Kate Upton im ServiceDesk? - der offizielle Job-Thread

be kind.

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Feuer frei. Also so in etwa. Freundlich aber bestimmt kann man schon Grenzen aufzeigen, so lange man sachlich bleibt.

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Wenn er dich vor DEINEM Vorgesetzten blöd angemacht hätte, wäre das vielleicht etwas anderes, aber so würde ich einfach nur schreiben, dass du das nächstes mal gerne ordnungsgemäß ergänzt, falls du die Toleranzen vorher erhältst.

Edit: Ne, das hat nen passiv-aggressiven Unterton, das ist scheiße.

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Mal ein wenig mit der Vorgesetzten-Brille geschrieben: Wann ist dir das passiert? Heute? Wenn ja kann ich schon mal das empfehlen, was ich meinen Leuten sagen würde: Schlaf einmal eine Nacht drüber und guck, ob es am nächsten Morgen immer noch so stark nervt. Meine Erfahrung sagt, dass es in den wenigsten Fällen einen dann immer noch so sehr triggert, als dass man immer noch seinen Gegenüber „einschulen“ will.

Und falls doch: Lass das Emotionale weg und antworte einfach nur sachlich. Der Vorgesetzte ist im besten Fall eh schon genervt; antwortest du jetzt sachlich und bietest an, dass man das Thema gerne in einem persönlichen Gespräch klären könne, wirkst du professionell und hast einer Führungskraft solch einen Kindergarten erspart. Bei der anderen Variante fühlst du dich für einen kurzen Moment gut, bekommst im nächsten aber eine Antwort und dann wird daraus ein E-Mail-Faden, auf den wirklich niemand Lust hat.

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Der heilige Gral der Email. Funktioniert fast immer und mit etwas Glück hat schon jemand geantwortet.

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Ah, jo, danke der Nachfrage!

Ja, genau, ich war bei diesem einen Probetag. Tag vorher nach der Arbeit zu 'nem Kumpel gefahren, um da zu pennen und morgens um 8 frisch aufzutauchen und 'nen guten Eindruck zu machen. Kollege ist ein tierisch guter Freund aus Schulzeiten, mit dem ich regelmäßig Online zocke, den ich aber so gut wie nie sehe. Dementsprechend haben wir uns noch auf ein Bierchen zusammengesetzt … und noch eins … und noch eins … und … plötzlich war es 2 Uhr morgens. Ein wirklich typischer Fall von spontan Spaß gehabt und nicht bemerkt, wie die Nacht verschwindet. Irgendwann dann ab in’s Bett und mit 'ner Birne dick wie 'n Heißluftballon morgens da aufgeschlagen. Die unnötigste Selbstgeißelung des Jahres, aber immerhin 'nen schönen Abend gehabt.

Naja, mit Betreten der Station natürlich zusammengerissen und die quälenden Schreie der inneren Organe mit 'nem leckeren Kaffee sowie einem beherzten Griff in die vom Zuckerfest übrig gebliebene Baklava-Platte der Stationsleiterin zum schweigen gebracht.

Der Tag selber flog dann aufgrund der vielen neuen Eindrücke rasend schnell an mir vorbei und irgendwie war’s dann nur ein aufsaugen der Brocken, die meine festgeranzte Hirnrinde noch bis an den Rand der aktiven Wahrnehmung hat passieren lassen.

Der eine Kollege den ich privat kenne hatte an dem Tag Frühdienst und mein guter Bekannter der mich dort einschleusen wollte, kam 'ne Stunde früher zum Spätdienst um mich noch sehen zu können. War sehr schön, gleich bekannte Gesichter zu sehen, das macht’s irgendwie doch leichter.

Ansonsten war viel Zeit zum Fragen stellen, sich die Klinik anschauen, die Besprechungsrunde mit den Ärzten mitmachen, in die Therapien reinschnuppern, mit den Patienten auf Tuchfühlung gehen… ich fande das ganze wirklich hochgradig interessant.

