Du gehörst als angestellter Kleinanleger zur Arbeiterklasse. Du besitzt keine Produktionsmittel.
Es geht mir im der Frage darum, ob diejenigen, die sich positiv auf Kapitalismus und bürgerlichen Staat beziehen dies angesichts der Faschisierung der USA das weiterhin tun und wenn ja warum.
Die Medizin ist unterteilt in Klassen. Was das Spital hier wohl für den Chef bezahlt hat (und bezahlt), damit er hier arbeitet? Ich bin froh, dass er mich operiert hat. Doch den kriegen nicht alle. Das gehört doch auch zum Kapitalismus, also Kohle gegen Bevorzugung. Nicht alle kriegen am Tag einer Besprechung für die nächste Woche ein CT. Geld regiert auch da. Ich sehe den Kapitalismus nicht nur bei den Oberen, auch wenn das dort natürlich zu abartigem Reichtum führt. Und ich glaube dass das was Trump für seine Freunde tut nicht neu ist, nur sieht man es jetzt besser, weil er es öffentlich zeigt.
Eine Verschwörung oder Komplott ist eine geheime Zusammenarbeit mehrerer Personen zum Nachteil Dritter. Der Begriff ist negativ besetzt. Er wird im Allgemeinen nicht zur Selbstbeschreibung einer Gruppe gebraucht.
Natürlich lädt das System dazu ein bietet die notwendigen Tools.
DIe USA sind das Resultat dessen, was auch bei uns auch schon passiert wäre ohne sozialdemokratisches Fundament. Dieses muss jetzt ‘wegbearbeitet’ werden und das ist ein Kraftakt für CxU/AFD. Mein Überdenken kam schon Jahre vorher, nur ändern wird sich deswegen nichts. Wir sind doomed, denn mir geht die Vorstellungskraft aus für zukünftige ‘Resets’, wie sie das System bisher benötigt hat.
Ich persönlich glaube immer noch an eine moderne Form des demokratischen Sozialismus, welcher in den moralischen Wettbewerb gegen den Technofaschismus geht und diesen unter großen Verlusten zähmt. Kein Plan, gehe nicht davon aus, dass ich das erlebe.
Das finde ich sehr spannend. Man müsste heutzutage den Begriff der Produktionsmittel sicherlich mal grundlegend neu definieren und überhaupt alle marxschen Begrifflichkeiten, die man so leichthin zur Hand nimmt, wenn man über Kapitalismus redet, einer neuen Evaluierung unterziehen.
Einfach gesprochen, kannte Marx ja nur seine Dampfmaschinen als Produktionsmittel. Aber wie hätte er wohl unsere durchdigitalisierte Welt analysiert? Wäre für ihn jeder Laptop schon ein potentielles Produktionsmittel, jedes Smartphone - oder sind die Produktionmittel sozusagen auf eine Metaebene abgewandert und manifestieren sich ungreifbar aber übergroß in den social media Plattformen, auf denen alle Creator aller Länder ihre Kohle abscheffeln oder mit dem Traum des großen Reibachs zumindest ihre Arbeitskraft dorthinein klöppeln?
Und wer wären dann heute die Kapitalisten, neben den klassischen Besitzern der Fabriken und Konzerne? Wären das die paar Leute, denen diese social media Plattformen gehören? Und was heißt gehören: Zählen dann auch die Aktieneigner dieser Unternehmen mit zu den Besitzern, also zu den Kapitalisten?
Gibt es überhaupt noch den klassischen Kapitalisten? Oder hat sich das Verhältnis von Arbeitgeber (Arbeiter) und Arbeitnehmer (Kapitalist) seit langem schon ganz kommod in einen sanften Fluss gegenseitiger bejahender Anerkennung umgekehrt in den westlichen Industrieländern, wärhend die klassisches Ausbeutungsverhältnisse in die Beziehung zwischen sogenannter Erster und Dritter Welt ausgelagert wurden?
Und wie wird der Technofaschismus, der sich aktuell zum König der Welt aufzuschwingen gedenkt, diese Verhältnisse abermals über den Haufen werfen?
Es bleibt kompliziert. Macht doch mal, falls ihr es nicht schon getan habt, eine Podcastfolge über die Geschichte des klassischen Kapitalisten (dem Mann mit der Melone und der Zigarre!), das wäre cool.
Wir haben da mal eine Folge zum „Landlord Game“ gemacht, da kam der Kopllege mit der Zigarre vor. Aber den mal durchzuspielen wäre tatsächlich spannend.
