Apropos Lockdown:
Das Corona-Dashboard des RKI hat ein Update bekommen und nun kann man sich mit noch mehr schön aufbereiteten Statistiken die Zeit vertreiben.
Unter anderem gibt es nun auch eine Aufteilung der Daten nach Bundesländern. Was auffällt: Es gibt Regional deutliche Unterschiede wie sich der aktuelle Lockdown-Light auf die Zahlen auswirkt. Vor allem die städtisch geprägten Bundesländer wie Berlin, Bremen und Hamburg, sowie zudem das Saarland haben eine deutliche Abschwächung erfahren. Andere stagnieren auf hohem Niveau, was in etwa die gesamtdeutsche Entwicklung widerspiegelt. Als dritte Gruppe treten dann die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und vor allem Thüringen auf. Dort steigen die Zahlen unbeeindruckt und munter an.
Woran kann das liegen? Tendenziell hatten die ostdeutschen (und norddeutschen) Länder ja eher geringe Inzidenzwerte. Kommt nun die zweite Welle dort erst später an? Oder wirken die getroffenen Maßnahmen dort noch schlechter?
Blöde ZEIT hat keine vernünftige Einbettung ohne das Pop-Up, aber egal. In diesem Artikel sind ein paar Erklärungsansätze:
https://www.zeit.de/2020/50/coronavirus-sachsen-hotspot-michael-kretschmar-regeln
Wir reden die ganze Zeit darüber, was andere In Zeiten der Pandemie immer „ falsch“ machen.
Aber Hand aufs Herz, wer von Euch hat sich im Nachgang schon mal gedacht, heute war ich zu leichtsinnig und habe die ganzen Vorsichtsmaßnahmen nicht eingehalten.
Ich arbeite in einem Krankenhaus (Psychiatrie), und selbst dort werden mancherorts die Sicherheitsvorkehrungen nicht immer 100 % umgesetzt.
Wir haben zum Beispiel die Vorgabe, dass nicht mehr als drei Personen zugleich in Dienstzimmer sein dürfen, was nicht selten überschritten wird. Lüften tun wir schon regelmäßig, und der Mundnasenschutz wird auch überwiegend getragen, aber nicht immer.
Zudem habe ich Mitarbeiter, die sich recht häufig und innig begrüßen, wenn sie in den Dienst kommen. Sie werden dann zurechtgewiesen, aber ich erwische mich auch selbst, dass ich den Mundnasenschutz nicht immer 100-prozentig richtig trage.
Im Privaten treffe ich nur regelmäßig 1-2 bestimmte Menschen, welche mit Sicherheit auch hier und da noch weitere Menschen treffen, und die Sicherheitsvorkehrungen wohl nicht 100%ig eingehalten werden. Ich denke, das kennt jeder von uns. Somit ist da auch eine Lücke, die regelmäßig genutzt wird. Heute treffe ich mich mit dem, morgen mit dem, der wiederum ist vertraut mit dem und so weiter und sofort.
Dazu kenne ich welche, die auch in diesen Zeiten mal eben über die Grenze fahren, um zB bei den Brüdern von Venlo einzukaufen.
Wo habt ihr Euch schon ertappt?
Ich hatte am Wochenende schon ein paar Mal Situationen, bei denen ich entweder bei Freunden zu Hause war oder Freunde zu Hause hatte, bei denen ich auch sicher bin, dass die sich nicht wirklich an die Regeln halten. Zum Glück gab es keine Infektionen in unserer Runde, aber ich bin mir sicher, dass wir uns alle angesteckt hätten.
Ich denke, es ist wirklich schwierig über lange Zeit Niemanden zu treffen und auch am Wochenende mehrheitlich alleine zu sein. Letztendlich hilft es aber schon, wenn man so oft wie möglich aufpasst und sich nicht völlig dem Risiko aussetzt. Das ist schon mal besser als gar nichts.
