Take me out to the Ballgame - MLB und Baseball

Der erste Monat ist vollbracht und damit sind schon mehr als ein Fünftel der Saison absolviert. Heruntergebrochen auf eine normale Fußball Bundesligasaison befinden wir uns also gerade vor dem 8. Spieltag. Gewinnen kann man da natürlich noch nichts, verlieren aber schon eine ganze Menge. Schauen wir mal auf die Gewinner und Verlierer des Saisonstarts und die Spieler, die den Monat April geprägt haben.

Standings

Gewinner

New York Yankees (22-11, Platz 1 in der AL East)

Von der hochgehandelten AL East ist nach dem ersten Monat noch nicht viel zu sehen. Drei der fünf Teams stehen unter .500 und mit den Rays steht ausgerechnet das nominell schwächste Team mit 20-12 auf Platz 2. Das haben die Yankees genutzt und bereits einen beträchtlichen Vorsprung in den Standings herausgespielt. Mit +57 führt man die gesamte American League in der Rundifferenz an (zweitbestes Team ist Detroit mit +12), 53 Homeruns sind die meisten in der MLB und ein Team ERA von 3.01 ist ligaweit Spitze. Verantwortlich dafür ist vor allem Cam Schlittler, der sein angedeutetes Potential aus seiner Rookie-Saison bisher mehr als bestätigen kann und mit einem ERA von 1.51 derzeit auf Platz 2 liegt. Max Fried (2.09 ERA), Will Warren (2.39 ERA) und Ryan Weathers (3.31 ERA) ergänzen die dominante Rotation, die bald auch noch von Gerrit Cole verstärkt wird. Offensiv sticht neben Aaron Judge vor allem Ben Rice hervor, der mit einem OPS von 1.164 die gesamte Liga anführt. Mit diesem Start sind die Yankees in der Pole Position um den Division Lead, zumal alle anderen Teams mit Schwächen und Verletzungen zu kämpfen haben.


Athletics (17-16, Platz 1 in der AL West)

Meine Einschätzung zu den Athletics als Wild Card Kandidat waren optimistisch, aber bisher sind die A’s auch aufgrund schwächelnder Konkurrenz voll im Rennen. Das liegt mit Sicherheit nicht am Pitching, bei dem noch massiv Luft nach Oben ist. Dafür haben sich im Feld aber einige neue Leistungsträger herauskristallisiert. Catcher Shea Langeliers spielt bisher eine Saison auf AllStar Niveau, seine 45 Hits (gepaart mit 10 Homeruns) sind ligaweit Spitze. Neuzugang Jeff McNeil von den Mets ist eine Verstärkung für das Lineup und mit Carlos Cortes haben die Athletics den zurzeit heißesten Overperformer in ihrem Kader. Der 28-jährige hatte vor dieser Saison gerade mal 42 Major League Spiel in seiner Vita stehen, nach 26 Spielen in diesem Jahr steht er bei einem OPS+ von 200 und seine Baseball Savant Seite brennt lichterloh.

Besonders kurios: Cortes ist der erste und einzige Switch Fielder den es gibt: Spielt er im Outfield, benutzt er seinen linken Arm zum Werfen, spielt er im Infield, so wechselt er auf seinen rechten Arm.

Dazu kommt mit First Baseman Nick Kurtz ein Spieler, der diese Saison in 20 Spielen in Folge einen Walk ziehen konnte, eine Serie die ihm Platz 2 in der All-Time Rangliste neben Barry Bonds einbrachte. Man stelle sich nur vor, was dieses Team mit einem Mason Miller und weiterer Verstärkung im Starting Pitching leisten könnte. Die A’s haben vom schwachen Start der Astros und Mariners profitiert, aber dieses Team macht einfach Spaß und ich hoffe Sie können dieses Jahr bis zum Schluss um die Playoffs mitspielen.


Atlanta Braves (24-10, Platz 1 in der NL East)
Braves

Die Braves haben trotz der letzten zwei Jahren in denen man massiv unterperformte immer noch einen Kader, der gut genug für die Playoffs ist. Daher ist es nicht überraschend, dass sie die NL East anführen. Dass sie aber gleichzeitig mit einem Record von 24-10 das beste Team in der gesamten MLB sind, hatte wohl kaum einer auf dem Schirm. Das Lineup ist on Fire, das Starting Pitching liefert trotz einiger Fragezeichen ab und auch der Bullpen ist zuverlässig. Auf die beiden größten Rivalen Philadelphia und New York hat man bereits 10.5 bzw. 12.5 Siege Vorsprung.


