Eier hier nur auf Platz 2:
An wen muss man seine Seele verkaufen, um sowas angezeigt zu bekommen?
Bring!-App
Wie gehts dir eigentlich mittlerweile? Hat das geklappt mit dem nach Hause kommen?
Ey. Ich verschiebe das gleich alles in den Spotify Listen Thread.
Als ob du wüsstest wie das geht. ![]()
Irgendwo nen Doppelklick machen.
„Sixty percent of the time, it works every time."
Doppelklick ist auch sooo frühes 21. Jahrhundert. Sogar hier wurde die Effizienz im Laufe der Jahre um 50% gesteigert, ein Klick reicht und der Zeigefingermuskel, der flächendeckend noch der einzig trainierte war, verkümmert ebenfalls zusehend. Wenn jetzt noch das Wichsen automatisiert wird, enden wir alle als Haufen unförmiger Masse.
Vielleicht sollte ich dystopische Romane schreiben.

Das’ lieb, danke der Nachfrage! Ja, das mit den Treppen hat gut geklappt. Hatte Hilfe dabei, aber die war eher hilfreich für den Kopf, mit Geländer ging’s dann so halbwegs alleine.
Muss nachher zum Verbandswechsel fahren, also nochmal Treppen runter und hoch, diesmal bin ich da aber weniger nervös. Kollege kommt trotzdem nochmal zum helfen, weil’s bisschen glatt ist.
Ansonsten muss ich aber sagen, dass diese ganze Prozedur körperlich und mental anstrengender ist, als ich gedacht hätte. Klar, bin schon davon ausgegangen dass ich mich zum regenerieren reinhängen muss und dass es auch schmerzhaft wird, aber wie intensiv die Schmerzen sein würden und wie unangenehm es sich dann letzten Endes anfühlt doch komplett hilflos zu sein, das hätte ich so nicht gedacht. Vielleicht ein Segen, dass ich da so naiv rangegangen bin.
Mir hat’s vor 4-5 Jahren beim Training mal die Kniescheibe rausgehauen, ist aber gleich wieder reingeflitscht. Also, zum Glück nicht so 'n Fall, bei dem dir Uwe vonner Grillstube das Teil wieder reindrücken muss. War beim Arzt, dann beim MRT, Scheibe hing dann damals schon auf Kante, habe Anweisungen für spezielle Geräte im Fitnessstudio bekommen, sowie den Hinweis mehr Fahrrad zu fahren, beides um die Zentrierung der Kniescheibe zu fördern und wenn weiter Fußball, dann nur noch mit Sportbandage. Wie alte Männer das halt so machen.
Ging auch paar Jahre gut, aber so richtig geil wurd’s nie. Immer mal Schmerzen beim Hänge laufen, beim hinsetzen richtiges Knirschen im Knie, jedes Mal auf der Arbeit beim in die Hocke gehen gemerkt, wie das Ding durch die Gegend flitscht. Manchmal sogar schon bei 'ner schnellen Drehung nur im Stand.
Dementsprechend wie bestellt wieder beim Training die gleiche Geschichte. Dieses Mal mit Gegenspieler, hat mir 'n Bein reingestellt, dabei hab ich mich blöd verdreht. Der arme Kerl hat immer noch 'n schlechtes Gewissen und fragt, wie’s mir geht. Musste ihm zig Fach versichern, dass ich schon vorher im Eimer war, der arme Kerl denkt, er hätte mich kaputt gemacht. Aber wäre früher oder später sowieso passiert.
Insofern war ich ganz froh dieses Mal bei einem Arzt gelandet zu sein, der mir die drastische Variante angeboten hat. Man kompensiert diesen unangenehmen Zustand einfach irgendwie durch unnatürliche Bewegungen und merkt es irgendwann gar nicht mehr. So ätzend es also im Moment gerade ist, ich bin hoffnungsvoll dass ich mich dann “danach” wieder einigermaßen normal bewegen kann.
Aber in’s KH zu fahren hatte schon etwas makaberes. Man nimmt seine eigenen, vorher verschriebenen Krücken mit, stellt sie in die Zimmerecke und räumt alles was man braucht in seinen kleinen Nachttisch, weil das das einzige ist, was man für ein paar Tage vom seinem Bett aus erreichen kann - und dann sitzt man da und wartet.
