Häusle baue - Wer hat den Kleinsten? (Zins)

Ja, so ist es nun mal. Ich kenne tatsächlich beide Seiten (Käufer und Verkäufer) aus den letzten Jahren. Es muss nicht zwingend der mit dem höchsten Gebot die Bude bekommen. Und gerade bei Privatverkäufen kann auch Sympathie eine Rolle spielen.
Aber genauso gibt es die Möglichkeit, dass der Verkäufer irgendwo am anderen Ende der Welt wohnt und wenig Zeit hat, weswegen er ja auch einen Makler beauftragt hat. Aber natürlich hast du hier das Pech, dass der Makler merkwürdige Aussagen trifft. Ein guter Makler müsste einfach klar kommunizieren, selbst wenn ihr doch nur die Nummer zwei wärt. Ist ja komplett egal wenn man dann doch nur als Nummer zwei zum Zuge kommt. Gibt halt auch sehr sehr viele schlechte Makler auf dem Markt, insbesondere die Franchise-Buden sind normalerweise unterste Schublade.
Deswegen würde ich dem klar sagen, dass ihr ja angeblich die Nummer eins seid und es doch dann kein Problem wäre einen Notartermin zu machen. Das Gebahren ist unverständlich und wenn in den nächsten Tagen nix passiert nehmt ihr Abstand vom Kauf weil die Sache stinkt. Man kann ja auch eine Absichtserklärung unterschreiben. Die ist rechtlich nicht bindend aber man hat zumindest mal das Gefühl, dass beide Seiten wollen.

Funfact: Hatte schon mal ne beidseitig unterschriebene Absichtserklärung aus der aus vielerlei Gründen kein Kauf resultierte.

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Das ist doch ähnlich wie mit der Finanzierungsbestätigung der Bank. Uns hat die Bank damals auch immer gesagt, dass es das Papier nicht wert ist auf dem es steht. Sie füllen es aus, wenn es uns beim Makler hilft, aber bindend ist das für die Bank noch lange nicht.

Also der Anruf verlief nett und zuvorkommend wie bisher. Wir hätten das beste Angebot abgegeben, das müsste „schon mit dem Teufel zugehen, wenn sie nicht den Zuschlag bekommen“.

Aber: die Frau sei als Ärztin (stimmt, haben wir geprüft) den ganzen Tag in ihrer Praxis und der Mann gerade auf Geschäftsreise (zumindest ist das Haus seit Tagen verrammelt) und sie hätten es noch nicht geschafft sich abzusprechen. Der Makler hätte gestern erst wieder um das Go gebeten, sie wollte aber unbedingt mit ihrem Mann sprechen.

Ich möchte ihm das gern glauben können. Auch wenn ich es weiterhin befremdlich finde, erst totalen Druck aufzubauen inkl. Deadline, bis wann die Angebote eingehen müssen und sich dann gemütlich Zeit zu lassen mit einer Zusage. In meiner naiven Welt findet man auch abends auf einer Geschäftsreise irgendwann mal 30min, um das mit der Frau durchzugehen, wenn man das Thema vom Tisch haben will.

Muss man sich halt mal um die Peanuts eines kleinen Häuschendeals kümmern… :money_with_wings:

Puh. Hier ist gestern ne ganz schöne Tür aufgegangen, von der ich das im Leben nicht mehr erwartet hätte.

Unser Wohngebiet wurde damals um die Jahrtausendwende privat erschlossen. Im Zuge dessen wurde ein Vertrag mit der Süwag über die exklusive Lieferung von Fernwärme abgeschlossen, dem sich alle 54 Haushalte hier angeschlossen haben. Nun haben nach und nach die Leute hier ihre Häuser modernisiert und sich über eine eigene Wärmepumpe aus der Abhängigkeit von der Süwag gelöst. Die Süwag wollte daraufhin auch ein neues Fernwärmedingenskirchen hier installieren, was im Grunde über eine sehr große Wärmepumpe anstatt fossile Brennstoffe laufen sollte. Voraussetzung war, dass mindestens 28 Haushalte hierfür bei der Süwag bleiben. Diese 28 Haushalte sind jetzt aber nicht zusammen gekommen, so dass die Süwag beschlossen hat, die Wärmelieferung in unser Wohngebiet einzustellen und allen Anwohnern zum 01.01.26 den Vertrag gekündigt hat.

