Zuletzt durchgespielt - Thread

Um den Backlog Thread nicht weiter voll zu spammen lagere ich mein letztes durchgespieltes Spiel von meiner Liste mal wieder hier her aus.


Return of the Obra Dinn
Plattform: PS5
Spielzeit: 7 Stunden(?)

Zum Glück habe ich gestern früher angefangen, da bin ich heute nicht ganz so müde. Es ging mir aber auf jeden Fall ähnlich: Bei diesem Spiel den Controller weg zu legen ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Das Beste, was ein Puzzle-Spiel für mich tun kann, ist, mich schlau fühlen zu lassen. Ich glaube nicht, dass es viele bessere Momente gibt als den, in dem ich herausgefunden habe, wie dieses Spiel eigentlich funktioniert.

Es ist das klassische Einstein-Rätsel, verpackt als Murder Mystery in einem der coolsten Artstyles, die ich je gesehen habe. Man landet als Versicherungsvertreter auf dem Schiff und soll herausfinden, was passiert ist. Ausgestattet wird man mit einem Buch, was die Vorkommnisse beschreibt aber zu Spielbeginn noch leer ist, und einer Taschenuhr mit der man zum Zeitpunkt des Todes springen kann wenn man eine Leiche findet. Damit füllt man auch das Buch und kommt logisch von einer Person zur anderen.
Ziel ist es jedem Passagier auf dem Schiff einen Namen der Passagierliste zu zuordnen und das Schicksal der Person festzustellen. In den meisten Fällen also die Todesursache, den Täter und stellenweise auch das Werkzeug.

So arbeitet man sich von einem Rätsel zum nächsten und bekommt mit jeder Szene ein klareres Bild. Am Ende lässt einen das Spiel nur staunend zurück über das, was hier aufgebaut wurde.

Mein größtes Problem damit lag auf der sprachlichen Seite, weil manche Todesfälle für meinen Geschmack ein bisschen zu ähnlich beschrieben waren, und nach dem, was ich später in Guides gesehen habe, ist das größtenteils ein Übersetzungsproblem. Am Ende hatte ich etwas falsch, weil ich die falsche Option gewählt habe, die der eigentlichen Lösung in der Bedeutung sehr ähnlich war, aber eben nicht das, was das Spiel an dieser Stelle von mir wollte. Ich schätze, sie wollten die Chancen verringern, dass man einfach rät – am Ende musste ich es trotzdem – aber es fühlt sich ein bisschen frustrierend an, etwas genau deswegen zu verpassen. Mir fehlt am Ende sogar irgendwie ein Kapitel, ich nehme an weil ich nicht alles korrekt hatte.

Ob deine eingegebenen Antworten richtig sind, erfährst du nämlich immer dann wenn du 3 Schicksale richtig bestimmt hast. Ich habe stellenweise Namen als Platzhalter verwendet, weil ich die ungefähre Richtung kannte und bekam dann plötzlich das Feedback das dies richtig war. Das ist aber auch der einzige Moment, wo es mit Zufall wirklich funktionieren kann. Achja und zum Schluss musste ich ein paar der Namen auch einfach durchprobieren, weil eine Unterscheidung irgendwann einfach schwierig wird. Hier war ich vielleicht auch einfach nicht aufmerksam genug, wer in den meisten Szenen Zeit miteinander verbracht hat und vielleicht geht das dann auch besser.

Trotzdem: Return of the Obra Dinn ist eines dieser besonderen Spiele, und wenn du ein Puzzle-Typ bist – im Gegensatz zu mir – wirst du noch mehr Spaß damit haben.

8/10

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