Ich arbeite im sozialen Bereich und finde es aktuell gerade sehr bedenklich (wenn auch nicht im geringsten überraschend), dass die gravierenden Kürzungen in diesem Bereich in meiner Wahrnehmung bislang medial keinerlei Beachtung finden.
Die Arbeitslosen zum ultimativen Feind der arbeitenden Bevölkerung zu machen war der größte Geniestreich der oberen 10% .
Auch hier, ich glaube ihm zu 100%, dass er das so empfindet. Ändert aber nichts daran, dass ein 25 jähriger wh. seine ganze Bürotätigkeit in 1/3 der Zeit abarbeiten kann.
Passend zum Thema: Die Gewerkschaft der Lokomotivführer fordert quasi die 4-Tage Woche, nämlich eine Absenkung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden.
Dabei klingt das Angebot der Bahn schon gar nicht so schlecht: „Das Unternehmen bietet elf Prozent mehr Lohn sowie eine Inflationsprämie von bis zu 2850 Euro, wie es am Donnerstag mitteilte. Als Laufzeit schlug das Unternehmen 32 Monate vor“.
Ich mit meiner 41-Stundenwoche würde mein linkes Ei dafür geben, dass man bei uns einfach mal ne Nullrunde durchzieht und dafür die Arbeitszeit senkt.
Elf Prozent klingt ja erstmal viel, vor Allem wenn man die Lohnrunden der letzten Jahrzente so bedenkt.
Bei 6,9 % Inflation letztes Jahr und 3,8 % prognostiziert für dieses Jahr bleibt davon ja aber fast nichts übrig. Dazu Laufzeit ueber vier Jahre. De facto bedeutet das also auch Lohnverlust.
Nicht umsonst hat sich die Autobauer-Gewerkschaft in den USA eine Lohnerhøhung um 25 % durchgesetzt.
Kommt nur mit das so vor, oder erleben Gewerkschaften nach jahrzentelangem Niedergang gerade pløtzlich ein Revival? Sehen jetzt alle ein, dass man sie vielleicht doch braucht?
25% ist aber auch schon echt heftig. Diese zusätzlichen Ausgaben wollen ja auch erstmal wieder erwirtschaftet werden. Sprich: Die Autos werden teurer, dadurch steigt tendenziell die Inflationsrate und der Teufelskreis dreht sich weiter.
Die kleine mittelständische Firma bei der ich arbeite hat seit Anfang des Jahres eine neue Geschäftsführung. Eine, in der auch ein wenig transparenter mit der Finanzlage der Firma umgegangen wird. Wir sind ungefähr 40 fest angestellte Personen und die Gehaltskosten sind mit Abstand der größte Ausgabenfaktor. Würde man jedem 10%-15% mehr Gehalt zahlen, so wäre die bisherige schwarze Zahl unter dem Strich plötzlich rot. Das könnte man mal machen, aber nachhaltig ist das nicht.
Erfreulich als Arbeitnehmer ist es aber selbstverständlich auch nicht. Letztes und dieses Jahr konnte das durch gezahlte Einmalprämien aufgefangen werden, so dass unter dem Strich auch ein zweistelliges Gehaltsplus auf dem Konto landete. Langfristig werden die über Jahre geschlossenen Verträge mit den Auftraggebern auslaufen und neue Verträge werden mit deutlich höheren Stundensätzen kalkuliert, so dass auch höhere Gehälter gezahlt werden können.
Im Automobilbau machen Personalkosten ca. 15% der Kosten aus. Wenn diese 25% steigen, sind das also auf ein Auto gerechnet ca. 3.75%. Auto xyz kostet damit nicht mehr 30.000€ sondern ca. 31.000€. Gleichzeitig stehen die Autobauer ja im globalen Wettbewerb und werden sich damit schwer überlegen, ob sie die gestiegenen Kosten 1:1 weitergeben und ggfs ins Hintertreffen geraten. Oder einfach einen Bruchteil ihrer Marge dafür opfern, um die Marktanteile zu halten.
Steigende Löhne der Arbeiter sind sicher nicht der Hauptreiber für Inflation sondern Gewinnmitnahmen der Unternehmen. Gibt auch zig Studien und Analysen dazu, dass die von dir angesprochene Spirale gegenüber der „Gierflation“ der Unternehmen kaum eine Rolle spielt.
