Gesellschaftsspiele - Der zweite Platz ist der erste Verlierer

Heute ein relativ neues Spiel (2022), das sich trotzdem schon lange in den BGG Top100 hält und auf dem Weg zum modernen Klassiker im Familien- und Kennerspielsektor ist: Clank! Catacombs bzw. auf Deutsch Klong! Katakomben

Am besten kann man es beschreiben als Dungeon Crawler mit Deckbuilding Mechanismus. Die Spieler bewegen sich in einem Verließ mit Handkarten, die man immer mehr erweitert, auf der Suche nach punktebringenden Artefakten. Und warum „Klong!“? Beim Bewegen machen die Spieler mal mehr, mal weniger Geräusche, und je mehr „Klongs“ man sammelt (dargestellt durch Würfel in der eigenen Farbe), desto wahrscheinlicher ist es, dass der Drache des Verließes einen angreift und man Gesundheit verliert (indem die eigenen Klong-Würfel aus dem Drachenbeutel gezogen werden). Das Spielziel ist also sich durch die Katakomben zu kämpfen, ein Artefakt zu bergen und zum Eingang zurückzukehren, ohne dass man vom Drachen getötet wird.

Und wie beim Deckbuilding üblich startet man mit 10 simplen Karten, aber mit der Zeit kauft man sich neue aus einer Vielzahl von Personen, Gegenständen und Aktionen. Außerdem kann man Gegner bekämpfen um Belohnungen zu bekommen. Man kann Schatztruhen mit Dietrichen öffnen. Portale nutzen. Auf dem Markt nützliche Sachen kaufen. Gefangene befreien. Schreine aktivieren. Man kann von Geistern heimgesucht werden. In Kristallhöhlen steckenbleiben. Es gibt also unzählige Möglichkeiten, was passiert.


Das Ursprungs-Klong aus 2016 hatte noch ein Spielbrett. Die bessere Katakomben Version hat noch einen Clou: Es gibt kein Spielbrett mehr sondern nur noch Plättchen, die angelegt werden je tiefer man ins Verließ eindringt. Und das macht es noch viel großartiger weil jede Map anders ist, man weiß nie was auf dem nächsten Tile lauert. Tatsächlich ein Dungeon Crawler, der den Namen verdient.


Insgesamt also zurecht mit viel Lobeshymnen versehen. Spannend, unheimlich variantenreich, trotzdem nach ein paar Runden total leicht zu spielen. In unseren ersten Runden haben wir uns alle schnell ein Artefakt geschnappt und sind zurück zum Eingang. Mit der Zeit wird man mutiger, dringt tiefer in die Katakomben ein, was aber auch zu mehr Risiko führt, um die anderen zu übertreffen. Was wiederum zu einer Runde führte, in der alle außer einer gestorben sind, der dann automatisch gewonnen hat. Sehr lustig.

Dieses Spiel sollte in keiner Sammlung fehlen.
9 von 10 Kristall-Skelette

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Hat hier auch schon jemand Everdell Duo ausprobiert?

Die Nominierungen zum Spiel des Jahres sind da. Und für mich schon einige Überraschungen.

Dass Cozy Stickerville nominiert wird war eigentlich klar. Richtig gut, Stardew Valley zum stickern, Kinder wie Erwachsene waren begeistert, siehe Review oben. Für mich der Favorit zum Spiel des Jahres.

Dito ist auch nominiert, etwas überraschend aber erfreulich, ich habe noch darüber geschrieben als es als Jinxo international veröffentlicht wurde. Locker leichtes Partyspiel, bei dem man versucht, bei verschiedenen Kategorien Begriffe aufzuschreiben, die andere Spieler auch geben. Findet man eine Antwort bei genau 2 Spielern, gibts Sonderpunkte. Dass ein Spiel aus Indonesien den Weg bis zur Nominierungsliste findet ist auch ein erfreuliches Zeichen.

Der dritte Nominierte, Morty Sorty Magic Shop hat wohl alle überrascht. Ein eher klassisches Spiel, dessen Mechanismen man schon einige Male gesehen hat, mit schöner Illustration und leichtem Zugang, letzteres dürfte wohl auch den Ausschlag für die Nominierung gegeben haben.

