Kate Upton im ServiceDesk? - der offizielle Job-Thread

Glaube technisch könnte man den Steuerberater schon ersetzen, weil die ja nach festen Regeln arbeiten. Das könnte eine KI sicherlich übernehmen. Problematischer wird die Frage der Verantwortung, wenn ein Fehler unterläuft. Abgesehen davon denke ich, dass man in Deutschland dahingehend sehr vorsichtig wäre, sodass man evtl. kleinere Arbeiten der KI geben könnte, aber ganz ersetzen wird man sie sicherlich nicht.

Ich denke, das ist wie bei den meisten anderen Bürojobs. KI kann Abläufe vereinfachen und dadurch für optimierte Prozesse sorgen, aber die Jobs selbst nicht 1:1 übernehmen.

Gerade bei der Rechtsanwendung sehe ich hier arge Probleme. Schließlich sind nicht alle Fälle gleich. Ein Gerichtsurteil kann so weitreichende Konsequenzen haben und bedarf häufig einer entsprechenden Auslegung auf so vielen unterschiedlichen Ebenen…

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Das will ich auch denken, doch bin mir sicher, dass wir uns nicht bewusst sind, was da auf uns zukommen wird.

„KI“ (oder auch andere Machine Learning Anwendungen) sehe ich auch immer als Ergänzung. Das versuchen wir als Data Analytics Team den anderen Kollegen immer klar zu machen.
KI und Automatisierung soll keine Jobs ersetzen, der Kram soll dafür sorgen, dass das jeweilige Fachwissen besser, schneller und effizienter eingesetzt werden kann.

Also zumindest aktuell :ronaldo:

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Klimakatastrophe dies das

Bin mir nichtmal sicher ob wir 10 Jahren überhaupt noch KI nutzen weil es viel zu viele Ressourcen frisst.

Was ja wiederum zu einem erhöhten Output pro Kopf führt und dadurch wiederum zu weniger Stellen, die diese Arbeit leisten müssen.

Andererseits sind in vielen Branchen die typischen Sachbearbeiter Stellen (die sich am ehesten mit Automatisierung, Agents und Co. entlasten lassen) häufig unterbesetzt und mehr Arbeit muss mit gleicher Belegschaft geleistet werden. Dementsprechend führt ein erhöhter pro Kopf Output ggf. auch schlicht zu weniger Stress für die Mitarbeiter ohne zu Stellenabbau zu führen.

Ist nicht immer alles schlecht, nur fast immer.

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Ist halt wie Atomkraft. Da werden die Vorteile einfach erstmal genutzt ohne irgendwas überhaupt zu verstehen.

Zumindest momentan ist das völlig utopisch.

Mit dem momentanen Stand könnte eine KI vielleicht mit viel Wohlwollen automatisiert Gehaltsabrechnungen erstellen. Davon, dass eine KI selber Löhne abrechnet, eine Buchführung, oder eine Steuererklärung erstellt sind wir meines Erachtens noch mindestens 15-20 Jahre entfernt.

Das liegt zum einen daran, dass Vorgänge wie @una schon sagte steuerlich und/oder rechtlich eingeschätzt werden müssen und wenn ich sehe was für Fake News KI-Ergebnisse Google manchmal auswirft, dann glaube ich kaum, dass eine KI in absehbarer Zeit Grundsatzurteile richtig analysieren kann und versteht, in welchen Fällen da etwas anzuwenden ist und wann nicht.

Zum anderen leben wir in Deutschland. Dem Land, wo Digitalisierung für viele so klingt, wie für unsereins interplanetare Reisen mit einem Raumschiff. Das wurde jahre-, wenn nicht sogar jahrzehntelang komplett verpennt, weil die meisten Steuerberater (Surprise!) alt sind und Digitalisierung und deren Vorteile nie wirklich verstanden haben und erst in den letzten Jahren (unter anderem aufgrund von Corona und der damit verbunden Home Office Unumgänglichkeit) wurde da versucht aufzuholen.

Und man darf auch nicht außer Acht lassen, dass die Freiberuflerkammern und insbesondere die Steuerberaterkammer sehr einflussreich sind. Da wurden so einige Gesetzesänderungen blockiert bzw. dagegen lobbyiert und wiederum andere aktiv mitgeschrieben. Die Steuerberaterkammer ist sehr konservativ und sehr protektiv, wenn es ihren Einflussbereich angeht. Es haben schon des Öfteren versucht Unternehmen im Bereich Buchführung, Gehaltsabrechnung und Steuererklärungen Fuß zu fassen, aber denen wurden ein ums andere mal Stöcke zwischen die Beine geworfen, weshalb die alle nie wirklich groß geworden sind. Es gleicht immer noch einem Wunder, dass der Lohnsteuerhilfeverein bis heute nicht in Grund und Boden geklagt wurde.

Es gibt immer wieder Mandanten denen unsere Preise zu hoch sind und die dann für die Lohnabrechnung auf irgendwelche automatisierten Abrechnungen wechseln, weil die Dumpingpreise anbieten (teilweise die Hälfte von unseren Gebühren). Solche automatisierten Abrechnungen sind aber im Vergleich zu einer vollwertigen KI das, was ein Tempomat im Gegensatz zu einem komplett autonomen Autopiloten in einem Fahrzeug ist. Das erstellt dir zwar rein technisch eine Abrechnung, aber ohne irgendwelche Besonderheiten.

