Nettospielzeit ist im Fußball meiner Meinung nach nicht praktikabel. Ich bin immer noch der Meinung, dass man Zeitspiel nicht zur Auslegungssache des Schiedsrichters machen sollte, sondern in den Regeln klar definieren, wie viel Sekunden bis zur Spielfortsetzung vergehen dürfen.
Das klappt vielleicht bei Einwürfe und Abstößen aber eben nicht bei (vorgetäuschten) Verletzungen.
Aber ach, mich regt eh so vieles auf.
Wieso schaffen es Schiris nicht konsequent darauf zu achten, dass der Torwart den Abschlag zeitgerecht ausführt?
Wieso wird nicht konsequent gelb gegeben fürs Ballwegschlagen bzw. nicht Freigeben?
Wieso gibt es gelb für Schwalben nicht konsequent? War da nicht mal was mit gelb fürs Kartenfordern?
Ist das sich zu Bodenwerfen nach einer tatsächlichen Berührung nicht trotzdem eine Schwalbe? Ich warte immer noch darauf, dass es endlich mal rot für ne Tätlichkeit und trotzdem gelb für die dazugehörige Schwalbe gibt.
Ja, alles Zeug was auf die Schiris abgewälzt wird. Aber denen traue ich es leider doch eher zu als den Spielern, eine Veränderung herbeiführen.
Ich bin ein wenig abgeschweift, aber es sind so viele Sachen die nerven, da würde die Nettospielzeit wenigstens etwas Gerechtigkeit reinbringen, wenn sich sonst keiner auf dem Platz dazu in der Lage fühlt oder die bestehenden Regeln nicht umsetzt.
This.
Es ist schon irre dass wir überhaupt solche Diskussionen führen müssen im Fussball während es bei den meisten Sportarten gang und gebe ist sich sportlich fair zu verhalten.
Meiner Meinung nach muss einfach hart durchgegriffen werden. Straft die Schwalbentypen endlich. Sperrt sie 3 Spiele für vorgetäuschte Tätlichkeiten. Und gebt konsequent gelbe Karten wenn der Einwurf wieder ewig lange dauert oder der Tormann meint er muss vom anderen 5er Eck den Abstoß machen.
Aber genau das sind meiner Meinung nach doch Probleme beim Zeitspiel. Natürlich sind vorgetäuschte Verletzungen nervig aber man kann sie z.B. umgehen wenn man behandelte Spieler eine bestimmte Zeit draußen lässt (wie vor kurzem in einem anderen Thread besprochen) oder wenn endlich wieder die Spieler draußen behandelt werden müssen. Aber der Großteil der Zeit geht verloren, weil die zeitspielende Mannschaft sich unendlich viel Zeit lässt den Ball ins Spiel zu bringen. Holt eine führende Mannschaft einen Eckball raus, dann vergeht bis zur Ausführung locker mal 45-60 Sekunden, bei einem Abstoß ebenso. Wenn man das alles unterbindet, dann hat man schon den Großteil des Zeitspiels abgedeckt.
Und da sind wir eben wieder bei Auslegung des Schiedsrichters. Es gibt wahrscheinlich kaum eine Sportart, die dem Schiedsrichter so viel Spielraum bei der Regelauslegung haben und es gibt gleichzeitig keine andere Sportart, bei der sich persönliche Strafen so sehr auf das Spielgeschehen auswirken wie beim Fußball. Kein Schiedsrichter will in der 70 Minute einen Spieler vom Platz stellen, weil er ihm vielleicht in der 40. Minute gelb gegeben hat für eine vermeintliche Schwalbe, wenn sich danach herausstellt, dass es keine Schwalbe war.
Das Thema Nettospielzeit nimmt dem Fußball jegliche Dramatik in den Schlusssekunden.
Ich stimme dir zu.
Aber da die Regelumsetzung durch die Schiris leider nicht stattfindet würde ich die Nettospielzeit gerne mal in nem Testbetrieb sehen.
Das erschließt sich mir nicht ganz.
Es wäre einfach nur eine andere Art Dramatik.
Beim Basketball und anderen Sportarten gibt es doch durchaus spannende Schlusssequenzen.