Auf der Empfehlungsliste sind dann schon einige Spiele, die man eher als Nominierung erwartet hätte. Von Toriki habe ich ja geschwärmt, ein Robinson Crusoe Erlebnis mit App-Verknüpfung, schon mit Grundschulkindern spielbar, hätte es auf jeden Fall verdient gehabt. Ebenso Take Time, ein Kartenspiel bei dem man als Gruppe Aufgaben durch Kartenablage lösen muss, obwohl man nicht kommunizieren darf. War bei vielen hoch im Kurs, aber vl einfach nicht einsteigerfreundlich genug für das SdJ. Und mit Hot Streak ein Partyspiel, bei dem man auf das Ergebnis eines Maskottchenrennens wettet, und das eigentlich JEDEN Spieleabend auf den Tisch kommt, großartig.

Auch beim Kennerspiel des Jahres gab es die ein oder andere Überraschung.

Boss Fighters QR wäre mein Favorit wie man am Review schon erkennen konnte. WoW-mäßig mit Waffen, Schilde und Tränken über eine App zusammen Monster bekämpfen ist einfach ne coole Idee, technisch einwandfrei umgesetzt und die Kinder hatten ne Riesengaudi. Hätte ich aber schon fast als Spiel des Jahres gesehen, die Hürden sind nicht wirklich hoch.

Rebirth von Meister Knizia ist das klassische Kennerspiel, das ich aber noch nicht spielen konnte.

Moon Colony Bloodbath etwas überraschend, aber gut dass es ein solches Spiel geschafft hat: Mit viel Augenzwinkern baut man auf dem Mond eine Kolonie auf (Engine-Building), die dann aber wieder Stück für Stück abgerissen wird, weil Roboter deine Leute umbringen. Und wer am meisten „retten“ kann gewinnt.

Auf der Empfehlungsliste steht mit Tag Team ein Zweipersonenspiel, dass ich ja auch eher beim SdJ gesehen hätte, sonderlich kompliziert ist es nicht, jeder Spieler hat zwei Kämpfer mit verschiedenen Eigenschaften und lässt diese mit Karten gegen die Kämpfer des Gegenübers antreten. Interessant wird es, weil die Kartenengine jede Runde erweitert wird und man antizipieren muss, wie der Gegner sein Deck neu aufstellt um kontern zu können.

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Spiel des Jahres: Alle drei Nominierungen habe ich noch nicht gespielt. Wobei Cozy Stickerville garantiert noch besorgt wird und ich Dito zumindest mal ausprobieren möchte. Morty Sorty spricht mich irgendwie so gar nicht an.
Überrascht bin auch ich, dass Take Time nur auf der Longlist ist. Das weiß nämlich wirklich zu gefallen. Weiterhin spannend, auch wenn noch nicht gespielt, finde ich von der Longlist vor allem Hot Streak und Toriki. Mal schauen was davon die hiesige Bücherei anschaffen wird.

Kennerspiel des Jahres: Boss Fighters ist keine Überraschung und absolut zu Recht dort. Rebirth habe ich noch nicht gespielt, steht aber auf der to do und man hört viel gutes. Und der dritte Nominierte, Moon Colony Bloodbath, spricht mich auch hier irgendwie so gar nicht an.
Von der Longlist habe ich Tag Team schon mal gespielt und fand es solide bis gut und bei Artengarten hoffe ich ebenfalls noch auf die Bücherei.

Bei den Kinderspielen wurde Verflixt und Verzaubert, Die Insel der Mookies und Buh Party nominiert. Ebenso wie die drei von der Longlist (Kleine Stinker, Magische Spiegel und Paleolino), haben wir davon aber noch nichts gespielt. Wird sicherlich aber in den nächsten Monaten auch noch teilweise geändert. Wobei ich da besonders gespannt auf Verflixt und Verzaubert bin. Das soll so ein bisschen in Richtung Scotland Yard für Kinder gehen.

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Heute mal wieder was aus der Reihe Moderne Klassiker, und wieder einmal mit Filmvorlage, aber ähnlich wie bei „Herr der Ringe - Schicksal der Gemeinschaft“ oder „Star Wars Rebellion“ wird bei Dune Imperium nicht nur mit der Lizenz auf Käuferfang gegangen, sondern das Spiel an sich ist brutal gut.

Es ist schon ein gehobenes Kennerspiel mit mehreren ineinander verflochtenen Mechanismen: Zuerst mal ein klassisches Worker Placement: Du setzt deine Agenten auf verschiedene Felder, um Ressourcen zu sammeln (Geld, Wasser und das wertvolle Spice), Truppen für den Krieg zu rekrutieren oder Einfluss bei verschiedenen Fraktionen zu gewinnen (Fremen, Bene Gesserit, Raumgilde, Imperator).