Jetzt sind wir ja erstmal in der komfortablen Situation, Mieter zu sein. Ergo muss ich mich da erstmal nicht drum kümmern, weil meine Vermieterin hier für ne Heizung zuständig ist. Naja. Die hat mich gestern angerufen und mehr oder weniger durch die Blume gesagt, dass sie die Kosten einer Wärmepumpe hier nicht mehr investieren möchte und sich wohl von dem Haus trennen wird und ob wir uns vorstellen könnten, das zu kaufen.

Der Preis des Hauses wurde ewig nicht geschätzt, von daher habe ich keine Ahnung, was hier wirklich der Wert ist. Ähnliche Häuser (ca. 120qm Wohn- und 50qm Nutzfläche, 400qm Grundstück) die teilweise in den letzten Jahren saniert wurden (Unser Haus ist noch im Zustand von 2000 außer dass wir mal neue Böden im EG gemacht haben) liegen bei 250-300k. Da würde ich das Haus hier dementsprechend auch verorten, die Kosten für die Wärmepumpe natürlich abgezogen. Das wäre als 100% Finanzierung für uns sogar stemmbar, wenn auch ne ganze Ecke mehr als die zugegeben lächerlich niedrige Miete, die wir aktuell zahlen.

Jetzt zur eigentlichen Frage: kennt sich hier jemand mit Finanzierung, Förderung, etc. aus bzw. hat sich schon länger mit der Materie beschäftigt? Es gibt ja sowas wie Baukindergeld. Gibt es da ein Pendant für eine selbst bewohnte erste Immobilie für die Familie? Oder muss ich hier wirklich den vollen Preis aus der eigenen Tasche finanzieren? Wie sieht es mit der Heizung aus? Macht Habeck da was locker wenn ich ne Wärmepumpe einbaue?

Hier tut sich gerade ein Thema auf, mit dem ich mich wirklich null auskenne und null beschäftigt habe. Von daher bin ich dankbar für jeden Tipp zum Hauskauf, Finanzierung, Modernisierung, etc.

Wir haben uns bezüglich Finanzierung damals erst Mal verschiedene „unabhängige“ Berater angeschaut. Haben dann nach Bauchgefühl entschieden.
Die Dame hat uns durch den kompletten Prozess von Finanzierungssuche über diverse Möglichkeiten und Notar bis zur Auszahlung begleitet und ich war wirklich sehr froh mich da nicht bis ins letzte Detail einfuchsen zu müssen.

Kannst ja mal schauen was bei dir in der Nähe so ansässig ist.

Wir waren letztendlich bei Hüttig und Rompf. In Wiesbaden gibt’s noch Haus und Wohnen, die waren auch okay.

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Wenn ich es richtig im Kopf habe, dann kommst du aus Hessen?

Dann wäre das vielleicht etwas WIBank

Sieht nach dem Pendant zum Z20 Darlehn der L-Bank aus, mit dem wir unser Haus finanzieren.

Aber auch wir haben damals einen unabhängigen Finanzierer dazugeholt, der uns bei der ganzen Bürokratie dahinter unterstützt hat. Dafür hat er dann 2% der Fördersumme bekommen, aber auch nur wenn der Antrag bewilligt wird.

Abgesehen davon sind 250-300k für 400qm echt günstig. Bei uns würde man dafür vermutlich noch nicht mal das Grundstück ohne Haus bekommen.

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Joa. Dafür wohne ich halt auch aufm Dorf und habe ein Haus, bei dem ich locker nochmal 100k rein buttern könnte für Modernisierung.

Danke, genau sowas suche ich. Da gibt es wohl eine Einkommensgrenze von 66k im Jahr (Welcher Haushalt mit unter 66k kann sich bitte ein Haus leisten) wo wir drüber liegen :frowning:

Vermutlich muss ich auch mal den Weg zu so einem Finanzierungsberater gehen und schauen, was da so möglich ist. Wenn man einen Teil mit 0,6 statt 3,5 finanzieren kann ist das natürlich ein totaler Gamechanger.