Die NL Central

Wenn man den Pittsburgh Pirates Fans vor der Saison gesagt hätte, dass sie nach 34 Spieltagen bei 18-16 stehen, hätten sie wahrscheinlich unterschrieben. Wenn man ihnen dann erzählt hätte, dass sie mit dieser Bilanz auf dem letzten Platz in der Division stehen, wäre ungläubiges Kopfschütteln die Folge gewesen. Die Cubs sind zuhause quasi unschlagbar, die Reds sind 12-0 in Spielen mit 1 bzw. 2 Run Differenz und die Cardinals übertreffen zurzeit alle Erwartungen. Dazu ein solider Start der Brewers und Pirates und fertig ist die derzeit beste Division in der MLB. Ich gehe davon aus, dass die Cardinals und Reds merklich abkühlen werden, aber zurzeit ist noch völlig offen, wer diese Division gewinnen wird.


Verlierer

Boston Red Sox (13-20, Platz 5 in der AL East)

Die hohen Erwartungen an dieses Team konnten bisher noch nicht erfüllt werden, weshalb Manager Alex Cora und sein Coaching Staff entlassen wurden. Eine unschöne Schlammschlacht zwischen Spielern, Manager und General Management folgte, bei dem vor allem Executive Craig Breslow aus dem eigenen Lager einstecken musste. Noch ist es nicht zu spät das sinkende Schiff zu retten, gerade weil der letzte Wild Card Platz in der schwachen American League nur 3 Siege entfernt ist. Der Saisonstart hingegen wurde ordentlich in den Sand gesetzt


Houston Astros (13-21, Platz 4/5 in der AL West)

Beim langjährigen Playoffteilnehmer aus Texas läuft bisher noch so gar nichts zusammen. Das liegt vor allem am Pitching, welches ligaweit die schlechtesten Zahlen ausweist. Grund dafür ist neben dem Ausfall von Ace Hunter Brown auch die Verletzungen von Cristian Javier und Neuzugang Tatsuya Imai. Und so haben die Astros mit Yordan Alvarez (207 OPS+) zwar ein Monster im Lineup, aber niemanden, der Runs verhindern kann. Die Athletics auf Platz 1 sind zwar nur 4.5 Siege entfernt, aber der Trend bei Houston zeigt nach unten.


Philadelphia Phillies (13-20, Platz 4 in der NL East)

Das zweite Team neben den Red Sox, welches bereits den Manager gefeuert hat, sind die Phillies. Verantwortlich für den schlimmen Saisonstart war allem das schwache Starting Pitching von Spielern wie Jesus Luzardo, Aaron Nola oder Taijuan Walker. Mit mehr Spielzeit sollten sich die Zahlen aber stabilisieren und mit Zack Wheeler ist der konstanteste Starter der letzten 10 Jahre nach langer Verletzungspause wieder zurück. Das Lineup blieb ebenfalls zum Saisonstart kalt, der Formpfeil zeigt aber nach Oben und ich gehe davon aus, dass man zum Ende der Saison noch in das Playoff Rennen eingreifen wird können. Die Frage ist, ob die Hypothek zu diesem Zeitpunkt dann schon zu groß ist – wie schon eingangs erwähnt kann man nach 33 Spielen noch nichts gewinnen, aber einiges verlieren.


