Virtual Reality (Oculus Rift, PSVR, Valve Index, Vive etc.)

Ich hoffe, ich habe keinen Thread übersehen, hier soll alles zum Thema virtuelle Realität rein, Brillen, Spiele, neue Techniken, etc.

Hier nochmal meine Rezension zur Valve Index aus dem alten Forum, die Brille kann ich wie gesagt nur jedem ans Herz legen:

"So, ich habe mir jetzt ne Valve Index geholt, bzw. eigentlich wollte ich dies schon im Mai tun, aber die Lieferzeiten sind derzeit wahnsinnig lange, so dass ich 11 Wochen warten durfte, bis ich die Ehre hatte, Valve die 1079 € zu überweisen. Ich schreibe meine Eindrücke mal hier in den Oculus Thread, da es bei den wenigen VR-Enthusiasten wenig Sinn macht, noch einen neuen Thread aufzumachen.

Ich habe das Teil jetzt ne Woche und bin ehrlich gesagt ziemlich begeistert. Ich habe ja den Vergleich über die PS VR, die Index ist zwar im Vergleich dazu keine Revolution, aber ne ziemliche Evolution.

Beim Auspacken und Anprobieren fällt auf den ersten Blick schon Mal auf, dass alles sehr hochwertig ist, siehe Bild:

Die Brille selbst ist nicht sonderlich schwer, sehr bequem gepolstert, die Polsterung vor den Linsen ist magnetisch angebracht, kann also leicht entfernt und somit auch gewaschen werden, was Sinn macht bei längeren Sessions.

Die Brillenfront ist Geschmackssache, die Blende vorne ist abnehmbar, darunter findet sich noch ein USB-Slot für den es schon Zusatzprodukte gibt, wie LED-Leuchten oder Mini-Ventilatoren, die Spielerei brauche ich aber persönlich nicht. Auffällig sind die Kopfhörer, die seitlich an der Brille angebracht sind und über die Ohren geschoben werden können, dazu später mehr. Die Einstellung ist denkbar einfach, über 3 Räder kann man mechanisch Kopfgröße, Abstand der Linsen zu den Augen und Abstand zwischen den Linsen einstellen, geht alles sehr easy.

Installation ist ebenfalls einfach, das Kabel der Brille teilt sich irgendwann in ein Stromkabel, ein Displayport und ein USB-Kabel auf, die man entsprechend einsteckt. Dann noch die 2 Tracking-Stationen (Lighthouse 2.0) aufstellen und einstecken und bei SteamVR die Brille einrichten, inklusive Verbindung zu den Lighthouse-Stationen herstellen und Bewegungsbereich festlegen. Am Anfang hat mich das Fiepen der Stationen genervt, bis ich gemerkt habe, dass man die Kanäle, auf der sie übertragen, wechseln kann und das Ganze dann wesentlich leiser wird.

Beim ersten Testen war ich echt erstaunt, wie genau die Erfassung im Raum funktioniert. Auf den Zentimeter genau wurde ich gewarnt, wenn ich den abgesteckten Raum verlassen wollte und in ein Bücherregal gelaufen wäre. Immer wenn man sich dieser Grenze nähert, wird sie durch ein virtueles Gitter gekennzeichnet und man kann sich daran orientieren. Klappt wie gesagt einwandfrei. Und man kann Gott sei Dank auch bei Steam eistellen, dass die Lighthouse-Stationen automatisch bei Beenden von SteamVR mit abgeschaltet werden, hatte befürchtet dies immer manuell machen zu müssen.