Was meinst du damit genau? Dass ihr das ohne Kredit bezahlen könntet? Dann wären Gedanken über eine Finanzierung ja fast schon hinfällig (allerdings habt ihr ja aktuelle auch eine laufende Miete, mit gutem Eigenkapital + teilweiser Finanzierung kann man so die monatliche Rate ja auch in Grenzen halten).

EDIT: KfW-Förderdarlehen für Teilfinanzierung auch eine Option?

Thema Wärmepumpe: wir haben die Förderung vor 2 Jahren beantragt und sie wurde letztes Jahr eingebaut. Dadurch, dass wir auch noch eine Ölheizung entfernt haben, haben wir ganze 45% Zuschuss vom Staat erhalten. Ich weiß allerdings, dass die Förderungen grundlegend neu strukturiert wurden und dass da auch zwischendurch die Töpfe schonmal ganz leer war nach dem gescheiterten Haushalt. Allerdings sollte eine Förderung von 25% - 40% immer noch drin sein. Das ganze läuft, soweit ich weiß, immer noch über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, für Einzelmaßnahmen in Bestandshäusern zuständig. Neubauten laufen über einen anderen Fördertopf).

Nein, wir könnten die Rate, wenn wir 100% der Kaufsumme zu aktuell marktüblichen Zinsen finanzieren, stemmen. Eigenkapital deckt wohl gerade so die Kaufnebenkosten.

Gut, da sind die Zinsen ähnlich wie bei den Banken am Markt.z

Ich merke gerade erst, wie tief dieses Fass ist, was ich da auf gemacht habe. Oh je oh je.

Ich war damals auch bei nem Finanzierungsberater und würde das empfehlen. Das ist sehr gut um mal einen Anhaltspunkt zu bekommen. Der dürfte mit dir auch deine Lebenshaltungskosten etc. durchgehen und müsste wissen welche Förderungen ggf. bei dir Möglich sind.
Das kostet normalerweise nichts. Ich habe das auch gemacht und war danach wieder gesehen :marty:
Habe dann selbst auch viel mit Banken telefoniert und bin bei einer ortsansässigen Volksbank gelandet.

Das macht natürlich nicht davon frei auch selbst etwas nachzudenken und zu recherchieren. Ganz ohne Eigenkapital würde ne grobe Rechnung mit Kaufpreis 300k so aussehen.

  • Notar 1%, Grunderwerbssteuer 6% ergeben 321k die zu finanzieren sind.
  • Bis zur Rente will man den Kasten am besten abbezahlt haben, also nehmen wir mal 30 Jahre Tilgung. Das sind 321k/30 = 10.7k pro Jahr an Tilgung, das entspricht 3.3% (10.7k/321k). Bei einer fixen Rate sinkt normalerweise der Zinsanteil über die Laufzeit und die Tilgung steigt. Daher rechnen wir mal mit 3%.
  • Zinsen sind sehr individuell, beim derzeitigen Niveau könntest du wohl bei sowas wie 3.7% liegen

Mit diesen Annahmen musst du auf auf 321k also 3% Tilgung (9.6k) und 3.7% Zinsen (11.9k) zahlen. Das sind zusammen 21.5k im Jahr oder ca. 1800 Euro monatlich. Natürlich kann man weniger Tilgung annehmen und ggf. ein noch leicht belastetes Haus mit in die Rente nehmen oder gar vererben. Grundsätzlich steht einem Immobilienkredit ja ein echter Wert entgegen sofern man es nicht verkommen lässt. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Man muss natürlich auch etwas Geld für die Instandhaltung zurücklegen. Und die Nebenkosten wollen auch bezahlt werden.

Von daher ist die erste Frage die man sich ehrlich beantworten muss: Was nehme ich monatlich ein und was geben ich aus? Also ein Haushaltsbuch aufstellen falls noch nicht geschehen und schauen ob das realistisch ist.