New York Mets (11-22, Platz 5 in der NL East)

Noch schlimmer als in Philadelphia sieht es beim Division Rivalen aus New York aus. Was hier passiert, macht mich sprachlos. Dabei ist das Problemkind Starting Rotation dieses Jahr ausnahmsweise nicht der Grund für die Implosion. Mit Nolan McLean, Freddy Peralta und Clay Holmes stehen zumindest an 3 Tagen Starter auf dem Hügel, die dir eine gute Chance auf einen Sieg geben. Das bringt aber alles nichts, wenn das komplette Lineup eiskalt ist und dazu auch noch zeitweise Verletzungen von Schlüsselspielern wie Juan Soto, Francisco Lindor, Luis Robert Jr. oder Jorge Polanco dazukommen. Geben wir dann noch einen Bullpen dazu, der in engen Spielen regelmäßig versagt, haben wir das Desaster der New York Mets 2026. Gefeuert wurde Manager Carlos Mendoza noch nicht, aber eigentlich kann es nicht mehr lange dauern. Gelingt nicht der sofortige Turnaround, dauert es nicht mehr lange und die Mets spielen schon im Juli um nichts mehr.


Players of Note

Mason Miller (Closer, San Diego Padres)

34 2/3 Innings. So lange dauerte es, bis Mason Miller mal wieder einen Run kassierte. Das ist die achtlängste Serie ohne kassierten Run seit 1961 und ein neuer Franchise Record für die San Diego Padres. Gebrochen wurde dieser Rekord übrigens nur aufgrund eines falschen Calls, als ein Umpire diesen Ball als „fair“ und nicht „foul“ einschätzte.

Miller ist zurzeit der beste Pitcher den es auf der Welt gibt. Wenn er im 9. Inning eingewechselt wird, ist das Spiel vorbei. Seine Savant-Seite ist einfach nur absurd.

Auch dank ihm stehen die Padres bei einer starken 19-13 Bilanz. Kommen Sie mit einer Führung aus dem 8. Inning, ist das Spiel gewonnen.


Mike Trout (Center Field, LA Angels)


Ich bin ehrlich, in meinen Augen war Mike Trout done. Die letzten Jahre waren geprägt von Verletzungen und auch wenn seine Zahlen am Ende immer noch mehr als solide waren, so sind sie nicht mehr ansatzweise mit seiner Prime zwischen 2012 und 2022 vergleichbar gewesen. Der Start in das Jahr 2026 hingegen zeigt, dass er vielleicht doch noch ein paar Tropfen im Tank hat. 10 Homeruns, ein OPS + von 176 (zuletzt 2022) und eine On Base Percentage von .431 (zuletzt 2021) sind willkommene Statistiken in einem leider einmal mehr vergessenswerten LA Angels Team.


Munetaka Murakami (First Base, Chicago White Sox)


Nicht Mike Trout. Nicht Aaron Judge. Nicht Yordan Alvarez. Nicht Matt Olson oder Kyle Schwarber führen die MLB in Homeruns an, nein. Es ist Munetaka Murakami, der Free Agent aus Japan, den 29 General Manager im Sommer nicht mit der Grillzange anfassen wollten. Nach 33 Spielen muss man festhalten: Die White Sox haben einen Star geholt. Der „Southside Samurai“ verkauft mehr Trikots als alle anderen Spieler im Team zusammen und schlug bisher 13 Homeruns. Die Strikeouts? Ja, die sind auch da (48, Platz 5 in der Liga). Aber gleichzeitig hat er auch ein unfassbar gutes Auge und ist ebenfalls Top 6 in Walks. Er ist die Verkörperung des True Three Outcome Spielers: Strikeout, Homer oder Walk, dazwischen gibt es nichts. Von seinen 27 Hits waren knapp die Hälfte Homeruns, davon aber kein einziges Double oder Triple. Bisher straft Murakami seine Kritiker also Lügen, mal sehen ob die Liga ihn im Verlaufe der Saison noch entschlüsseln kann.


Jordan Walker (Right Field, St. Louis Cardinals)


Eine Geschichte wie die von Jordan Walker sieht man äußerst selten. Bereits vor vier Jahren wurde er von den Cardinals in die Major League hochgezogen, damals als absolutes Ausnahmetalent angepriesen. Doch es folgte: Nichts… Walker spielte drei Saisons zwischen Triple A und Major League, sammelte über die Zeit negative (!) 2.6 WAR und schien ein „Bust“, wie er im Buche steht. Es grenzt fast schon an ein Wunder, dass die Cardinals an ihm festhielten und er seine Karriere überhaupt noch fortsetzen konnte. Und dieses Jahr, in seinem insgesamt vierten Profijahr, scheint es Klick gemacht zu haben. Nach 32 Spielen steht er bei 10 Homeruns, in den 162 Spielen 2024 und 2025 gelangen ihm zusammengerechnet 11. Sein Savant-Profil von letzter Saison zu dieser Saison ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Mit 2.2 WAR führt er die Liga an und er ist ein Hauptgrund, weshalb die Cardinals überraschend stark in die Saison starteten und zurzeit bei 20-13 stehen. Ich hatte ihn ehrlichgesagt schon längst abgeschrieben, aber er scheint doch noch die Kurve zu dem MVP-Kandidaten zu kriegen, die ihm Scouts damals prognostizierten.