Als zweitwichtigsten Preistreiber macht die ifo-Studie gestiegene Gewinnaufschläge aus. „Einige Unternehmen konnten im vergangenen Jahr ihre Gewinnmargen aufgrund der kräftigen Nachfrage in vielen konsumnahen Bereichen ausweiten“, sagte Timo Wollmershäuser, Leiter der ifo-Konjunkturprognosen. Einige Ökonomen bezeichnen es als „Gierflation“, wenn Unternehmen deutlich mehr auf den Endpreis aufschlagen als es gestiegene Kosten rechtfertigten.
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Steigende Löhne hingegen haben den Berechnungen nach nur einen geringen Beitrag zur Inflation geleistet. „Eine Lohn-Preis-Spirale ist bislang ausgeblieben“, so Wollmershäuser.
Stimmt, da muss man natürlich auch je nach Branche differenzieren.
Für viele, wenn nicht gar die meisten, Firmen ist es aber gar nicht möglich Gehälter mal eben um zweistellige Prozentsummen zu erhöhen. Da geht es dann nicht um Gewinnmitnahmen, sondern um ein nachhaltiges Wirtschaften und ein dauerhaftes Bestehen. Bei uns machen Gehaltskosten knapp 2/3 aus, das ist natürlich ein anderer Impakt als bei einem Auto. Wenn wir plötzlich 25% mehr verdienen würden und es nicht möglich ist das sicher und direkt wieder reinzuwirtschaften, könnte man den Laden innerhalb von 3 Jahren schließen.
Aber da muss man dan auch fairerweise die ganze Lieferkette mit einbeziehen.
Wenn also bei allen zugelieferten Teilen die Gehaltskosten ebenso um 25% angehoben werden würden, würden die Einkaufspreise auch sicher weit mehr als 3,7% steigen, weil sowohl die Rohstoffe als auch die produzierten Teile eben erheblich teurer werden würden.
Also, 25% Lohnerhöhunh ist schon ne ziemliche Hausnummer, die sicherlich in kaum einem Unternehmen, das seriös (ohne Übergewinne) arbeitet, nicht so leicht umzusetzen wäre.
Ach herrlich diese Unterschiede, bei dieser ganzen Tarifkacke kann ich mich wirklich nur noch aufregen.
Bei meiner Muddi zb. Ist es so das sie im Einzelhandel arbeitet und dort bei einem Unternehmen arbeitet welches nach Tarifvertrag zahlt.
Naja also seit ca. Einem Jahr ist es so das dort verhandelt wird, man fordert 2,50€ mehr die Stunde und von Arbeitgeberseite hat man sich auch nicht nur einen Milimeter bewegt irgendwas zu zahlen.
In der Presse interessiert es auch keinen, ist ja nicht die Bahn oder sonst was. Dabei wird fast wöchentlich irgendwo gestreikt, aber solange die Läden noch halbwegs mit Ware bestückt ist nimmt man das alles scheinbar in Kauf, juckt ja auch schließlich keinen außer die armen Schweine Im Handel.
Nächstes mal drohen andere Branchen wieder mit streikt und Zack nach ner Woche gibts n 1000er mehr -.-
Herzlichen Glückwunsch an alle zündelnden Politiker und Drecksblätter wie die Blöd. In Panama hat ein 77-jähriger Mann zwei Klimaprotestler erschossen, welche eine Straße blockiert haben.
Wie dumm ist eigentlich gerade der Move der CDU, sämtliche Finanzierungen der Ampel rechtlich checken zu lassen?
Hintergrund: aus einem Fonds zur Bekämpfung von Corona waren am Ende 40 Milliarden übrig, die nicht gebraucht wurden. Die Ampel wollte dieses Geld für ihren Klima- und Transformationsfonds verwenden, aus dem unter anderem der Ausbau von erneuerbaren Energien, Gebäudesanierungen und der Ausbau einer Chipproduktion in Deutschland finanziert werden. Rechtlich mag das ja fragwürdig sein, dennoch ist das sicherlich mit Abstand die sinnvollste Nutzung dieses Geldes, die einem so einfallen könnte.
Aber nein, natürlich nicht mit den Trotteln aus der CDU. Hauptsache in die Suppe gespuckt, Sinn hin oder her. Hauptsache kein Fortschritt, keine Reform, schön auf die Bremse, außer natürlich bei ihren Verbrennern. Und dann in zwei Jahren an der Regierung wahrscheinlich wieder meckern, dass bei der Ampel in Sachen Klimaprojekten Anspruch und Realität ja wohl meilenweit auseinanderlag. Ja wie denn auch, wenn solche Fotzen wie Fritz bei jeder sich bietenden Gelegenheit nen Stock in die Speichen schmeißen?