Gesellschaftsspiele - Der zweite Platz ist der erste Verlierer

Heute ein relativ neues Spiel (2022), das sich trotzdem schon lange in den BGG Top100 hält und auf dem Weg zum modernen Klassiker im Familien- und Kennerspielsektor ist: Clank! Catacombs bzw. auf Deutsch Klong! Katakomben

Am besten kann man es beschreiben als Dungeon Crawler mit Deckbuilding Mechanismus. Die Spieler bewegen sich in einem Verließ mit Handkarten, die man immer mehr erweitert, auf der Suche nach punktebringenden Artefakten. Und warum „Klong!“? Beim Bewegen machen die Spieler mal mehr, mal weniger Geräusche, und je mehr „Klongs“ man sammelt (dargestellt durch Würfel in der eigenen Farbe), desto wahrscheinlicher ist es, dass der Drache des Verließes einen angreift und man Gesundheit verliert (indem die eigenen Klong-Würfel aus dem Drachenbeutel gezogen werden). Das Spielziel ist also sich durch die Katakomben zu kämpfen, ein Artefakt zu bergen und zum Eingang zurückzukehren, ohne dass man vom Drachen getötet wird.

Und wie beim Deckbuilding üblich startet man mit 10 simplen Karten, aber mit der Zeit kauft man sich neue aus einer Vielzahl von Personen, Gegenständen und Aktionen. Außerdem kann man Gegner bekämpfen um Belohnungen zu bekommen. Man kann Schatztruhen mit Dietrichen öffnen. Portale nutzen. Auf dem Markt nützliche Sachen kaufen. Gefangene befreien. Schreine aktivieren. Man kann von Geistern heimgesucht werden. In Kristallhöhlen steckenbleiben. Es gibt also unzählige Möglichkeiten, was passiert.


Das Ursprungs-Klong aus 2016 hatte noch ein Spielbrett. Die bessere Katakomben Version hat noch einen Clou: Es gibt kein Spielbrett mehr sondern nur noch Plättchen, die angelegt werden je tiefer man ins Verließ eindringt. Und das macht es noch viel großartiger weil jede Map anders ist, man weiß nie was auf dem nächsten Tile lauert. Tatsächlich ein Dungeon Crawler, der den Namen verdient.


Insgesamt also zurecht mit viel Lobeshymnen versehen. Spannend, unheimlich variantenreich, trotzdem nach ein paar Runden total leicht zu spielen. In unseren ersten Runden haben wir uns alle schnell ein Artefakt geschnappt und sind zurück zum Eingang. Mit der Zeit wird man mutiger, dringt tiefer in die Katakomben ein, was aber auch zu mehr Risiko führt, um die anderen zu übertreffen. Was wiederum zu einer Runde führte, in der alle außer einer gestorben sind, der dann automatisch gewonnen hat. Sehr lustig.

Dieses Spiel sollte in keiner Sammlung fehlen.
9 von 10 Kristall-Skelette

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Hat hier auch schon jemand Everdell Duo ausprobiert?

Die Nominierungen zum Spiel des Jahres sind da. Und für mich schon einige Überraschungen.

Dass Cozy Stickerville nominiert wird war eigentlich klar. Richtig gut, Stardew Valley zum stickern, Kinder wie Erwachsene waren begeistert, siehe Review oben. Für mich der Favorit zum Spiel des Jahres.

Dito ist auch nominiert, etwas überraschend aber erfreulich, ich habe noch darüber geschrieben als es als Jinxo international veröffentlicht wurde. Locker leichtes Partyspiel, bei dem man versucht, bei verschiedenen Kategorien Begriffe aufzuschreiben, die andere Spieler auch geben. Findet man eine Antwort bei genau 2 Spielern, gibts Sonderpunkte. Dass ein Spiel aus Indonesien den Weg bis zur Nominierungsliste findet ist auch ein erfreuliches Zeichen.

Der dritte Nominierte, Morty Sorty Magic Shop hat wohl alle überrascht. Ein eher klassisches Spiel, dessen Mechanismen man schon einige Male gesehen hat, mit schöner Illustration und leichtem Zugang, letzteres dürfte wohl auch den Ausschlag für die Nominierung gegeben haben.

Auf der Empfehlungsliste sind dann schon einige Spiele, die man eher als Nominierung erwartet hätte. Von Toriki habe ich ja geschwärmt, ein Robinson Crusoe Erlebnis mit App-Verknüpfung, schon mit Grundschulkindern spielbar, hätte es auf jeden Fall verdient gehabt. Ebenso Take Time, ein Kartenspiel bei dem man als Gruppe Aufgaben durch Kartenablage lösen muss, obwohl man nicht kommunizieren darf. War bei vielen hoch im Kurs, aber vl einfach nicht einsteigerfreundlich genug für das SdJ. Und mit Hot Streak ein Partyspiel, bei dem man auf das Ergebnis eines Maskottchenrennens wettet, und das eigentlich JEDEN Spieleabend auf den Tisch kommt, großartig.

Auch beim Kennerspiel des Jahres gab es die ein oder andere Überraschung.

Boss Fighters QR wäre mein Favorit wie man am Review schon erkennen konnte. WoW-mäßig mit Waffen, Schilde und Tränken über eine App zusammen Monster bekämpfen ist einfach ne coole Idee, technisch einwandfrei umgesetzt und die Kinder hatten ne Riesengaudi. Hätte ich aber schon fast als Spiel des Jahres gesehen, die Hürden sind nicht wirklich hoch.

Rebirth von Meister Knizia ist das klassische Kennerspiel, das ich aber noch nicht spielen konnte.

