Take me out to the Ballgame - MLB und Baseball

Diese Woche gab es eine kleine Vorschau auf das, was uns in der Postseason erwarten dürfte.

Die Braves und Dodgers, beide klar führend in ihrer Division, hatten eine 3 Game Series in Atlanta.

Spiel 1 ging mit 4:3 an die Braves, die im 8. Inning den entscheidenden Run erzielen konnten.
Spiel 2 ging mit 6:5 ebenfalls an die Braves, dank eines Walkoff Hits durch Ha-Seong Kim, der dieses Jahr einer der schlechtesten Spieler überhaupt ist (33 Spiele, 0.088 Batting Average, -22 OPS+). Es war sein erster Hit seit Anfang Juni.

und gestern Nacht schließlich das große Finale, passenderweise zwischen den beiden Aces Yamamoto und Chris Sale, die sich gegenseitig nichts schenkten.

Am Ende stand ein 1:0 für die Braves, weil Sale seinen ersten complete game Shutout seit 2019 und zwischenzeitlich gegen Ohtani sogar zum ersten Mal seit 2018(!) wieder einen Fastball mit 100+ Meilen pro Stunde wirft. Da konnte ihn auch die Umpire Fehlentscheidung am Ende nicht mehr aus der Ruhe bringen.

Die Braves stehen jetzt bei 79-55 und damit nur noch einen Sieg hinter den Dodgers. Die Brewers stehen zurzeit bei 83-51. Nur die beiden bestplatzierten Mannschaften bekommen ein Bye für die Wildcard Runde, das schlechteste der drei Teams muss in der WC antreten

1 Danksagung

Vor kurzem fanden die Gedenken anlässlich des Terroranschlags vom 11. September vor 25 Jahren statt. Baseball war damals die erste Sportart, die den Spielbetrieb wieder aufnahm und ein Stück Ablenkung und Normalität in die Leben der Menschen brachte.

Darüber gibt es jetzt eine ziemlich emotionale, 90-minütige Dokumentation die ich nur empfehlen kann:

https://www.mlb.com/video/when-america-took-the-field-x0774

Ich fand sie wirklich gut und musste an mehreren Stellen die ein oder andere Träne verdrücken. So dunkel sie anfängt, so schön und gleichzeitig traurig ist sie am Ende irgendwie auch. Der Trailer dazu wird dem ganzen gar nicht so ganz gerechet:

Generell ist die 2001er Saison gefühlt die „most memorable season“ in der jüngeren MLB Geschichte. Obwohl ich damals noch keinen blassen Schimmer von dieser Sportart hatte, habe ich so viele Bilder und Stories im Kopf.

  • Barry Bonds bricht den single Season Home Run Rekord
  • Ichiro debütiert in der MLB und wird gleich in seiner ersten Saison zum MVP gewählt
  • Die Mariners stellen mit ihm den Single Season Win Record mit 116 Wins auf und das obwohl Alex Rodriguez in der Offseason zu den Rangers abwandert
  • Albert Pujols schlägt in seiner Rookiesaison 37 Homeruns
  • Mit Randy Johnson und Roger Clemens gewinnen zwei All Time Greats die Cy Young Awards und beide trafen auch noch in der World Series aufeinander
  • Last Ride der beiden Franchise Legenden und Hall of Famer Cal Ripken Jr. und Tony Gwynn
  • Die ganze 9/11 Symbolik, Piazzas Homerun, Samy Sosa trägt die US Flagge, Bush wirft nen First Pitch Strike usw.
  • Derek Jeter mit dem legendären Flip Play an Home Plate in den Playoffs gegen die Oakland Athletics
  • Jeter wird mit einem Walkoff Homerun in Game 4 kurz nach Mitternacht zu „Mr. November“
  • Die vielleicht beste World Series aller Zeiten zwischen den Yankees und Diamondbacks, mit mehreren Late-Inning Comebacks und natürlich dem Walkoff von Luis Gonzales in Game 7 gegen Mariano Rivera, dem bis heute letzten Championship Winning Walkoff in den Playofs.

Aber so schön die Vergangenheit war, gucken wir doch mal in die Zukunft, denn die Mammut-Saison der MLB steht einmal mehr kurz vor dem Ende. Nächste Woche Sonntag ist der letzte Spieltag der regulären Saison und gerade in der American League ist wirklich noch alles offen:

Die Tampa Bay Rays werden überraschenderweise ziemlich sicher die AL East gewinnen und damit Heimvorteil bis zur World Series haben. Dahinter sind die Yankees bereits für die Wild Card qualifiziert, ebenso sollte es für die Red Sox bei einem aktuellen Vorsprung von 5 Spielen für die Postseason reichen. Genau wie letztes Jahr würde es beim derzeitigen Stand zum Wild Card Matchup zwischen den Yankees und Red Sox kommen - nice!
Doch auch die Blue Jays und Orioles haben noch alle Chancen, denn der Rest der American League sieht, naja, ziemlich mittelmäßig aus.

Die AL Central wird weiterhin vom Sensationsteam aus Chicago angeführt, welches aber zuletzt knappe Spiele gegen den direkten Verfolger aus Cleveland verloren hat und nach dem All-Star Break merklich an Schwung verloren hat. Ich hoffe wirklich, dass sie das Ding über die Ziellinie retten. Wäre am heutigen Tag Schluss, hätten die White Sox den #2 Seed und würden damit sogar die Wild Card Runde überspringen und erst in der ALDS einsteigen.
Die Tigers und Twins sind praktisch aus dem Rennen, auf Platz 5 steht die große Enttäuschung aus Kansas City denen ich wirklich mehr zugetraut hätte.

Wer dachte, die AL Central sieht schon mies aus, der sollte lieber gar nicht erst auf die AL West blicken. Hier könnte es sogar einen Divisionsieger mit negativem Record geben. Grund dafür sind die extrem enttäuschenden Saisons der Mariners und Athletics, gepaart mit der absoluten Durchschnittlichkeit und Langweiligkeit der Astros und Rangers. Am liebsten wäre es mir, wenn keiner aus dieser Divsion in die Postseason einzieht.

Beim Blick auf die Wild Card sieht man aber, dass die Astros/Rangers durchaus noch Chancen haben, die Guardians bzw. White Sox vom letzten Wild Card Spot zu verdrängen.
Sollten die Orioles oder Blue Jays hingegen noch den Sprung schaffen, würden 4 der 5 Teams aus der American League East in die Postseason einziehen, was einen neuen Rekord darstellen würde. Toronto hat mit Serien gegen die Rangers und Orioles vieles in eigener Hand.


National League

Die Rollen in der National League sind klarer verteilt.

In der NL East haben die Braves alle Trümpfe in der Hand um die Divison vor den Phillies zu gewinnen. Die wiederum sollten - sofern sie es seriös herunterspielen - über die Wild Card in die Playoffs kommen. Die größte Enttäuschung sind die New York Mets, die einmal mehr ihrem Image als Hertha BSC der MLB gerecht werden. Positiv hervorzuheben ist immerhin, dass man mehrere junge Talente in die Mannschaft einbinden konnte, mit denen man schon nächstes Jahr wieder angreifen kann.

Die Brewers sind und bleiben ein Phänomen und holen sich zum vierten Mal in Folge die Divisonkrone, etwas was in der gesamten Franchise Historie zuvor seit 1970 überhaupt nur 5x gelang. Dahinter werden die Cubs aller Voraussicht nach über die Wild Card in die Playoffs einziehen.
Die Pirates hatten auch bedingt durch Verletzungen eine schwache zweite Saisonhälfte und werden die Playoffs leider verpassen, vielleicht springt ja aber immerhin noch der erste Winning Record seit 8 Jahren heraus. Die Cardinals holten für ihre Verhältnisse viele Siege und landen wahrscheinlich vor den enttäuschenden Reds.

Die AL West ist ziemlich klar strukturiert: Die Dodgers gewinnen die Division und haben wahrscheinlich ein Bye in der Wild Card Round. Dahinter platzieren sich die Padres und Diamondbacks. Während San Diego den letzten Wild Card Platz belegt, ist Arizona der erste Verfolger. 4 Siege Unterschied sind zwar eine Menge Holz, aber wenn man auf das Restprogramm schaut, ist noch alles drin: Arizona spielt noch gegen die Yankees und bei den Rockies, die Padres spielen gegen die Marlins und anschließend ein 3-game Set bei den Dodgers. Zum Abschluss der Saison treffen beide Mannschaften im direkten Duell 3x aufeinander. Möglich also, dass wir hier am letzten Spieltag ein erstes „Playoff“ Spiel haben.
Die Giants enttäuschen auf ganzer Linie, während die Rockies wie zu erwarten das schlechteste Team der MLB stellen.

Bis auf das ausstehende Duell Padres/D-Backs stehen die Teilnehmer für die Postseason in der NL also quasi fest. Mit Ausnahme der Braves (für die Reds) wären das nach aktuellen Stand auch die gleichen Teams wie im letzten Jahr. Stand heute sieht das Bracket wie folgt aus:

sollten die Padres die Phillies noch überholen, gibt es sogar die Möglichkeit auf eine ziemlich gute Spiegelung aus dem Vorjahr. Damals traten die Cubs gegen die Padres in der Wild Card aufeinander, der Sieger (Cubs) ging zu den Brewers. und im anderen Bracket hätte man die Möglichkeit auf ein Rematch der letztjährigen NLDS zwischen den Phillies und Dodgers, wo Philadelphia ja noch einiges gutzumachen hat. Auch ein Rematch in der NLCS zwischen den Dodgers und Brewers ist dieses Jahr wieder möglich.

Halten wir also fest:

  • Die American League ist sehr schwach, aber noch ziemlich offen
  • Die National League ist sehr stark, aber ziemlich entschieden
  • In der National League traue ich jedem der 6 Teams einen Run zur World Series zu, auch wenn die Dodgers natürlich wieder Favorit sind
  • In der American League geht es wahrscheinlich hauptsächlich über die Yankees und Rays

Dienstag am 29. September gehts los mit der Wild Card Runde.

2 Danksagungen

Das dürfte eine der schlimmsten Aussagen sein, die ich von einem Sportler über seine Leistung gehört habe.

Guerrero ist in Jahr 1 seines 14-jährigen Vertrags über $500m und hat fast die komplette Saison gebraucht, um seinen ersten Homerun im Heimstadion zu schlagen. Wenn das sein Mindset, dann gute Nacht Blue Jays

Game 162!
Wir sind am Ende der regulären Saison angelangt. und heute Abend geht es sowohl in der AL, als auch in der NL noch um alles.

In der AL West entscheidet sich, ob die Houston Astros oder Texas Rangers in die Playoffs einziehen werden. Houston spielt auswärts bei den Athletics und hält zusätzlich noch den Tiebreaker, sollte es einen Gleichstand mit den Rangers geben.
Die Rangers spielen zuhause gegen die Minnesota Twins (76-85) und müssen auf einen eigenen Sieg + Ausrutscher der Astros hoffen.

Egal wie es ausgeht, noch nie hat ein Team mit einem ausgeglichenen oder negativen Record die Division gewonnen bzw. ist in die Postseason eingezogen.

Und auch zwischen den Mariners und Angels könnte sich noch historisches ereignen: Die Angels sind nämlich trotz ihres Schattendaseins die einzige Franchise ohne eine einzige 100+ Loss Season in ihrer Geschichte. Mit einer Niederlage heute wäre auch dieser „Rekord“ weg.

Die Cleveland Guardians konnten derweil gestern Nacht durch einen Sieg und eine White Sox Niederlage die AL Central gewinnen und werden somit in der Wild Card Runde ein Bye haben.

Die größte Überraschung könnte aber in der National League passieren. Dort erlebten die Philadelphia Phillies auf den letzten Metern nämlich einen kompletten Breakdown. Gegen die Brewers und Rays gingen die letzten 4 Spiele allesamt verloren, dabei erzielten die Phillies lediglich drei Runs und wurden insgesamt 3-23 outscored.
Weil die Arizona Diamondbacks gleichzeitig 6-1 gegen die Yankees, Rockies und Padres gegangen sind, besteht heute die Chance, dass die D-Backs mit einem Sieg bei den San Diego Padres die Phillies noch überholen können, sollten diese ihr letztes Spiel gegen die Rays verlieren.

Selbst wenn die Phillies sich irgendwie in die Postseason retten sollten, ist die Stimmung dort derzeit komplett am Boden weil das Team in der Krise steckt. In der Wild Card Runde würde es zunächst zu den Atlanta Braves gehen und anschließend gegen die LA Dodgers. Schwer vorstellbar, dass Philadelphia das Ruder noch einmal herumreißen kann.

Nach derzeitigem Stand sieht das Bracket wie folgt aus, wobei die Astros (#3) noch durch die Rangers ersetzt werden könnten und die Phillies (#6) noch den Diamondbacks weichen könnten:

Emotional wurde es gestern in Detroit: Justin Verlander hat das letzte Spiel seiner Karriere gespielt und wurde am Ende von seiner Tochter vom Mound geholt.