Die Fraktionen sind herrlich thematisch: Ist man mit den Fremen im Bunde, fällt das Wasser-Sammeln leichter. Die Bene Gesserit verschaffen einem Intrigen-Karten mit geheimen Vorteilen, mit der Raumgilde kann man einfacher Reisen und beim Imperator gibts Geld und Truppen. Siegpunkte (gelb) kann man jedoch bei allen Fraktionen erhalten, und wer zuerst 10 davon hat gewinnt.

Aber wie kann man seine Agenten überhaupt einsetzen? Dafür muss man seine Spielkarten, von denen man in jeder Runde 5 auf die Hand zieht, ausspielen und je nachdem, welche Symbole sie zeigen, kann man die entsprechenden Orte auf der Karte besuchen. Der Clou: Die Spielkarten, die man in dieser Runde NICHT einsetzt, kann man stattdessen am Ende der Ende dafür nutzen, um neue, bessere Spielkarten zu rekrutieren, dh vom Markt zu kaufen. So wächst das persönliche Deck nach der persönlichen Strategie immer weiter, mit größeren Vorteilen und mehr Aktionsmöglichkeiten.

Und am Ende der Runde, wenn alle ihre Aktionen gespielt haben, gibt es eine Schlacht, in der alle Spieler je nach Taktik Truppen einzusetzen, um Vorteile durch den Sieg im Kampf zu gewinnen. Das können je nach gezogener Kampfkarte Siegpunkte, Sonderkarten, Ressourcen oder Einfluss sein.

Es gibt noch zahlreiche taktische Kniffe, auf die ich jetzt gar nicht alle eingehen will. Man kann durch Geld politischen Einfluss kaufen und hat dann mehr Aktionen/Truppen oder kann bessere Karten kaufen. Man kann am Markt Ressourcen tauschen. Spice-Felder werfen mehr Spice ab wenn sie mehrere Runden nicht besucht wurden. Dazu übernimmt jeder Spieler eine Rolle aus dem Film, die wiederum bestimmte Sondereigenschaften hat.

Insgesamt gibt es also etliche Siegstrategien, das Spielgefühl ist rund, es ist spannend bis zum Schluss. Dazu extrem thematisch. Für Freunde gehobener Strategiespiele ein Traum. Der Nachfolger Dune Imperium - Uprising bringt dann noch ein paar Kniffe mehr, ist dann aber auch noch etwas komplizierter. Mir reicht das Grundspiel völlig. Großartig.

9 von 10 Sandwürmer

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Verflixt und Verzaubert hat ziemlich viel von Verfuxt, oder? Ist ja ebenfalls von GAME FACTORY.

Auch wenn ich beides noch nicht gespielt habe, ja. Soweit ich weiß ist das ein bisschen der geistige Nachfolger.

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Nach ein paar modernen Klassikern jetzt mal 2 wirkliche Klassiker, Kartenspiele die schon mehr als 25 Jahre auf dem Buckel haben aber immer noch regelmäßig auf den Tisch kommen:

Ohne Furcht und Adel

Im Grunde genommen ein einfaches Spielsystem: Goldmünzen erlangen um damit Gebäudekarten von der Hand auslegen (und damit bauen) zu dürfen, die Siegpunkte bringen.

Der Kern des Spiels ist aber das Rollensystem: In jeder Spielrunde wählt jeder Spieler geheim eine von 8 Rollen und hat damit in dieser Runde bestimmte Sondereigenschaften: Der Dieb klaut das Geld eines anderen Spielers, der Händler kriegt mehr Goldmünzen, der König darf immer zuerst eine neue Rollenkarte wählen und der Meuchler darf sogar einen anderen Charakter umbringen, der in dieser Runde nichts machen darf.

Jeder Siegstrategie kann ein Strich durch die Rechnung gemacht werden: Jemand sammelt mit dem Händler zu viel Geld an? Dann wird sich jemand vermutlich in der nächsten Runde die Rolle des Diebes nehmen und sein Gold rauben wollen. Jemand baut als Baumeister schnell viele Gebäude? Der Söldner kann Gebäude wieder zerstören. Der König gewinnt gerade? Dann wird ihn vl. der Meuchler um die Ecke bringen und aussetzen lassen.

Kommt in jeder Konstellation von Familienspiel bis Partyrunde gut an.

8 von 10 Königsmörder

Lost Cities

Simples Zweipersonenspiel: Es gibt 6 Farben, jeweils mit Werten 2-10, abwechselnd muss man immer eine Karte von der Hand in eine der 6 Farbreihen legen.


