300 Euro???
Das sind 600 Mark!!!
Ja. Das ist auch einfach. Dass die ganze Rolle von Zwayer im Hoyzer-Skandal ihm um die Ohren fliegt ist folgerichtig und hat er sich auch selbst zuzuschreiben. Ist auch völlig in Ordnung dass hier öffentlicher Druck entsteht.
Aber wenn ein Schiedsrichter Morddrohungen bekommt und dann im TV, wenn sicherlich auch besonders inszeniert und vielleicht dramatisiert, darüber spricht, dann sind mir da die Begleitumstände herzlich egal. Weil, auch wenn es eine Phrase ist, ist das halt immer noch ein Mensch.
Lieber Foxo: das stelle ich doch auch gar nicht in Abrede wenn ich da, vielleicht etwas flapsig, von einer „Posse“ rede. Sollte das so angekommen sein entschuldige ich mich natürlich dafür.
Mir ging es da in erster Linie gar nicht so um deine Formulierung. Ich finde es eher völlig unverständlich, dass nachdem ein Schiedsrichter mit solchen Dingen an die Öffentlichkeit kommt, es ernsthaft irgendeinen Blogger-Journalisten-Dude gibt, der selbst darauf dann irgendwas Anti-Zwayer stricken muss. Der soll doch einfach seine Fresse halten mal und nicht schon wieder möchtegernschlau den Finger heben und „aBeR eS iSt FrAgWüRdIg InSzEnIeRt“ labern. Das ist einfach die unangemessenste Reaktion auf sowas. Nach Rafati haben sie alle geheuchelt wie schlimm sowas ist und dass sich da was ändern muss. Ehrlich gemeint haben sie nix davon. Vermutlich muss wirklich erst jemand sterben.
Was wäre denn angemessen? Ernsthafte Frage. Hier spielen ja viele Dinge eine Rolle.
Das eine ist dieses Spiel (das ich übrigens trotz meiner BVB-Anhängerschaft mittlerweile sehr emotionslos sehe) und die unsäglichen Reaktionen darauf. In dieser Sache ist es ja vollkommen in Ordnung das man an die Öffentlichkeit geht. Zumindest ist es ein Weg des Umgangs damit.
Das andere ist die nachgewiesene Vergangenheit (600 Mark!), die er in eben jenem Interview wieder abstreitet und sich doch da wieder angreifbar macht. Wer berät denn da bzw. gibt solche Sachen für Sky (Danke an Lurchi für seinen Hinweis zu deren Rolle in der Sache!) letztlich frei? Ich finde das einfach im Gesamtbild maximal unglücklich.
Die inhaltlich eindeutige Differenzierung fällt offenbar auch Journalisten schwer. Oder sie ist nicht gewollt, weil Klicks halt geil sind. Ich weiß zu dem verlinkten Pollmann übrigens gar nicht so viel. Kann aber sein, dass meine Twitter-BVB Bubble den angespült hat.
Also: ja, der Artikel könnte die beiden Dinge besser unterscheiden. Aber gleichzeitig die ernsthafte Frage: wie besser machen? Wie so ein emotionales Thema, dass vom Betroffenen (ob nun gut beraten oder schlecht) bewusst nochmal an die Öffentlichkeit getragen wird, gut journalistisch aufarbeiten? Das kann man ja sogar noch weiter treiben: sollten Medien sich hier generell zurückhalten, wenn die Gefährdung der seelischen Gesundheit eines Menschen zu befürchten ist? Sollte das in irgendwelche Presse-Ethik-Regeln? Gibts das vielleicht schon? Wo zieht man da die Grenze? Interessant, aber schwierig - insbesondere bei Personen die sowieso in der Öffentlichkeit stehen.
Gute Frage. Den Königsweg kenn ich hier auch nicht glaube ich. Aber hier eben direkt wieder auf Zwayers Vergangenheit anzuspielen, wo andere Sachen in dieser Nummer viel viel schwerer wiegen, ist es eben nicht. Das wurde ja alles nach dem Klassiker schon durchgekaut ohne Ende und die Sau Zwayer wurde zur genügend durchs Dorf getrieben. Da muss man nicht, wenn dann eben Morddrohungen auf dem Tisch liegen, nochmal ins gleiche Horn blasen, wie die letzten Wochen sowieso schon.
Das finde ich tatsächlich auch sehr seltsam. Meines Wissens hat er damals sogar eingestanden, 300 Euro von Hoyzer genommen zu haben. Er hat nur immer abgestritten, dafür etwas getan zu haben. Ich kenne den genauen Wortlaut aus der Sky Nummer jetzt nicht, aber wenn da da wirklich komplett abstreitet, jemals Geld angenommen zu haben dann stellt sich natürlich schon die Frage, warum er es damals dann zugegeben hat.