Mit ihm geht einer der größten Pitcher aller Zeiten. Cy Young, MVP, World Series Champion, 3x No Hitter, Nummer 8 All-Time in Strikeouts und eine Karriere, die sich über 21 Jahre spannte. In seinem letzten Spiel pitchte er gegen Konnor Griffin, der 2006, also nach seinem Debüt in der MLB geboren wurde.

Mit nur 10 Strikeouts hinter Verlander auf der All-Time Strikeout Liste steht übrigens Verlanders alter Rivale Max Scherzer. Ob dieser noch ein Jahr dranhängen oder den Handschuh an die Wand nageln wird , ist noch offen.

Der große Gewinner der Saison spielt in Chicago:

Pete Crow Armstrong ist der siebte Spieler in der Geschichte, der die 40-40 Schallmauer durchbrochen hat. 40 Homeruns und 40 Stolen Bases in einer Saison gelangen vorher nur Shohei Othani, Ronald Acuna Jr, Alfonso Soriano, Alex Rodriguez, Barry Bonds und Jose Canseco.
Seine Baseball Savant Seite gab es so noch kein zweites Mal: Baserunning, Defense, Offense, er ist überall im Top 1% der Liga.

Mit gerade einmal 24 Jahren ist er der neue Superstar und wird am Ende mit ziemlicher Sicherheit seinen ersten MVP Titel bekommen und somit Seriensieger Shohei Ohtani ablösen, der aufgrund von kleineren Verletzungen etwas Spielzeit verlor und nicht ganz an sein außerirdisches Niveau der letzten drei Jahre herankam.

3 Danksagungen

Die Sensation bleibt aus. Philadelphia schafft es mit letzter Kraft und einem 7-3 Sieg über die Rays noch in die Wild Card. Dafür mussten sie allerdings Zack Wheeler „opfern“, der in der WC erst wieder in Spiel 3 starten könnte. Die Arizona Diamondbacks gucken zum dritten Mal in Folge kurz vor Schluss in die Röhre.

Die Astros gewinnen gegen die Athletics und gewinnen somit die AL West mit einem ausgeglichenen Record. Die Texas Rangers sind raus und warten somit seit ihrem World Series Titel 2023 weiter auf einen Einzug in die Playoffs.

Damit ist die Saison vorbei und wir haben…

OCTOBER BASEBALL

Die Playoffs starten mit einer Best of 3 Wildcard Runde, die Spiele werden alle im Stadion des höher gesetzten Teams stattfinden.

#5 Boston Red Sox (87-75) vs. #4 New York Yankees (93-68)

How they got here: Gleich in der ersten Runde bekommen wir zwei Rematches aus der Wild Card Runde des letzten Jahres. Eines davon ist Red Sox vs. Yankees, eine Serie die letztes Jahr fantastisch unterhalten hat und in der sich die New Yorker mit 2-1 durchsetzten. Beide Teams spielten vom Record her eine sehr ähnliche Saison wie letztes Jahr, mit dem Unterschied, dass die Red Sox am 2. Juli mit 37-48 schon fast aus dem Rennen waren, im Sommer aber unter anderem eine 15 Game Winning Streak hinlegten.

Stärken und Schwächen: Die Yankees müssen auf ihren Captain Aaron Judge verzichten, der sich eine Wadenverletzung zuzog und erst in späteren Playoffrunden zurückkehren wird. Bei den Red Sox herrschen ebenfalls Verletzungssorgen, mit Garret Crochet ist der beste Starter seit längerem verletzt, ein Comeback als Reliever in der Serie wäre aber möglich. New York hat die stärkere Rotation und auch das bessere Lineup, dafür kann Boston die späten Innings mit der Kombination aus Gerritt Whitlock und Aroldis Chapman besser abdecken und die vielen Leftys könnten den Yankees Probleme bereiten.

Players to Watch:
Boston: Adley Rutschman - Der Catcher kam an der Deadline von den Orioles und sah nach verhaltener Saison zum Ende der Saison richtig gut an der Platte aus. Er hat das Zeug, um ein lahmendes Red Sox Lineup zu erwecken.

New York: Cam Schlittler - Die letztjährige Wild Card Runde war seine Coming Out Party. Damals noch ein Rookie mit minimaler Erfahrung, bekam er den Start für das entscheidende Spiel 3 und pitchte sensationelle 8 Shutout Innings. Diese Form konnte er in seine erste volle Saison mitnehmen: Mit einem ERA von 1.95 ist er und nicht etwa Gerrit Cole oder Max Fried das Ace der Yankee Staff und bekommt den Start in Spiel 1. Er ist ein untypischer Pitcher, da er fast keinen Offspeed oder Breaking Ball wirft, sondern zu 90% einen Mix aus 4-Seam Fastball, Cutter und Sinker, die alle in verschiedene Richtungen brechen.

Mein Tipp: Das Lineup der Red Sox ist zu schwach, erst recht gegen das elite Starting Pitching. 2-0 Yankees

#6 Chicago White Sox (84-78) vs. #3 Houston Astros (81-81)

ALWC

How they got here: Unterschiedlicher könnten die Gemütslagen vor dem Aufeinandertreffen der beiden Teams kaum sein. Während die White Sox das erste Team der MLB Geschichte sind, welches nach mehreren 100-Loss Saisons direkt in die Playoffs einziehen, spielten die Astros eine größtenteils enttäuschende Saison und sind das erste Playoff Team in der Geschichte mit einem nicht-positiven Record - alles dank der äußerst schwachen AL West.

Stärken und Schwächen: Bombs away - die White Sox haben zwar Spieler mit extrem hoher Strikeoutrate, aber dafür auch entsprechende Power im Lineup. Mit Munetaka Murakami, Miguel Vargas und Colson Montgomery gibt es gleich drei Spieler, die über 30 Homeruns schlagen konnten.
Was Erfahrung angeht, könnten die Vorzeichen nicht unterschiedlicher sein. Mit Ex-Red-Sock Andrew Benintendi steht genau ein Spieler im Kader der White Sox mit längerer Postseason Erfahrung. Die Astros hingegen sind alte Hasen, Jose Altuve benötigt nur noch zwei Homeruns um Manny Ramirez zu überholen und der All Time Leader in Postseason HR zu werden.
Auf der Pitching Seite mangelt es beiden Teams an Starpower, so wurde bereits angekündigt, dass Spiel 1 für beide Teams ein Bullpen Game werden wird.

Players to Watch:
Houston: Yordan Alvarez - Der wahrscheinliche American League MVP der Saison. Er schlug schon in den letzten Jahren den ein oder anderen legendären Homerun in den Playoffs und blieb diese Saison endlich fit. Es gibt zurzeit keinen Schlagmann, der mit seinen 1.93m und 107 Kilo eine derartige „Aura“ an der Platte ausstrahlt.

Chicago: Munetaka Murakami - der neuverpflichtete First Baseman aus Japan ist der Herzschlag des Teams und Symbol für den Aufschwung bei den White Sox. Bei ihm bekommt man eigentlich nur drei Sachen: Strikeouts, Walks, oder Homeruns.

Miguel Vargas - es gibt ein legendäres Bild, als Vargas vor zwei Jahren vom Titelträger LA Dodgers zu den 121-Loss White Sox getradet wurde und er nach einer weiteren Niederlage entmutigt auf der Bank saß und wahrscheinlich über den Sinn des Lebens als White Sox Spieler nachdachte. Zwei Jahre später und Vargas hat endlich den Turnaround geschafft: Lange galt er als gescheitertes Talent, dieses Jahr zählte er mit 33 Homeruns zu den besten Offensivspielern der MLB.

Randal Grichuk - The Lefty Killer. In den Playoffs gibt es keinen besseren wenn es heißt, einen Linkshänder zu treffen. Auch wenn er nur ein 34-jähriger Benchplayer ist, wird sein Moment kommen.

Mein Tipp: Ich würde es den White Sox wirklich gönnen und sie sind „mein“ Team dieses Jahr. aber ich befürchte, am Ende setzt sich die Erfahrung durch. 2-1 Astros

#4 San Diego Padres (91-71) vs. #5 Chicago Cubs (89-73)

How they got here: Das zweite Wild Card Rematch aus der letzten Saison tragen die Cubs und Padres aus. Damals setzten sich die Cubs knapp mit 2-1 durch, allerdings hat San Diego dieses Mal den Heimvorteil und Petco Park gilt als Festung. Während die Cubs das Jahr über solide performten, sah es bei den Padres zwischenzeitlich so aus, als würden sie die Playoffs verpassen, doch mit einem Spurt in der zweiten Saisonhälfte holten sie sogar den ersten Wild Card Spot. Beide Teams mussten sich in der Division aber den 100+ Siegern aus Los Angeles und Milwaukee geschlagen geben

Stärken und Schwächen: Die Cubs sind ein Team der Gegensätze: Offensiv und auch in der Defense gibt es kaum ein besseres Team. Durch Verletzungen ist die Pitching Staff allerdings stark dezimiert und dadurch sind sie auf der Pitching Seite das schwächste Team in den Playoffs.
Allerdings sind auch die Padres nicht perfekt. Das Lineup ist in Ordnung, performt insgesamt aber nicht auf dem höchsten Level. Das Starting Pitching ist besser als bei den Cubs, aber nicht auf dem selben Niveau wie bei anderen Contendern. Lediglich der Bullpen ist traditionell stark besetzt, San Diego ist also weniger von seinen Startern abhängig und kann Inning 6,7,8 und 9 sorgenfrei abdecken.

Players to Watch: Chicago: Pete Crow-Armstrong - der MVP der abgelaufenen Saison und das neue Gesicht der MLB. Baserunning, Defensive im Center Field, Offensive, dieser Mann kann alles und hat gerade einer der besten Saisons der Geschichte gespielt. Sein 10.6 Wins Above Replacement sind unglaublich 3.8 mehr als der zweitplatzierte Bobby Witt Jr. / Yordan Alvarez.

San Diego: Mason Miller - wenn die Padres kurz vor Schluss führen, dann ist „Miller-Time“. 38 Saves sind Ligaspitze in der NL, mit seinem 1.67 ERA und einem Fastball der deutlich über die 100 Meilen pro Stunden hinausgeht ist er fast unhittable. In der gesamten Saison gelangen nur drei Homeruns gegen ihn.

Mein Tipp: 2-1 Padres

#3 Atlanta Braves (94-68) vs. #6 Philadelphia Phillies (88-74)

NLWC2

How they got here: Die Atlanta Braves führten das ganze Jahr über relativ souverän die NL East an, mit ausreichend Abstand auf die Phillies. Die hingegen sahen lange aus wie das beste Wild Card Team, stürzten gegen Ende der Saison aber ab und legten um ein Haar einen all time Collapse hin. Am Ende gelang gerade noch so die Qualifikation als letzte Wild Card.

Stärken und Schwächen: Man könnte meinen, beide Teams sind altbekannt. Leute wie Chris Sale, Matt Olson, Ozzie Albies, Ronald Acuna Jr., Austin Riley bzw. Bryce Harper, Zack Wheeler, Kyle Schwarber oder Trea Turner sind Dauerbrenner und so haben sich auch die Teamprofile nicht sonderlich geändert: Die Phillies haben riesige Löcher im Lineup und gleich fünf Everyday Spieler mit negativem WAR. Lediglich Harper und Schwarber halten dieses Team offensiv über Wasser. Dazu kommen Verletzungssorgen, so fällt Deadline Neuzugang Luis Arraez mit einer Bänderverletzung im Knöchel für diese Serie aus. Dafür steht aber mit Zack Wheeler, Christopher Sanchez und Jesus Luzardo aber auch eine Drei Mann Postseason Rotation, die man so wahrscheinlich maximal bei den Dodgers findet. Weil die Phillies aber bis zum Ende kämpfen mussten, wird Wheeler wohl erst bei einem möglichen Spiel 3 wieder einsatzbereit sein. Luzardo war zudem im September verletzt und ist gerade rechtzeitig fit geworden. Die Braves haben auch aufgrund von Verletzungen hinter ihrem Ace Chris Sale ein paar Fragezeichen im Pitching, allerdings gegenüber Philadelphia wohl den verlässlicheren Bullpen und mit Drake Baldwin, Matt Olson, Ronald Acuna Jr. und Michael Harris III mehr Spieler, welche die Offensive tragen können.
Ich sehe eigentlich kaum eine Chance für Philadelphia, das kuriose ist aber: Sollten sie irgendwie ein Spiel gewinnen und es in Spiel 3 schaffen, hätten die Phillies mit Wheeler einen klaren Vorteil auf ihrer Seite.

Players to Watch:
Atlanta - Drake Baldwin. Der letztjährige Rookie des Jahres konnte seine Premierensaison bestätigen und sich bei starken Offensivleistungen als Catcher etablieren. Er gehört zu den besten Spielern auf seiner Position, fliegt aber gefühlt immer noch sehr unter dem Radar.