Aber: Jede Reihe kann man nur aufsteigend spielen, habe ich also schon ne grüne 4 liegen, sind die 2 und 3 auf der Hand wertlos. Warte ich also noch auf die niedrigeren Karten? Aber irgendwann ist das Spiel vorbei. Und wenn ich bis dahin eine Farbreihe angefangen habe, aber nicht mindestens 20 Punkte erreicht habe, gibts Minuspunkte.

Das Spiel ist zudem taktischer als man denkt: Man kann Karten statt abzulegen in der Tischmitte parken. Dann kommt aber auch der Gegenspieler an die Karte dran. Man kann Wettkarten einer Farbe spielen um die Punkteausbeute einer Reihe zu erhöhen wenn man mind. 20 Punkte erreicht. Aber wenn es nicht klappt hagelt es Minuspunkte.

Schnell gespieltes, interessantes Kartenspiel, bei dem es selten bei einer Partie bleibt.

7 von 10 Inka-Schätze

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Dito ist tatsächlich Spiel des Jahres geworden. Überraschend da ich mit Cozy Stickerville gerechnet hätte, aber wirklich ein tolles Party- und Familienspiel, das in keinem Haushalt fehlen sollte. So einfach wie genial. Damit auch das erste Spiel des Jahres aus Indonesien. Kaufen!

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Im Urlaub schau ich ja immer nach Spielen, die man in Deutschland (noch) nicht so leicht bekommt, diesmal konnte es nur das hochgelobte LAIRS vom kanadischen Verlag KTBG sein und tatsächlich bin ich in nem gutsortierten Store in Canmore fündig geworden.

Lairs ist ein Zweipersonenspiel, bei dem beide versuchen, sich durch ein unterirdisches Verlies zu schlagen, Schätze zu finden, Monster zu besiegen und Fallen zu entschärfen. Der Clou: Der Gegenspieler baut das Verlies des jeweils anderen, kann also selbst entscheiden, wo sich Mauern, Monster und Schätze befinden. Sobald beide fertig gebastelt haben gehts los.


Das für den anderen kreierte Verlies bleibt hinter einem Sichtschirm versteckt. Der Gegner erhält nur die Info, wo sich sein Startpunkt befindet und welche Mauern an diesem Ort sind. Er zeichnet das auf seinem Block ein auf dem er generell alle Infos einzeichnet, die er im Laufe des Spiels erhält,


und entscheidet dann mit Hilfe von Aktionswürfeln, was er in seinem Zug tun will:

Gibt er EINEN Würfel aus um ein Feld weiterzugehen? Auf dem nächsten Feld beschreibt der wissende Gegenspieler dann, was sich dort befindet. Also Mauern im Norden, Westen, Süden, Osten sowie Monster, Fallen oder Schätze. Problem: Wenn man unwissend in ein Monster/eine Falle tappt erleidet man Schaden, durch den man Aktionswürfel für die nächste Runde verliert. Dafür gibt es aber die Aktion „Peer,“ mit der man in einen angrenzenden Raum reinschauen kann. Kostet dann zwar zwei Würfel, man läuft aber nicht blind in eine Falle und vermeidet so Schaden. Monster besiegen und Fallen entschärfen läuft dann über Zahlenwürfel, mit denen man ein bestimmtes Ergebnis würfeln muss für den Erfolg.

Und jeder Zahlenwürfel kostet natürlich einen Aktionswürfel. Außerdem gibts noch die Aktion Sprint, bei der man bis zu 3 Felder erforschen kann (endet aber, falls man auf Hindernis trifft) und eine Backtrack-Aktion, bei der man zu einem schon besuchten Feld reisen kann.

Wenn man eine Schatztruhe findet ist dies das höchste Glücksgefühl, denn dann darf man 2 Schatzkarten ziehen, die Siegpunkte bringen. Dabei gibt es noch gewisse Set Collection Boni, wenn man bestimmte Statuen, Kelche oder Amulette findet.

Sobald man 3 Schatztruhen gefunden oder 3 Monster besiegt hat (oder gleichzeitig 2 Truhen plus 2 Monster) darf man sich auf die Suche nach dem Ausgang machen. Hat man diesen dann auch gefunden ist der Gegner noch einmal dran und dann endet das Spiel. Siegpunkte gibt es für die Schätze, aber auch für besiegte Monster und wer als Erstes draußen war.