Am Ende des Tages gab es ein mir morgens angekündigtes Feedback von dem ich gar nicht absehen konnte, wie das wohl aussehen wird. Zum Glück fielen fast ausschließlich positive Worte, ich wirkte wohl ehrlich interessiert, empathisch ohne emotional übergriffig zu sein und sie können sich vorstellen, dass ich da die Mannschaft ergänze. Ich solle demnächst noch einmal für ein Vorstellungsgespräch zum Bezirksleiter, in dem es dann um Arbeitszeit, Gehaltseingruppierung etc. geht und dann soll ich ab August starten. Die Freude und Erleichterung waren danach doch entsprechend groß.

Ironischerweise überreichte die Chefin meines jetzigen Arbeitgebers mir 'ne Woche später dann diese Luftballons, bedankte sich für die 10-jährige Betriebszugehörigkeit, „auf die nächsten 10 Jahre“ und klopfte mir auf die Schulter. Naja, ist doch 'n ganz guter Zeitraum, dann mal was neues zu sehen.

Bin jetzt mit Abstand und je länger ich hier noch zur Arbeit fahre immer glücklicher mit meiner Entscheidung. Die körperliche Arbeit wird immer härter, die Kollegen irgendwie immer unzufriedener und häufiger krank, ich bin da gefühlt nur noch der Depp vom Dienst, der da für alle die Mülldienste macht.

Wir haben bei uns Leute, die beschweren sich über bestimmte Dienste, über die Häufigkeit der zu arbeitenden Wochenenden, über die Anzahl der zu leistenden Nachtbereitschaften, über gefühlt alles - und mein Chef ist ein netter Kerl, der versucht es allen Recht zu machen, was in dem Fall bedeutet dass er diese Präferenzen berücksichtigt, indem dann Leute wie ich, denen „alles egal“ ist, all diese Sachen ausgleichen.

So kommt es zum Beispiel, dass die erwähnte, nächtliche Bereitschaft im kommenden Monat Juni von mir alleine an 16 Tagen im Monat ausgeführt wird. Wir sind 15 Kollegen die ursprünglich dafür eingeplant sind, aber weil man mit den konfrontativen keinen Ärger haben oder Krankschreibungen provozieren möchte, geht man den einfachen Weg über Kollegen, die alles mit sich machen lassen.

Hinzu kommen Sachen wie eine WhatsApp-Gruppe, die mal für Privatsachen gestartet wurde, inzwischen aber nur noch genutzt wird zu fragen wer einspringen könne, in die permanent irgendwelche Listen hochgeladen werden mit Tagen, für die man sich eintragen kann.

Dann stellte sich heute raus dass mein Chef Zeiten bei Patienten, bei denen wir nicht 100% nachvollziehbar dokumentieren warum wir überzogen haben, aus unseren Stundenabrechnungen kürzt. Ich bekomme also am Ende des Monats, wenn ich nicht schnell genug renne, einen Zettel mit Stunden die ich gearbeitet habe, bei denen aber hier und da nach Gutdünken mal die ein oder andere Stunde fehlen kann was ich nur dann bemerke, wenn ich penibel Tagebuch führe.

Das sind alles Einzelbeispiele und sie mögen für sich stehend zusammenhangslos wirken, aber die Summe der Teile die sich für mich in den letzten Wochen und Monaten ergeben hat lässt mich nun doch bestärkt zurück, dass ich mich jetzt richtig entscheide. Die Arbeit wird immer straffer, man selbst immer älter, im Moment ist so gut wie keine Wertschätzung zu spüren und ich hoffe, dass die interessanten und auf mich extrem ruhig wirkenden Umstände an diesem Testtag sich ab Sommer zu einem normalen bis freundlichen Arbeitsumfeld manifestieren.

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Wenn es mit dem neuen Job nicht klappt, solltest du deine eigene Kolume schreiben. Ich würde die lesen.

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