Philadelphia - Trea Turner. Seit seiner Rookie Saison vor 11 Jahren war der Shortstop offensiv immer überdurchschnittlich gut. in diesem Jahr setzte der Downfall ein und mit einem OPS+ von 81, einem WAR von -0.1 und schwacher Defense gehört er dieses Jahr zu den schlechtesten Spielern der Liga. Sein Vertrag mit Gesamtvolumen von $300m wird aber noch 7 Jahre weiterlaufen. Wenn Philadelphia irgendeine Chance haben will, dann muss Turner aus seinem Slump herausfinden und wieder auf dem Level der letzten 10 Jahre spielen

Mein Tipp: 2-0 Atlanta


TV Schedule

Dienstag, 28.09.2026
20:00 Uhr: Phillies @ Braves, Game 1 - NBC, Matt Vasgersian
23:00 Uhr: White Sox @ Astros, Game 1 - NBC, Dave Flemming
02:00 Uhr: Red Sox @ Yankees, Game 1 - NBC, Jason Benetti
04:00 Uhr: Cubs @ Padres, Game 1 - NBC, Tom McCarthy

Mittwoch, 29.09.2026
20:00 Uhr: Phillies @ Braves, Game 2
23:00 Uhr: White Sox @ Astros, Game 2
02:00 Uhr: Red Sox @ Yankees, Game 2
04:00 Uhr: Cubs @ Padres, Game 2

Donnerstag, 30.09.2026
TBD

den MLB Pass mit dem alle Playoffspiele Live und ReLive gesehen werden können, gibt es für umgerechnet ca. 26€

4 Danksagungen

Quick Pitch Update von Tag 1:

Red Sox 0-9 Yankees
Eine Machtdemonstration von Cam Schlittler, der ein Career High 117 Pitches wirft und die Red Sox damit bis in das 7. Inning bei 0 Runs hält.

Mit seinem zweiten Homerun des Tages zum Grand Slam im 8. Inning macht Ben Rice dann alles klar.

Phillies 3-5 Braves
Das spannendste Spiel des ersten Tages. Luzardo und Sale sind beide bärenstark, als die Reliever kommen schwingt das Spiel hin und her. Philadelphia geht im 7. Inning in Führung und bringt direkt den Closer Joan Duran für ein 9-Out Save. Das geht aber nach hinten los, denn Austin Riley dreht das Spiel mit seinem Homerun.

Eine demoralisierende Niederlage für die Phillies, die alles auf eine Karte gesetzt haben. Duran machte 27 Pitches, mal sehen, ob er in Spiel 2 verfügbar ist bzw. in wie fern er effektiv ist.

White Sox 6-3 Astros
Krisenstimmung bei den Astros. Im Heimspiel wurden die Spieler zum Teil ausgebuht, denn im Bullpen Game hatten die White Sox die besseren Reliever. Hagen Smith pitchte 3 schadlose Innings und im 7. Inning übernahm Grant Taylor und dominierte die Astros mit 5 Strikeouts.
Die Astros Reliever hingegen zeigten Schwäche, lediglich Miguel Ullola konnte über 3 Innings hinweg überzeugen. Als er im zweiten Inning kam, war das Kind allerdings schon in den Brunnen gefallen. Die White Sox konnten immer wieder die Bases laden und hätten sogar noch höher gewinnen können.

Cubs 0-8 Padres
Was für eine unglaubliche Energie im Petco Park, von Anfang bis Ende. Fernando Tatis Jr. jagte gleich den ersten Pitch über den Outfield Zaun, Pete Crow-Armstrong konnte sein Leder noch an den Ball bringen, aber den Homerun nicht verhindern.

Michael King dominierte das Cubs Lineup und pitchte bis in das 6. Inning hinein einen No-Hitter.

Der krönende Abschluss des Abends: Joe Musgrove, in San Diego geboren, gab nach fast zwei Jahren Verletzungspause sein Comeback. Er wurde überraschend in das Postseason Roster aufgenommen und bewahrte im 9. Inning den Shutout.

1 Danksagung

Quick Pitch Update, Tag 2:

Boston Red Sox 2-9 New York Yankees
Yankees advance to the ALDS

Sonny Gray und Max Fried starten beide stark im Spiel. Im fünften Inning dann die umstrittene Entscheidung von Red Sox Manager Chad Tracy: Er nimmt Gray aus dem Spiel, weil er ihn kein drittes Mal durch das Lineup pitchen möchte. Die Quittung kommt postwendend: Die Yankees erzielen sechs Runs im 6. Inning, demontieren die Red Sox und ziehen verdient in die nächste Runde ein.

Chicago White Sox 7-3 Houston Astros
White Sox advance to the ALDS

Die White Sox legen früh los und erzielen vier Runs im ersten Inning. Buhrufe schallen durch die Arena, aber die Astros kämpfen sich nach und nach durch drei Solo Homeruns zurück ins Spiel.
Den Dagger liefert dann Chase Meidroth:

Die White Sox gewinnen damit zum ersten Mal seit 2005 eine Postseason Serie - damals gelang das ebenfalls gegen die Astros, allerdings in der World Series (Die Astros wechselten später von der NL in die AL). Der Papst ist zufrieden und Murakami ebenso… „I’m drunk, I’m drunk. Yesterday, maybe hungover. no not yesterday, tomorrow. sorry. I don’t speak english“ :hardlove:

Somit kommt es in der ALDS zu zwei reinen Divisionsduellen: Die Yankees spielen gegen die Tampa Bay Rays und die White Sox gegen die Cleveland Guardians.

San Diego Padres 4-1 Chicago Cubs
Padres advance to the NLDS

Mit den Padres wird zu rechnen sein. Starter Nick Pivetta geht zwar nur 3.1 Innings, aber den Rest erledigt der Bullpen: 2 Hits und 0 Runs über die restlichen 5.2 Innings. Die offensiv beste Mannschaft der Liga abgemeldet. Ein beeindruckendes Statement, garniert vom entscheidenden Homerun von Gavin Sheets.

Philadelphia Phillies 4-3 Atlanta Braves (10. Innings)
1-1

Die beste Serie der Wild Card Runde geht als einzige in ein entscheidendes Spiel 3.
Beim Stand von 1-1 im 7. Inning unterläuft Bryce Harper ein folgenschwerer Fehler, als er einen Flyball ins Right Field komplett falsch einschätzt und die Braves daraus zwei Runs erzielen.

Im 8. Inning kommt Dylan Lee für die Braves auf den Mound. Die gesamte Saison hat er keinen einzigen Homerun gegen einen Lefty kassiert und gibt dann Back to Back Homeruns gegen Kyle Schwarber und - ausgerechnet - Bryce Harper ab. Tie Game!

Es geht in Extra-Innings, wo Alec Bohm die Phillies in Führung bringt.

und Philadelphia anschließend den ersten Postseason ABS-Challenge Walkoff der Geschichte erzwingt.

Heute Nacht um 02:00 Uhr heißt es also alles oder nichts. Die Phillies sind trotz ihrer Schwächen einfach nicht klein zu kriegen und das gefällt mir. Für eine potentielle Serie gegen die Dodgers in der nächsten Runde sehe ich sie aufgrund ihres Pitchings besser aufgestellt, als die Braves.

2 Danksagungen

Atlanta Braves 6-2 Philadelphia Phillies
Atlanta advances to the NLDS

Das hier ist Ray Kerr:

Ein 32 Jähriger Nobody, der mit 28 Jahren zum ersten mal überhaupt in der MLB pitchte, aber nie über ein paar Kurzeinsätze hinweg kam. Die Saison 2025 verpasste er verletzungsbedingt sogar komplett. Trotzdem kennt ihn seit 2 Tagen jeder, denn Kerr war der „Opener“ für das entscheidende Spiel 3. Der Linkshänder sollte unter anderem die beiden Leftys Bryce Harper und Kyle Schwarber neutralisieren und das lief besser, als man es sich in Atlanta hätte träumen lassen könnnen. Am Ende pitchte Kerr gar 3.1 Innings und ließ dabei keinen Run zu.

Weil auf der anderen Seite die Weichen früh auf Sieg gestellt wurden…

Ziehen die Braves somit ein in die…

DIVISIONAL SERIES (best of 5)

#4 New York Yankees (93-68) vs. #1 Tampa Bay Rays (98-64)

ALDS4

Mit den Rays steigt der Überraschungssieger der AL East in das Turnier ein. Letztes Jahr noch mit 77-85 deutlich die Postseason verpasst, konnte Tampa dieses Jahr die Konkurrenz aus New York, Boston, Toronto und Baltimore hinter sich lassen. Das Team hat einen starken Mix aus guten Pitchern, Power Bats, aber auch vielen Small-Ball Spielern, die den Gegner mit Bunts bis zur Verzweiflung bringen können.

Players to Watch:
Junior Camiero (3B) - er ist zwar gerade erst 23 Jahre alt geworden, aber schon der absolute Superstar dieses Teams. Zum zweiten Mal in Folge schlug er über 40 Homeruns in der Saison und ist damit elementar für ein Team, welches dank niedriger Payroll traditionell kaum „Stars“ und Power Sluggers hat.

Chandler Simpson (CF) - Kein Spieler hat so viele Spiele bestritten wie Simpson und dabei keinen einzigen Homerun geschlagen. Dennoch ist Simpson unheimlich wertvoll für dieses Team, denn er ist einer der besten Athleten der Liga. Mit seiner Schnelligkeit stohl er 44 Bases, kann auch per Bunt-Hit auf Base kommen und patrouilliert das Center Field. Mit seinen langen, dünnen Beinen gleicht er einer Gazelle auf dem Feld. Wenn er auf Base steht, geht die Post ab!

Mein Tipp: Aaron Judge wird bei New York ausfallen. Dennoch glaube ich, dass die Yankees das nötige Pitching haben, um die Rays im Schach zu halten und am Ende zu gewinnen. Auf jeden Fall glaube ich an eine sehr unterhaltsame und spannende Serie. Yankees in 5

#6 Chicago White Sox (84-78) vs. #2 Cleveland Guardians (85-77)

ALDS5

Mit den Guardians steigt das Team mit der niedrigsten Payroll der gesamten Liga in die Playoffs ein. Im Saisonendspurt konnte man den White Sox Platz 1 in der Division gerade so noch abringen, was in Chicago sicher einen bitteren Beigeschmack zurückgelassen haben wird. Für Cleveland ist es die siebte Playoff-Teilnahme in den letzten 11 Jahren. Die Säulen des Erfolgs sind die selben wie jedes Jahr: Die Guardians haben einen unfassbaren, selbstentwickelten Bullpen, ein paar starke homegrown Starter und ein Lineup mit mehr Fragezeichen als die drei Detektive aus Rocky Beach. Selbst Franchise Player José Ramirez spielte ein schwaches Jahr. Während das Pitching der Guardians also überlegen ist, haben die White Sox das bessere Lineup.

Player to watch:
Travis Bazzana (2B) - Bazzana ist der First Overall Pick aus dem Draft 2024 und kommt aus Australien, wo er auch das Baseballspielen gelernt hat. Dieses Jahr schaffte er den Durchbruch in die Major Leagues und hat sich mit seiner überdurchschnittlichen Offensive als wertvolles Mitglied des Lineups etabliert.

Mein Tipp: Ich mag das Lineup der Guardians überhaupt nicht, aber ich vermute, am Ende werden sie sich dank ihres starken Pitchings doch irgendwie durchsetzen. Ich erwarte eine Low Scoring Serie. Guardians in 4

#4 San Diego Padres (91-71) vs. #1 Milwaukee Brewers (103-59)

NLDS4

Die Brewers konnten wieder einmal alle Erwartungen übertreffen und gewannen dieses Jahr das erste Mal in ihrer Franchise Geschichte über 100 Spiele. Der Dank: Platz 1 und ein San Diego Padre Team, welches das heißeste der letzten Wochen und Monate ist. Wären da nicht die Dodgers, könnte man hier schon von der vorgezogenen Championship Series sprechen. Die Brewers haben den designierten Cy Young Gewinner in ihren Reihen und einen starken Bullpen, aber hinter den weiteren Startern stehen zumindest mal kleinere Fragezeichen. Auch das Lineup ist gut, aber nicht unbedingt furchteinflößend. Dafür werden die Brewers starke Defensive zeigen und im Notfall den entscheidenden Run auch per Bunt ins Ziel bringen.

Player to Watch:
Jacob Misiorowski (SP) - „The Miz“ war schon letztes Jahr nach seinem Debüt eine viel diskutierte Personalie. Ein Starter mit einem Fastball über 103mph, wie soll das langfristig funktionieren? Nun, nach dieser Saison kann man sagen: Ziemlich gut. Ein 1.80 ERA ist Ligaspitze, Misiorowski legte zudem historisch dominante Zahlen auf und ist der beste Pitcher im Jahr 2026. Behält er die Nerven in der Postseason?