Und die Erstellung von Gehaltsabrechnungen, Buchführungen und Steuererklärungen ist ja auch nur ein Bruchteil der Arbeit von einem Steuerberater bzw. dessen Angestellten. Wenn es um den Jahresabschluss, oder die Buchführung geht, gibt es ja oft noch Beratungsbedarf und es werden auch immer wieder Auswertungen wie z. B. Vorjahresvergleiche erstellt und analysiert.

Vom Beratungsbedarf bei Gehaltsabrechnungen ganz zu schweigen. Da ist es nicht übertrieben, wenn ich sage, dass mindestens 50% der Zeit für Beratung, Beantwortung von Rückfragen, Kommunikation mit Krankenkassen, Finanzämtern, Behörden, etc. draufgeht. Bis eine KI das alles fehlerfrei liefern kann, wird es noch ein Weilchen dauern.

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15-20 Jahre? Glaube das unterschätzt du massiv. Gibt auch speziell zugeschnittene KI, der du etwas beibringst und die nicht auf Google angewiesen ist.

Wir nutzen bei der Arbeit schon ziemlich viel AI, insbesondere für Meeting-Protokolle, Zusammenfassungen oder um ganze Vorgänge/Historien zusammenzuschreiben. Das klappt immens gut und wird mit jedem Update genauer. Glaube es wird sich in den nächsten 5 Jahren mehr verändern als viele denken.

Klar ist das branchen- und ortsabhängig, aber es kann mehr als man denkt.

Mit den 15-20 Jahren meine ich ja nicht nur die reine Technik, sondern auch die Widerstände auf die das zum einen bei alten Steuerberatern treffen wird, als wie erwähnt auch bei der Steuerberaterkammer.

Und dann kommt noch dazu, dass das rechtlich zu 100% sattelfest sein muss. Wer die Finanzverwaltung kennt, der weiß, dass die einen Fick darauf geben, wenn die KI da irgendeinen Mist fabriziert, der entweder Fristen verpasst, falsche Angaben macht, etc.

Ich denke man kann das durchaus mit dem Einsatz einer KI in juristischen Fällen vergleichen. Das ist so komplex, dass ich da sehr skeptisch bin, was den Einsatz in absehbarer Zeit angeht.

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Ah okay, ja da stimme ich dir zu. Wahrscheinlich werden andere Länder Vorreiter sein, dort wird alles automatisiert und wir beschweren uns irgendwann über monatelange Bearbeitungszeiten und zeigen mit dem Finger nach Skandinavien und Co., wie toll da doch alles ist.

Wie immer also. :)

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das ist gerade ein interessantes thema für mich, da ich demnächst auch einen eigenen lohnabrechnungsservice anbieten will. ich habe derzeit auch einblick in die rechnungen einer steuerkanzlei in münchen, für eine firma mache ich als freelancer die vorbereitende lohnbuchhaltung. und da wird schon ordentlich hingelangt in meinen augen.

der grundpreis pro mitarbeiter ist ok, das sind 18 euro pro abgerechnetem mitarbeiter, so ungefähr in der range will ich mich auch bewegen. ABER: für eine simple stammdatenänderung (z.b. adresse) werden da 10 euro aufgerufen. für bewegungsdatenänderungen (z.b. eingabe eines lohns für eine aushilfe) ganze 15 euro. ich weiß aus eigener erfahrung, wie lange sowas in der regel dauert. oder abgabe einer entgeltersatzleistungsmeldung (z.B. Krankengeld) 25 euro, und das macht DATEV ja quasi fast automatisch.

letztens haben wir eine arbeitsbescheinigung für arbeitslosengeld benötigt, wenn alle daten vorliegen (die der mandant ja liefern muss), dauert das mit viel wohlwollen etwa 10 minuten, eher weniger. zack, 48 euro bitte.

ich weiß nicht wie in eurem steuerbüro die preise sind, aber vermutlich auch nicht so ganz weit weg davon. da kann ich vor allem kleinere unternehmen schon verstehen, wenn die das woanders billiger haben wollen.

und da komm ich ins spiel. :ronaldo:

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In meinem jetzigen Büro waren und sind die Chefs sehr ängstlich hohe Rechnungen zu schreiben. Wir rechnen zwar auch diverse Nebenleistungen ab, aber ich würde behaupten in sehr geringem Umfang und dann auch keine Mondpreise.

In meinem alten Büro haben wir fast alles abgerechnet, aber auch da nie in übertriebenem Maße.

Ich habe schon sehr oft gesagt, dass die Wertschätzung für unsere Arbeit bei vielen Mandanten sehr gering ist. Viele wollen stundenlang von dir beraten werden und wenn du ihnen im Anschluss dafür auch nur € 20,- in Rechnung stellst, machen sie einen Riesenaufstand beim Chef und drohen das Mandat zu kündigen. Da haben unsere Chefs allen Ernstes öfter mal Rechnungen teilweise oder sogar komplett storniert.