Zu dem anderen Teil kann ich nur ein herzhaftes: „Nein!“ herausschleudern. Die Begründung dafür wäre ein großer Wurf und den kriege ich bestimmt nicht sauber hin, aber hey - es ist Olympia - da darf auch TRinidad Skifahren…
Ja, Marx hatte eine andere Welt vor sich. Das, was sich als „Dienstleistungssektor“ vor 150 Jahren auf einen Frisör hier und einen Teleggrammdienst dort beschränkte, nimmt heute einen Großteil dessen ein, wo unsereins heute so arbeitet. Der Teil der Wirtschaft, der „handfeste“ Produkte herstellt ist ja aber nicht weg, sondern so massivst produktiver oder in Niedriglohngegenden ausgelagert worden, dass der uns gar nicht mehr so auffällt. Dennoch ist der immer noch bedeutend.
Aber welcher Bereich auch immer: Aus Sicht eines Untermehmers/Kapitalisten gilt (prinzipiell) damals wie heute: G-G’.Also: Aus einem Geld mehr Geld machen. Es wird eine Summe X investiert und nach Einkauf der Herstellungsmittel und der Arbeitskraft und schließlich dem Verkauf des Produkts muss mehr Geld da sein, ansonsten hat sich’s erledigt mit dem Kapitalistendasein.
Und das Tolle an Marx’ Analyse ist, wie er eindeutig aufzeigt, dass der einzige Punkt, aus dem der Zuwachs zum G’ kommen kann, die menschliche Arbeitskraft sein kann. Alle anderen Zutaten (wir reden hier natürlich idealtypisch bzw. systemisch - individuell kann es immer sein, dass jemand billigere Zutaten einkauft und dadurch (mehr) Gewinn macht) sind Nullsummenspiele (i.e.: sind genau so teuer im Einkauf, wie im Ertrag den sie bringen (hier könntemüsste dann noch erklärt werden, wie ja auch Rohstoffe und Produktionsmittel Produkte menschlicher Arbeitskraft sind und insofern einen berechenbaren Wert haben, aber Freunde, sucht Euch halt mal einen guten Kapitallesekurs)). Die menschliche Arbeitskraft nämlich wird nicht danach eingekauft, was sie erbringt, sondern nach Zeit. Der Unternehmer kauft die Arbeitsfähigkeit, nicht den Wert der Arbeitskraft. Und aus dieser Differenz erwächst der Gewinn des Unternehmers. Das ist damals wie heute der Kern des Kapitalismus.
Und dieser Kern ist immer noch der Unterschied: Die einen haben die Mittel, um andere für sich arbeiten zu lassen und die anderen haben nichts als ihre Arbeitskraft und müssen die am Markt verkaufen.
Das hat heutzutage sicherlich einen Haufen an anderen Verlaufsformen, ändert aber nichts am Prinzip…
Ob sich was am Prinzip ändert, müsste man ja vielleicht mal en detail analysieren, ich bin mir ziemlich sicher, dass sich da Verschiebungen in der Funktionsweise des Kapitalismus feststellen lassen, ohne dass sich grundsätzlich etwas am Prinzip des Anrtagonismus von Arbeitskraft und Produktionsmitteln ändern würde.
Und das wäre eben das Spannende: Dass man nicht mit 180 Jahre alten Begrifflichkeiten hantieren müsste, sondern ein aktuelles Vokabular an die Hand bekäme, um aktuelle Miseren besser analysieren zu können.
Aber wahrscheinlich gibts das eh alles schon und ich bin bloß zu unbelesen in aktueller Marxismustheorie.
Ich habe nie verstanden, warum man Fotze als Schimpfwort verwendet. Gegen Männer soll das wohl sowas wie Schwäche bedeuten, warum auch immer, denn so ein Pimmel hält weit weniger aus. Gegen Frauen puh keine Ahnung. Da kannst du jemanden auch Niere oder Leber nennen, die müssen mehr ertragen. Das geht mir aber auch bei anderen Ausdrücken wie Esel, Kuh usw. so. Da gäbe es doch eine viel bessere Auswahl.
Hat die nicht viel für die Frauenbewegung in den letzten Jahrzehnten getan? Oder verwechsle ich die und sie ist so schlimm wie diese Harry Potter Autorin?
Die hat vielleicht vor 30-40 Jahren mal viel für die Frauenbewegung getan. Seit 20 Jahren fällt sie eher mit vielen fragwürdigen Meinungen und Zitaten auf.