Abschließend noch ein paar Worte zu den zwei Teams, die ich bisher am intensivsten verfolge:

Die Chicago White Sox spielen .500er Ball und ganz ehrlich? Ich glaube die könnten die Kurve schneller kriegen, als man denkt. Murakami hat, sollte man ihn nicht traden, zumindest noch bis nächstes Jahr Vertrag. Mit Noah Schultz hat man ein Top Pitching Prospect hochgezogen, der in seinen ersten Starts das hält, was man sich von ihm verspricht (ein Randy Johnson Klon). Mit Colson Montgomery besitzt man einen potentiellen MVP Kandidaten, über den noch kein Mensch spricht, weil er in Chicago so unter dem Radar läuft. Seitdem er letztes Jahr sein Debüt gab, liegt er unter den Shortstops ligaweit auf folgendem Rang: Homeruns (1.), RBI (1.), Slugging (1.), OPS (5.), wRC+ (5.), WAR (3.). Auch defensiv zählt er laut den Advanced Metrics zu den absolut besten Shortstops der Liga. Mit Sam Antonacci (LF/2B) und Chase Meidroth (2B) hat man zwei unterhaltsame Rookies im Lineup, die so aussehen, als ob sie solide Contributor in der Zukunft werden können. Mit Kyle Teel steht zudem ein sehr talentierter Catcher bereit, der zurzeit noch verletzt ist, in seinem Rookie Jahr 2025 aber mit starken Leistungen glänzen konnte.

Wenn in der Offseason 2027 investiert wird, kann hier nächstes Jahr schon ein Playoff Contender entstehen.


Die Pittsburgh Pirates haben sich in der Offseason gut verstärkt. Brandon Lowe und Ryan O’Hearn führen dieses Team offensiv an, dazu zeigt Nick Gonzales sehr gute At-Bats und auch der hochgepriesene Rookie Shortstop Konnor Griffin kommt langsam in Fahrt. Verrückterweise ist ausgerechnet die Rotation der Grund, weshalb die Pirates zurzeit „nur“ bei 18-16 stehen. Paul Skenes hat immer mal wieder Aussetzer und Bubba Chandler kämpft mit seiner Kontrolle, seine 20 Walks führen die Liga an. Zwar ist die Leistung insgesamt immer noch sehr solide, aber bis auf Mitch Keller schafft es keiner der Jungs, auch mal länger ins Spiel zu pitchen. Dadurch wird der Bullpen extrem strapaziert. 138.1 Innings Pitched sind meisten für ein Team mit Winning Record. Gerade zu Beginn der Saison verlor man so einige Spiele. Ansonsten ist die Run Differenz mit +30 aber positiv, der sich daraus ergebende Pythagorean Record ist mit 20-14 Top 5 hinter den Dodgers, Braves, Yankees und Brewers. Kurz gesagt: Die Leistung war sehr gut, die Ergebnisse hinken noch etwas hinterher. Die sehr starke NL Central macht natürlich zusätzlich zu schaffen, aber bisher kann man mit dem Saisonverlauf zufrieden sein.

7 Danksagungen

Frühjahr 1985. Ein Orange-Blaues Sportteam aus New York steckt in der Krise. Der Heilsbringer: Ewing.
ca. 40 Jahre später. Ein Orange-Blaues Sportteam aus New York steckt in der Krise. Der Heilsbringer: Ewing.