Ganz ehrlich, ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich nicht daran gehalten habe. Ich verlasse die Wohnung bereits mit aufgesetzter Maske, auf dem Weg zur Bushaltestelle kommen mir da viele Menschen entgegen. Wenn ein Bus gut besetzt ist, warte ich auf den nächsten. Soziale Kontakte haben wir seit Wochen keine, beschränkt sich alles auf Facetime. Das Weihnachtsfest mit den Familien haben wir abgesagt, die Weihnachtspakete sind per Post unterwegs.
Mich erstaunt ein wenig, dass das bei euch im Krankenhaus geschieht. Ich kenne ein paar Leute, die im Krankenhaus arbeiten, meine Frau eingeschlossen. Sowas kommt da nicht vor, da wird extrem darauf geachtet.
Nun, wenn ich am PC sitze und dokumentiere, dann zieh ich die Maske schon mal unters Kinn, und vergesse sie dann im Anschluss, wieder hochzuziehen.
Aber die Mitarbeiter muss ich immer wieder anhalten, dem nachzukommen. Und das zieht sich bezüglich des Alters durch alle zwischen 25 und 40. Das Alter macht nicht wirklich besonders Weise, aber jammern auf, wenn irgendwo im Haus ein Kollege infiziert ist, dass man nicht geschützt sei.
Übrigens, hier mal erhobene Daten aus dem Contact-Tracing aus meinem Kanton:
52.7% unbekannt
28.4% Familie
7.1% Arbeitsplatz
4.5% Bekannte/Nachbarn
2.5% Veranstaltung privat
2% Einreise aus Ausland
…
…
0.1% Restaurant
Wieso genau werden also so strenge Massnahmen im Gastro-Bereich beschlossen?
Die 52.7% scheinen mir wie die Suche nach der dunklen Materie zu sein.
Wie man aus dem ersten Diagramm sieht, weiss man bei 52% der Fälle nicht, woher die Ansteckung kam. Die Familienansteckungen kann man deswegen besser zurückführen, weil da der Personenkreis ziemlich klein und immer gleich ist.
Man weiss ausserdem, dass die riskantesten Orte die sind, wo viele Menschen auf engem Raum zusammensitzen, wie z.B. in der Gastronomie. In der Schweiz ist vielerorts die Gastronomie schon ziemlich stark eingeschränkt, da können sich also momentan gar nicht so viele Leute anstecken.
Aus der Statistik abzuleiten, dass die Schliessung der Restaurants schwachsinnig ist, finde ich ziemlich abenteuerlich.
Woher weiss man das? Und warum gerade Gastronomie und nicht beim Einkaufen oder im ÖV oder sonst irgendwo, wo es viele Leute hat?
Also komm, wir brauchen jetzt nicht mit den grundlegenden Verbreitungsmechanismen des Coronavirus’ anfangen. Stellst du dich gerade absichtlich quer?
Viele Leute auf engem Raum = schlecht. Das gilt für ÖV, das gilt für Gastro, das gilt vermutlich auch beim Einkaufen. Alle drei haben gemein, dass man sich den Raum mit anonymen Fremden teilt und sich deswegen anschliessend nicht erinnert, mit wem man sich diesen geteilt hat. Und deswegen tauchen all diese Kategorien des öffentlichen Raums nicht in der Statistik auf, sondern nur Kategorien wie Familie, Arbeitsplatz, Schule, wo man einen definierten Kreis Sozialkontakte hat.
So einfach ist das nicht. Für mich stellt sich die Frage, ob die 7.1% Arbeitsplatz, 4.5% Bekannte, 2.5% private Ver., etc. den grössten Teil der 52.7% unbekannt ausmachen.
