Alle beschweren sich über die Generation mit weichgewaschenen PR-Antworten, aber so ne harmlose Aussage reicht beim großen FC Bayern, der im Selbstverständnis immer die finale Station einer Fußballerkarriere sein sollte, schon aus für eine große Diskussion.
Bei allen deutschen Vereinen außer Bayern ist es normal, dass die größten Talente von anderen Vereinen träumen, auch wenn sie die gesamte Jugend dort spielen.
In Zukunft werden wir in solchen Fällen dann wieder die Standardantworten hören:
„Im Moment liegt mein voller Fokus auf meinem Verein. Ich fühle mich hier wohl und gebe jeden Tag mein Bestes. Über alles andere mache ich mir keine Gedanken.“
„Als Kind hat man natürlich Vereine, die man bewundert, aber als Profi zählt für mich nur der FC Bayern.Ich bin hier sehr glücklich.“
„Mein Traum ist es, konstant gute Leistungen zu bringen und Titel zu gewinnen. Das möchte ich mit dem FCB erreichen.“
„Mein Ziel ist es, mich Schritt für Schritt zu verbessern. Ich bin dankbar für das Vertrauen meines Vereins und denke nicht an andere Klubs.“
Ich finde es nur nicht schlau, weil es zukuenftig seine Verhandlungsposition gegenueber Real schwæcht. Kønnte er sich (øffentlich) auch vorstellen, bei Barca oder City zu spielen kønnte er eventuell mehr raushohlen.
Ansonsten: læcherlich, ihm darauf einen Strick drehen zu wollen. Das ist doch einfach gut und ehrlich kommuniziert.
Andersrum ists ja auch nicht richtig. Olli Baumann wird in Freiburg auch nach gefuehlt zehn Jahren immer noch jedesmal ausgepfiffen, weil er bei einem Fantreffen mal den Ultras gesagt hat wie toll Freiburg ist und dass er niemals nach Hoffenheim wechseln wuerde.
Da ich jetzt ein wenig Sorge habe, dass mir das auch passieren könnte, möchte ich hiermit klarstellen, dass Eintracht Falkenheim (AH) der einzige Verein ist, für den ich immer spielen wollte. Sollte Real Madrid anklopfen, können Sie mich am A**** lecken.
Ich seh das anders. Natürlich kann er das so sagen, aber sollte er nicht mehr die Leistung wie bisher bringen (was durchaus sein kann in dem Alter) wird er zerrissen in der deutschen Medienlandschaft. Da wir so starke Reporter haben ist dann jede zweite Frage: „Sind Sie mit dem Kopf schon bei Real Madrid?“
Das kann also auch so gesehen werden. Ob er sich mit der Aussage einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten.
Jo, und genau das ist ja das Problem und der Grund, warum 99% der Fußballer einach nur noch die doof auswendig gelernten Sätze in Interviews runterleiern. Die haben dafür schon ihren Grund, wenn jede ihnen in den Mund gelegte Aussage dermaßen gegen sie verwendet wird.
Irgendwo muss doch auch mal Schluss sein mit diesem Scheiß. So wird der eigentliche Skandal (dass es ausgerechnet Real Madrid sein muss) ja gar nicht mehr diskutiert.
Da ist mein persönliches Highlight ein Interview nach dem letzten Spiel von Thomas Müller und ich glaube Uli Potofski. Thomas Müller wollte auch mal eine Frage stellen und hat Potofski gefragt, wen er am liebsten interviewed hat. Und der Potofski hat es tatsächlich hingebracht die Frage nicht einfach mal zu beantworten und gleichzeitig noch Thomas Müller eine Gegenfrage gestellt. Da wurde man beim Zuhören schon selber blöd dabei.