Nur heißt er dieses mal nicht Patrick, sondern AJ. Der ist dieses und letztes Jahr buchstäblich durch die Minors geflogen und wurde vor wenigen Tagen von den Mets in die Majors berufen. Die stehen bei 15-25 und sind damit tief in der Krise. Gleich in seinem ersten Spiel konnte Ewing ein Triple schlagen, drei Walks ziehen und eine Base stehlen. In seinem zweiten Spiel wurde er durch seinen Rookie Outfieldkollegen Carson Benge zum Sieg nach Hause gebracht.

und in seinem dritten Spiel erzielte er auch seinen ersten Homerun. Die Mets stehen damit bei 3-0 seitdem er im Team ist und haben die Detroit Tigers gesweeped. Vielleicht ist er der Funke, der das Feuer zum entfachen bringt und die Mets schaffen noch den Turnaround.

In der Southside stehen die White Sox derweil bei 22-21. Das ist das erste mal seit 2022, dass Chicago über .500 steht. Zuletzt konnte man fünf Spiele in Folge gewinnen und zurzeit belegt man einen Wild Card Platz. Neben den bereits erwähnten Murakami, Montgomery und den Rookies Meidroth und Antonacci spielt auch Miguel Vargas eine sehr gute Saison. Er kam vor zwei Jahren im Trade für Reliever Michael Kopech von den Dodgers an die Southside und hat trotz guter Anlagen nie so wirklich den Durchbruch geschafft - bis jetzt. Sein Saisonstart war sehr gut und mit knapp 2 WAR hat er jetzt schon so viel, wie im Vorjahr. Im neuesten Minor League Report haben zudem viele White Sox Prospects einen Sprung nach Oben gemacht, wodurch man jetzt - je nachdem welchem Portal man glauben darf - bis zu 5 Talente in den Top 50 der besten Prospects zu finden sind.

Die Pirates spielen weiterhin einen guten Ball, besonders Skenes scheint seinen Rythmus gefunden zu haben. Zuletzt pitchte er zwei Spiele in Folge über 8 Innings, beim zweiten Spiel davon gegen die Rockies hat der Broadcast den „No Hitter Alert“ nach dem ersten Aus des Spiels eingeblendet :ulaugh: Tatsächlich konnte er den No-No dann auch bis in das siebte Inning halten. Die Spiele wurden mit 3-1 und 1-0 dann auch gewonnen, sodass die Pirates jetzt bei 24-20 stehen. Leider ist die NL Central weiterhin komplett am durchdrehen.

und der Managerwechsel bei den Phillies scheint gefruchtet zu haben. Von den letzten 16 Spielen konnten 12 gewonnen werden, wodurch die Bilanz jetzt bei 21-23 steht und man immerhin auf Platz 2 in der Division steht. Auf die erste Wild Card sind es noch 4.5 Spiele, aber die Saison ist noch lang und bisher ist nur etwas mehr als ein Viertel gespielt.

Der Mai ist rum, ziemlich genau ein Drittel der Saison ist gespielt und damit ist es wieder Zeit für ein kurzes Update:

Gewinner

Philadelphia Phillies (30-29, Platz 3 in der NL East)

Nach dem miesen Saisonstart sind Phillies zurück in der Spur und präsentierten sich im Mai wieder als der World Series Contender, den man sich gut im Oktober vorstellen kann. Vor allem Christopher Sánchez dominierte mit 5 Starts, in denen er keinen einzigen Run kassierte und insgesamt 45 Strikeouts sammelte. Die Wild Card ist nur noch 1.5 Siege entfernt.

Chicago White Sox (32-27, Platz 2 in der AL East)


Im letzten Update schrieb ich noch, dass die White Sox die Kurve schneller kriegen könnten, als gedacht. Nach einem Monat mit 18 Siegen und 10 Niederlagen scheint diese Aussage immer mehr zu stimmen. Die Teamchemie stimmt, alle haben Spaß und das überträgt sich beim Zugucken auch auf den Zuschauer. Mit 32-27 hat man einen besseren Record als die Cubs und steht komfortabel auf einem Wild Card Platz. Noch vor zwei Jahren holte dieses Team seinen 32. Sieg im Monat September, bei einer Bilanz von 32-109.