Und die zweite Frage: Will ich wirklich monatlich 1000Euro Zinsen an die Bank zahlen? Finanziell natürlich komplett unsinnig. Deswegen muss die Frage sein ob einem der Mehrwert eines Eigenheims vs. Mieten das Wert ist.

edit: Vergiss den ganzen Förderunsinn. Förderung lohnt sich vor allem dann mitzunehmen wenn man eh was machen will. Oh ich will PV? Dann mit Förderung machen. Oh ich will energieeffizient dämmen? Dann mitnehmen. Aber nicht wegen einer Förderung ggf. (exorbitante) Mehrkosten tragen.

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Das könnte tatsächlich ein „Problem“ für den Zinssatz sein, den ihr erhaltet. Je niedriger die Eigenkapitalquote, desto höher die Sicherheiten (in Sinne von Zinshöhe), die die Banken einfordern.

Ich kann euch jedenfalls nahelegen, nicht nur die Onlinebanken (DBK, Consorsbank und co) abzugrasen, die haben teils sehr automatisierte Zulassungsprozesse und viele schmeißen einen direkt raus, wenn nicht mindestens 20% Eigenkapital da ist. Auch mal bei den lokalen Sparkassen oder Volksbanken vorbeischauen, da schaut sich der Berater das in der Regel deutlich persönlicher an. Wir haben überraschenderweise bei einer Sparkasse den besten Zins erhalten und (solange der Kredit läuft) einen persönlichen Ansprechpartner, das ist echt was wert.

Du musst deine Frau schwängern, damit sie in Elternzeit ist und ggf. Dann noch deine Arbeitszeit reduzieren. :smiley:

Die Einkommensgrenzen sind tatsächlich das größte Problem bei der Geschichte, auch bei der KfW gibt es einige Förderungen die am sowas scheitern. Wir hatten ein kleines Zeitfenster bei dem wir in die Einkommensgrenze von 80k bei der L-Bank reingefallen sind und konnten das nutzen.

Je mehr man sich damit beschäftigt, desto aggressiver machen ein die Förderbedingungen…

Vielleicht daher tatsächlich mit einem unabhängigen Berater sprechen, da gibt es vielleicht den ein oder anderen Trick mit dem man in sowas reinrutscht.

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Gefördertes Bauen ist ein Minenfeld. Ich würde mir einen Beratungstermin mit einem Energieberater oder guten Heizungsbauer machen. Oftmals sind die Förderquoten nämlich für kombinierte Maßnahmen vom Schlage Fassade + Solar + Wärmepumpe so gut, dass es sich rechnet, den kompletten Rundumschlag zu machen.

Bevor du eine konkrete Finanzierungsanfrage stellst, mach dich erstmal schlau, welche Voraussetzungen an gewisse Förderungen geknüpft sind. Zum Beispiel kann es sein, dass du gewisse Fördermaßnahmen nur dann erhältst, wenn diese mit einem Darlehen über KfW oder random Landesbank finanziert werden.

Außerdem ein Tipp aus der Praxis: Schau mal bei deiner Kommune nach ob es Kaufpreisverbilligungen für Familien gibt. Oftmals gibt’s da einen kleinen Obolus in so älteren Baugebieten.

Meine eigene Erfahrung mit geförderter Sanierung einer Bestandsimmobilie war zweischneidig. Einerseits haben wir am Ende knapp 40% der Kosten für eine Heizungsumrüstung auf Wärmepumpe über die KfW bekommen. Aber für die Antragstellung brauchst du Unterlagen vom Heizungsbauer. Die wiederum waren nicht immer… einfach zu bekommen. Und das Problem ist, dass in unserem Falle über den Viessmann Förderprofi klar geregelt ist, dass die mit allem für und wider bevollmächtigt sind und nur mit dem zuständigen Heizungsbauer kommunizieren. Ging irgendwann mit bösen Mails dann doch unter Einbeziehung meiner selbst und führte zum entsprechenden Ergebnis. Die 40% vorfinanzieren mussten wir trotzdem knapp 2,5 Jahre aus eigener Tasche.

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Falls es noch von Interesse ist:

eon bzw. deren Ableger westconnect zieht hier gerade um die Häuser und macht den Leuten den Glasfaserausbau schmackhaft.

Mittlerweile hat sich hier die gesamte Siedlung für den „kostenlosen“ Ausbau entschieden und ehrlicherweise wird sich dahingehend auch kein anderer Anbieter bei uns in die Ecke verirren.