Mein Tipp: Für mich ein absoluter Coin Toss. So wie die Padres über die Cubs gerollt sind, sehe ich sie auch auf Augenhöhe mit den Brewers. Beide Teams haben sehr ähnliche Stärken und Schwächen und am Ende werden Kleinigkeiten entscheiden. Welcher Starter hinter Misiorowski bzw. King kann den Teams Länge geben? Ich sag jetzt einfach mal, dass San Diego die Überraschung schafft. Padres in 5

#3 Atlanta Braves (94-68) vs. #2 Los Angeles Dodgers (100-62)

NLDS5

Die ewigen Dodgers sind natürlich auch dieses Jahr wieder am Start. So viel muss man zu diesem Team eigentlich nicht erzählen, sie haben sich wieder einmal im Winter die besten Free Agents vom Markt gezogen, von denen wieder einmal ein Großteil gefloppt ist und am Ende ist es egal, denn sie schaffen es auch so auf 100 Siege. Zur Trade Deadline konnte man sich zudem auch noch Tarik Skubal sichern. Die Rotation ist erneut auf absurdeste gestackt, pünktlich zur Postseason scheinen viele verletzte Spieler wieder zurück bzw. in Form zu kommen. Ausgenommen davon ist Ohtani, der aufgrund von diversen körperlichen Beschwerden nur am Schlag zu sehen sein wird und nicht als Pitcher.

Player to Watch:
Kyle Tucker (RF) - der Free Agent Neuzugang unterschrieb im Winter einen Vertrag über 4 Jahre und $240m. Davon konnte er bisher noch nichts zurückzahlen, seine erste Saison in LA verlief katastrophal und mit einem OPS+ von 97 liegt er unter dem Ligadurchschnitt. Dennoch schien er sich in den letzten Wochen der regulären Saison gefangen zu haben und könnte der X-Faktor für das Lineup der Dodgers werden.

Mein Tipp: Die Braves sind meiner Meinung nach kein besonders überzeugendes Team und ich kann mir bis auf einen Start von Chris Sale nicht vorstellen, dass sie den Dodgers etwas entgegenzusetzen haben. Dodgers in 4

TV Schedule

Samstag, 03.10.2026
19:00 Uhr: Chicago White Sox @ Cleveland Guardians, Game 1 - TBS
22:00 Uhr: Atlanta Braves @ LA Dodgers, Game 1 - Fox
00:30 Uhr: New York Yankees @ Tampa Bay Rays, Game 1 - TBS
02:30 Uhr: San Diego Padres @ Milwaukee Brewers, Game 1 - Fox

Sonntag, 04.10.2026
22:00 Uhr: San Diego Padres @ Milwaukee Brewers, Game 2
02:00 Uhr: Atlanta Braves @ Los Angeles Dodgers, Game 2

Montag, 05.10.2026
23:00 Uhr: Chicago White Sox @ Cleveland Guardians, Game 2
02:00 Uhr: New York Yankees @ Tampa Bay Rays, Game 2

Dienstag, 06.10.2026
00:00 Uhr: Los Angeles Dodgers @ Atlanta Braves, Game 3
03:30 Uhr: Milwaukee Brewers @ San Diego Padres, Game 3

Mittwoch, 07.10.2026
22:00 Uhr: Cleveland Guardians @ Chicago White Sox, Game 3
00:00 Uhr: Los Angeles Dodgers @ Atlanta Braves, Game 4 (wenn nötig)
02:00 Uhr: Tampa Bay Rays @ New York Yankees, Game 3
04:00 Uhr: Milwaukee Brewers @ San Diego Padres, Game 4 (wenn nötig)

Donnerstag, 08.10.2026
23:00 Uhr: Cleveland Guardians @ Chicago White Sox, Game 4 (wenn nötig)
02:00 Uhr: Tampa Bay Rays @ New York Yankees, Game 4 (wenn nötig)

Freitag, 09.10.2026
22:30 Uhr: San Diego Padres @ Milwaukee Brewers, Game 5 (wenn nötig)
02:00 Uhr: Atlanta Braves @ Los Angeles Dodgers, Game 5 (wenn nötig)

Samstag, 10.10.2026
23:00 Uhr: Chicago White Sox @ Cleveland Guardians, Game 5 (wenn nötig)
02:00 Uhr: New York Yankees @ Tampa Bay Rays, Game 5 (wenn nötig)

Bis auf Dodgers vs Braves sind das alles Serien, die richtig Vorfreude machen und bei denen es mir wirklich schwergefallen ist, mich auf einen Sieger festzulegen.

2 Danksagungen

Boah Padres @ Brewers Ende gerade.
Hat sich gelohnt das am Second Screen laufen zu lassen.

Holy Fuck. Game of the Year.

Spiel 1 war ja schon komplett irre. Brewers führten 3-2, aber Ty France sendete im 9. Inning einen Flyball in Richtung Left Foule Pole, der gut und gerne im Homerun hätte enden können - ehe er von der Dachkonstruktion abgefälscht wurde und in einem Flyout endete :uirre:

Heute dann ein defensives Play nach dem anderen

Die Padres bringen immer wieder Runner auf Base, aber kriegen sie einfach nicht nach Hause.
Schließlich wird Mason Miller im 8. Inning eingewechselt für den 6-Out Save. Der hat aber Probleme seinen Fastball zu lokalisieren und walkt das Bottom Lineup. Leadoff Jackson Chourio kommt wieder an den Schlag.

3-4 Rückstand
9.Inning
Bases Loaded
2 Out
2 Strikes

Was für ein At-Bat.

2 Danksagungen

SZENEN!

Was das Tollste bei den Schnitten aufs Publikum ist, ist die Exstasenverdopplung: Beim Hit jubeln alle auf vor Glück über den Ausglaich und als der zweite Runner über die homebase jagt, verdoppeln sich die Fäuste in der Luft. Hammer.

2 Danksagungen

Divisional Round Update

#4 New York Yankees (93-68) vs. #1 Tampa Bay Rays (98-64)

ALDS4

Game 1: 0-1
Game 2: 2-5

Rays lead 2-0

Tampa Bay erarbeitet sich den Status als ernsthafter Contender mit zwei überzeugenden Vorstellungen im heimischen Tropicana Field. In Spiel 1 macht Drew Rasmussen ein überragendes Spiel und pitcht 8 Innings und lässt dabei nur einen einzigen Hit zu. Erst Austin Wells konnte den No Hitter im 8. Inning aufbrechen, rannte dabei aber vollkommen unnötigerweise in das dritte Aus, als er sein Double in ein Triple stretchen wollte.

Same old Yankees könnte man sagen. Sie haben ohne Frage großes Talent, scheitern aber immer wieder an den Basics wie Baserunning oder Defense. So auch in Spiel 2, als man alleine im ersten Inning drei (!) Error produzierte. Am Ende des Tages waren es je nach Auslegung 4 oder 5 Errors, wobei der ein oder andere weniger schlimme Fehler in der Defensive noch gar nicht mit eingerechnet ist. Heute ist ein Off-Day, morgen geht die Serie nach New York und dann müssen die Yankees drei Spiele in Folge gewinnen, um die Runde zu überleben - äußerst unwahrscheinlich.

#6 Chicago White Sox (84-78) vs. #2 Cleveland Guardians (85-77)

ALDS5

Game 1: 3-0
Game 2: 4-3

White Sox lead 2-0

Die White Sox sind bisher das spannendste Team der Playoffs - und das liegt nicht an der durchaus unterhaltsamen Offensive, sondern an Manager Will Venable. In Ermangelung an guten Startern, den man in den Playoffs vertraut die gegnerische Offensive über 6+ Innings im Schach zu halten, wird bei den White Sox nämlich fröhlich Reliever-Roulette gespielt.
In Spiel 1 bekam Hagen Smith als „Opener“ den Ball und wurde im dritten Inning ausgewechselt, obwohl er keinen Run zuließ. Drei weitere Reliever übernahmen zwischen 0.1 und 1.1 Innings, ehe Grant Taylor den Ball bekam und die letzten vier (!) Innings pitchte. und er pitchte nicht nur, er dominierte mit sechs Strikeouts und nur zwei zugelassenen Hits.

Spiel 2 startete überhaupt nicht gut für die White Sox und „Starter“ Anthony Kay wurde nach nur einem Aus im ersten Inning direkt runtergenommen. Kein Problem für die White Sox: Sean Newcomb pitchte zwei Innings, ehe der eigentliche Starter Sean Burke übernahm und 5.1 Innings mit nur einem zugelassenen Hit pitchte. Dabei gelangen ihm zwischenzeitlich 13 Aus in Folge, ohne einen Baserunner zuzulassen. Den Abschluss besorgte erneut Grant Taylor mit einem 4-Out Safe, auch wenn er bei Joe Adells Hit ins Outfield ein wenig päpstliche Unterstützung brauchte, damit er im Ballpark blieb.

Es ist bemerkenswert, dass jede Entscheidung die Will Venable getroffen hat bisher aufgegangen ist. Keine Ahnung ob dieses Pitching-Chaos über eine Best of 7 Serie Erfolg haben kann (ich würde mal vorsichtig Nein sagen), aber die White Sox haben damit eine Schwäche in eine Stärke umgewandelt und stellen die Guardians vor große Probleme.
Das erste mal seit 120 Jahren können die White Sox nun eine Playoff Serie in einem Heimspiel entscheiden, First Pitch für Spiel 3 ist Mittwoch um 22:00 Uhr deutscher Zeit.

#4 San Diego Padres (91-71) vs. #1 Milwaukee Brewers (103-59)

NLDS4

Game 1: 2-3
Game 2: 3-4

Brewers lead 2-0

Die bisher engste und unterhaltsamste Divisional Series hätte wirklich 7 Spiele verdient, stattdessen könnte für die Padres heute Nacht bereits Schluss sein.

Ansonsten habe ich über die Spiele ja schon etwas geschrieben. Dennoch lohnt es sich die Spiele nochmal in der Zusammenfassung anzuschauen, gerade in Game 2 gab es unzählig viele entscheidende Aktionen in der Defensive, positiv wie negativ.

#3 Atlanta Braves (94-68) vs. #2 Los Angeles Dodgers (100-62)

NLDS5

Game 1: 3-5
Game 2: 3-2

Series tied at 1-1

Ausgerechnet die Serie in der ich eine Mannschaft am deutlichsten vorne gesehen habe steht nach zwei Spielen unentschieden. Nach einem starken Auftritt von Tarik Skubal in Spiel 1 standen die Braves ordentlich unter Druck, aber wie schon in der Wild Card Runde bekam Ray Kerr den Ball als „Opener“ und hielt die Null. Der Star des Abends war aber ein anderer, nämlich der 21-jährige Rookie Didier Fuentes, der ab dem sechsten Inning in Relief übernahm und bis in das letzte Inning hinein ein perfektes Spiel ablieferte und keinen Baserunner zuließ. Die Krönung eines 4-Inning Saves blieb ihm aber verwehrt, da Max Muncy mit zwei Aus im neunten Inning ein Homerun zum 3-2 schlug, sodass dann doch der etatmäßige Closer Raisel Iglesias ins Spiel kommen musste. Dennoch ein unglaublicher Auftritt von Fuentes.

Die Braves sind quasi der National League Klon der Chicago White Sox, da auch Atlanta mehrfach auf Opener und ungewöhnlich lange Relieve Outings setzte. In Spiel 3 heute Nacht ändert sich das aber: Mit Chris Sale geht das Ace auf den Mound. Auch bei den Dodgers wird mit Yamamoto der beste Mann den Ball bekommen. Ein Pitchers Duell ist also zu erwarten.

2 Danksagungen

Quick Pitch Update

Die Dodgers entscheiden Spiel 3 leider mit 3-1 für sich. Da hilft auch die Homerun Robbery von Mauricio Dubon nichts:

Die Brewers und Padres hingegen lieferten sich einmal mehr ein Spektakel. Zu keinem Zeitpunkt in dieser Serie konnte ein Team mit mehr als zwei Runs in Führung gehen. Auch Spiel 3 war von Dramatik geprägt. Jackson Merrill raubte im Outfield gleich mehrere Extra-Basehits.

Das Spiel wankte hin und her. Die Padres überlebten eine Bases Loaded Situation und konnten dann im 6. Inning die Führung durch ein kurioses Play auf 4-2 ausbauen. Xander Bogaerts musste auf den Bases gleichzeitig dem Ball und einem gebrochenen Schläger ausweichen, das wiederum dürfte Shortstop Cooper Pratt behindert haben, dessen Wurf an die erste Base in den Boden ging und nicht gefieldet werden konnte, wodurch Bogaerts nach Hause kam.

Die Padres gingen mit einer 4-3 Führung in die letzten beiden Innings.
Das Problem? Closer Mason Miller wurde kurzfristig auf die Paternity List gesetzt, soll heißen: Er ist bei der Geburt seines Kindes und nicht beim Spiel. Da auch Setup Man Adrian Morejon nicht verfügbar war, hatten die Padres auf einmal keinen High Leverage Reliever mehr zur Verfügung.