Tampa Bay Rays (36-20, Platz 1 in der AL East)
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Die Yankees? Die Blue Jays? Die Orioles? Oder doch die Red Sox? Das sind vermutlich alles Teams, die man im Rennen um den Divisionsieg vor Tampa gesehen hat. Nach einem Drittel der Saison ist sind es aber einmal mehr die Small Ball Masterminds aus Florida, die mit dem besten Record der American League auf Platz 1 stehen. Dabei besteht das Lineup nur aus drei starken Sluggern mit Junior Caminero, Yandy Diaz und Jonathan Aranda, der Rest des Teams hat seine Stärken nicht unbedingt am Schlag. Aber mit Speed Demon Chandler Simpson, einem starken Pitching Staff und immer dem richtigen taktischen Plan holen die Rays Sieg um Sieg und haben sich so eine sehr gute Ausgangsposition für einen Playoffeinzug herausgeholt.

Verlierer

Chicago Cubs (32-28, Platz 4 in der NL Central)
Cubs
Die Cubbies erlebten einen ziemlichen Horrormonat. Zwischenzeitlich verlor man 10 Spiele am Stück, eine Serie die mit einer Niederlage bei den Crosstown Rivals von der Southside begann. Der erste Platz in der Division verwandelte sich somit in den vierten Rang und müsste man die „Vibes“ die ein Team versprüht ranken, so wären die Cubs zurzeit ziemlich weit unten anzusiedeln. Aber vielleicht ist die „streakyness“ in der Natur dieses Teams, schließlich konnte man zuvor auch schon zwei Serien mit 10 ungeschlagenen Spielen am Stück hinlegen. Es bleibt auf jeden Fall weiterhin spannend in der NL Central.

Detroit Tigers (22-38, Platz 5 in der AL Central)
Tigers
Vielleicht der größte Verlierer der bisherigen Saison: Trotz teurer Verpflichtungen in der Offseason, trotz Rookie des Jahres Anwärter Kevin McGonigle der das Team mit 3.2 WAR anführt, trotz aller Erwartungen als World Series Contender stehen die Tigers mit der schlechtesten Bilanz aller MLB Teams am untersten Ende der Tabelle. Selbst die Colorado Rockies sind zumindest nicht schlechter. Der Monat Mai war mit 6 Siegen und 21 Niederlagen katastrophal und mit jeder weiteren Niederlage steigt die Spannung, ob Detroit tatsächlich zum Verkäufer werden könnte und Tarik Skubal weggeben wird.

Kansas City Royals (22-37, Platz 4 in der AL Central)
Royals
Spricht man von Enttäuschungen, kommt man auch um die Royals nicht herum. Die Guardians und White Sox sind mittlerweile 11 bzw. 10 Siege entfernt, bis auf Bobby Witt Jr. kommt keiner der Spieler auch nur ansatzweise an sein Leistungsniveau heran. Die eigentlich starke Rotation ist durch Verletzungen und Formschwäche gebeutelt und kann das Team zurzeit nicht zum Erfolg tragen. In dieser Verfassung ist Kansas City kein Anwärter auf die Playoffs.

Players of Note

Jacob Misiorowski (Starting Pitcher, Milwaukee Brewers)

Ich habe Christopher Sanchez und seine Statistiken erwähnt. Mit seinem Monat kann nur The Miz mithalten, der in 6 Starts nur 14 Hits und einen Run kassierte, dabei 57 Batter ausstrikte und seinen Season ERA auf 1.65 verbesserte. Wenig verwunderlich, dass die Brewers 5 von 6 seiner Starts gewinnen konnten und mit einer Bilanz von 35-21 die Führung in der NL Central übernehmen konnten. Dabei bricht er wieder einmal allerlei Geschwindigkeitsrekorde. So warf er zuletzt 40 Pitches mit 101+mph in einem Spiel. Seit 2008 gibt es überhaupt nur drei Starting Pitcher, die in ihrer gesamten Karriere so viele schnelle Pitches warfen. Gegen die Astros warf er zu Beginn des Spiels 20 Fastballs am Stück, weil er gepaart mit seiner Genauigkeit quasi unhittable ist. Bleibt zu hoffen, dass sein Ellenbogen heile bleibt und wir ihn dieses Jahr in den Playoffs genießen dürfen.

