Parent Corner - Einfach gebunst, bestes Ergebnis

Im Prinzip nur eine Ausprägung des grundsätzlichen Dilemmas: Wer genug Ressourcen hat (soziale, monetäre, emotionale) braucht diese Betreuung nicht in dem Ausmaß. Familien die das nicht haben kann man gar nicht früh genug und häufig genug an die Hand nehmen.

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Das ist doch heutzutage der normale Ablauf. Zumindest bei uns stehen da fast die gleichen Termine an. Vor allem, dass die Kooperationslehrer regelmäßig in die KiTa gehen ist völlig normal.

Ich finde das auch nicht verkehrt. Die meisten Eltern haben sehr großen Respekt vor dem Schulanfang und so kann man diese viel besser abholen.

Ich hatte mir lange Zeit nicht besonders viele Gedanken darum gemacht wie der Umgang mit Kindern eigentlich funktioniert. Klar, wir hauen sie nicht mehr und Jungs dürfen auch mit Puppen spielen. Aber darüber hinaus?

Deshalb möchte hier mal auf was aufmerksam machen, dass mit persönlich echt viel gebracht hat um Konflikte und Stress im Alltag erheblich reduziert hat: Podcasts. Konkret den von Kathy Weber: Podcast der Gewaltfreien Kommunikation - Kathy Weber Herzenssache

Also klingt jetzt trivial, aber unsere Eltern und Großeltern hatten ja kaum Zugang zu Quellen die ihnen Handwerkszeug an die Hand gaben wie sie ihre Kinder erziehen können. Da musste man schon aktiv in eine Bücherei und nach Fachbüchern schauen. Ansonsten wurde halt einfach gemacht und von den eigenen Eltern Methoden übernommen, bekanntermaßen mit nem guten Schuss schwarzer Pädagogik aus der NS Zeit. Und diese tradierten Erziehungsmethoden sind ja leider bis heute verbreitet (Kinder schreien lassen, bloß nicht verwöhnen, “jedes Kind kann schlafen”).

Nunja, für uns ist doch aber der Zugang z.B. zu Podcasts so niederschwellig, dass ich mich selbst gefragt hab warum ich erst so spät damit angefangen habe. Wenn es um die Pflege, Wartung oder Reparatur vom Auto, der Gesundheit oder eine Altersvorsorge geht läuft jeder zu nem Experten oder recherchiert stunden- und tagelang. Warum dann nicht bei einem komplexen und jahrelangen Projekt wie Kindererziehung?

Ich kann’s also wirklich jedem empfehlen bei der nächsten Auto oder Zugfahrt einfach mal ne halbe Stunde rein zu hören. Ich war am Anfang auch ein bisschen skeptisch ob das nicht alles zu sehr Bullerbü und freie Liebe ist. Aber fuck, wenn man die Ideen mal versucht umzusetzen und sie funktionieren ist das einfach super krass erhellend.

Nur ein kleines Beispiel: Zähne putzen. Da hatte ich immer wieder Zirkus, weil “ich muss noch spielen” oder sonst was. Und irgendwann hab ich dann mit Strafen gedroht: “wenn du jetzt nicht …. dann …”. Deines beim Fernsehen, Süßigkeiten, younameit. Durch den Elternpodcast da habe ich erstmal begriffen wie sinnfrei und kontraproduktiv solche Strafenandrohungen sind und wie man solche Situationen viel besser managen kann. Ohne Eskalation, mit weniger Stress. Der Podcast hilft mir extrem gut zu verstehen was das Kind mir überhaupt sagen will und warum es ein bestimmtes Verhalten zeigt. Dadurch wird es dann so viel einfacher darauf zu reagieren. Von daher kann ich das jedem nur ans Herz legen Mitglied bei den Kathy Weber Ultras zu werden. Oder einen der vielen anderen Podcasts reinzuhören.

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Ich schick dir gleich meine Nora Imlau Fanatics rüber und die regeln das mit dir, Freundchen!

Gewaltfrei, versteht sich :grin:

Gibt viele gute Autorinnen mittlerweile, häufig wird mir da aber zu sehr dieses „hat bei mir funktioniert“ in ein allgemeines Lösungsmuster überführt, daher bin ich immer etwas zurückhaltend mir zu viel davon anzuhören oder anzulesen.

Dennoch kann ich sagen, dass es absolut empfehlenswert ist mal in modernere Erziehungsratgeber zu schauen.

Bspw funktionieren auch viele der Ideen von Caroline St Ange aka Learn learning with Caroline bei unseren Schulkindern. Warum soll ich mir plump dann noch selbst Gedanken machen, wenn ich es erstmal nutzen kann? :melting_face::grin:

Ansonsten hat meiner Frau Bindung ohne Burnout bspw sehr gefallen und überhaupt dass das Thema Care-Arbeit bzw Mental Load mal auf den Tisch gebracht wird, gerade wenn es darum geht Dinge gemeinsam in einer Familie zu tun (Spoiler: häufig ist es dennoch nur immer eine Person, die den Laden zusammenhält).

würde mich interessieren, welche Quellen ihr sonst so bemüht. Wenn ich später wieder zuhause bin, schaue ich sonst gerne mal durchs Bücherregal und die Hörbücher nach (Nicht-) Empfehlungen.