Ein wenig blauäugig habe ich ja gedacht, dass das Netzsegmet zu meinem Haus dann, ähnlich wie eine Telefon oder Stromleitung, dann frei bespielt werden könne und „der Markt das regelt“ - über irgendwelche mir unbekannte Netzentgelte usw…

Jetzt lese ich aber gerade mal nach, dass westconnect in diesem Falle nur 2-3 alternative Anbieter mit der Beschreibung „Open Access“ verkauft. Ebenso hat wohl die Telekom die Nachbarsiedlung erschlossen und dabei sich gar komplett der Fremdnutzung ihres Netzes entzogen.
Für den Open Access wird dann aber eine Freischaltungsgebühr von rund 400 Euro fällig - was gegengerechnet zur Erschließung allemal in Ordnung ist.

Habt ihr mit dem Glasfaser-Ausbau schon zu tun gehabt?
Ist das wieder so ein Thema was ich zwangsoptimieren möchte aber am Ende gibt es sowieso keine andere Lösung?
Gibt es sonst noch wichtige Dinge, die zu beachten wären oder die Stolpersteine werden könnten?

Da mein DSL-Vertrag noch zwei Jahre läuft und die westconnect Tarife echt happig sind für eine vergleichbare Leistung, habe ich sowieso nicht vor, die Leitung direkt in Betrieb zu nehmen. Zumal eon auch so ein unfassbar unsympathischer Kack-Konzern ist…

Nachtrag:

Okay, also sie beschränken den Zugang zum Netz wohl wirklich über die Entgelte:

„Open Access“ bedeutet, dass alle interessierten Telekommunikationsunternehmen als sogenannte „Wholesale-Partner" Vorleistungen zu diskriminierungsfreien Konditionen von der Westconnect GmbH einkaufen können. Auf Basis dieser Vorleistungen können diese eigene Endkundenprodukte/Internetverträge anbieten. Auf www.westconnect.de/partner finden Sie die Anbieter, die auf dem Netz Dienste anbieten. Wollen Sie oder ein/e Bewohnerin des Hauses (z. B. Nachmieterin) nach der Vermarktung einen Internetvertrag bei einem anderen Telekommunikationsanbieter abschließen, erkundigen Sie sich bitte, ob und in welcher Höhe dieser die Kosten für eine Anschlussaktivierung an Endkunden weiterberechnet. Diese Entscheidung obliegt dem jeweiligen Telekommunikationsunternehmen.

Mal sehen, welche Alternativen da überhaupt eine Chance haben.

Nach meiner Erfahrung: Take it or leave it. Kurzfristig wird es einen Anbieter geben der die Leitung legt und dafür natürlich auch Verträge abschließen will. Dementsprechend wird er sich so gut es geht die Fremdanbieter vom Leib halten wollen.
Manchmal kommt noch so ne politische Komponente (Subventionen) dazu wenn man in einem „benachteiligten Gebiet“ liegt wo „der Markt“ sonst überhaupt nix bauen würde.

