Hand zu weisen ist, dass Politiker wie Kohl und Beck immer schĂŒtzend die Hand ĂŒber ihren FCK gehalten haben, war es eben auch die Politik, die gerade im Zuge der WM fĂŒr den Niedergang mitverantwortlich war. Und wenn schon hassen, dann bitte nicht den Verein, sondern die unzĂ€hligen Selbstdarsteller und Nichtskönner, die sich die Klinke in die Hand gegeben haben. Die Fans sind nĂ€mlich wie immer die Ă€rmsten Schweine.

BTW, ich war auch selbst auf der GlĂ€ubigerseite und hab natĂŒrlich keinen Cent meiner Fananleihe zurĂŒckgefordert, um nicht den letzten Sargnagel draufzusetzen. Bei mir wars ein kleiner Betrag, aber da war ich sicher nicht der Einzige. Das heißt wenn schon extern der Groll groß ist, ĂŒberlegt mal, was die Leute sagen sollen, die ihr Geld fĂŒr ein Leistungszentrum geliehen haben, das dann fĂŒr das Gehalt von Martin Bader draufgegangen ist, dann kam die Insolvenz und jetzt verpflichtet man TĂŒpen wie Alex Winkler und Tim Rieder.

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Abgrund tief hassen ist sicher auch sehr drastisch ausgedrĂŒckt das geb ich zu. Es gibt nur wahrlich ein sehr unglĂŒckliches Bild ab.

Hier wurde ja schon einigermaßen ausfĂŒhrlich geantwortet. Vielleicht noch ein wichtiger Hinweis: Eine Insolvenz lĂ€sst sich nicht „timen“ oder beliebig durchfĂŒhren.
Entweder ist man insolvent oder nicht, und Insolvenzverschleppung ist kein Bagatelldelikt. Von daher war es natĂŒrlich riesiges GlĂŒck, dass die Insolvenz keinen Punktabzug zur Folge hatte.

Mittlerweile muss man vielleicht sagen, dass es besser gewesen wĂ€re das Schiff richtig zu versenken und neu aufzubauen als so ne halbgaren Nummer. Denn alles was passiert ist, ist eigentlich dass ein paar GlĂ€ubiger auf ihren Rechnungen sitzen geblieben sind, ein großer Teil der Schulden von der KGaA auf den e.V. ausgelagert wurden, und man das eigentliche Problem, das Stadion, immernoch an der Backe hat.
Die Chance, dass es in den nĂ€chsten Jahren die nĂ€chste Insolvenz folgt ist ziemlich groß, da das Stadion in Liga 2 und erst recht in Liga 3 einfach fĂŒr ein strukturelles Defizit von mehreren Millionen jĂ€hrlich sorgt. Die Landespolitik hat sich schon lĂ€nger heimlich aus der AffĂ€re gestohlen und die Stadt hat auch fertig.