Danach habe ich dann von drei verschiedenen Leuten gehört wie furchtbar es werden wird, wenn sie mir da die Drainagen rausziehen. Also habe ich da direkt die nächste Paranoia entwickelt.
Mein flatmate Peter musste sich das ganze auch so oft anhören, dass er panisch den Raum verlassen hat, als es dann soweit war.
Nach drei Tagen dort im Bett rumliegen wollte mir dann eine freundliche Dame zeigen, wie ich am besten mit den Krücken laufe. Kurz zum ersten Mal seit langer Zeit an die Bettkante, einen Moment hingestellt - sofort schwarz vor Augen, schwindelig, kotzübel. Also erstmal 'ne halbe Stunde an der Bettkante abgehangen. ![]()
Wahrscheinlich die Mischung aus der langen Immobilität, der OP und der permanenten Zufuhr an harten Schmerzmedikamenten. Nach kurzer Rast dann mal 20 Meter zum Kaffeemautomaten und zurück, komplett fertig und verschwitzt. War richtig überrascht, wie schnell der Körper in so ‘nen hilflosen Zustand verfällt. War ja nun eigentlich kein langer Zeitraum, den ich da lag. Aber wie gesagt, kam wohl alles zusammen. Die KG sagte, die Patienten die am häufigsten kollabieren sind junge Fußballer, Anfang bis Mitte 20, einfach aus Selbstüberschätzung.
Ansonsten, joa, wieder Zuhause dann das elektrische Gerät eingestellt bekommen welches Mummel erwähnt hatte, welches mein Knie für mich “durchbewegt”, damit es nicht versteift. Dann dreht man hier gelegentlich seine kleine Runde und gut is. Ekelig ist das aufstehen, wenn dir das Blut da reinschießt. Widerlich. Aber sonst kann’s dann hoffentlich nur besser werden!
Honourable mentions nochmal an Peter - meinen freundlichen, 74-jährigen Zimmernachbarn. Hatte den einen Tag da im KH Geburtstag und eine der Schwestern hatte das 'nen Tag vorher im Zimmer erwähnt. 'Nen Morgen drauf hör ich’s dann rumpeln und wackeln und sehe, dass Peter sich mit seiner neuen Hüfte an mein Bett quält und sagt:
“Alles Gute! Wollte dir 'ne Karte machen, aber hatte nur das! Werd schnell gesund!”
Liebevolle Grüße auf einem Bierdeckel.
Fand ich irgendwie total nett. War wirklich 'n ganz lieber, hoffe der kommt wieder auf die Beine und hat noch 'n paar nette Jahre Zuhause.
Ha! Danke für lange und amüsante Antwort.
Ich hab den Thread eigentlich geöffnet, um mich zu beschweren, dass ich wider besseren Wissens schon wieder von diesen verfluchten Habanero Chips gegessen habe, die hier seit ein paar Tagen offen rumliegen.
Aber jetzt denke ich, ich fahr ganz gut mit nur ner brennenden Fresse. Weiterhin viel Erfolg bei der Reha. Hoffentlich wird’s tatsächlich besser als vorher.
PS: Meine Frage nach deinem Wohlbefinden war auch nicht ganz selbstlos. Lese deine Posts immer ganz gerne und dachte ich tue mir und dem Forum mal was gutes.
Wie gehst du damit um, das Bein belasten zu müssen? Bei mir waren mal beinahe die Bänder im Sprunggelenk durch. Die Schiene trug ich danach beim Tennis bestimmt noch ein Jahr danach, weil ich Angst hatte, wieder umzuknicken.
Da haste aber Glück, kann dir den Vergleich anbieten, Bänder am Sprunggelenk sind mir auch schon alle durchgerissen. ![]()
Allerdings am anderen Bein und auch schon 'ne gute Weile her, bestimmt 14-15 Jahre. Aber naja, das Zeitgefühl … irgendwann um den Dreh.
Damals auch beim Fußball, in der Halle. Hängengeblieben, kleiner Castlevania 8bit Peitschensound und sofort die Melone im Schuh. ![]()
Das hat auch damals ewig gedauert, bis das abgeheilt war. Hätte ich auch behandeln lassen können, aber da war die Option den Körper das regeln zu lassen und nur dann und wann zu kontrollieren und das war dann auch okay.
