Eigentlich war ich ja sehr gehyped auf Dragon Quest 7 und wollte entweder bei dem aktuellen Remake einsteigen, oder dann auf die 3DS Version zurückgreifen. Aber zu Release habe ich gemerkt, dass der Hype sich dann doch schneller gelegt hatte und da Yakuza auch in eine unangenehme Richtung geht, habe ich für mich entschlossen mich weiter den Spielen zu widmen, die ich schon da habe.
Es musste dann jetzt auch endlich Radiant Historia Perfect Chronology sein. Das Spiel war auf der Wunschliste meiner 3DS Sammlung von Anfang an sehr weit oben dabei, wahrscheinlich Platz 3 nach DQ8 und Chrono Trigger. Auf vielen Listen der besten RPGs auf den Nintendo Handhelds taucht das Spiel ja sehr weit oben auf und dementsprechend wird es für einen Fan des Genres ja schon irgendwie zum Pflichttitel.
Bei meinem ersten Versuch vor ein paar Monaten hatte ich aber ein Problem mit dieser Zeitstrahl-Struktur. Was das Spiel macht ist, bei Entscheidungen die man als Spieler trifft eine Abzweigung des Zeitstrahl zu erstellen. Kommt man dann im aktuellen Zeitstrahl nicht mehr weiter, muss man in einem der alternativen etwas neues freischalten was einen dann wieder durch die Hauptzeit bringt.
Anfangs hatte ich das Gefühl, dass einem das eine falsche Entscheidungsfreiheit vorgaukeln soll, aber das Spiel verkauft das eigentlich in keinem Moment so. Es ist schon sehr linear dadurch, da in beiden Zeitsträngen eigentlich immer klar der Moment kommt, wo es nicht mehr weitergeht, mit dem Hinweis im anderen Zeitstrahl eine Lösung zu finden.
Also bin ich jetzt voll drin, knapp 9 Stunden gespielt. Das Spiel soll nur um die 30 gehen, also bin ich von der Pace her ganz gut im Rennen. Und bisher ist noch so viel von der Story offen, aber genug Handlungsstränge in einer spannenden Richtung aufgegriffen. Gefühlt kommt mir die Restspielzeit doch sogar etwas kurz dafür vor.
Ich werde diese aber sicher auch alleine aus dem Grund reißen, weil das Spiel doch überraschend fordernd ist. Das Kampfsystem funktioniert in Reihen: Die Gegner kommen in 3er Formationen vertikal und horizontal. Ziel ist es diese zusammenzuführen durch Spezialattacken und dann in Kombination mehr Schaden zu machen. Die Gegner nutzen die Reihen unter anderem um Plätze zu beschwören, an denen sie automatisch geheilt oder gepusht werden in den Attacken. Dadurch ist es schon sehr taktisch und die Fehlertoleranz ist recht gering, weil die eigenen Charaktere auch nicht so viel Schaden nehmen können. Dazu sind die Dungeons stellenweise recht lang und man kann sich an den Speicherpunkten nur limitiert heilen(es gibt Gegenstände dafür, die recht selten sind). Das ist schon manchmal ein ziemlicher Grind.
Ich sehe aber auf jeden Fall die Gründe für die Begeisterung. Die Story ist komplex und spannend, das Voice Acting und die Musik unterstreichen diese perfekt, es sieht wirklich sehr gut aus und wenn man bei Kämpfen einen entscheidenden Einfall hat um eine Herausforderung doch zu lösen, fühlt sich das auch richtig gut an. Ich bin gespannt, ob man es auch gut zu Ende bekommt, kann es aber bisher wirklich sehr empfehlen für Genre-Fans.
Interessant aber in jedem Fall das aus so einem ambitionierten Werk keine Franchise geworden ist.