Also kam Michael King ins Spiel, der kurz zuvor erst den Start in Spiel 2 bekam, um 6 Aus über die Bühne zu bringen. und es wurde einmal mehr eng, die Brewers brachten mit einem Aus Läufer auf die erste und zweite Base, ehe mit Xander Bogaerts der Mann des Spiels den Sieg klarmachte:

Eine unglaubliche Serie, jedes Spiel wurde bisher mit einem Run Unterschied gewonnen, in jedem Spiel stand im 9. Inning der ausgleichende/siegbringende Run auf Base und ganz egal in welchem Inning man sich befindet, man weiß ganz genau: Dieser eine Run hier ist am Ende entscheidend.

Das führt uns zu der tollen Situation, dass wir heute einen Elimination Quadrupleheader haben. Alle Serien haben heute ein Spiel und alle Serien können sich heute Nacht entscheiden.

22:00 Uhr: Cleveland Guardians @ Chicago White Sox, Game 3 (CWS lead 2-0)
00:00 Uhr: Los Angeles Dodgers @ Atlanta Braves, Game 4 (LAD lead 2-1)
02:00 Uhr: Tampa Bay Rays @ New York Yankees, Game 3 (TBR lead 2-0)
04:00 Uhr: Milwaukee Brewers @ San Diego Padres, Game 4 (MIL lead 2-1)

#4 New York Yankees (93-68) vs. #1 Tampa Bay Rays (98-64)

ALDS4

Game 1: 0-1
Game 2: 2-5
Game 3: 3-4
Tampa Bay Rays advance to ALCS

Die Rays sweepen die Yankees, aber nicht ohne Drama: New Yorks Anthony Volpe geht im 6. Inning beim Stand von 2-4 an den Schlag und befördert den Ball zum Ausgleich über die Outfieldmauer - dachte man zumindest. Nach Video Review hingegen wurde auf Spectator Interference entschieden, weil ein Zuschauer sich über die Mauer streckte und den Ball fing.

Volpe wurde auf die zweite Base platziert, kam nicht mehr nach Hause zum Score und die Rays brachten das 4-3 über die Bühne. Ein weiterer Postseason Exit der Yankees, die somit seit 2009 auf einen Titel warten, die längste Drought in ihrer Franchise Geschichte.

#6 Chicago White Sox (84-78) vs. #2 Cleveland Guardians (85-77)

ALDS5

Game 1: 3-0
Game 2: 4-3
Game 3: 3-9
Game 4: 5-9
Game 5: 0-2

Cleveland Guardians advance to ALCS

Die Guardians werden das erste Team seit 2017, welches nach einem 0-2 Serienrückstand noch mit 3-2 gewinnt. Bedanken können sie sich vor allem bei José Ramirez, der nach schwachem Beginn ab Spiel 3 aufdrehte und einen wichtigen Hit nach dem anderen landete, unter anderem auch den siegbringenden Homerun in Spiel 5. Die White Sox hingegen liefen beim Pitching auf dem Zahnfleisch, was sich vor allem in Spiel 3 und 4 zeigte. Dazu stellten die White Sox einen zweifelhaften Rekord auf: In Spiel 4 strikten sie an der Platte 19 mal aus, was einen neuen Postseason Rekord darstellte. Und in Spiel 5 bauten sie diesen sogar nochmal aus: 21 Strikeouts sind die meisten in einem 9-Inning Spiel aller Zeiten - inklusive Regular Season.

Trotz des Ausscheidens gebührt diesem Team großen Respekt. Nach mehreren 100+ Loss Seasons die Clubhouse Culture so auf Links zu drehen und sogar in die Playoffs einzuziehen hätte vor der Saison absolut keiner erwartet.

#4 San Diego Padres (91-71) vs. #1 Milwaukee Brewers (103-59)

NLDS4

Game 1: 2-3
Game 2: 3-4
Game 3: 4-3
Game 4: 1-3

Milwaukee Brewers advance to NLCS

Auch Spiel 4 war wieder einmal eine Zitterpartie. Im 8. Inning kam Manny Machado an die Platte und schien mit seinem Swing das Spiel auf den Kopf zu stellen…

Das verrückte: Im entscheidenden Gruppenspiel ums Weiterkommen im World Baseball Classic 2017 zwischen der Dominikanischen Republik und den USA schlug Machado ebenfalls einen Ball im selben Stadion an die selbe Stelle und auch dieser Ball wurde spektakulär gefangen, damals von Adam Jones.

#3 Atlanta Braves (94-68) vs. #2 Los Angeles Dodgers (100-62)

NLDS5

Game 1: 3-5
Game 2: 3-2
Game 3: 1-3
Game 4: 1-4

LA Dodgers advance to NLCS

Das unvermeidbare ist eingetreten, obwohl die Dodgers definitiv verwundbar waren in dieser Serie. Gerade die Stars der Braves um Ronald Acuna Jr., Matt Olson und Drake Baldwin enttäuschten aber offensiv auf ganzer Linie.


Damit sind wir in der Championship Series angekommen!

ALCS

#2 Cleveland Guardians (85-77) vs. #1 Tampa Bay Rays (98-64)

ALCS4

In der American League treffen die beiden Teams mit der niedrigsten Payroll der AL aufeinander. Die Tampa Bay Rays konnten seit ihrer Gründung 1998 zweimal in die World Series einziehen, diese aber nie gewinnen. Die Cleveland Guardians haben die längste Durststrecke aller 30 MLB Teams: Seit 1948 wartet man auf eine Meisterschaft, das sind 77 Jahre in denen man 1954, 1995, 1997 und 2016 im Finale unterlag.

Die Rays sind in diesem Duell klarer Favorit. Während sich die Guardians über die volle Distanz gegen die White Sox quälen mussten, starten die Rays frisch und ausgeruht in die Serie. Der Vorteil im Starting Pitching liegt bei Tampa Bay, die auch das bessere Lineup stellen. Beide Teams können auf einen guten Bullpen vertrauen, hier haben die Guardians vielleicht einen kleinen Vorteil.

Die Rays sind die Antithese zu den White Sox. Statt Strikeouts werden die Floridianer den Ball ins Spiel bringen, die Defensive unter Druck bringen und den Staff der Guardians auszehren. Das Lineup der Guardians ist trotz der Leistungssteigerung in der ALDS weiterhin schwach. Ich sehe nicht, dass sie hier mehr als ein Spiel gewinnen.

Mein Tipp: Gentlemen Sweep. 4-1 für die Tampa Bay Rays

NLCS

#2 Los Angeles Dodgers (100-62) vs. #1 Milwaukee Brewers (103-59)

NLCS2

In der National League gibt es ein Rematch der letztjährigen Championship Series. Damals gewannen die Dodgers alle 4 Spiele. Auch 2018 als die Brewers zuletzt in die NLCS einzogen hieß der Gegner LA, damals ging die Serie über 7 Spiele, an deren Ende ebenfalls die Dodgers in die World Series einzogen.
Die Milwaukee Brewers sind seit ihrer Gründung 1969 ohne Titel und damit hinter den Guardians das Team, welches am zweitlängsten auf die Meisterschaft wartet. Lediglich 1982 konnte man einmalig in die World Series einziehen.
Mit den Guardians, Rays und Brewers haben wir also drei Teams, denen ein Titel wirklich viel bedeuten würde. und dann gibt es noch die Dodgers, die ihren dritten Titel in Folge holen könnten.

Als kurze Einordnung: Die Starting Lineups der Guardians, Rays und Brewers verdienen zusammengerechnet nicht einmal zwei Drittel des Lineups der Dodgers - und da sind die zahlreichen All-Star Pitcher der Dodgers noch nicht einmal mit einberechnet.

Dennoch gibt es viele Experten, die auf die Brewers tippen. Sie spielen fundamental guten Baseball, striken wenig aus, haben einen überragenden Bullpen und mit Jacob Misiorowski eine legitime Nummer 1 an der Spitze der Rotation. Dazu waren die Dodgers in der NLDS alles andere als unschlagbar. Ich bin sogar der Meinung, dass sowohl die Padres, als auch die Brewers in einer Best of 5 gegen LA gewonnen hätten. Das Problem: Ab der Championship Series gibt es nur noch Best of 7 - und da sind die Dodgers perfekt für aufgestellt. Die Rotation für die ersten vier Spiele lautet Tarik Skubal, Blake Snell, Yoshinobu Yamamoto und Tyler Glasnow. Das sind zusammengerechnet 4 Cy Young Awards und 6 All-Star Nominierungen. Während die Brewers spätestens ab Spiel 3 stark auf ihren Bullpen vertrauen müssen, haben die Dodgers vier Starter, die den Gegner stets bei 0 halten können. Das könnte reichen, um das schwächelnde Lineup zur World Series zu tragen. Shohei Ohtani spielt mit einer Verletzung und wurde aufgrund schwacher Leistungen zuletzt sogar im Lineup auf Position 5 heruntergesetzt. Die gesamte Offensive war gegen Atlanta nicht überzeugend, aber die Braves hatten dem Dodgers Pitching zu wenig entgegenzusetzen. Ich glaube leider, dass das auch hier wieder der Fall sein wird. Die Brewers bleiben bei allem Erfolg in der regulären Saison ein Team getreu dem Motto „I’ll believe it when I see it.“

Mein Tipp: Die Dodgers bleiben der Angstgegner der Brewers. 4-2 für LA und ein World Series Rematch aus dem Jahr 2020.

TV Schedule

Sonntag auf Montag, 11.10.2026
02:00 Uhr: LA Dodgers @ Milwaukee Brewers, Game 1

Montag, 12.10.2026
23:00 Uhr: LA Dodgers @ Milwaukee Brewers, Game 2
02:00 Uhr: Cleveland Guardians @ Tampa Bay Rays, Game 1

Dienstag auf Mittwoch, 13.10.2026
02:00 Uhr: Cleveland Guardians @ Tampa Bay Rays, Game 2

Mittwoch auf Donnerstag, 14.10.2026
02:00 Uhr: Milwaukee Brewers @ LA Dodgers, Game 3

Donnerstag auf Freitag, 15.10.2026
00:00 Uhr: Tampa Bay Rays @ Cleveland Guardians, Game 3
03:00 Uhr: Milwaukee Brewers @ LA Dodgers, Game 4

Freitag auf Samstag, 16.10.2026
00:00 Uhr: Tampa Bay Rays @ Cleveland Guardians, Game 4
03:00 Uhr: Milwaukee Brewers @ LA Dodgers, Game 5

Samstag auf Sonntag, 17.10.2026
02:00 Uhr: Tampa Bay Rays @ Cleveland Guardians, Game 5

Sonntag auf Montag, 18.10.2026
02:00 Uhr: LA Dodgers @ Milwaukee Brewers, Game 6

Montag, 19.10.2026
23:00 Uhr: Cleveland Guardians @ Tampa Bay Rays, Game 6
02:00 Uhr: LA Dodgers @ Milwaukee Brewers, Game 7

Dienstag auf Mittwoch, 20.10.2026
02:00 Uhr: Cleveland Guardians @ Tampa Bay Rays, Game 7

AUF GEHTS BREWERS

3 Danksagungen

bring out the brooms! :broom: :broom: :broom:

NLCS

#2 Los Angeles Dodgers (100-62) 0-4 #1 Milwaukee Brewers (103-59)

NLCS2

Game 1: 1-2
Game 2: 4-7
Game 3: 2-6
Game 4: 4-6

Die Überraschung ist perfekt, die Postseason wird offiziell ein schönes Ende haben, denn die LA Dodgers sind ausgeschieden und wurden dabei auch noch gesweept.

Spiel 1 war ein Duell zwischen Tarik Skubal und Jacob Misiorowski. Auch wenn „The Miz“ nicht seinen besten Tag hatte, kämpfte er sich ins fünfte Inning mit nur einem zugelassenen Run. Da Skubal am Ende seines Starts die Luft ausging und der Bullpen der Brewers nichts zuließ, reichte Milwaukee dies für den Auftaktsieg.

Im zweiten Spiel konnten die Brewers drei Rückstände im Spiel drehen und dazu den sonst in der Postseason grandios pitchenden Yamamoto bereits im dritten Inning vom Feld jagen. Der Bullpen der Brewers war einmal mehr überragend und pitchte über fünf Inning ein perfektes Spiel ohne zugelassene Hits oder Walks.

Spiel 3 startete mit einem Knall: Jackson Chourio homerte mit dem ersten Pitch des Spiels zur 1-0 Führung für Milwaukee. Dodgers Starter Blake Snell ließ sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen und dominierte das Lineup der Brewers anschließend. Da auch die Dodgers Offensive ein Lebenszeichen sendete, ging LA mit einer 2-1 Führung in das 7. Inning.

und dort sorgte Jake Bauers für den Moment dieser Serie.