Aber ja, auch 'ne Qual. Mit den gerissenen Bändern am Sprunggelenk konnte ich natürlich gar nicht auftreten, das war nur wochenlanges, einbeiniges an Krücken humpeln und Thrombosespritzen, bis dann mal irgendwann wieder 'ne minimale Belastung möglich war.
Die Stauung jetzt bei der Kniegeschichte geht zum Glück nicht bis in den Fuß, kann also normale Schuhe anziehen und auch das Bein belasten, nur eben in einem begrenzten Rahmen. Ich bin jetzt bestimmt beim laufen auch übervorsichtig, man will eben nichts “kaputt machen”. Morgen gibt’s 'ne flotte Physio-Runde, mal sehen was ich da für Tricks lerne. Wahrscheinlich hab ich da nach fünf Minuten schon unter Private Paula-esken Anfeuerungsrufen auf dem Rücken liegend das vernarbte Knie im Maul. ![]()
Abgesehen davon verstehe ich was du meinst, wenn du sagst dass du die Schiene noch lange getragen hast. Vieles ist einfach Kopfsache. Ich hab damals auch 'ne Sportbandage für das Sprunggelenk verschrieben bekommen, hab damit auch ein paar Wochen gespielt aber für mich selber das Gefühl gehabt, dass die Bandage meinem Fuß im Schuh eher noch Platz nimmt und ich eher Gefahr laufe damit umzuknicken als ohne.
Ob das wirklich der Fall war oder ich mir das eingebildet habe, keine Ahnung. Ich hab sie dann aber nach ein paar Wochen wieder ausgezogen, war erstmal ein bisschen vorsichtig, habe aufgepasst dass man, manche Spielfelder sind ja nicht Optimal gepflegt, nicht in irgendwelche Schlaglöcher tritt und irgendwann hat man dann wieder genug Grundvertrauen in den Körper, dass es auch wieder unbeschwert funktionieren kann Sportarten wie Fußball oder Tennis zu betreiben, denke ich mal.
Wie gesagt, das ist lange her und der Fuß ist definitiv instabiler als der andere, das merkt man schon und den Originalzustand bekommt man natürlich nicht zurück. Bin aber im Laufe der Jahre durchaus auch schon wieder einige Male mit dem Ding umgeknickt, schlimmeres ist seitdem dann jedoch nicht mehr passiert.
Fixieren darf man sich darauf dann aber auch nicht zu sehr, passieren kann nun mal immer irgendwas. Wenn du den Sport genießt, keine Schmerzen hast und es schaffst, den Kopf für’s wesentliche freizubekommen, dann gib ihm! ![]()
Ach, und danke jouston, wirklich sehr freundlich!
Bin ja eher passiv und wenn man mich mal aus’m Loch kriechen sieht heule ich nur im HSV-Topic rum, aber Sofacoach ist wirklich so mein letztes, geliebtes Internethinterzimmer aus “vergangenen” Zeiten, in dem ich ohne mich groß einklinken zu müssen einfach interessante Diskussionen von Leuten verfolgen kann die ich alle respektiere und aus dem ich auch immer gerne viel an Meinungen und Informationen mitnehme.
Und dann hauste hier random so 'n .jpg von deiner Narkosefratze rein und es entsteht ein geschlossenes Spalier von “Get well soon!”-Daumen. Das ist schon sehr freundlich. Dies ist ein guter, respektvoller Ort.
Boah das Video sieht krass aus. Anhand der ersten Berichte ging ich allenfalls von einem Riss aus. Wohl ein Riesenglück, dass das nicht während den Öffnungszeiten passiert ist.
Die armen Fische, da waren 1’500 drin. Wir waren vor ein paar Jahren da, haben es afgrund der vielen anstehenden Menschen nur von aussen betrachtet.
„Alle rund 1500 Fische, die dort lebten, seien nun nicht mehr im Wasser.“ so kann mans auch formulieren, dass 1500 Fische elendig verrecken, weil die Leute immer noch denken, sie müssen sich eingesperrte Wildtiere ansehen um „etwas über sie zu lernen“.