Die Brille selbst macht ein richtig gutes, klares, kontrastreiches Bild. Fliegengitter ist nur noch zu erkennen, wenn man sich sehr darauf konzentriert, die Auflösung selbst ist etwas höher als bei der Rift S, aber ich habe im Vergleich zur PSVR jetzt keinen großen Unterschied gemerkt. Erst als ich zum ersten mal Half-Life Alyx gespielt habe, dachte ich: Scheiße, sieht das gut aus. Die Brille kann allgemein ja 144 fps darstellen. Ich muss aber ehrlich gesagt zugeben, dass mir kein großer Unterschied zu 90 fps aufgefallen ist. Es soll wohl zu weniger motion sickness führen, womit ich aber eh kein Problem habe, und es soll weniger Schlieren geben. Aber wie gesagt, mit 90 fps sieht es genau so gut aus. Gerade bei Spielen wie Half-Life Alyx sollte aber schon ne dickere Grafikkarte her, die ist entscheidend. Ich hab mich für ne GTX 2080s entschieden, da hab ich erstmal Ruhe und kann Half-Life im Ultra-Modus genießen, unter einer 1060 geht aber wohl nicht viel. Der einzige Nachteil sind tatsächlich die Godrays, diese sind bei hellem Licht in Dunkelheit schon deutlich zu erkennen, liegt vielleicht auch an dieser besonderen Doppellinse. Auch der Schwarzwert könnte höher sein, aber wie gesagt, das ist Jammern auf hohem Niveau, insgesamt macht es wirklich ein sehr gutes Bild. Trotzdem würde ich sagen, dass die Brille alleine den hohen Preis nicht wirklich rechtfertigen würde, zwei Punkte machen aber doch einen riesigen Unterschied:

1. Die Controller. Die Knuckles sind einfach fantastisch, das beste Steuerungsgerät, was ich jemals in den Händen gehalten habe. Man umschließt den Griff mit der Hand, befestigt die Hand mit der Schlaufe und kann dann „loslassen“. Das heißt die Hand ist mit der Schlaufe fest mit dem Controller verbunden und man kann die Hand komplett öffnen, ohne den Controller zu verlieren. Dies führt dazu, dass man in Spielen sehr realistische Handbewegungen durchführen kann, bei denen man alleine mit dem Greifen nach dem Controller das Greifen im Spiel simulieren kann. Das heißt ich greife mit meiner Hand den Controller und meine Hand im Spiel greift genau so nach dem Gegenstand. Das ist ein unheimlicher Aha-Effekt. Dabei wird jeder Finger einzeln getrackt, der Daumen liegt entweder auf dem Touchpad in der Mitte der Oberfläche, das zudem den Druck des Daumen auf das Pad misst, außerdem steuert man mit dem Daumen den Analogstick und die Buttons. Der Zeigefinger liegt hinten auf einem Trigger, die anderen drei Finger am Schaft, hier ist das Tracking am Schwierigsten, das heißt ab und zu rutscht mal der Ringfinger mit wenn man nur den Mittelfinger bewegt, aber das hat man schnell raus. Zudem wird auch noch der Druck des Greifens am Schaft gemessen, das heißt je nachdem wie fest ich zudrücke, überträgt sich dies ebenfalls auf das Spiel. Das heißt ich kann eine Dose nur in der Hand halten, ich kann sie aber auch zerquetschen. Oder werfen. Und werf sie dann genau so wie in Wirklichkeit, das heißt ich öffne die Faust und die Dose fliegt. Unheimlich befriedigend. Und ich kann mir soviele Einsatzmöglichkeiten dieser Technik vorstellen.

2. Die Kopfhörer. Beziehungsweise Lautsprecher. Eigentlich beides. Denn die Kopfhörer befinden sich nicht im Ohr oder liegen auf diesem drauf, sondern „schweben“ leicht über dem Ohr. Das ist zum einen toll, weil man keine heiße Ohren bekommt und auch aus Hygienegesichtspunkten ist das ein Vorteil, trotzdem war ich zuerst skeptisch. Aber obwohl die Dinger nur überm Ohr liegen, machen sie einen fantastischen, direkten 3D-Sound, der mich echt geflasht hat. Und das Erstaunliche ist, dass meine Frau, die 2 Meter weg stand, fast nichts gehört hat, obwohl es sich ja eigentlich um Lautsprecher handelt und ich sie ordentlich aufgedreht hatte. Auf der anderen Seite konnte ich meine Umwelt noch gut hören. Also die Soundthematik habe ich noch nie so gut gelöst gesehen, absolut genial.