Ein grandioses Spiel. Am meisten Spaß macht fast das Bauen des Verließ für den Gegner. Lege ich lange Gänge an oder viele kleine Räume? Sackgassen? Setze ich eine Falle direkt vor die Schatztruhe? Aber dann könnte der Gegner vermuten, dass hinter der Falle bestimmt der Schatz ist. Das Mind Game beginnt. Es gibt zudem schon erste Erweiterungen mit mehr Monstern, Fallen und Aktionen, das Spielprinzip lässt sich so fast beliebig erweitern und steigt vom Familienspiel zum Kennerspiel auf, ohne an Leichtigkeit zu verlieren. Wenn es hier verfügbar ist klare Empfehlung für Zweipersonenspiele mit Forscherdrang.

9 von 10 Höhlenforscher

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Wir haben jetzt auch die Erweiterung „Adventurers Pack“ komplett durch und das bringt nochmal soviel mehr Tiefe und Spielreiz rein. Verschiedene Monster und Fallen, mehr Fähigkeiten und Aktionen, neue Mechanismen, viel mehr Optionen sein Spiel zu spielen. Unbedingt dazu holen wenn man das Spiel mag.


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Mal wieder sehr spät zur Party…aber gerade im Urlaub neben 7 Wonders Duel (ebenfalls spät) unser Lieblingsspiel :+1::+1::+1:

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Faraway ist großartig, so schnell gespielt aber dank des besonderen Mechanismus immer bis zum Schluss spannend. Gibt übrigens noch Booster-Packs, Erweiterungen mit mehr Karten, die für mehr Abwechslung sorgen.

Sorry…meinte „District Noir“….geht „Faraway“ auch zu zweit?

Achso. :slight_smile: Ja, Faraway kann man auch gut zu zweit spielen. Ist nur etwas grübeliger, weil man die ganze Zeit überlegt wie man die meisten Punkte holen kann. District Noir hingegen so ein schönes Mind Game. Immer die Frage was der andere vor hat…

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Daniels schnelle Nummer, zum Wochenende noch 2 Party-/Familienspiele, die bei uns immer noch regelmäßig auf den Tisch kommen, sich also absolut durchgesetzt haben.

Zum einen Secret Identity.

Auf dem Tisch liegen 8 berühmte fiktionale oder reale Personen.

Jeder Spieler zieht heimlich eine Nummer und muss dann die entsprechende Person durch Piktogramm-Karten darstellen.

Entweder im grünen Bereich (passt gut zu meiner Person) oder im roten Bereich (passt nicht zur Person). In diesem Beispiel für den Komiker Otto.

Und dann raten alle Spieler bei den anderen, welcher der 8 Personen diese dargestellt haben. Man bekommt Punkte wenn andere die eigene Person richtig raten und wenn man selbst die anderen richtig rät. Sehr kurzweiliger Spaß.

Noch simpler: Wavelength

2 Gruppen. Von der Gruppe die an der Reihe ist zieht einer ein Gegenteilpaar, zB „günstig“ (links) und „teuer“ (rechts). Nur dieser Spieler dreht dann verdeckt am Rad und je nachdem, was ihm der Spielbereich anzeigt (ganz links, halblinks, Mitte, eher rechts…) muss er einen Begriff nennen, der seinen Mitspielern die Möglichkeit gibt, richtig zu raten, um welchen Bereich es geht.

Er verdeckt dann den Spielbereich, sagt seinen Hinweis und gibt die Scheibe den Mitspielern. Die stellen dann mit einem roten Zeiger an, wo sie den Bereich vermuten. Zum Beispiel sagt der Hinweisgeber: „Milch“ und die Mitspieler vermuten, dass die eher „günstig“ ist und stellen entsprechend den Zeiger. (Die andere Gruppe darf noch raten ob der richtige Bereich weiter links oder rechts vom Rateversuch liegen wird).

Und dann wird aufgelöst. In diesem Fall bekommt die Gruppe gute 3 Punkte.

Dann ist die andere Gruppe mit einem anderen Gegensatzpaar dran. Macht richtig Laune, sehr kurz gespielt und lädt zu Diskussionen ein. Kann locker beim Trinken gespielt werden. Top.

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Zur Abwechslung mal wieder ein aktuelleres Spiel: Endeavor - Die Tiefsee hat im Kennerspielbereich letztes Jahr ordentlich abgeräumt, und das zurecht.

Ein Worker Placement Spiel, bei dem jeder Spielende ein Meeresforschungsinstitut leitet. In jeder Runde stellt man einen neuen Mitarbeiter ein.

Mit diesen Mitarbeitern kann man verschiedene Aktionen ausführen: Man kann eines seiner U-Boote zu schon entdeckten Orten navigieren, man kann dort dann Tauchgänge machen (um Wissen, die Währung im Spiel, anzuhäufen), mit dem Sonar neue Areale entdecken (die dann aufgedeckt und an die anderen Areale angelegt werden), mit verdientem Wissen Forschungsarbeiten schreiben oder Umweltschutzmaßnahmen durchführen.