Wenn ich überlege, wie sehr man da immer auf dem Laufenden sein muss und aktuelle Gerichtsurteile genauso auf dem Kasten haben muss, wie Gesetzesänderungen, oder auch einfach nur Änderungen am Gehaltsabrechnungsprogramm (DATEV). Ich weiß gar nicht, wie viel Zeit alleine die dementsprechende Fortbildung pro Woche in Anspruch nimmt. 4 Stunden? 6 Stunden?

Und wehe du erzählst den Mandanten irgendwas Falsches, wenn sie dir die Pistole auf die Brust setzen und unbedingt sofort eine Antwort wollen. Da brennt aber sofort der Baum.

Und wenn ich überlege, dass während Corona teilweise täglich (!) neue Sachen von der Regierung beschlossen wurden. Da kam es nicht nur einmal vor, dass in einer Länderkonferenz um 23.00 Uhr irgendwas beschlossen wurde und morgens um 8.00 Uhr hat mich direkt ein Mandant dazu gefragt und ich wusste überhaupt nicht wovon er spricht. :uconf:

Das war wirklich ein Stresslevel von einem anderen Planeten und ich erzähle lieber nicht, in welcher Höhe meine beiden Arbeitskolleginnen und ich einen Coronabonus bekommen haben dafür, dass wir uns da wirklich ein Bein ausgerissen haben, das alles richtig zu machen…

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Interessantes Feld scheint auch Abrechnung für Ärzte zu sein. Mein Nachbar von dem ich erzählte - nicht der mit dem parkplatzblockierenden Schrottbock sondern der mit den fünf Autos inkl. dem Aston Martin - der verdient sein Geld mit Abrechnungen für Zahnarztpraxen. Und naja, das scheint sehr gut zu laufen.
Der meinte letztens am Gartenzaun, dass er schon seit Jahren versucht mittels KI was zu machen aber er hätte erst letztes Jahr wieder 100k an Investition verbrannt. Scheint also tatsächlich nicht ganz so einfach zu sein.

Wir sind gerade auch in Zusammenarbeit mit einer Firma die eine KI entwickeln möchte, die die Buchhaltung komplett abwickelt und starten da demnächst auch ein Förderprojekt dazu. Ich bin da aber nur am Rande beteiligt.

Surprise. Die meisten Leute wollen nicht mehr als acht Stunden pro Tag arbeiten, weil die Arbeit nicht ihr Lebensmittelpunkt ist.

Aber gut, dass CDU und SPD daran arbeiten uns faule Schmarotzer demnächst wieder alle zehn Stunden Schichten arbeiten zu lassen. :fu:

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Ein Klassiker am heutigen Morgen:

“Bitte sofort, dringend, priorisieren…”
Dann schreibst du direkt zurück, weil du eine Frage dazu hast.
Was kommt? Automatische Antwort, “ich bin abwesend bis…”

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Bei Rückkehr: „konnte ich ohne deine Rückmeldung leider nicht bearbeiten“

Safe.

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Mir geht es so auf den Sack wenn auf E-Mails einfach gar nicht reagiert wird. Habe einem (halb-)externen Kollegen schon Donnerstag eine Anfrage geschickt und auch Montag nochmal nachgehakt. Bisher gar keine Reaktion. Dabei hab ich die Mail noch mit „Wichtig“ markiert und das Thema ist ihm eigentlich auch bekannt, ebenso dass das Thema zeitkritisch ist. Ich weiß auch, dass der Typ da ist und nicht krank/im Urlaub etc. Wenn er die Sachen aus irgendeinem Grund (noch) nicht liefern kann, könnte er ja wenigstens einmal kurz Rückmeldung geben.

Was mich generell auch nervt, wenn irgendwelche Anfragen ewig unbeantwortet bleiben. Vor allem wenn es eigentlich Sachen sind, die schnell beantwortet werden können. Ich will auch nicht in jede Mail reinschreiben, dass es super eilig ist oder direkt die Priorität auf „hoch“ setzen. Aber bei so einer popeligen Anfrage zu aktuellen Themen erwarte ich irgendwie schon dass das zumindest so innerhalb einer Woche beantwortet wird und ich nicht drei Wochen auf 'ne Reaktion warten muss.

Auch ein wiederkehrender Klassiker: Ich schicke eine Mail mit mehreren Fragen raus und dann wird auf eine Frage geantwortet und auf den Rest nicht und auch nicht anderweitig reagiert. Und dann sitze ich da und frage mich: Hat er die anderen Fragen übersehen? Kann er die vielleicht nicht beantworten? Kommt da noch was? Wenn ja, wann? Am Ende läufts dann meistens wieder darauf hinaus, dass ich hinterherrennen und erinnern muss.

Viele Menschen sind echt unfähig, zu kommunizieren, das betrifft mE leider auch zunehmend die Bereiche außerhalb des Jobs.

E: Und falls gleich jemand fragt, warum ich ihn nicht einfach anrufe: Der Pisser geht nicht ans Telefon.

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