Same here. Ich hatte zum Glück bei der anderen Aufgabe (irgendwas mit Halbwertszeit von Medikamenten meine ich) volle Punktzahl und das hat dann zusammen mit ein paar Punkten für die 9(oder 8) Punkte gereicht. Nachgeschrieben haben bei uns nur die, die sonst ihr Abi nicht geschafft hätten. Richtig fies, da die Nachprüfungen erst nach dem Abiball stattfanden.
Die Erzählungen von una und mille find ich auch ganz spannend. Ich muss mal eine Umfrage machen, wer aus einem “gesunden”, funktionierenden Elternhaus kommt und wer eher solche Erfahrungen gemacht hat. Ich find es immer wieder traurig, wie “kaputt” viele Familien (meine inklusive) sind. Spricht nur keiner drüber.
Wäre die Fragestellung, ob ich aus einem funktionierenden Elternhaus komme, dann wäre die Antwort „ja“. Wir wuchsen wohlbehütet auf und unser Moral- und Wertekompass wäre etwas, was ich so auch für meinen eigenen Nachwuchs anstreben werde. Ja, noch vor 2-3 Jahren hätte ich sogar den Satz gesagt „Wenn ichs auch nur halb so gut mache, wie meine Eltern, dann habe ich es richtig gemacht.“
Umso schockierender war der Umstand, dass wir uns jetzt mit so einer Scheiße haben auseinandersetzen müssen. Mein Vater wird im November 70 (!).
Im Prinzip ist das ganze Forum doch ein großes therapeutisches Experiment.
Wer aber ernsthaft Hilfe braucht, der sollte wirklich zum Profi gehen und nicht vor uns Internetidioten die Hosen runterlassen.
Selbst wenn ich, als Soziopath ohne echte Gefühle oder Empathie, das manchmal in Ansätzen hier mache, finde ich das im Nachhinein immer grenzwertig und denke mir, dass ich das lieber hätte sein lassen sollen.
Ich sehe das anders. Man kennt sich lange aber gleichzeitig auch gar nicht. Wie früher, als man sich in Internet Chats verliebt hat und beim physischen Treffen war es dann schnell vorbei.
Wer sich hier mitteilen möchte erhält womöglich Tipps und Ratschläge von anderen Coaches. Oder ähnliche Erfahrungen. Der Gang zur professionellen Hilfe ist nicht immer nötig oder man möchte es nicht. Das ging mir auch so, ich wollte mich doch nicht in eine Runde mit Krebspatienten setzen, die ihre Phantasien und schlechten Gedanken äussern, auf die ich ohne die nie gekommen wäre. Und manchmal ist eine solche Hilfe nötig und sinnvoll und würden hier wohl auch viele raten, wenn jemand seine Geschichte erzählt.
Und dadurch, dass das hier ziemlich anonym ist, spielt es für mich keine Rolle, wenn das jemand ausserhalb von diesem Forum liest. Ich schütze mich und uns schon etwas, indem ich nie ein Foto zeige, dass mich in der Therapie oder im Krankenhaus zeigt. Mehr als meine Schuhe wird man nicht sehen. Gleichzeitig wollte - und will ich mich mitteilen. Etwas, das ich früher nie gemacht hätte. Man sagt mir nun öfters, ich sei gesprächiger geworden. Und der Zuspruch hier (und wenn es nur ein like) ist, half und hilft mir mehr, als manche ahnen. Das Sofacoach Shirt liegt in meinem Shrank immer ganz oben, ich sehe es jeden Tag.
Genau das hatte ich eigentlich hiermit sagen wollen.
Deswegen halte ich auch einen spezifischen Therapie-Thread für gar nicht mal so sinnvoll. Denn ich muss ja annehmen, dass jemand, der dort ernsthaft postet, auch ernsthaft Hilfe sucht. Und da halte ich das Aufsuchen eines Profis für die bessere Herangehensweise.
Sehr mutig von euch damit so offen umzugehen. Ich kannte das aus meiner Kindheit nur passiv von zwei meiner damaligen Schulfreunde, und hab erst viel später realisiert was das für ein Druck gewesen sein muss. Der eine wurde schon in der Grundschule von den ambitionierten Eltern gegen den Rat der Lehrerin ins Gymnasium geschleift. Und, Überraschung, er ist natürlich gar nicht klargekommen, irgendwann haben sie ihn dann in ein Internat gesteckt, was ich mir bei jemandem, der damals sehr introvertiert war, nicht sehr toll vorstelle. Habe nix mehr von ihm gehört.