Alles gute Fragen, vielleicht nimmt sich ja mal jemand beim Presserat der Sache an oder so. Aber so wie es jetzt läuft (Schiedsrichter wird nach jeder Kleinigkeit medial in Einzelteile zerlegt und anschließend wundert man sich) kann es auch nicht mehr laufen einfach. Das Problem der Berichterstattung in solchen Fällen hatten wir ja schonmal hier, ich glaube da liegt am Ende der Hund begraben.
Was bitte haben die dem über Augsburg erzählt?
Der guckt sich um nächste Saison am 1. Spieltag in Sandhausen.
https://twitter.com/fums_magazin/status/1483744827980324864?s=21
Uff. Klassischer Fall von verwechselt.
“I have a dream. I would love to play for Augsburg in the Champions League. That might sound crazy right now but it’s my goal. I’ve always had big dreams and that is the only way for me to progress.”
Gute alte Rivaldo-Schule:
Wunderschön aber auch die zwei Kerzen in Folge. ![]()
ich hab irgendwie an die szene gedacht, wo er an der eckfahne wie vom Blitz getroffen zusammenbricht. krass, wie so einzelne szenen das Vermächtnis(=Bild) eines Spielers prägen können. bei roberto carlos der Freistoß gegen Frankreich, bei Rivaldo die eckfahne
Deswegen hab ich auch „gute alte“ und nicht „absolut beschissene“ Rivaldo-Schule geschrieben. ![]()
Apropos alte Schule. Ich hab mich gestern während der Pokalspiele gefragt was eigentlich aus den ganzen Freistoß Künstlern geworden ist.
Gefühlt fallen inzwischen kaum noch Tore per direkt verwandelten Freistoß. Gerade so wirkliche No Brainer bei einer gefährlichen Lage kenne ich aktuell gar nicht mehr. Ich meine denkt mal an früher als ein Roberto Carlos, dann Beckham und Juninho usw. fast regelmäßig die Dinger reingehauen haben. Auch in der Bundesliga oder 2.Liga gabs das ja bis zuletzt auch noch (Namen vergessen).
Aber aktuell so? Der einzige zuletzt der mir noch so einfällt war Messi, der oft per Freistoß bei Barcelona getroffen hat. Nur woran liegt das? Ist das meine eigene Einschätzung nur und es stimmt gar nicht, oder es werden direkten Freistößen weniger Aufmerksamkeit geschenkt? Oder die Spieler heute haben das gar net mehr drauf??
Steile These: ich glaube einfach, dass das heute viel weniger trainiert wird. Das macht inzwischen halt der mit der besten Schusstechnik (und ab einer gewissen Distanz wird dann sowieso indirekt ausgeführt). Aber man verschenkt wohl kaum noch wertvolle Trainigszeit für eine Situation, die im Spiel wenn es hochkommt vielleicht ein bis dreimal vorkommt und wo die Erfolgsquote für einen direkten Freistoßtreffer bei guten Schützen bei vielleicht 5% liegt und bei sehr guten Schützen bei 10%.
Interessanter Punkt. Aus dem Bauch heraus würde ich behaupten, dass es heutzutage auch weniger Freistöße in den gefährlichen Regionen gibt. Und es somit ergo weniger versuche gibt und dadurch natürlich weniger direkte freistosstore. Da wäre eine Statistik mal interessant.
Sehr interessante Beobachtung, hatte ich bisher gar nicht wahrgenommen, aber jetzt wo du’s sagst, bin ich selbst neugierig geworden. Habe das hier gefunden für die PL:
Hier ist recht klar ein abnehmender Trend zu sehen. 2020/21 waren’s dann noch 13.
Hätte es aus dem Bauch geschoben auf eine Mischung aus…
… besseren Keepern
… weniger Fouls (denke um die Jahrtausendwende wurde deutlich mehr rumgegrätscht)
… bessere Idee wo Keeper und Mauer stehen müssen aus Analytics generiert, die Ausführung hingegen mit Daten zu verbessern vermutlich deutlich schwieriger.
Edit: Das was Fry sagt leuchtet auch ein, denke selbst wenn man Standardsituationen trainiert, geben Laufwege & Verhalten bei Ecken und indirekten Freistößen vermutlich deutlich mehr und sattere Ansatzpunkte, die man verbessern kann.
Schönes Zitat von Ward-Prowse übrigens, auf das ich bei der Mini-Recherche gestoßen bin:
I think I have more chance of scoring a free-kick than a penalty because a penalty is kind of 50-50, it could go either way
Elfer ist 50/50, weil geht rein oder geht nicht rein. Dementsprechend am Samstag auch 50%, dass ich im Lotto gewinne.
Aber naja, was er nicht im Kopf hat… Hat in den letzten 1,5 PL Saisons 6 (!) direkte Freistoßtore, kein anderer hatte mehr als 2 (und das auch nur Raphinha).
Das habe ich mich heute Morgen auch gefragt, als mir ein Juninho Video auf YouTube vorgeschlagen wurde. Der hat die Freistösse damals noch mit unterschiedlichen Schusstechniken getreten.