Ach so, Susanne Mierau hat meine Frau auch noch ganz gerne mal was von gelesen. Sie kommt afaik aus der Pädagogik, wogegen Nora Imlau bspw Fachjournalistin ist und sich Erkenntnissen, Forschungen etc. anderer bedient. Dabei versucht sie es aber meist einfach und verständlich zu formulieren.

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Sehr spannend. Sitze nur grade mit zwei Kids am Tisch und muss dann noch einen Einbauschrank fertigbauen, aber heute abend Schreiben ich ein bisschen was dazu.

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Unser Baby ist ein unglaubliches Energiebündel, das hat sich schon früh abgezeichnet. Also mit früh meine ich im Bauch, weil wir nur 1 einziges ordentliches Ultraschall-Bild von ihr bekommen habe da sie sonst nie ruhig genug war. Jetzt knapp 5 Monate nach Geburt geht es auch so weiter: Legt man sie ab, kann sie eigentlich nur so vor sich hin strampeln, erzählt freudig und hat meistens dabei auch noch beide Füße im Mund.

Gestern war dann etwas seltsames: Sie hat einfach nicht aufgehört zu schreien, in einer Form wir wie es noch nie gehört haben. Nichts was wir getan haben hat geholfen, außer Herumtragen. Am Ende habe ich sie in den Kinderwagen gepackt und bin eine Runde rausgegangen. Da war sie dann ruhig und hat nur so ins Leere gestarrt, was für sie schon sehr ungewöhnlich war. Am Ende musste ich sie so ein wenig kneifen, dass sie in irgendeiner Form reagiert. Danach ist sie dann aber auch eingeschlafen und hat gut eine Stunde geschlafen, was tagsüber selten vorkommt. Sonst ist sie eher Verfechter des 20 minütigen Powernaps.

Als ich sie dann ins Bett gebracht und nochmal gefüttert habe, war irgendetwas komisch. Sie röchelte nur noch so ganz seltsam, wurde dann immer unruhiger und hat begonnen zu zittern. Dann wieder dieses furchtbare Schreien, nur unterbrochen von Versuchen Luft zu bekommen. Das war dann nur noch so ein richtiges Pfeifen irgendwann.

Natürlich haben wir Panik bekommen und meine Freundin entschied sich dann dazu, den ärztlichen Dienst anzurufen. Denen haben wir alles geschildert und sie waren dann der Meinung das ein Notarzt kommen muss, einer von uns soll doch schon mal bitte runtergehen und sie in Empfang nehmen. "Witziger"weise kamen ganze 2 Notärzte und Feuerwehr Wagen in unsere Straße, aber jeweils zu einem anderen Haus. Nach 10 Minuten waren sie dann aber auch bei uns: 4 Männer in voller Ausstattung, 2 mal Notarzt und 2 mal Feuerwehr. Das Baby schreit weiter so schrecklich, also nehme ich sie in dem Arm an die Seite um die irgendwie ruhig zu stellen und streichle ihr dabei den Rücken während ich warte.

Auf einmal kam ein Rülps wie man es nur um 4 Uhr morgens am Ballermann kennt, inklusive Spuckfontäne aus ähnlichen Gefilden. Danach schaut sie mich nur an und fängt an zu lachen.

Als ich sie dann auf den Rücken in ihr Bett legte, weil die Leute jetzt im Schlafzimmer waren, hatte sie schon wieder dieses schelmische Grinsen aufgesetzt und natürlich beide Füße schon wieder in Richtung Mund geschoben. Das war ein Bild: 4 frustrierte Rettungskräfte, 2 peinlich berührte junge Eltern und 1 Baby, was gerade die Vorzüge ihres großen Zehs genießt.

Uns wurde dann mehrfach versichert, dass wir nichts falsch gemacht haben. Die kleine hatte in der letzten Woche einen Infekt und es kann sein, dass dieses röcheln und übergeben noch eine Nachwirkung davon ist. Aber trotzdem kommt man sich natürlich erst mal wie ein Idiot vor, für so etwas einen Arzt in der Nacht zu beschäftigen.

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Vorpubertät anyone?

Diese Stimmungsschwankungen, dieses sich sich ungerecht behandelt fühlen, die aggressiven Ausbrüche… das macht mich wiederum aggressiv und es zu begleiten ist mehr als herausfordernd, zumal sich seine Entladungen auch gerne gegen seine kleineren Schwestern richtet (Spoiler: die sind auch nicht unschuldig).

Ich bin zum ersten Mal mit dem Alter konfrontiert, bisschen habe ich auch den Eindruck, dass er irgendwas anderes aus der Schule oder dem Freundeskreis kompensieren könnte. Aber vermutlich alles ganz normal, oder?