Tarik Skubal (Starting Pitcher, Detroit Tigers)

Die Gerüchteküche fängt langsam an zu brodeln: Nachdem Skubal einen kleinen Eingriff an seinem Ellenbogen hatte, wird er für Mitte Juni zurück in der Rotation erwartet. Bis nicht endgültig klar ist, wie seine Reha verläuft, wird kaum ein Team das Risiko eingehen wollen, ihn in seinem letzten Vertragsjahr zu ertraden. Gleichzeitig sinkt sein Wert mit jedem Tag der vergeht, denn damit verringern sich auch die Einsätze, die Skubal für sein potentiell neues Team absolvieren könnte. Wann ziehen die Tigers die Reißleine? Oder werden sie bis zur letzten Sekunde hoffen, dass sie doch noch die Playoffs erreichen können, ihn halten und am Ende der Saison als Free Agent verlieren? Ein potentieller Trade Partner wäre - wie sollte es anders sein - natürlich die LA Dodgers.

Ben Rice (First Base, New York Yankees)

Auf dem Leaderboard für OPS+ (On Base Percentage + Slugging) finden sich einige illustre Namen. Yordan Alvarez, Munetaka Murakami oder Mike Trout gehören dazu. Auch jüngere, heranwachsende Superstars wie James Wood & CJ Abrams (Washington Nationals), Drake Baldwin (Atlanta Braves), Nick Kurtz (Athletics) oder Jordan Walker (St. Louis Cardinals) sind Teil der Liste. Aber auf Platz 1 steht Ben Rice, der 27-jährige Late Bloomer, der in seiner dritten Saison den endgültigen Durchbruch zum Top Slugger zu schaffen scheint und damit das Lineup um Aaron Judge nur noch gefährlicher macht. 17 Homeruns in 51 Spielen setzen ihn auf eine Pace von ungefähr 50 Homeruns für das gesamte Jahr.


Pirates Watch

Der Mai verlief in Wellen. Nachdem man verletzungsbedingt auf den zweitbesten Offensivspieler in Ryan O’Hearn verzichten musste, verlor man zwischenzeitlich 8 von 10 Spielen und geriet somit genau an die .500er Marke. Glücklicherweise entpuppten sich andere Spieler als echte Verstärkung: Rookie Shortstop Konnor Griffin hat sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten langsam an die MLB akklimatisiert und überzeugt vor allem mit seinem wahsinnigen Speed auf den Bases. First Baseman Spencer Horwitz spielt mit 28 Jahren seine bisher beste Saison. Bis auf Catcher und DH haben alle Spieler im Lineup einen OPS+ Wert von über 100. MVP ist und bleibt aber 2nd Baseman Brandon Lowe, der einen wichtigen Homerun nach dem anderen schlägt und sein Team teilweise im Alleingang auf die Siegerstraße bringt. Mit Jared Jones kehrt zudem ein Starter zurück, von dem man sich viel erhofft, der nach einer Ellenbogenoperation aber zuletzt 2024 pitchte. Ryan O’Hearn meldete sich gestern mit einem Homerun von der IL zurück und mit einer Bilanz von 32-28 steht man sehr gut da, die Run Differenz von +31 ist die fünftbeste der Liga. Wenn man bis zur Deadline noch eine Lösung für DH, Catcher und Reliever findet, dann sollten die Playoffs machbar sein.

3 Danksagungen

Ich erhöhe: Die White Sox sind die Story der Saison bisher.
Das erste mal seit 4 Jahren führt man die AL Central an.

Vorgestern hat Braden Montgomery, ein weiteres Top Prospect der White Sox sein Debüt in der Major League gegeben. und in der Throwback-Night mit 80er Jahre Präsentation und Bob Costas am Mikrofon hat er in Extra-Innings beim Stand von 4-5 das hier gemacht:

Vor 1.5 Jahren haben die White Sox Garrett Crochet an die Red Sox getradet. mit Montgomery haben nun alle vier Spieler, die Chicago im Trade zurückbekommen hat, ihr Major League Debüt für die White Sox gefeiert. Es ist äußerst selten, dass bei so einem Trade auch alle gehandelten Prospects die Major League erreichen und hier sieht es sogar so aus, als ob die White Sox gleich mehrere zukünftige Stammspieler zu ihren Reihen bekommen haben.

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