Gegen Snell lieferte er sich ein unfassbares Battle an der Platte, foulte Pitch um Pitch weg um im 11. Pitch des At-Bats einen Go Ahead 2 Run Homerun zu schlagen.

Man könnte meinen, damit sei der Spirit der Dodgers gebrochen, aber in Spiel 4 legte LA nochmal vor: Ohtani schlug den ersten Homerun für Los Angeles in dieser Serie.

Aber selbst dieser 0-4 Rückstand konnte die Brewers nicht schocken.

Die Brewers kämpften sich heran und einmal mehr sorgte Jake Bauers mit einem super At-Bat in einer wichtigen Situation für den Ausgleich: Mit Bases Loaded und 2 Aus zog er den Walk zum 4-4.

Garrett Mitchell zog mit seinem Go Ahead Homerun den Dogers endgültig den Zahn und brachte die Brewers zum zweiten Mal in der Franchise Geschichte in die World Series:

Das Starting Pitching der Brewers war gar nicht so dominant, das musste es aber auch nicht sein, denn der Bullpen war überragend und ließ eigentlich gar nichts zu.
Hervorheben muss man zudem die Resilienz der Brewers: In allen vier Spielen geriert man zwischenzeitlich in Rückstand, aber selbst bei 0-4 im entscheidenden Spiel verlor keiner der Spieler die Nerven und spielte Hero-Ball. Stattdessen wurden von Position 1 bis 9 die At-Bats gegrindet und notfalls auch mal ein Bunt hingelegt. Ein Total Team Effort.

Der Three-Peat Versuch der Dodgers endet hingegen gegen den Gegner, den sie letztes Jahr noch selbst in der NLCS sweepen konnten. Ist das hier die Übergabe der Fackel an das neue Powerhouse der NL gewesen? Wahrscheinlich nicht, es sind immer noch die Dodgers. Aber: Das Roster von LA war mit im Schnitt 30.9 das älteste der gesamten Postseason. Wichtige Spieler wie Freddie Freeman (36), Mookie Betts (33), Max Muncy (35), Theoscar Hernandez (33) oder Kike Hernandez (34) sind nicht mehr in ihrer Prime. Ohtani (31) zeigte dieses Jahr erstmals Verschleißerscheinungen. Mit ihrem starken Farmsystem und unerschöpflichen finanziellen Mitteln werden sie garantiert einen Weg finden, das Roster im Winter zu verstärken - aber dieses Jahr sahen die Dodgers erstmals etwas „washed“ aus.

MVP: Jake Bauers, First Base, Milwaukee Brewers

Gleich zwei Spiele entschied Bauers in dieser Serie fast im Alleingang: In Spiel 2 erarbeitete er sich mit 2 Outs einen 12-Pitch Walk gegen Yoshinobu Yamamoto, wodurch der Japaner bereits im dritten Inning ausgewechselt werden musste und Yelich anschließend ein Base Hit zum Ausgleich gelang.

In Spiel 3 sorgte sein Homerun nach 11-Pitch at Bat gegen Snell für die Wende. Mit seinen 6 RBI gab er den Ton in der Offensive an und landete wichtige Hits oder Walks in den entscheidenden Situationen.

und das verrückte dabei: Jake Bauers ist 31 Jahre, war jahrelang nur ein Journeyman und wollte bereits vor zwei Jahren seine Karriere beenden. Der einzige Grund wieso er doch noch weiterspielte: Seine Frau wurde Schwanger und er war auf die Krankenversicherung als MLB Spieler (die ebenfalls für die Familie gilt) angewiesen. Also machte er weiter, kämpfte sich durch Minor League Deals und konnte dieses Jahr seinen Durchbruch als Leistungsträger in der Major League feiern.

The Real MVP: Aaron Ashby, Reliever, Milwaukee Brewers

Die Dodgers werden Alpträume von dieser Brille haben. Ashby war unglaublich, kam in allen 4 Spielen zum Einsatz und pitchte insgesamt 6.2 Innings, so viele wie kein Spieler sonst. Dabei ließ er nur zwei Hits sowie einen Walk zu und kassierte keinen einzigen Run.

Ich hätte mich wirklich gefreut, wenn er den MVP bekommen hätte, denn das verrückte ist, dass Ashby nicht einmal der Closer der Brewers ist. Stattdessen kam er oft als Setup Man im 8. Inning oder Middle Reliever, pitchte aber so gut, dass er dann auch gleich mal mehrere Innings durchspielte und die Brewers so gar nicht erst zu ihrem Closer Megill wechseln mussten. Bauers hat den Titel natürlich auch verdient, aber es wäre schön gewesen, wenn ein „einfacher“ Reliever und Non-Closer die Auszeichnung als MVP gewonnen hätte. Verdient wäre es gewesen.

ALCS

#2 Cleveland Guardians (85-77) 2-4 #1 Tampa Bay Rays (98-64)

ALCS4

Game 1: 7-3
Game 2: 1-3
Game 3: 3-2
Game 4: 3-7
Game 5: 1-3
Game 6: 3-7

Obwohl die Serie zwei Spiele länger ging als die NLCS, war sie für mich insgesamt weniger packend. Der größte Schocker ereignete sich vielleicht schon in Spiel 1, als die Guardians das Spiel spät drehen konnten:

Die Rays glichen die Serie zunächst aus, gerieten dann aber erneut in Rückstand: Petey Halpin hieß der Held in Spiel 3.

Halpin sorgte mit seinem Catch in Spiel 4 für ein weiteres Highlight der Serie…

und Steven Kwan tat in Spiel 5 ebenfalls alles in der Defensive, um Runs zu verhindern

Aber die Rays legten unermüdlich nach und holten die verbliebenden drei Spiele der Serie. Dabei profitierten sie auch vom Wetter in Cleveland: Spiel 4 musste aufgrund des Regens verschoben werden, was dazu führte, dass man drei Spiele in Folge ohne Pause bestritt. Das war zum Vorteil der Rays, die mit Drew Rasmussen, Nick Martinez, Freddy Peralta und Griffin Jax gleich vier Starting Pitcher hatten, die im Schnitt bis in das 6. Inning kamen. Cleveland hingegen musste über die Serie verteilt zwei geplante Bullpen Games bestreiten, nach Parker Messicks Exit im zweiten Inning von Spiel 5 kam ein drittes „ungeplantes“ hinzu. Die Batterien waren irgendwann leer, die Rays Hitter bekamen die Reliever zu häufig zu sehen und hatten am Ende keine Probleme mehr, sie zu treffen.
In einem potentiellen Spiel 7 wäre der Vorteil nochmal auf die Seite von Cleveland geschwungen, die mit Gavin Williams ihren besten Starter bereit gehabt hätten, aber dazu sollte es nicht mehr kommen.

Am Ende ist ein Stück weit das eingetreten, was ich vorhergesagt habe: Dem Guardians Lineup fehlt es an Qualität in der Tiefe, um gegen die Gegner in einer langen Serie zu bestehen. Ich befürchte, das wird auch nächstes Jahr wieder der Fall sein. Erschwerend kam dazu, dass ein zuverlässiger dritter Starter gefehlt hat, welcher den Druck vom Bullpen hätte nehmen können. Am Ende hat sich das bessere Team verdient durchgesetzt.

MVP: Freddy Peralta, Starting Pitcher, Tampa Bay Rays

Was für ein Jahr für „Fastball Freddy“. 8 Jahre pitchte er für den kommenden World Series Gegner, die Milwaukee Brewers. Dann wurde er in der Offseason zu den New York Mets getradet, dort erlebte er die schlimmste Phase seiner Karriere und wurde zur Deadline zu den Rays gedealt. hier blühte er wieder auf und konnte an alte Zeiten anknüpfen.

In der ALCS startete er Spiel 2 und 6 und ließ dabei nur einen Run zu. Zusätzlich kam er als Reliever in Spiel 4 und konnte die knappe 2-1 Führung in das 7. Inning retten.

The Real MVP: Drew Rasmussen, Starting Pitcher, Tampa Bay Rays

Rasmussen pitchte die meisten Innings aller Spieler und dominierte in seinen beiden Starts über große Strecken. Im Gegensatz zu Peralta walkte (6) er nur einen einzigen Batter und wirkte deshalb auf mich nochmal ein ganzes Stück dominanter, als der ALCS MVP, auch wenn er zwei Runs mehr kassierte.

Die Starter der Rays haben also schonmal ordentlich mit den Muskeln gespielt, können sie diesen Vorteil auch in der World Series für sich nutzen? Das finden wir (hoffentlich) morgen in meiner World Series Preview heraus.

3 Danksagungen

WORLD SERIES 2026

World Series

#1 Tampa Bay Rays (98-64) VS #1 Milwaukee Brewers (103-59)

Erst zum zweiten Mal in der Geschichte treffen zwei Teams aufeinander, die beide noch keinen Titel holen konnten - zuvor passierte dies 1980 zwischen den Royals und Phillies. Während die Brewers nur 1982 in die World Series einziehen konnten, stehen für die Rays mit 2008 und 2020 immerhin zwei Finalteilnahmen zu Buche, was für eine Franchise die erst seit knapp 30 Jahren besteht, gar nicht so schlecht ist.

Beide Teams sind für ihre hervorragende Analytics Abteilung und starkes Coaching bekannt, was es ihnen erlaubt, auch mit geringen finanziellen Mitteln oben mitzuspielen. Die Tampa Bay Rays belegen in der Gehaltstabelle Platz 28 von 30, die Brewers stehen auf Platz 19. Beide Teams haben in den Playoffs ein Team mit dem dreifachen Budget rausgekegelt (Yankees bzw. Dodgers). Damit haben beide Teams ihren #1 Seed aus der regulären Saison unterstrichen. Generell hat in der Postseason 2026 in jeder Runde immer das Team gewonnen, welches den höheren Seed innehatte.

Ich finde die Teams in vielen Bereichen sehr ähnlich aufgebaut und da beide Mannschaften als Small Market Team selten in der Öffentlichkeit stehen und der breiten Masse noch nicht so bekannt sind, will ich euch ein paar wichtige Personen vorstellen:

Die Manager

Kevin Cash vs. Pat Murphy

Kevin Cash ist der dienstälteste Manager der MLB und seit 2015 am Ruder in Tampa Bay. Unter ihm erlebte Tampa seine erfolgreichste Zeit mit insgesamt sechs Playoffplatzierungen. Er war lange Zeit bekannt dafür stark auf die Analytics zu setzen, was ihn in der World Series 2020 starke Kritik und Häme einbrachte. Im entscheidenden Spiel 6 wechselte er Pitcher Blake Snell bereits im 6. Inning aus, obwohl dieser erst bei 73 Pitches stand und das Dodger Lineup dominierte. Sein Grund: Den Statistiken zufolge nimmt der Erfolg von Starting Pitchern beim dritten Durchgang durch das Lineup extrem ab. Snell ging raus, die Reliever gaben die Führung unmittelbar danach ab und die Dodgers gewannen die World Series. Bis heute ist seine Entscheidung umstritten. In den Playoffs 2026 hingegen sieht man ein etwas anderes Bild: Seinen Startern Drew Rasmussen und Freddy Peralta bringt er sehr viel Vertrauen entgegen und lässt diese sehr lange auf dem Feld. Traut er sich das auch in der World Series?

Nach dem Abgang von Craig Counsell 2024 zum Divisionsrivalen aus Chicago übernahm Pat Murphy mit damals 64 Jahren seinen ersten Vollzeit Job als Manager in der Major League. Das tat dem Erfolg der Brewers aber keinen Abbruch, im Gegenteil: Unter Murphy verbesserte sich der Club sogar auf zunächst 93, dann 97 und dieses Jahr schließlich 103 Siege, womit die Brewers zum ersten Mal in ihrer Franchise Geschichte die Schallmauer von 100 Wins durchbrachen. Murphy ist ein stoischer Typ, immer die Ruhe selbst und mit voller Überzeugung in sein Team, wofür er von seinen Spielern geliebt wird. Sein Bullpen Management in dieser Postseason war bisher herausragend und trotz seiner kurzen Zeit als Vollzeitmanager genießt er in der Liga höchste Anerkennung.

The Budding Superstar

Junior Caminero (3B) vs. Jackson Chourio (LF)

Beide Spieler haben einen vergleichbaren Weg in die Major Leagues gehabt: Sowohl Caminero als auch Chourio galten als absolute Toptalente ihrer Franchises. Vor der Saison 2024 wurden Sie auf Platz 2 bzw. 3 der vielversprechendsten Prospects laut Baseball America gezählt. Beide befinden sich mittlerweile in ihrem dritten Jahr und haben den Durchbruch als Franchise Player gepackt. Chourio unterschrieb bereits vor seinem ersten Profispiel eine Vertragsverlängerung über 8 Jahre, die bei seinen aktuellen Leistungen ein extrem starker Deal für Milwaukee Brewers werden wird. Mit seinem Walkoff-Hit gegen die San Diego Padres in der Divisional Series sorgte er für das Highlight der bisherigen Postseason, doch auch Junior Caminero hatte sowohl Offensiv als auch Defensiv diverse Aktionen, die das Stadion in Tampa zum Kochen brachten. Sie sind das, was The Rock treffenderweise als „electrifying“ bezeichnen würde.