Dabei verbessern wir unser Institut in 4 Kategorien, höheres Ansehen (rot) führt zu besseren Mitarbeitern, mehr Motivation (grün) zu mehr Aktionen durch mehr Aktionsscheiben, bessere Organisation (gelb) führt dazu, dass Mitarbeiter schneller wieder für neue Aktionen verfügbar sind und mit besserer Technik (blau) bekommt man mehr Uboote und kann weiter und tiefer tauchen.

Dann gibts noch freizuschaltende Erfolgssterne, diese werden dann auf eine gemeinsame Tafel gelegt für Zusatzboni und Siegpunkte.

Siegpunkte gibt es auch für das Verbessern der eben beschriebenen 4 Eigenschaften, für Forschungsarbeiten, für die meisten aktivierten Felder einer Kategorie etc.

Das heißt reihum machen alle Spielenden ihre Aktionen, nach jeder Runde gibt es neue Mitarbeiter und Aktionsplättchen und nach 6 Runden ist das Spiel schon vorbei, die Siegpunkte werden zusammengezählt und der Sieger ermittelt. Dabei werden die Kettenzüge zum Teil immer krasser, während man in Runde 1 noch 2, 3 Aktionen macht sind es später auch mal 8 oder 9. Währenddessen hat sich aus den 4 Anfangskacheln ein schöner Ozean vor einem ausgebreitet, man ist tief nach unten durchgedrungen, zumindest die Spieler, die auf hohe Technik (blau) gesetzt haben.


[Anfang]


[Ende]

Das Spiel ist erstmal toll weil es nach einer Eingewöhnungszeit ziemlich einfach (4 aufzulevelnde Eigenschaften und 5 versch. Aktionstypen) aber trotzdem so abwechslungsreich ist: Mit jedem Sonar deckt man zufällige Zonen auf, entdeckt Schiffswracks, Höhlen oder Tiere. Es gibt 10 verschiedene Szenarien. Man kann es auch kooperativ spielen. Oder Solo. Es gibt viele verschiedene Mitarbeiter. Und und und.

Und das Thema ist schön unverbraucht. Wissen ist die Währung. Wir fangen keine Tiere. Wir nehmen keine Areale ein. Sondern erforschen. Schreiben Forschungsarbeiten. Schützen Tiere. Die sich entfaltende Welt sieht toll aus. Richtig gut.

9 von 10 Taucherglocken

5 Danksagungen

Seit Monaten ist das japanische Spiel Eternal Decks regelmäßig in den Hotness-Listen von BGG vertreten und wird viel diskutiert, zum einen wegen dem ungewöhnlichen Stil aber auch wegen dem Spielprinzip an sich. Wir konnten jetzt erstmals die französische Version testen.

Es lässt sich grob als kooperatives Kartenspiel mit eingeschränkter Kommunikation beschreiben. Das Prinzip war ja schon durch Take Time in aller Munde, das aber relativ einfach gehalten war. Hier wird es etwas komplizierter. Jeder Spieler übernimmt eine Spielfarbe und hat am Anfang nur ein Deck aus 5 Karten seiner Farbe.

Die Spielenden müssen dann zusammen durch das abwechselnde Ausspielen von Karten Reihen befüllen. Wenn eine Reihe voll ist wird ein „Eternal“ (Phoenix, Minotaurus, Meerjungfrau, Drache) freigeschaltet.

Unter jedem Eternal liegt ein neues Kartendeck, bestehend aus 8 Karten. Und der Spieler, der die letzte Karte in diese Reihe gespielt hat, bekommt diese Karten in sein Deck. Unten zum Beispiel das Deck des Phoenix. Das ist deshalb essentiell, weil das Spiel sofort verloren ist, wenn ein Spieler keine Karte mehr ausspielen kann. Das heißt es müssen immer verschiedene Spieler neue Eternals freischalten, damit keinem die Karten ausgehen.

Man spielt dabei auf einem sehr schön gestalteten Spieltuch.

Darauf werden die einzelnen Reihen gebildet und je nachdem, welches Szenario man spielt, muss man bestimmte Regeln befolgen. In einer Reihe müssen zB die Zahlen aufsteigend sein. In einer anderen dann absteigend. Oder nur gerade/ungerade Zahlen. Oder nur aufeinanderfolgende Zahlen. Und so weiter.

