Der gute Tabellenplatz in der Hinrunde täuscht in Frankfurt über die dürftigen Leistungen über weite Strecken der Saison hinweg. Eigentlich sollte man in Frankfurt mit einer Platzierung zwischen 5 - 8 in der Bundesliga zufrieden sein, aber die Art und Weise, wie Spiele verloren / nicht gewonnen werden ist für alle enttäuschend. Zudem gibt es seit einiger Zeit keine postive Weiterentwicklung. Es werden seit Monaten die gleichen spielerischen Fehler gemacht und da kann man dem Trainer schon anlasten, dass keinerlei Fortschritte erzielt oder die Mängel abgestellt werden.
Zu Saisonbeginn gegen Bremen und Hoffenheim sah es eigentlich schon ganz gut aus und der leicht negative Trend der letzten Rückrunde schien überwunden. Insbesondere dank guter Form von Bahoya, Chaibi und Uzun waren die ersten Spiele wirklich in Ordnung. Als dann auch noch Burkardt Tore geschossen hat, sah es, zumindest im Spiel nach vorne, recht stabil aus.
Ab dem 4. Spieltag gegen Union (3:4 Heimniederlage) ging es gefühlt drei Schritte zurück. Plötzlich kassiert man gegen Union und Gladbach jeweils 4 Gegentore und in der Champions-League zwei 1-5 Packungen. Zugegeben, Atletico und Liverpool sind gute Gegner, aber gerade für ein schwächelndes Liverpool war die Eintracht in dieser Phase ein dankbarer Aufbaugegner. Da war einfach viel mehr drin. Seit diesem Zeitpunkt, hat man überhaupt nicht mehr zu seinem eigenen Spiel gefunden, egal in welchem Wettbewerb. Gewinnen konnte man nur noch, teils sehr glücklich gegen Aufsteiger (Köln) oder Krisenclubs (Mainz, Augsburg, St. Pauli). Ansonsten wurden alle Spiele verloren oder endeten Unentscheiden. Als dann durch BUrkardts und Uzuns Verletzung die Torgefahr abhanden gekommen ist, wurde die Schwächen in der Verteidigung schonungslos offen gelegt - weil nun eben keiner mehr die 3-4 Gegentore vorne ausgleichen konnte.
Der Kader in Frankfurt ist so stark wie lange nicht und hat selbst auf der Bank inzwischen gute Alternativen, sodass auch Ausfälle kompensiert werden können. Viele Spieler haben allerdings ihre Form komplett verloren und wirken auf dem Platz überfodert. Uzun ist nach seiner Verletzung ein Schatten seiner selbst, Bahoya komplett weg vom Fenster, Theate oder Collins Fehleranfällig ohne Ende und das zentrale Mittelfeld um Larsson oder Götze außer Form und ständig verletzt / angeschlagen. Einen Wahi, der meines Erachtens ein richtig guter Kicker ist, haben sie nie eingebunden bekommen.
Und trotz dieser schwachen Spiele und teils hohen Klatschen (0-6 gegen Leipzig) setzt sich Toppmöller in jede Pressekonferenz und erzählt den gleichen Mist und verharmlost die Situation. Bei seinen Ausführungen hat man das Gefühl, dass er die Probleme nicht zu erkennen scheint (ideenloses Angriffsspiel, keine Intensivität im Spiel). Ich denke letzteres ist auch der Grund warum er inzwischen im Verein nicht mehr die hundertprozentige Rückendeckung genießt. Hellmann, Krösche, Hardung und Co sehen die Spiele ja auch und erleben den Trainer bei seinen öffentlichen Auftritten. Da klaffen einfach Welten zwischen seiner Wahrnehmung und der Realität.
Ohne einige Säulen im Team (Kristensen, Knauff, bis zur Verletzung Burkardt), welche sich wirklich reinhauen und alles geben, würde es hier schon ganz anders aussehen und der Trainer wäre schon zu Weihnachten weg gewesen.
Vielleicht ist manchmal weniger mehr und vielleicht sollte der Trainer versuchen, wieder etwas mehr zu den Basics zu gehen (Kämpfen, Einsatzbereitschaft, Zielstrebigkeit). Das ist das, was die Eintracht in den letzten Jahren ausgezeichnet hat - niemals aufgeben und alles raushauen. Diese Einstellung ist komplett verloren gegangen und meines Erachtens hat der Trainer an dieser Entwicklung einen großen Anteil, da er einen anderen Ansatz priorisiert und das Team überfordert.