Hier läuft das mit der deutschen Glasfaser klassisch: Erst Nachfragebündelung (Also Verträge abschließen) und wenn genug dabei sind sodass es sich rechnet wird gebaut. Dafür ist das legen der Leitung dann für den Endkunden umsonst. Wenn das Netz fertig ist fängt dein Vertrag automatisch an. Da man ja unter Umständen aber beim alten Anbieter nicht von heute auf morgen raus kommt erstattet die deutsche Glasfaser dir die Gebühr des alten Vertrags bis dieser ausläuft (so ganz grob gesagt). Man hat dann also zeitweise parallel Internet per Glasfaser und DSL/Kabel, bezahlt unterm Strich aber nur eines.
Ich dachte zunächst, dass ich erst mal abwarte, denn DSL läuft hier super und mehr Bandbreite ist für uns gar nicht nötig. Dazu verknüpfe ich den Netzausbau auch immer etwas mit mafia-artigen Strukturen und wilden Bausünden. Außerdem sind die Glasfaser-Tarife eher teuer. Habe mich dann aber doch entschieden mit einzusteigen. Denn wenn du jetzt nicht beim Ausbau mitmachst kannste dir später zwar für etwa 800EUR die Leitung legen lassen. Nur hast du dann zum einen das Risiko, dass das nachträgliche Verlegen in 5 Jahren vlt. doch viel teurer bepreist wird. Und beim Fachkräftemangel wäre ich mir auch gar nicht mal so sicher ob dann wirklich mal eben ein Bautrupp vorbei kommt oder ob es Jahre dauert.
Letztlich ist der Tarif auch nur etwa 5-10EUR pro Monat teurer als die DSL Leitung (kommt ein bisschen drauf an wann es los geht) und nach spätestens 2 Jahren kann man ja auch wieder zurück wechseln. Ich sehe die Mehrkosten von max. 250EUR also einfach als Investition, dass dann irgendwann Glasfaser liegt. Besser haben als brauchen. Die Entwicklung geht schnell, das erste iPhone gab es vor knapp 15 Jahren (!!!). Wer weiß, vlt. bediene ich in zwei Jahren Software per remote die hohe Bandbreiten braucht.
Vielleicht gibt es dann auch einen weiteren Anbieter der das Netz benutzt. Who knows. Kurzfristig glaube ich nicht dran, dazu ist der Markt einfach noch in dieser „Findungsphase“ wo sich die Firmen um Marktanteile kloppen bis am Ende nur einer überlebt, oder bestenfalls ein Oligopol raus kommt wo sie die Kunden trotzdem abziehen.

Überbau gibt es natürlich auch, aber eher in Metropolen. Ich glaube wenn ein Unternehmen mal einen gewissen Marktanteil hat, vor allem wenn schon Leitungen gebaut wurden, wird da kein anderes Unternehmen mehr kommen. Das ist betriebswirtschaftlich vermutlich sinnlos.

Mich wundert, dass du den Anschluss bekommst ohne einen Vertrag abschließen zu müssen?

Kommt drauf an ob der Ausbau gefördert wird oder ein Unternehmen aus eigener Tasche zahlt. Bei ersterem (z.B. bei mir im Dorf) wird gefördert. Wir bekommen alles kostenlos ohne Vertragsunterschrift.

Eine Ortschaft weiter baut wer anderes aus und zahlt aus eigener Tasche. Dort musste man einen gewissen Betrag zahlen oder einen Vertrag abschließen und dann war der Bau kostenlos für einen.

Wir (Telekom) gehen auch manchmal in Gebiete von Wettbewerbern und bauen dort auch Glasfaser. Aber das muss natürlich vorher alles berechnet werden ob sich das lohnt.

Wenn die Möglichkeit besteht Glasfaser zu bekommen würde ich jedem empfehlen sich das ins Haus legen zu lassen. Später kann es wirklich teurer werden.

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Überbau ist doch höchstens in Metropolen realistisch. Wenn sich in einem Ort mal 40% für Unternehmen A entschieden haben, insbesondere wenn schon gebaut wurde, wird man da zu wenige weg locken können damit sich ein Überbau lohnt.

Auch in großen Städten wäre ein hoffen auf einen zweiten Anbieter der sein eigens Netz baut sehr riskant. Wenn das nämlich nicht geschieht stehst du ohne Leitung da. Deswegen meine ich ja auch: Take it or leave it.
Ein zweiter Anbieter per Open Access könnte in ein paar Jahren realistischer sein. Aber der wird in der Regel dann nicht mehr selbst bauen wollen sondern nur mitbenutzen. Und dann haste halt unter Umständen ein Problem wenn keine Leitung bei dir liegt. Wird sicher teuer, wenn denn überhaupt jemand kommt.
(Ob man Glasfaser unbedingt braucht steht nochmal auf einem anderen Blatt)

Wenn man ohne Vertrag die Leitung legen lassen kann spricht ja ohnehin nichts dagegen das anzunehmen.

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Danke schonmal für eure Rückmeldungen.

Dann werde ich den Ausbau mitmachen und der Hinweis mit der deutschen Glasfaser und der Übernahme der laufenden Vertragskosten ist natürlich wahres Geld wert.

Wenn der Ausbau denn stattfindet - ist ja formell alles auch gerade nur eine Interessenabfrage.