Außerdem werden auf das Spieltuch je nach Szenario verschiedene Eternals als Belohnung hingelegt. Diese geben einem beim Freischalten nicht nur neue Kartendecks, sondern auch verschiedene Sonderkarten und einen „Fluch“. Denn mit dem Freischalten jedes Eternals gibt es auch weitere Beschränkungen. Zum Beispiel darf man dann keine 1 mehr legen. Oder keine roten Karten mehr.

Die Flüche wiederum kann man wieder aufheben, in dem man sogenannte „Juwelen“ erstellt und auf den Eternal legt. Wofür man ein Juwel bekommt wird auf einer Liste dargestellt. Zum Beispiel, indem man 3 gleiche Zahlen ablegt. Oder 3 verschiedenfarbige Karten.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass keiner über seine Handkarten sprechen darf. Stattdessen hat jeder noch 2 Spielsteine in seiner Farbe, die er frei auf dem Spieltuch platzieren kann, zB um anzuzeigen, dass man ein bestimmtes Feld spielen will.

Und wann gewinnt man? Das Team erhält je einen Stern, wenn es bestimmte Aufgaben erfüllt. Zum Beispiel wenn man 3 Flüche bricht. Oder ein bestimmtes Juwel erzeugt. Oder eine Reihe viermal hintereinander abschließt. Bei 4 Sternen hat man gewonnen. Wenn einem Spieler die Karten ausgehen hat man verloren.

Es ist wie ihr merkt schwer zu erklären und wahrscheinlich hört es sich kompliziert an. Ich hab auch noch Sachen weggelassen, zB dass man Herzen hat, durch die man Karten an Mitspieler weitergeben kann. Dass es Jokerkarten gibt. Oder einen „Fluss“, in den man Karten legen kann ohne Regeln zu befolgen. Aber nach ner Viertelstunde weiß man wie der Hase läuft und dann ist es ein super Spielerlebnis. Anders. Und sicher nicht nur Hype.

8 von 10 Gottheiten

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Nochmal zwei Spiele als schnelle Nummer:

La Cuenta ist ein herrliches Absacker-/Party-Kartenspiel für bis zu 8 Personen.

Die Spieler gehen zusammen in jeder Runde in eine neue Tapas-Bar und essen dort zusammen. D.h. reihum spielt jeder eine Handkarte mit Tapas-Gerichten in 3 Kategorien (Fleisch, Fisch, Vegetarisch), diese kosten zwischen 10 und 100€. In jeder der Kategorien müssen die Gerichte aber immer teurer werden, dh auf ein 20€-Gericht kann ich kein 10€-Gericht legen. Außerdem kann ich alternativ auch Weinkarten legen, je mehr Wein desto teurer wirds.

Sobald aber jemand keine Karte passend spielen kann, muss er La Cuenta, also die Rechnung, nehmen und alles was auf dem Tisch liegt bezahlen. Alle Spieler haben ein gewisses Budget und wer als erstes pleite ist, hat verloren.

Würze kommt ins Spiel durch diverse Sonderkarten. Mit der Geburtstagstorte musst du keine Angst haben zu zahlen, denn du hast Geburtstag und wirst eingeladen. Eine Café-Karte kann man spielen wenn von jeder Tapas-Sorte mindestens eine Karte liegt und läutet das Ende der Runde ein. Mit der Toilettenkarte kann man sich für einen Durchgang auf die Toilette stehlen und muss in der Zeit nicht zahlen. Oder man spielt nachdem man selbst die Rechnung geordert hat noch eine Zusatzkarte aus, durch die noch einer mitzahlen muss oder sogar der Betrag durch alle geteilt wird.

Noch mehr Spaß machts übrigens, wenn man sich online noch billiges Spielgeld kauft, dann bekommt jeder Spielende direkt die Scheinchen, die er auf den Kopf hauen kann.

Ein herrlicher Spaß, der super thematisch ist und selten länger als 15 Minuten dauert. Was haben wir schon gelacht als es gegen Ende der Runde ging und plötzlich 3 Leute auf Toilette gegangen sind und der arme Zurückgelassene „la cuenta“ fordern musste.

8 von 10 Patatas

Noch schneller gespielt und einfacher ist das Push-your-Luck-Spiel Diamant

Wir sind Abenteurer und versuchen vom Camp aus in Höhlen vorzudringen um Rubine zu finden.

Dafür wird immer eine Karte aufgedeckt, auf der entweder eine Zahl Rubine abgebildet ist oder eine von 5 Fallen. Bei den Rubinen wird der entdeckte Schatz gleichmäßig auf die Abenteurer aufgeteilt. Der Rest bleibt erstmal liegen. Bei einer Fallenkarte passiert noch nichts, wird aber später die zweite Fallenkarte dieser Sorte, zum Beispiel die zweite Skorpion-Karte, aufgedeckt, verlieren alle die in dieser Runde noch im Spiel sind, ihre Rubine.