Der andere Fall war noch krasser, die Eltern wollten unbedingt, dass ihr Andi der beste ist, aber das war, mit aller Bescheidenheit, ich, der aber zuhause gar keinen Druck hatte und das eher for fun gemacht habe. Also hat diese Mutter (hab ich auch erst später erfahren) wohl Gerüchte gestreut, dass meine Mutter da sehr hintendran wäre und ich zuhause sehr viel lernen müsse. Was absoluter Quatsch war, ich hab den Großteil dieser Zeit mit Kicker und Nintendo verbracht und meine Mutter hat mir bis zu ihrem Tod nie irgendwo Druck gemacht, im Gegenteil, sie hat immer versucht jeglichen Druck von mir und meiner Schwester zu nehmen, was irgendwann auch ein Problem war da wir zum Teil gar nicht wussten wie schlecht es ihr geht. Naja, anderes Thema, jedenfalls hat der Andi, mit dem ich ja eigentlich befreundet war, dann in der Schule auch damit angefangen, diese Geschichten zu erzählen und ein entsprechendes „Streber“-Image für mich aufzubauen. Was ich echt traurig fand. Naja, und irgendwann war er dann weg weil er die Schule nicht geschafft hat und sich auch zu anderen Kreisen hingezogen fühlte. Vor ein paar Jahren hab ich die Eltern zufällig beim Einkaufen getroffen und hab sie freundlich angesprochen (mich hatten sie nicht mehr erkannt) und gefragt wie es Andi geht. Und das einzige was mir seine Mutter erzählte war, dass er einen ganz tollen Job in Luxemburg hätte, richtig gut. Was ich krass fand, denn wie ich mal gehört hab, hatte er auch geheiratet und eine Tochter, aber nur das wollte sie loswerden. Irgendwie traurig. Aber das hab ich erst später realisiert, dass er quasi ne arme Figur war und nicht viel dafür konnte.
Verstehe ich das richtig, dass dein Vater diese Persönlichkeitsstörung erst jetzt entwickelt hat? Das finde ich sehr bemerkenswert in diesem Alter. Normalerweise ist das Verhalten ja schon viel länger da, nur die Diagnose kommt viel später.
Ne, sowas ist schon ab früher Kindheit wohl da, aber man (=Familie, Freunde) hat „seine Art“ halt einfach als etwas eigen abgetan (kaum Emotionalität, kaum soziale Interaktion aus freien Stücken, quasi keine Hobbies und nur die Arbeit als Lebensinhalt). Ich müsste jetzt weit ausholen. Sagen wir es so: Er verlor das Vertrauen meiner Mum, damit bröckelte die Fassade, er hatte keine Kontrolle mehr und verlor sein „Standing“ in der Familie und zeigte dann sein wahres, hässliches Gesicht und niemand wurde verschont, weil jetzt ist ihm eh alles Wurscht.
Mega Aktion! Find ich irgendwie sehr rührend. Ich hoffe deine alte Lehrerin ist wohl auf, kann sich daran erinnern und wird sich tierisch freuen.
Toll, ein paar Worte des Zuspruchs und zack ist der Brief am Weg. Sozialexperiment mal wieder gelungen.
Die Hoffnung hab ich auch. Ich hab vorher natürlich über einen Freund aus der Gegend mal nachgefragt, was sie so macht, weil sie nicht mehr als Lehrerin auf der Schulwebsite auftauchte. Sie war zu meiner Abizeit 2008 wohl so kurz vor 50 und ist seit 2022 im Ruhestand. Außerdem brauchte ich ja eine Adresse…
Am Ende wurden es sechs Seiten Handgeschriebenes. Tat gut, das mal runterzuschreiben. Natürlich würde man dann gern wissen, wie die Reaktion ausfällt, aber selbst wenn es keine gibt, ist das in Ordnung. Schon gewissermaßen eine Befreiung.
Mal was zur Auflockerung - musste heute doof loslachen, als ich realisiert habe, was Kastenmeier eigentlich für ein ulkiger Nachname für einen Torwart ist.
Ich war mir zwischenzeitlich gar nicht so sicher, ob der Brief auch am Ende an die richtige Adresse geschickt wurde. Doch gestern hatte ich eine Eingebung und im Spam-Fach meines Email-Accounts nachgesehen. Dort war tatsächlich eine Antwort meiner alten Klassenlehrerin/Tutorin!
Der Brief habe sie berührt, sie habe viel über die damalige Abschlussklasse nachgedacht und ist in ihr privates Archiv gegangen. Dort hat sie alle ihre Lehrerkalender aufbewahrt und tatsächlich den Termin des fraglichen Gesprächs gefunden! Zwar konnte sie sich nicht mehr an das Gespräch selbst erinnern, hat mir aber trotzdem ebenfalls ein paar nette Zeilen da gelassen.
Besonders bemerkenswert: Sie hat ihre Rolle nie so verstanden, als würde sie selbst allzu großen Einfluss auf einzelne Leben nehmen, sondern vielmehr einfach nur versucht, gut ihren Job zu machen, alle Schüler gleich zu behandeln und ihnen so viel mit auf den Weg zu geben, wie sie kann. Daher sagte sie auch, ich müsse mich nun wahrlich nicht dafür bedanken, schließlich habe sie nur ihren Job gemacht.
Absolute Ehrenfrau.
Mal sehen, vielleicht treffe ich sie in den nächsten Jahren mal persönlich wieder. Klassentreffen scheinen bei uns aufgrund der teils extrem weit verstreuten Klassen echt ein schwieriges Ding zu sein. In zwei Jahren jährt sich unser Abitur das 20. Mal… wenigstens dann sollten wir wohl mal ein Treffen organisieren.
Ich hab heute erfahren, dass man Shorts in der offiziellen YT-App ausblenden kann, wenn man in den Einstellungen unter Zeitmanagement das Tageslimit für Shorts auf 0 Minuten setzt.
Ich wusste nicht, dass es Wassermelonen mit gelbem Fruchtfleisch gibt. Aussen kein Unterschied, eben aufgeschnitten und etwas ratlos inspiziert. So gut wie keine Kerne, schmeckt nach Wassermelone und doch etwas anders.