Ich bin bislang wirklich sehr angetan. Das liegt auch daran, dass Half-Life Alyx wirklich ein fantastisches Spiel ist. Das beste VR-Spiel aller Zeiten, klar. Aber für mich auch das beste Spiel des Jahres und eines der besten aller Zeiten. Ich würde aber später mal, wenn ich weiter bin, nochmal ausführlich berichten, denn dieses Spiel hat wirklich alles, ich habe am Anfang erstmal 30 Minuten auf dem Balkon gestanden, habe Farbdosen geworfen, Stühle zurechtgerückt und Tauben verscheucht. Ich konnte nicht fassen, dass ich wirklich mit nahezu allen Gegenständen genau so interagieren konnte wie ich wollte. Als dann der erste riesige Strider an mir vorbei zog bin ich fast komplett erstarrt vor Schreck, das Dröhnen in den Ohren, das Vibrieren der Geräte und der visuelle Eindruck, dass da tatsächlich gerade ne 80 Meter hohe Maschine auf mich zukommt ist schwer zu beschreiben. Und das war wie gesagt in den ersten 20 Minuten. Ich will aber wie gesagt nochmal separat was dazu schreiben.

Aber auch andere Spiele machen einfach nur Laune, ich habe Stunden mit Tischtennis verbracht, weil die Physik so gut umgesetzt wurde, dass es nicht wie eine Tischtennissimulation wirkt, sondern wie Tischtennis. Das heißt meine Rückhand mit Unterschnitt, die schon früher im Schwimmbad gut war, ist es hier immer noch. Meine Vorhand Topspin ist immer noch schwach. Durch das Raumtracking kann man sich innerhalb der 2 x 2 Meter genau so am Tisch bewegen, wie man es braucht, nahe ran beim Stoppball oder nach hinten um defensiv zu spielen. Und die Online-Gegner, die man trifft, kann man einzig an ihrer Schläger- Controller- und Kopfhaltung ziemlich gut lesen und erkennen. Ein Schulterzucken, Kopfschütteln, joviales Nicken, selbst wenn man den Livechat ausstellt kann man erstaunlich gut nonverbal kommunizieren.

Also insgesamt bin ich sehr angetan und in Verbindung mit Half-Life begeistert. Dieses Spiel ist ein Meilenstein. Ob einem die Anschaffungskosten das Ganze wert sind, muss jeder selbst entscheiden, die Controller sind mit 300 € sauteuer, aber auch wirklich sehr genial. Die Brille an sich ist nur eine leichte Verbesserung, in Verbindung mit dem genialen Soundsystem, dem sehr genauen Tracking und den perfekten Controllern aber ein rundes Gesamtpaket .

P.S. Positiv erwähnen muss man noch den Steam Support , egal um was es geht, meistens hat man innerhalb von Minuten eine Antwort. Gerade bei einem Gerät für Enthusiasten ist der Support ja nicht so unwichtig, in Foren habe ich schon gelesen, dass Leute sofort nen neuen Controller geschickt bekommen haben, nur weil ihr Trigger etwas geknarzt hat."

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Hat jemand die Oculus Quest 2 schon ausprobieren können? Bin lockdown-frustriert und will mir mit der gesparten Kohle (Essen gehen, Reisen, Konzerte etc.) ein unnötiges nice-to-have Gadget gönnen.

Die Q2 sehen ja viele als sehr geiles Gerät, die zu ihrem relativ günstigen Preis (und als Standalone Gerät, das keinen PC oder keine PS4 erfordert) den Übergang von VR von Early Adoptern zum Massenmarkt einläuten könnte.

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Nach Mittagspausenrecherche werde ich wohl eh warten müssen, bis das Datenschutzthema gelöst wird vom Bundeskartellamt oder findigen „IT Spezialisten“. Keine Lust, mir dafür wieder einen Facebook Account anzulegen.

Ich hab heut Morgen spontan ne HP Reverb G2 via Mediamarkt-Ebayshop für 399 Euro erstanden. Ohne Controller, da sie nur für den Einsatz im Racing und vllt MSFS ist und jetzt bin ich schon ein wenig aufgeregt, wie es sich anfühlt. Wird Zeit, dass T300 mal wieder zu entstauben.