Eben.
So wüsste man jetzt: „Sie haben nur noch 13 Sekunden für den Abschluss“ und nicht „Joa, mal sehen, wann der Schiri glaubt, der Angriff sei vorbei…vielleicht haben wir ja nochmal eine Chance…“
Ich würde Nettospielzeit auch gerne mal im Test sehen. Jedes Mal, wenn der Ball im Aus ist oder das Spiel durch Fouls oder sonstwie unterbrochen wurde, stoppt sofort die Uhr. Dann kann man sich ja immernoch auf dem Boden rollen vor Schmerzen, wenn man möchte.
Das sind alles Sportarten mit kleinen Spielfeldern, die im Gegensatz zum Fußball sowieso sehr viele Unterbrechungen haben. Jeder Spieler hat einen Überblick über die restlichen Sekunden und selbst von der eigenen Spielhälfte kann man innerhalb von 3-4 Sekunden in eine Abschlusspoistion kommen. Selbst beim Football, was auf einem ähnlich großen Feld gespielt wird ist das Spiel in Spielzug um Spielzug gegliedert. Der Ball ist nie länger als 10 Sekunden im Spiel, man hat selber die Möglichkeit auf verschiedene Weisen jederzeit die Zeit anzuhalten usw. Beim Fußball würde der obligatorische letzte Angriff viel zu oft von einer auslaufenden Uhr ausgebremst und das nimmt die Spannung.
von der Umsetzbarkeit in unteren Ligen ganz zu schweigen. so sehr ich gerne Fan der Nettospielzeit wäre, fürchte ich, dass das nicht praktikabel ist.
von der situation, dass ein Spieler in der letzten minute auf den torwart zuläuft und kurz vorm abschluss abgepfiffen wird, ganz zu schweigen
ich hab da gestern auch drüber nachgedacht. das größte problem ist da aber wohl das geld. wenn in einer konferenz die spiele alle unterschiedliche länge haben wird es schwierig. genauso wenn es parallel um ab- und aufstiege oder meisterschaften geht.
davon ab, ist es in den unteren ligen wohl nicht machbar. auf der anderen seite gibt es ab liga 3 auch keinen var.
Ich war etwas schockiert zu sehen, wie wenig tatsächlich gespielt wird. Link1 Link2
Aus der Analyse geht hervor: Am meisten rollt der Ball in Frankreich. Die Ligue 1 liegt mit durchschnittlich 52 Minuten reinem Fußball auf dem ersten Platz. Dahinter folgen die italienische Serie A und die Bundesliga mit jeweils 51 und die Premier League mit 50 reinen Spielminuten. Die spanische La Liga, die besonders für ihre feinen Techniker bekannt ist, landet überraschender Weise nur auf dem fünften Rang mit lediglich 48 Spielminuten.
Diese Einordnung kann der Marca zufolge auf die durchschnittlichen Spielunterbrechungen pro Partie zurückgeführt werden. Dort liegen die Spanier mit 101 Unterbrechungen pro Spiel auf dem ersten Platz. Die Bundesliga folgt auf dem zweiten Platz mit rund 100 Spielunterbrechungen.
Die Analyse bezog sich auch auf die reine Spielzeit, die am Stück zurückgelegt wird. Hierbei liegt die Bundesliga, mit durchschnittlich drei Minuten Fußball am Stück auf dem vierten Platz. In England läuft der Ball dagegen mit 3,21 Minuten am längsten, bevor es zu einer Spielunterbrechung kommt. Auch hierbei schneidet die spanische La Liga am schlechtesten ab und weist nur einen Wert von 23,83 Minuten auf.
Und noch zur CL
Bei einer durchschnittlichen Spielzeit von 94 Minuten und 47 Sekunden in der Champions League beträgt die reine Spielzeit demnach lediglich 61:06 Minuten im Schnitt.
Pro Partie kommt also eine Unterbrechungszeit von 33 Minuten und 41 Sekunden hinzu. In einem Drittel der Spielzeit rollt also der Ball nicht.