Der Captain

Yandy Diaz (1B/DH) vs. Christian Yelich (DH/LF)

Diaz ist seit 2019 bei den Tampa Bay Rays und der letzte „überlebende“ Spieler aus der World Series von 2020. Trotz seiner mittlerweile 35 Jahre ist bei ihm noch kein Abschwung zu erkennen. Bei ihm weiß man, was man bekommt: Ein extrem hoher Batting Average, eine hohe On-Base Percentage, gepaart mit 20+ Homeruns. Und: Keine Strike/Ball Challenges. Diaz respektiert die Entscheidung des Umpires und hat bisher noch keine einzige Challenge genutzt.

Christian Yelich ist bald ebenfalls 35 Jahre alt, zahlreiche Verletzungen haben seinen Stern aber leider etwas untergehen lassen. Dieses Jahr waren seine Schlagleistungen erstmals in seiner Karriere unter dem Ligadurchschnitt, dennoch ist der ehemalige MVP mit seiner Erfahrung ein unglaublich wichtiger Spieler innerhalb der Mannschaft. Yelich ist seit 2018 bei den Brewers und erlebte gleich in seinem ersten Jahr eine der bittersten Niederlagen in der Franchise Geschichte, als Milwaukee in der NLCS mit 3-4 gegen die Dodgers unterlagen. Für seine langjährige Treue wurde er diese Saison zum „Captain“ ernannt und trägt somit ein Patch auf seinem Trikot. Zuletzt kam er gegen Linkshänder nur von der Bank, da die Rays Starter aber alles Rechtshänder sind, werden wir ihn vermutlich häufig am Schlag zu sehen bekommen. Ein Titel zum Ende der Karriere würde ihn in Milwaukee endgültig unsterblich machen.

Der Speedster

Chandler Simpson (LF) vs. David Hamilton (3B)
Zählt man die Stolen Bases beider Spieler zusammen, kommt man auf beträchtliche 76. Während Simpson als Everyday-Player mit Slap Hits und Baltimore Chops Chaos bei der gegnerischen Defensive verursacht, ist David Hamilton eher ein Rotationsspieler, der seinen Wert vor allem als Pinch Runner von der Bank hat. Da er sich zuletzt aber formstark präsentierte, packte Pat Murphy ihn ins Lineup für Spiel 2 und 4 gegen die Rechtshänder der Dodgers, wo er mit vier Hits und sogar einem Homerun als Schlusspunkt von Game 4 überzeugen konnte.

Der defensive Anker

Taylor Walls (SS) vs. Brice Turang (2B)

Ein stechender Kontrast in der ALCS war das Infield der Rays gegenüber dem der Guardians. Während Brayan Rocchio und Travis Bazzana immer wieder Kommunikationsschwierigkeiten hatten, wer welchen Ball übernimmt und dadurch mehrere Outs verschenkt wurden, machten die Rays ein Play nach dem anderen. Vor allem Taylor Walls stach dabei als sichere Bank hervor. Die Fielding Bible kürte ihn zum defensiv besten Shortstop der Saison 2026, seine 21 Defensive Runs Saved sind mit Abstand die meisten auf seiner Position.

Brice Turang war anfangs seiner Karriere eher ein „Glove First“ 2nd Baseman. Das hat sich in Jahr 3 und 4 geändert, mittlerweile ist Turang auch an der Platte ein wichtiger Bestandteil des Lineups. Glove und Bat sorgten für einen Wins Above Replacement Wert von 7.3 in dieser Saison, was ihn hinter Pete Crow-Armstrong zum zweitwertvollsten Spieler der Liga macht. Wir werden in der World Series also zwei der besten Infield-Verteidiger der Liga sehen.

Das Ass

Drew Rasmussen vs. Jacob Misiorowski

Rasmussen gehört wohl zu den unterschätztesten Spielern in der MLB. Seit 2021 pitcht er Jahr für Jahr mit einem ERA von 2.xx und doch redet man selten über ihn, wenn es um die Top Starter geht. In der bisherigen Postseason lieferte er ab: In seinen drei Starts schaffte er es ins 6., 7. und 8. Inning und ließ dabei zusammengezählt nur drei Runs zu, zwei davon via Homerun. Rasmussen wurde ursprünglich von Milwaukee gedrafted und in die Majors gebracht, in seinem zweiten Jahr aber zu den Rays getradet, wo er seit mittlerweile sechs Jahren zum festen Bestandteil der Rotation gehört.

Misiorowski legte diese Saison historische Zahlen auf. 252 Strikeouts, 1.80 ERA, er war der dominante Mann in der MLB. und doch gibt es kleine Fragezeichen: In seinen bisherigen Starts in den Playoffs konnten die Gegner immer wieder viele Bälle wegfoulen und ihn in hohe Pitchcounts zwingen. Der Stuff bei Misiorowski ist besser, aber Rasmussen wird seinem Team mehr Länge geben können. Mal sehen, wie viel Adrenalin The Miz in Spiel 1 haben wird: Gegen die Padres eröffnete er die Partie mit einem Fastball mit 105mph, der schnellste Pitch der Postseason Geschichte.

Der Lefty Specialist

Cam Booser vs. Aaron Ashby

Über Cam Boosers einzigartigen Lebensweg habe ich bereits 2024 geschrieben: Take me out to the Ballgame - MLB und Baseball - #444 von Gordon
Umso schöner, dass er jetzt in der World Series steht und für Kevin Cash der Mann für die Linken ist. Seine Bilanz in der Postseason ist bisher makellos: 4.2 Innings, 0 Hits, 1 Walk, 0 Runs. Sein Pitching Mix mit Fastball, Cutter und einem gelegentlichen Sweeper ist nicht auf Strikeouts ausgelegt, sondern auf schwachen Kontakt, den seine Fielder wegverteidigen.

Über Aaron Ashby habe ich ebenfalls schon im NLCS Recap gesprochen. Er reißt bisher ein unglaubliches Pensum ab und kam in 6 der 8 Partien der Brewers zum Einsatz. 12.1 Innings Pitched, 4 Hits, 0 Runs ist dabei seine starke Bilanz. Ob als Stopper, Closer oder Long Relief: Ashby ist das Schweizer Taschenmesser im Bullpen der Brewers.

Der Closer

Bryan Baker vs. Trevor Megill

Wie sagt Ron Darling immer so schön: Um eine 7-Game Series zu gewinnen, musst du mindestens einmal den Closer schlagen. Viel Erfolg. Beide Closer haben in der Postseason noch keinen Run kassiert, dabei jeweils 6 Strikeouts und zusammen 9 Saves gesammelt. Wenn ich tippen müsste, wer zuerst bricht, wäre ich wahrscheinlich bei Baker. Seine Fastball Geschwindigkeit nahm zuletzt deutlich ab und damit auch sein Stuff. Gegen die Guardians hat das noch gereicht, aber die Brewers stellen ein besseres Lineup und dort muss er beweisen, dass die League Leading 41 Saves in der Saison gerechtfertigt sind.


Insgesamt haben wir also viele Ähnlichkeiten in den beiden Mannschaften. Einen großen Unterschied sehe ich in der Länge, welche die Rays Starter geben können. Die Brewers konnten ihren massiven Bullpengebrauch gegen die Dodgers gut verkraften, da die Serie nur 4 Spiele ging. Über einen längeren Zeitraum hingegen könnten irgendwann die Kräfte aufgebraucht sein. Auf der anderen Seite hat Milwaukee aber auch viele Reliever im „Circle of Trust“ um diesen Nachteil abzufedern. Während ich also den Rays einen kleinen Vorteil bei den Starting Pitchern einräume, sehe ich den Bullpen Vorteil bei den Brewers - sofern sie mit den Kräften haushalten können.

Das Lineup sehe ich tendenziell etwas stärker bei den Brewers. Von beiden Teams kann man aber taktisch interessanten Baseball erwarten: Es gibt Power Hitter, es gibt Contact Hitter, es gibt Speedster, es gibt Bunt Spezialisten, die Runs werden wahrscheinlich nicht alle per Home Run erzielt, sondern auch mal durch Sac Bunts, Sacrifice Flys und unter Druck gesetzte Defensiven.

Für mich sind die Brewers unter dem Strich das „Team of Destiny“. In 7 ihrer 8 Postseason Spiele lagen sie hinten - bis auf eines haben sie alle davon gewinnen können. Auf dem Weg in die World Series mussten sie mit den Padres das formstärkste Team mit einem überragenden Bullpen ausschalten und anschließend gelang mit dem Sweep gegen die Dodgers ein Sieg gegen das auf dem Papier beste Team der Liga. Diese Mannschaft kann Widerstände jeglicher Art überwinden.

Die Rays hingegen hatten „nur“ die Yankees ohne Aaron Judge und ein wenig herausragendes Team mit den Guardians zu bezwingen. Ich denke es wird eine unterhaltsame, low Scoring Serie, in der sich die Brewers am Ende in Spiel 6 durchsetzen und das wäre dann auch mehr als verdient, nicht nur für die Leistung in den Playoffs, sondern für diesen traditionsreichen Baseballstandort Milwaukee, deren Fans über so viele Jahrzehnte hinweg Dreck fressen mussten. und für den letztes Jahr verstorbenen Bob Uecker, der 54 Jahre lang die Spiele der Brewers kommentierte.

Lets go Brewers!

TV Schedule

23.10. - Freitag auf Samstag - 02:00 Uhr - Game 1 in Milwaukee
24.10. - Samstag auf Sonntag - 02:00 Uhr - Game 2 in Milwaukee

26.10. - Montag auf Dienstag - 01:00 Uhr - Game 3 in Tampa
27.10. - Dienstag auf Mittwoch - 01:00 Uhr - Game 4 in Tampa
28.10. - Mittwoch auf Donnerstag - 01:00 Uhr - Game 5 in Tampa

30.10. - Freitag auf Samstag - 01:00 Uhr - Game 6 in Milwaukee
31.10. - Samstag auf Sonntag - 01:00 Uhr - Game 7 in Milwaukee

4 Danksagungen

Game 1 - Recap - The Wiliam Contreras Game

Highlights (Long)

44 Jahre mussten die Fans der Brewers auf ein Heimspiel warten - und ihr Team legte im ersten Inning gleich mal gut los:

Vor allem Wiliam Contreras machte ein unglaubliches Spiel. Der Catcher der Brewers blockte jeden Pitch in den Dreck, gewann seine Strike/Ball Challenges, trug mit zwei Hits und einem RBI zur Offensive bei und warf als Krönung gleich zwei Baserunner aus.

aber auch die Rays zeigten ihre Fähigkeiten in der Defensive:

Es entwickelte sich ein enges Spiel, beide Starter gingen nach 5 Innings raus und überließen den jeweiligen Bullpens.
Mit einer 3-1 Führung gingen die Brewers dann in das letzte Inning. Mit Trevor Megill stand ihr ausgeruhter Closer bereit, aber der kam mächtig ins straucheln. Gegen Aranda und Simpson ließ er Basehits zu, der dann folgende Double-Steal brachte die Läufer auf zweite und dritte Base mit dem besten Hitter Tampa Bays, Junior Caminero an der Platte. Der bekam mit der offenen Base dann auch keinen schlagbaren Pitch zu sehen, sodass die Rays Bases Loaded mit 1 Aus hatten.

und dann passierte etwas, was ich so in den Playoffs auch noch nie erlebt habe: Die Brewers vollenden das Game-Ending Double Play, das Feuerwerk zum Sieg wird gezündet, aber nach Video Review wird der Runner auf die zweite Base safe gegeben. Die Rays verkürzen auf 3-2 und haben Läufer auf 1&3.

Das wäre ein historisches Spiel geworden, wenn es nach dieser Entscheidung noch zur Wende gekommen wäre. Aber auch so war es ein unheimlich spannendes Spiel 1. und Spiel 2 stand dem im Nichts nach

Game 2 - Comeback Kings

Highlights (Long)

Alles deutete auf einen Sieg der Rays hin: Sie hatten ihren besten Mann in Drew Rasmussen auf dem Mound und bereits im ersten Inning legte Tampa satte vier Runs gegen Logan Henderson auf.

Aber wie wir in der Postseason bereits gesehen haben: Die Brewers interessieren sich nicht für Rückstände, sie spielen einfach ihr Spiel weiter. und so attackierten sie Rasmussen gleich im ersten Inning mit mehreren Hits und verkürzten den Rückstand auf 2-4.