Mein Beispiel: Wenn ich aktuell infiziert werden würde, dann könnte das entweder a) privat sein, und ich müsste alle Leute, die ich getroffen habe fragen, ob sie Symptome hatte und/oder sogar einen Test gemacht haben oder b) am Arbeitsplatz sein und ich müsste herausfinden, ob und wer auch in der Firma Symptome hatte und sich hat testen lassen und wie das Ergebnis war und c) innerhalb meines Hauses alle Mieter nach Symptomen und Tests befragen und erst dann, ja, wenn dann immer noch keiner gefunden wurde, würde ich am Ehesten darauf schliessen, dass ich es beim Einkaufen, im ÖV, auf der Strasse oder beim Bier am Tisch draussen eingefangen habe, wobei ich schwer auf ÖV tippen würde, weil ich da am Längsten mit Leuten im gleichen Raum war.
Es wäre also schon mal äusserst schwierig, überhaupt die top 4 Orte zu prüfen. Man darf nicht vergessen, dass viele immer noch symptomfrei sind und nie getestet wurden.
Ich weiß jetzt nicht wie das bei euch ist mit der Regelung, aber dass sich 0,1 Prozent in der Gastro infizieren die seit 4 Wochen zu ist ist ja nun sicher nicht überraschend, wenn, nunja, niemand dort ist? Ich verstehe nicht wieso du dich daran immer wieder so aufhängst. Der öffentliche Nahverkehr und einkaufen sind sicher auch eher überlebensnotwendig für jeden der lebt weil er Nahrung und Wasser zu sich nimmt bzw diese auch nur besorgen kann wenn er da hin kommt.
Gastro eben eher nicht. Und doch haben es überraschend viele geschafft auf Liefern und Abholen Service umzustellen was bei einigen hier vor Ort sogar noch mehr Kunden bringt. Und manche machen das eben nicht, vllt haben die es nicht nötig, keinen Bock oder wissen einfach nicht wie.
In der Schweiz gab es keinen Lockdown und keine Schliessungen von Gastro seit dem ersten Lockdown im Frühling. Nur eine Beschränkung, dass um 23:00 zu ist. Und seit da werden alle Gästedaten gesammelt und allfällige Infektionen sind in der Statistik oben erfasst. Wahrscheinlich ist die Rückverfolgbarkeit im Gastrobereich in der Schweiz sogar noch am Besten geregelt, weil man denen gleich mit Schliessung droht, wenn sie es nicht machen.
Man kann doch davon ausgehen, dass sich die unbekannten Fälle ähnlich verteilen, wie die bekannten. Es ist ja nicht so, dass es irgendwo noch einen engen heissen Raum gibt, wo alle Husten und den noch keiner kennt.
La Maison Derrière
Oder eben noch über die dunkle Materie.
Gibt es hier im Forum Leute, die sich mit Heilfasten auskennen? Ziehe es für mich in Erwägung.
Nicht aus gesundheitlichen Gründen bzw. aus einer bestimmten Lage heraus, sondern weil es glaube ich wirklich mal gut sein könnte zu entgiften.
Ganz nebenbei bin ich von mir selber genervt, was und wie viel ich mir an scheiße rein haue. Bei 1,91 und 87kg sollte man da jetzt nicht weinen, aber es war schon mal weniger Mist.
mit sieben Jahren weniger Rechtschreibfehler als ich, bravo!
Ich kann mir auch schon die Antwort von Kurz vorstellen:
Lieber Jakob,
vielen Dank für deinen lieben Brief. Ich muss Dir leider sagen, dass wir hier keine Ausnahme machen können. Der Nikolaus und der Krampus sind nicht von hier, sie leben am Nordpol und haben noch nicht einmal einen österreichischen Pass. Wir müssen leider nach derzeitigem Ermittlungsstand davon ausgehen, dass der Nikolaus das Virus in Österreich eingeschleppt hat. Wenn du Hinweise zu seinem derzeitigen Aufenthaltsort hast, so schreib mir gerne einen Brief an migrantenwatch@babyhitler.com
Habe die Ehre
Sebastian