Den größten Anteil an Spielunterbrechungen machen Foulspiele aus. Sie nehmen im Schnitt 8:51 Minuten pro Partie von der Uhr. Gefolgt von knapp über sieben Minuten für die Ausführung von Einwürfen. 5:46 Minuten kosten Abstöße der Torhüter und knapp vier Minuten pro Partie nehmen Eckstöße in Anspruch.
Für eine Situation könnte man die Regelung schaffen, dass das Spiel erst dann vorbei ist, wenn der Ball nach Ablauf der Nettospielzeit das Spielfeld verlässt.
In der DEL gibt es auch eine Konferenz und trotzdem sind die Spiele nur grob im Rahmen zwischen 2 und 5 Minuten versetzt.
Die gibt es ja sogar in der NFL mit der Red Zone.
Und wenn ein Spiel halt ne halbe Stunde vor dem anderen zu Ende ist dann ist es halt so ![]()
Das geht ja auch im Fußball bei langen Nachspielzeiten oder unplanmäßigen Unterbrechungen
Nettospielzeit sollte wirklich mal ernsthaft ausprobiert werden. Ich sehe da außer der Umgewöhnung nur Vorteile.
- Es sorgt für potentiell mehr Spannung in den Schlussminuten, nicht für weniger
- Dass Parallelspiele zur anderen Zeit enden ist auch nach aktuellen Regeln so. Man erinnere sich nur an 2001.
- Diverse andere Sportarten haben seit jeher das Stoppen der Zeit integriert. Und das funktioniert auch in unteren Ligen.
- Es nimmt Zeitspiel jedwede Grundlage. Dadurch wird es deutlich weniger genutzt (höchstens noch als Verschnaufpause) und die Leerlaufzeit wird geringer.
- Natürlich müsste die Spielzeit geändert werden. Aber an 2x30 Minuten oder so kann man sich ja auch gewöhnen.
Und? Dann soll er halt schneller rennen oder früher schießen. Wenn beim Basketball der Buzzerbeater um eine Millisekunde verpasst wird, dann zählt der Treffer auch nicht.
Spontane Contras:
- Für schnelle Spielfortsetzungen gibt es außer taktischen Mitteln (Spiel schnell machen, weil Gegner unsortiert) keinen Druck mehr. Ein Team, das vorne liegt oder K.O. ist, verzögert das Spiel durch Pausen noch weiter - potentiell komplett ungestraft.
- Ich persönlich sehe das als eine Art „Amerikanisierung“ und habe Bedenken, dass das dann unaufthaltbar auch mit Werbeunterbrechungen, Coaching Time-Outs, etc. weiter geht. Das würde mir überhaupt nicht gefallen.
Warum sollte ein führendes Team besonders auf lange Pausen aus sein?
Ein erschöpftes Team könnte dies natürlich durchaus. Aber auch nicht mehr als jetzt bereits und bewusste Verzögerungen könnten weiterhin mit gelb o.ä. geahndet werden.
Die Gefahr gäbe es dann natürlich. Für Werbung etc. dürften die Minipausen letztlich nicht genutzt werden, sonst wäre es ein dickes Minus.
Mal wieder eine neue Folge aus unserer Lieblings-Rubrik „Wie ekelhaft kann Gianni Infantino sein?“
https://twitter.com/ChaledNahar/status/1521269060448751621?s=20&t=a0yQ-RNvnQ83wEuzJHvznA
Ja geil der Infantino weiss also auch nicht, wieviele Italiener damals bei diversen Tunnelbauten hier in der Schweiz gestorben sind. Hauptsache die Familie war stolz auf ihre muratore.
https://twitter.com/tagesschau/status/1527210021204934657?s=21&t=J5-G3C0x2s41Ia_IZNLu8g
Warum die WM in diesem Verbrecherstaat immer noch nicht abgesagt wurde ist mir weiterhin ein Rätsel.
Da haben sich halt Verbrecherstaat und Verbrecherorganisation gefunden, Topf und Deckel. Wird aber ein frommer Wunsch bleiben, dass die mal richtig dafür zahlen müssen, und damit meine ich keine Entschädigungssummen sondern Haftstrafen.