Beide Starter überlebten das vierte Inning nicht und mussten ausgewechselt werden.
Die Brewers machten weiter Druck - und die Rays, die zuvor so gelassen ihren Stiefel heruntergespielt hatten, begannen auf einmal Fehler zu machen. Aranda ließ einen Groundball durch seine Beine und sorgte so für einen weiteren Brewers-Run:

Nicht nur Defensiv, auch Offensiv trafen die Rays nun schlechte Entscheidungen

und Sal Frelick besorgte mit einem Left-on-Left Homerun den Ausgleich

Die Nervosität bei den Rays war zu spüren:

und so sorgte Rookie Cooper Pratt mit einem Basehit im 7. Inning für die Führung. Das 0-4 war endgültig aufgeholt.

Nach dem Megill in Spiel 1 wackelte, vertraute Pat Murphy dieses Mal auf Aaron Ashby für ein 5 Out Save - und ließ sich dabei auch nicht davon verunsichern, dass die Rays im 9. Inning erneut den tying Run auf die dritte Base brachten.
Leadoff Yandy Diaz, der beste Schlagmann mit Runner in Scoring Position, hatte die Chance das Spiel auszugleichen und genau wie Spiel 1 endet auch Spiel 2 in einer Kontroverse.

Swing or No Swing - das ist eben reine Ansichtssache des Umpires, es gibt keine Definition dafür im Regelwerk.

und so gewinnen die Brewers auch Spiel 2 und die Rays stranden erneut den entscheidenden Run an der dritten Base.

Die ersten beiden Spiele waren wirklich unglaublich spannend und hätten auch andersherum ausgehen können. Deshalb ist die Serie noch nicht vorbei, auch wenn die Rays jetzt schon mächtig unter Druck stehen. Der große Unterschied in den ersten beiden Spielen war wie befürchtet der Bullpen. Sowohl in Game 1, als auch in Game 2 waren die Starts der Pitcher von beiden Teams gleichkurz (5 bzw. 3 Innings). Während Milwaukee die Brücke bis zum Closer aber sehr gut geschlossen bekommt, pitchen bei den Rays wirklich Namen, die bei einem Contender nichts verloren haben. Durch den knappen Rückstand in den Spielen sah sich Kevin Cash zudem noch nicht gezwungen, seine High Leverage Reliever aggressiver einzusetzen, so ist Closer Bryan Baker noch ohne Einsatz.

Dazu entschieden am Ende wirklich Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage. Das Caught Stealing an der dritten Base in Spiel 1 ist unverzeihlich, auch der Send nach Home in Spiel 2 war einfach dumm - durch diese Aktionen bringt man die Fans zurück ins Spiel und baut den Gegner wieder auf. Die Rays haben einfach - sehr untypisch für sie - zu viele kleine und größere Fehler gemacht, die auf diesem Niveau am Ende entscheidend sind.

Tampa Bay braucht jetzt einen langen Start von Freddy Peralta in Spiel 3 um eine realistische Chance auf den Sieg zu haben. Bei 0-3 ist diese Serie natürlich durch, aber bei einem Sieg und einem vorausichtlichem Bullpen Game der Brewers in Spiel 4 gibt es durchaus Chancen, die Serie nochmal zurück nach Milwaukee zu senden. Spiel 3: Heute Nacht um 01:00 Uhr.

2 Danksagungen

Game 3 Recap - Game of Inches

Spiel 3 startete mit einem der besten World Series Catches aller Zeiten. Chandler Simpson riskierte seine Gesundheit für einen Flyball im Left Field, den er sensationell festhalten konnte.

Die Brewers gingen dennoch mit 2-0 in Führung und hatten im 5. Inning die Runner auf 1 und 2 mit 2 Aus.
Contreras schlug einen Ball zwischen Shortstop und 3rd Base, Junior Caminero nahm diesen auf und warf auf die zweite Base, wo Yelich zunächst ausgegeben wurde. Doch ein Video Review zeigte: Yelich war safe, statt Ende des Inning hatten die Brewers nun Bases Loaded

„Baseball is a game of inches“ heißt es so schön und dieses Spiel bewies einmal mehr, weshalb: Den Brewers gelangen nach diesem Review insgesamt 6 Hits, am Ende standen rekordverdächtige 8 erzielte Runs im fünften Inning auf der Anzeigetafel.

Das alles wäre niemals passiert, wenn Yelich nicht zur zweiten Base gerannt wäre und gerade so vor dem Wurf dagewesen wäre.

Spiel 3 endete mit 10-1, im letzten Inning durfte Brandon Woodruff für die Brewers pitchen. Woodruff ist der Spieler der am längsten im Verein ist, seit 2017 alle Höhen und Tiefen miterlebte und eigentlich seit mehreren Monaten verletzungsbedingt nicht mehr pitchen konnte, für das World Series Roster aber reaktiviert wurde. Eine schöne Geste von Pat Murphy. Mit der 3-0 Führung war nun alles angerichtet für Milwaukee für die erste Meisterschaft der Franchise Geschichte.

Game 4 - The Cooper Pratt Game - almost

Spiel 4 war für die Brewers ein Bullpen Game, also ein Spiel in dem nur ihre Reliever zum Einsatz kamen. Das sollte am Ende nochmal zum Zünglein an der Waage werden, doch zunächst lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe. Vor allem der Rookie Shortstop der Brewers, Cooper Pratt feierte seine Coming Out Party mit insgesamt 4 Hits und 2 RBI. Nach 9 Inning trennte beide Teams nichts - es stand 3:3. Mit jedem Extra-Inning mussten die Manager tiefer in ihren Bullpen gehen und im 12. Inning schien sich Cooper Pratt endgültig zum Helden aufzuschwingen, als er einen Homerun zur Führung und potentiellen Meisterschaft schlug.

Toller Tribut auch von Joe Davis, wie er hier den Homerun Call von Brewers Legende Bob Uecker nachmacht. Alles war also angerichtet für die große Party. Der Broadcast fing schon an die einzelnen Geschichten und Schicksale der Spieler zu erzählen, in Erwartung dass die Brewers gleich zum ersten Mal die Trophäe in die Höhe strecken.

Doch wie bereits erwähnt, die Brewers bestritten Game 4 als Bullpen Game und hatten nun alle ihre Top Reliever verbraucht, was unter anderem auch am fehlerhaften Management von Pat Murphy lag, der Closer Megill lediglich einen einzigen Batter am Ende des 8. Innings pitchen ließ, bevor er ihn wieder rausnahm.

Dazu kam, dass die Nerven der Brewers nun anfingen zu flattern. Gleich der erste Batter wurde durch einen Error auf Base gelassen.

und so musste Shane Drohan die Kohlen aus dem Feuer holen. Der letzte Mann von der Bank, der nur ein einziges Inning in diesem Monat werfen durfte.

Jonny DeLuca sorgte mit einem Single zunächst für den Ausgleich

Bevor die Rays die Bases vollmachten und Pinch Hitter Ben Williamson mit einem Bouncer über das Infield den Sieg für Tampa Bays besorgte.

Game 5 - unshakeable. unstoppable

Für Spiel 5 ließen die Rays Drew Rasmussen mit nur 3 Tagen Pause starten. Der ließ zwar nur einen Run zu, aber Jacob Misiorowski lieferte auf der anderen Seite seine bisher beste Postseason Partie ab. Zwar strikte er nur zwei Spieler aus, aber gab dafür auch nur zwei Hits ab und cruiste bis in das 6. Inning, wo er mit Krämpfen ausgewechselt werden musste.

Die Brewers waren wie schon die gesamten Playoffs lang unerbittlich und erkämpften sich Run um Run.

und mit einer 4-1 Führung im Rücken vollendete Milwaukee einen der dominantesten Postseason Runs in der Geschichte mit dem letzten Aus zur ersten Meisterschaft der Franchise Geschichte:

MVP: William Contreras, Catcher, Milwaukee Brewers

Viele hätten es verdient gehabt, aber er am Ende doch am meisten. Er lieferte nicht nur wichtige Hits in der Offensive, sondern blockte jeden Ball hinter der Platte, killte in wichtigen Situationen die Baserunner, gewann Challenge um Challenge und war der Emotional Leader für seine Pitcher und seine Defense. Dazu sind die Contreras Brüder nun das zehnte Brüderpaar, die einen Titel gewinnen konnten (Bruder Wilson gewann 2016 mit den Cubs). Nebenbei gewann er mit Teamkollege Chourio und Senzatella auch noch das World Baseball Classic in diesem Jahr.

Und für das Foto des Jahres sorgte er gleich mit: The Final Out

Ein Wort noch zu Aaron Ashby: Am Ende pitchte er in der Postseason 18 Innings ohne einen einzigen Run zu kassieren und stellte damit einen neuen Rekord auf (Andrew Miller, Cleveland, 2016: 16 Innings). Eine All-Time Performance die ihm sowas wie den inoffiziellen Titel als Playoff MVP einbringt. Seine Brille wurde immerhin nach dem Spielende von der Hall of Fame abgeholt.

Mit nur zwei Niederlagen haben die Brewers eine der dominantesten Postseasons seit langem gespielt. Sie warfen das formstärkste Team aus dem Wettbewerb (Padres), sweepten die mächtigen Dodgers und besiegten anschließend auch das beste Team der American League mit den Rays. Damit wird auch eine Serie vollendet: Jede Playoff-Serie in diesem Jahr ging an das Team mit der höheren Anzahl an Wins in der regulären Saison.

Die Brewers wird man die nächsten Jahre als Contender auf dem Zettel haben müssen. Das Starter-Trio in dieser Postseason um Misiorowski, Henderson und Gasser ist 24, 24 und 27. The Miz ist in seinem zweiten Jahr, Henderson und Gasser zählen sogar noch als Rookies. Alle drei werden also noch mindestens 4 Jahre unter Team Kontrolle bleiben. Bis auf Jake Bauers (30) und Yelich (34) sind alle Spieler im Starting Lineup 28 Jahre alt oder jünger und mit Spielern wie Jackson Chourio oder Cooper Pratt wurde bereits zu günstigen Konditionen langfristig verlängert.
Natürlich muss am Ende für eine Meisterschaft immer alles passen, aber die Voraussetzungen sind perfekt wie bei kaum einem anderen Titelverteidiger in den letzten Jahren.

Bemerkenswert ist der Titel vor allem, weil die Mannschaft gegen die herrschende Meinung zusammengestellt wurde. In den letzten 10-15 Jahren entwickelte sich Baseball immer weiter in Richtung Moderne: Analytics bestimmten den Diskurs. Stolen Bases, Bunts, Sacrifice Flys und Defense waren out. Homeruns, Homeruns, Homeruns und Walks waren in - koste es, was es wolle (-> Strikeouts!). Diese Ansicht hat sich mittlerweile so manifestiert, dass fast alle ihren Kader entsprechend ausrichten wollen. Das wiederum führt dazu, dass Spieler mit hohem Batting Average aber wenig Power, viel Kontakt aber wenig Strikeouts vom Markt unterbewertet sind, obwohl sie im Zuge der Analytics Revolution als vollkommen überbewertet proklamiert wurden.

Die Brewers haben die zweitwenigsten Homeruns in der MLB.
Sie haben den höchsten Team Batting Average in der MLB. Gleich vor den Tampa Bay Rays.
Finding Value in the Market…

Bei Tampa habe ich hingegen das Gefühl, dass sie nächstes Jahr die Playoffs verpassen könnten. Die AL East bleibt weiterhin unglaublich stark und insgesamt hat Tampa doch ziemlich überperformt, ähnlich wie die Blue Jays im letzten Jahr. Das Lineup war nicht ansatzweise gut genug und wäre in der National League wahrscheinlich schon früher ausgeschieden. Am Ende ist es aber vor allem der schwache und dünne Bullpen, der die Niederlage besiegelte.

Die Playoffs 2026 waren insgesamt in Ordnung. Mit dem Titel der Brewers gab es eine schöne Geschichte, die White Sox haben Spaß gemacht und Milwaukee wird als außerordentlich resilientes, zusammengeschweißtes Team in Erinnerung bleiben. Mit dem Drama welches wir 2025 oder 2024 erlebten konnte diese Postseason aber leider nicht mithalten. Immerhin hat sich die Liste der Franchises ohne Meisterschaft in den letzten 10 Jahren von 8 auf 4 Teams halbiert. Padres, Mariners, Rays, Rockies - You are next.

Damit ist die Saison 2026 vorbei.
Leider steuert die Liga auf einen harten Arbeitskampf zu und es ist davon auszugehen, dass wir einen Lockout sehen werden, der weit in das nächste Jahr hineingehen wird und uns mehrere Monate an Spielen kosten wird. Hoffen wir das Beste, dass auch nächstes Jahr wieder gespielt wird. Der Lockout hat immerhin den netten Nebeneffekt, dass bis zum Ende des CBA im Dezember noch ein paar Wochen der Free Agency bleiben. Die Spieler und Agenten wollen ihre Schafe auf jeden Fall vor dem Lockout im Trockenen haben, wir steuern also zumindest auf einen hoffentlich unterhaltsamen und hektischen Free Agency November zu bevor der Arbeitskampf die Schlagzeilen dominieren wird.

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