Moon Colony Bloodbath etwas überraschend, aber gut dass es ein solches Spiel geschafft hat: Mit viel Augenzwinkern baut man auf dem Mond eine Kolonie auf (Engine-Building), die dann aber wieder Stück für Stück abgerissen wird, weil Roboter deine Leute umbringen. Und wer am meisten „retten“ kann gewinnt.

Auf der Empfehlungsliste steht mit Tag Team ein Zweipersonenspiel, dass ich ja auch eher beim SdJ gesehen hätte, sonderlich kompliziert ist es nicht, jeder Spieler hat zwei Kämpfer mit verschiedenen Eigenschaften und lässt diese mit Karten gegen die Kämpfer des Gegenübers antreten. Interessant wird es, weil die Kartenengine jede Runde erweitert wird und man antizipieren muss, wie der Gegner sein Deck neu aufstellt um kontern zu können.

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Spiel des Jahres: Alle drei Nominierungen habe ich noch nicht gespielt. Wobei Cozy Stickerville garantiert noch besorgt wird und ich Dito zumindest mal ausprobieren möchte. Morty Sorty spricht mich irgendwie so gar nicht an.
Überrascht bin auch ich, dass Take Time nur auf der Longlist ist. Das weiß nämlich wirklich zu gefallen. Weiterhin spannend, auch wenn noch nicht gespielt, finde ich von der Longlist vor allem Hot Streak und Toriki. Mal schauen was davon die hiesige Bücherei anschaffen wird.

Kennerspiel des Jahres: Boss Fighters ist keine Überraschung und absolut zu Recht dort. Rebirth habe ich noch nicht gespielt, steht aber auf der to do und man hört viel gutes. Und der dritte Nominierte, Moon Colony Bloodbath, spricht mich auch hier irgendwie so gar nicht an.
Von der Longlist habe ich Tag Team schon mal gespielt und fand es solide bis gut und bei Artengarten hoffe ich ebenfalls noch auf die Bücherei.

Bei den Kinderspielen wurde Verflixt und Verzaubert, Die Insel der Mookies und Buh Party nominiert. Ebenso wie die drei von der Longlist (Kleine Stinker, Magische Spiegel und Paleolino), haben wir davon aber noch nichts gespielt. Wird sicherlich aber in den nächsten Monaten auch noch teilweise geändert. Wobei ich da besonders gespannt auf Verflixt und Verzaubert bin. Das soll so ein bisschen in Richtung Scotland Yard für Kinder gehen.

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Heute mal wieder was aus der Reihe Moderne Klassiker, und wieder einmal mit Filmvorlage, aber ähnlich wie bei „Herr der Ringe - Schicksal der Gemeinschaft“ oder „Star Wars Rebellion“ wird bei Dune Imperium nicht nur mit der Lizenz auf Käuferfang gegangen, sondern das Spiel an sich ist brutal gut.

Es ist schon ein gehobenes Kennerspiel mit mehreren ineinander verflochtenen Mechanismen: Zuerst mal ein klassisches Worker Placement: Du setzt deine Agenten auf verschiedene Felder, um Ressourcen zu sammeln (Geld, Wasser und das wertvolle Spice), Truppen für den Krieg zu rekrutieren oder Einfluss bei verschiedenen Fraktionen zu gewinnen (Fremen, Bene Gesserit, Raumgilde, Imperator).


Die Fraktionen sind herrlich thematisch: Ist man mit den Fremen im Bunde, fällt das Wasser-Sammeln leichter. Die Bene Gesserit verschaffen einem Intrigen-Karten mit geheimen Vorteilen, mit der Raumgilde kann man einfacher Reisen und beim Imperator gibts Geld und Truppen. Siegpunkte (gelb) kann man jedoch bei allen Fraktionen erhalten, und wer zuerst 10 davon hat gewinnt.

Aber wie kann man seine Agenten überhaupt einsetzen? Dafür muss man seine Spielkarten, von denen man in jeder Runde 5 auf die Hand zieht, ausspielen und je nachdem, welche Symbole sie zeigen, kann man die entsprechenden Orte auf der Karte besuchen. Der Clou: Die Spielkarten, die man in dieser Runde NICHT einsetzt, kann man stattdessen am Ende der Ende dafür nutzen, um neue, bessere Spielkarten zu rekrutieren, dh vom Markt zu kaufen. So wächst das persönliche Deck nach der persönlichen Strategie immer weiter, mit größeren Vorteilen und mehr Aktionsmöglichkeiten.

Und am Ende der Runde, wenn alle ihre Aktionen gespielt haben, gibt es eine Schlacht, in der alle Spieler je nach Taktik Truppen einzusetzen, um Vorteile durch den Sieg im Kampf zu gewinnen. Das können je nach gezogener Kampfkarte Siegpunkte, Sonderkarten, Ressourcen oder Einfluss sein.

Es gibt noch zahlreiche taktische Kniffe, auf die ich jetzt gar nicht alle eingehen will. Man kann durch Geld politischen Einfluss kaufen und hat dann mehr Aktionen/Truppen oder kann bessere Karten kaufen. Man kann am Markt Ressourcen tauschen. Spice-Felder werfen mehr Spice ab wenn sie mehrere Runden nicht besucht wurden. Dazu übernimmt jeder Spieler eine Rolle aus dem Film, die wiederum bestimmte Sondereigenschaften hat.

Insgesamt gibt es also etliche Siegstrategien, das Spielgefühl ist rund, es ist spannend bis zum Schluss. Dazu extrem thematisch. Für Freunde gehobener Strategiespiele ein Traum. Der Nachfolger Dune Imperium - Uprising bringt dann noch ein paar Kniffe mehr, ist dann aber auch noch etwas komplizierter. Mir reicht das Grundspiel völlig. Großartig.

9 von 10 Sandwürmer

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