Wie seid ihr durch diese Phase gekommen?

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Nie. Meine Eltern haben sich irgendwann einfach dran gewöhnt.

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Eigtl. normal bis zu einem gewissen Grad. Bin da immer fair und standhaft, auch in der Argumentation und Diskussion. Energieabbau beim Fußball und Basketball fördern. Dennoch aber auch selber feinfühlig bleiben und immer überlegt handeln und darüber nachdenken, woher der Frust jetzt kam. Auch ggf nochmal später nachgehen.

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Finde ich auch gut. Die kein-Bock-Anwandlungen mit Abmachungen gekontert: du schaust dir das Tischtennis-Training und die Jugendfeuerwehr mindestens bei jeweils drei Terminen an, dann entscheidest du selbst ob du hingehen möchtest. Macht er jetzt beides. Plötzlich kann er wieder kommunizieren und spricht gerne von seinen Erlebnissen da.

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Klar, seit 33 Jahren.

EDIT: Ach Mist, @el_Button hatte schon abgestaubt.

Ich brauche mal eine neutrale Meinung zu einer Familiensituation, die mich beschäftigt.

Nach längerer Zeit habe ich wieder Kontakt zu meiner Mutter. Sie hat inzwischen meine fünfjährige Tochter kennengelernt, und die beiden verstehen sich eigentlich sehr gut.
Jetzt gibt es aber ein Problem. Meine Mutter will nicht, dass meine Tochter die Frau meines Vaters Oma nennt. Sie hasst diese Frau, weil sie ihr damals den Mann ausgespannt hat.
Sie hat mir sogar gesagt, dass sie meiner Tochter das selbst verbieten will, falls ich es nicht tue.

Ich finde das unangebracht, weil meine Tochter einfach beide Omas gernhat und nichts mit dieser alten Geschichte zu tun hat. Ich möchte sie da raushalten.
Demnächst hat meine Mutter Geburtstag, und ich habe Angst, dass sie das Thema bei meiner Tochter anspricht. Ich will sie davor schützen, aber auch keinen neuen Streit anfangen.

Wie würdet ihr damit umgehen?
Wie kann man das ruhig, aber klar ansprechen, wenn man weiß, dass die eigene Mutter schnell laut oder beleidigt wird?

Du entscheidest, nicht deine Mutter! Und natürlich hat deine Tochter das Recht ihre Omas zu sehen.

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Es geht nicht darum, dass sie nicht möchte, dass meine Tochter Kontakt zu ihrer Stiefoma hat/ sie sieht. Sondern darum, dass sie die Stiefoma als „Oma“ bezeichnet.

also wenn es dich nicht stört, und die “stiefoma” auch nicht, dann soll deine Tochter sie doch ruhig Oma nennen. hat deine Mama erst seit kurzem Kontakt zu deiner Tochter?

was deine Mama in dieser Sache möchte spielt keine Rolle, denn deine Tochter ist mit der Frau deines Papas als Oma aufgewachsen.

Selbstverständlich stört es weder mich noch die Stiefoma.
Ja, der Kontakt besteht erst seit wenigen Monaten.

Bei aller Liebe und verletzten Eitelkeiten… Aber da würde ich ihr schon recht deutlich sagen, dass es nicht an ihr ist, deinem Kind irgendetwas zu verbieten.

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:Dieter:

Ich weiss ja nicht, wie dein Verhæltnis zu deiner Mutter (jetzt) ist. Aber ich wuerde auch sagen: ganz klar abgrenzen. Das geht sie nichts an, ob deine Tochter Oma oder Tante Erna zur anderen Oma sagt.

Sollte sie das nicht akzeptieren und selbst versuchen in die Richtung Einfluss auf das Kind zu nehmen, wære aus meiner Sicht eine Grenze uebersxhritten und der Kontakt erstmal wieder eingestellt. :ka:

Edit: der Mann von meiner Mutter hat damals einen ganz witzigen Begriff eingebracht: er nannte die Kinder seine Beute-Enkel und sich selbst Beute-Opa. Mitgehangen, mitgefangen.

Sehe ich auch so. An der Stelle sollte man unbedingt Partei für das eigene Kind ergreifen. Wenn dieses die Stief-Oma mag und ganz normal Oma nennt, hat das die “richtige” Oma nicht zu beeinflussen.

Wenn das dann auf Kosten der Beziehung zu deiner Mutter geht ist es eben so. Aber ich fände es zutiefst problematisch wenn man die Probleme deiner Mutter zu Problemen des eigenen Kindes macht, bzw. dieses nicht davor bewahrt.

Da würde ich auch ganz schnell “uuuund tschüss!” sagen. Du sagst selbst, dass sie schnell laut und schnell beleidigt ist, was generell schon nicht die tollste Kombo ist. Und wer weiß, was als Nächstes käme. Dann lieber jetzt klare Kante.