Nach jeder aufgedeckten Karte entscheidet jeder für sich: Geht er weiter oder zurück ins Camp.

Geht er zurück sichert er seine Rubine ab. Geht er weiter riskiert er zwar durch Fallen alles zu verlieren, sind aber schon andere ausgestiegen muss er kommende Schätze mit weniger teilen.
Nach 5 Durchgängen zählt man wer die meisten Rubine hat. Super easy, kann man locker beim Trinken spielen und jeder verstehts. Für den Zweck auf jeden Fall geeignet, auch für Wenigspieler. Und das Spielmaterial ist sehr schön, jeder Spieler hat ne individuelle Figur und Schatztruhe.

7 von 10 Feuerfallen

7 Danksagungen

Vor der Spiel in Essen finden wieder vermehrt öffentliche Spieletreffs statt und die sind mittlerweile selbst in kleinen Orten um die Ecke immer sehr gut besucht und haben eine große Auswahl an Spielen zum Ausprobieren, so auch an diesem Wochenende.

Wir haben erstmal Wilmots Warehouse gespielt, ein schönes kooperatives Merkspiel, bei dem man Piktogramme aufdeckt, in einem Raster dann verdeckt verteilt und sich dann in der Gruppe Gedanken macht wie man sich den Ort der Plättchen im Raster merkt, denn am Ende muss man die korrekt zuordnen können. So erzählt man sich Geschichten als Merkhilfe, versucht es mit Eselsbrücken oder teilt sich die Symbole auf. Und es ist erstaunlich, wieviele der 35 Bilder man sich tatsächlich merken kann. Schön!
8 von 10 Eselsbrücken


Ein weiteres cooles Partyspiel mit einem Kniff ist The same game
Jeder Spielende hat einen Begriff (immer irgendein Objekt). In der Mitte liegen Kategorien für Objekte, also Länge, Preis, Wichtigkeit, Häufigkeit in der Welt etc. Jeder Spieler zieht heimlich eine der Kategorien und versucht zu seinem Begriff einen anderen Begriff zu finden, so dass die beiden Begriffe in der gezogenen Kategorie gleich sind, in allen anderen Kategorien aber nicht, so dass die anderen diese Kategorien als „same“ ausschließen können. Hab ich zum Beispiel den Begriff „Lavalampe“ und heimlich die Kategorie „Funktion“, dann überleg ich mir das Wort „Kronleuchter“, weil diese ungefähr die gleiche Funktion haben, aber in Preis, Größe, Häufigkeit etc. unterschiedlich sind. Die Gruppe überlegt dann: „Ok, ein Kronleuchter ist viel größer und teurer als die Lavalampe, wir schließen also Preis und Größe aus“. Und das würde schon 2 Punkte für das Punktekonto bringen. Nette Idee, 7 von 10 Ähnlichkeiten

Begeistert waren wir vom abstrakten 2-Personen-Spiel Orapa
Quasi ein modernes Schiffe versenken als knallhartes Deduktionsspiel. Wie bei „Lairs“, das ich vor kurzem vorgestellt hatte, baut jeder Spieler das Tableau des anderen auf und ordnet dort in diesem Spiel geometrische farbige Formen an. Und der andere Spieler muss dann rausfinden, wo sich diese Figuren befinden. Das macht er, in dem er Lichtstrahlen losschickt, zB im Raster bei dem Buchstaben „L“ und der andere Spieler sagt ihm dann, bei welchem Buchstaben/Zahl er wieder rauskommt (weil er durch Objekte abgelenkt wird), in diesem Fall bei G. Außerdem würde dieser Strahl „blau“ rauskommen weil er am blauen Objekt abgelenkt wird. Würde er sowohl auf blau als auch auf rot treffen wäre der Strahl dann beim Austritt lila. So müssen die Spielenden langsam erarbeiten, wo sich welche der Objekte befinden und sie aufmalen. Wer dies als Erster korrekt schafft gewinnt. Ganz tolle Idee und es gibt nun auch ein „Orapa Space“ mit Planeten, das wir uns auf jeden Fall kaufen werden.
9 von 10 Reflexionen

Achja, und dann sind Max und meine Frau noch beim Heckmeck Turnier aufs Treppchen gekommen während Tom und ich in der Vorrunde raus sind. Aber ist eh ein doofes Glücksspiel! :grummel:

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