Zuletzt durchgespielt - Thread

Mein letzter Post in diesem Thread ist schon lange her und das, obwohl es in der Zwischenzeit mit FF7 Rebirth ein Spiel gab, welches meiner Meinung nach eigentlich ein Review epischen Ausmaßes verdient gehabt hätte (Kurzversion: 10/10). Leider fehlt mir dieses Jahr etwas die Zeit zusätzlich zum Gaming noch Texte zu den beendeten Spielen zu verfassen.
Aber da ich diesen Thread sehr mag und mir immer gerne Reviews und Eindrücke durchlese, muss ich auch mal wieder ein bisschen zurückgeben. Da bietet sich ein kurzes Review zu einem kurzen Spiel an.

Thank Goodness You’re Here! Platin-Trophäe #59

Plattform: PS5 | Entwickler: Coal Supper | Spielzeit: 6 Stunden

„Thank Goodness You’re Here“ ist praktisch ein spielbarer Cartoon, bei dem man einen kleinen gelben Mann im Anzug durch die fiktionale nordenglische Stadt Barnsworth steuert. Dabei stolpert man von einer absurden Situation in die nächste, sodass man sich irgendwann wie in einem Fiebertraum fühlt. Spielerisch wird man wahrlich nicht überfordert, dafür versucht das Spiel vor allem mit Humor zu punkten. Ist das geglückt? Wir gehen rein!

The Good

  • Grafikstil: Dieses Spiel war durch seinen speziellen Artstyle immer wieder ein Hingucker bei diversen Konferenzen und Präsentationen. Es stach heraus und blieb im Kopf. Und wenn man nun selbst zum Pad greift und das alles in Bewegung vor sich sieht, macht das einfach großen Spaß. Die handgezeichneten Animationen sehen richtig toll aus und sorgen schon ganz alleine für den ein oder anderen Lacher. Vor allem der namenlose Hauptprotagonist ist da zu nennen, der sich unzählige Male auf verschiedenste Arten auf die Fresse legt und das stets regungslos hinnimmt. Comedygold, in meinen Augen. Und da sind wir dann auch schon beim wohl wichtigsten Thema…

  • Humor: Bei einem Videospiel sind bis auf technische Dinge wie Auflösung und Framerate (gibt es hier nichts zu bemängeln) ja praktisch alle anderen Aspekte extrem subjektiv. Für den Humoraspekt gilt das wahrscheinlich noch mehr. Ich muss sagen, mich hat das Spiel hier abgeholt. Es ist eher „Random“ Humor, als dass er besonders clever wäre, aber das funktioniert in meinen Augen gut. Nimmt man dazu den nordenglischen Akzent und Slang und man hat viele lustige Situationen und Oneliner. Ich könnte hier meine Lieblingscharaktere und Sprüche niederschreiben, das würde dem aber überhaupt nicht gerecht werden. Das Voice Acting und die Delivery machen es oft aus.
    Neben vielen sexuellen Anspielungen, gibt es auch eine Reihe von Running Gags, die innerhalb der kurzen Spielzeit mühelos etabliert werden.
    Dass man mit Personen und Gegenständen nur interagieren kann, indem man ihnen praktisch in einer Tour Bitch Slaps verteilt, tut humortechnisch sein Übriges.

  • Flow: Der Flow ist sehr gut. Man bekommt laufend neue Aufgaben von den Stadtbewohnern aufgebrummt („Oh, Thank Goodness you’re here…“), die man nacheinander abschließt. Und obwohl es keinerlei Zielmarker oder ähnliches gibt, würde es mich wundern, wenn hier jemand ernsthaft irgendwo hängenbleiben würde. Die verschiedenen Screens sind so designt, dass man praktisch immer gezwungen wird, richtig zu gehen und die Aufträge abzuschließen.
    Dabei findet man sich oft in den gleichen Orten wieder, da man die Stadt mehr oder weniger immer im Kreis abläuft. Da sich aber stets Dinge verändern und es neue Sachen zu entdecken gibt, fand ich das überhaupt nicht schlimm, sondern im Gegenteil sehr clever gelöst. Das ständige Ablaufen derselben Orte macht sich das Spiel natürlich auch für Gags zunutze.

The Mixed

  • Spielzeit: Ich habe sechs Stunden gebraucht – allerdings für drei Durchgänge, weil mir noch Trophäen für die Platin fehlten. Einen normalen, gründlichen Durchgang würde ich auf drei bis vier Stunden schätzen. Das ist schon nicht viel. Ob einem das 17,99 € (für PS-Plus-Mitglieder aktuell 15,29 €) wert ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.
    Ich hätte sicher nichts dagegen gehabt, wenn hier noch ein bis zwei Stunden mehr drin gewesen wären, aber ich frage mich auch, ob sich Humor und Spielprinzip ab einem gewissen Punkt nicht auch abgenutzt hätten. Irgendwann leidet dann auch der Flow des Spiels, den ich ja explizit gelobt hatte. Dennoch, die Frage „Darf’s ein bisschen mehr sein?“ würde ich bejahen.

The Bad

  • Spiel?: Irgendwie ist es ein bisschen zu wenig „Spiel“. Es ist witzig, als kleiner Mann durch die Gegend zu laufen und alles und jeden mit Backpfeifen zu bedenken, aber das ist auch schon alles, was man am Controller macht. Eine weitere Mechanik, die vielleicht auch die Aufgaben etwas komplizierter hätte machen können, wäre schön gewesen.
    Ich würde nicht so weit gehen, dass es als Animationsfilm oder ähnliches genauso gut funktioniert hätte, aber der Gedanke kann einem schon mal kommen.

The Nitpick

Die Untertitel sind zeitversetzt zum Gesprochenen. Verstehe ich nicht. Das sollte doch wirklich zu den einfacheren Aufgaben der Programmierung gehören. Zumal ich auch noch englische Untertitel zum englischen Audio genutzt habe, was ja nun wirklich 1:1 ist und es erst recht keine Probleme mit der Synchronität geben dürfte.
Für einen Nitpick ist das für meinen Geschmack schon fast ein bisschen zu nervig und es könnte ne Spalte höher rutschen, aber sonst fällt mir hier nichts ein und diese Kategorie, die man ohne Wenn und Aber als Fanliebling bezeichnen kann, muss natürlich auch befüllt werden.

Asynchrone Untertitel: :fu:

The Score

Witzige Videospiele sind selten, von daher habe ich den Kauf nicht bereut. Ein bisschen mehr Fleisch hätte das Spiel haben können, aber das, was da ist, hat mich für die gesamte (kurze) Spielzeit sehr unterhalten. Ich könnte mir vorstellen, „Thank Goodness You’re Here“ in ein paar Jahren nochmal auszupacken, wenn ich etwas zu Lachen brauche.

8,25/10

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