Sagen Sie mal, man soll doch gebratenes Huhn nicht mehr warm machen. Nun dreht das Curry mit Huhn vom Mittag in der Mikrowelle. Kann man machen oder? ODER?
Wer sagt denn sowas?
Beim nächsten Mal einfach ninety two sagen. Oder doksan iki.
Da habt ihr aber auch extrem viel Potenzial für eine lustige Konversation liegen lassen…
Abgesehen davon sollte ein zahlencode allerdings tatsächlich Ziffer für Ziffer genannt werden.
Ich brauch mal Schwarmsofa.
Ich mache mit einem Freund von mir ein Mal im Jahr einen abwechselnd organisierten „Buddytag“ und wie man vielleicht etwas merkte, neige ich eh zu Eventisierung von Dingen (Hallo @jouston ).
Dieses Jahr ist mir aber noch nichts Überzeugendes eingefallen und irgendwie brauch ich etwas Starthilfe. Der ganze Tag hat dann sowohl ein Überthema als auch kleine Etappen, deren Dummheit wenig Grenzen gesetzt sind.
Ich skizziere nur mal meine letzte beiden Jahre in Verantwortung:
- Sind wir als fiktive Tester in jede gastronomische Einrichtung gegangen und haben dort etwas probiert, bei Kneipen haben wir uns teilweise ausgegeben als Start-Up-Idioten, die in unserem Kaff ein Pubcrawl organisieren wollen und dafür Lokalitäten testen inkl. Shirts und sogar Kulis zum „Dalassen“. War am Ende ambitioniert, aber es gibt so viele Lokale, an denen man Jugendlicher vorbei gelaufen ist, in denen man nie war und war als Blick in die eigenen Diaspora super spannend. Am Ende etwas alkohollastig durch die abwechselnd zu bestimmende gemeinsam gewählte Darbietung des jeweiligen Menüs.
- Minimüm/Maximüm - wir waren nur in den GRÖSSTEN und kleinsten XY der Stadt. Größte Pizza, kleinste Kneipe, you name it. Dazu gab’s immer Quizfragen an jeder Station zu den größten/kleinsten Sonderlichkeiten Berlins. Dazu hatte einer einen riesigen Sombrero auf und einer so einen kleinen Katzenhut. Zumindest bis wir kein Bock mehr drauf hatten.
Eigentlich war ich motiviert von diesen ganzen NDR Dokus mal voll heiß drauf, dass wir irgendwo einen Tag für umme an einer Imbissbude eine Schicht machen, aber stellte sich als ziemlich schwer in der Organisation heraus. Ihr versteht. Es muss jetzt nicht so weit gehen, dass wir -sagen wir mal - irgendwo im Hochsauerland uns von Kräuterschnaps getragen Ananas in der Spielpause einer Fußball"simulation" zerschneiden und dabei die Rückenhaare wachsen lassen oder so.
Der Studiums-Thread hat es damals nicht mit hier rueber geschafft, oder?
Ich habe heute meine Masterarbeit angegeben. Alter, war das ein Kampf! Und hintenraus wollte mir LibreOffice noch einen Streich spielen, gerade als ich in PDF exportieren wollte, stelle ich fest dass die automatische Numerierung der Kapitel total hinueber ist. Und wæhrend ich das korrigere, springen die Beschriftungen der Bilder durch die Gegend. Aber egal, geschafft. ![]()
Masterarbeit in Libre Office ist next Level Selbsthass!
Glückwunsch!! ![]()
Der tote Buckelwal in Dänemark ist Timmy. Das ist mir total scheißegal, aber ich las gerade, dass er wohl auch „Hope“ genannt wurde. Und so taugt diese unsägliche Geschichte immerhin doch noch für eine gute Metapher: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.
Jährlich sterben je nach Quelle 70‘000 Wale.
Und doch berührt mich dieser Tod, da ich mir gewünscht habe, dass er es schafft.
Hope hieß er, glaube ich, in erster Linie in der Esoteriker Bubble. Hat das ganze gechannel und Heilsteine ins Meer schmeißen wohl auch nicht geklappt.
Ach du Scheisse, wir betreiben hier Familie Recherche meiner Frau, das wurde in ihrer Familie immer tot geschwiegen. Dass meine Frau zu 25% Deutsch ist, wussten wir. Aber nicht, dass ihr Uhrgrossvater ein Standartenführer in der SS - und ein ziemlich hohes Tier war. Es gibt da wohl auch ein Foto von ihm in SS Uniform. Auch wenn das lange vorbei ist und meine Frau nichts damit zu zu tun hatte, ist ihr gerade jetzt komisch. Denn der Name gibt es in Wikipedia und der Typ gehörte auch zur Leibstandarte von dem Irren mit dem Schnäuzer. ![]()
Wie hieß er denn?
Würde wohl am besten in den normalen "Urlaub”-Thread passen, aber irgendwie herrschte gestern so ein Gefühl der leisen, inneren Widerauferstehung in mir, dass ich hier mal Revue passieren lasse.
Bin die letzten 1-2 Jahre irgendwie in 'nem schwierigen Tal, hängt hauptsächlich mit Trauer zusammen, hatte damals hier auch mal nebenbei irgendwo erwähnt, dass ein guter Freund gestorben ist. Ganz wichtige Person für meine Frau und auch für mich, topfit und sportlich aus dem nichts tot umgefallen mehr oder weniger, Krampfanfälle, über Nacht mit 33, Autopsie mit bis heute unklarer Ursache, einem im Grunde seelenlosen Korpus am offenen Sarg Zuhause Tschüss gesagt, im Autokorso durch Manchester zum Friedhof gefolgt, Rede auf der Beerdigung gehalten, geliebte Menschen zerbrechen sehen, den Sarg bis an den Verbrennungsofen begleitet. Das war brutal - traumatisierend, möchte ich behaupten.
Das war März 2025, seitdem ist man damit mental täglich zugange und müsste das eigentlich auch professionell mal aufarbeiten, aber dazu ist es noch nicht gekommen.
Kollege war ein Lebemann im rein positiven Sinne, hat jeden Tag genossen, nur das positive und liebenswerte Wort gekannt, hat lange Zeit in Korea gewohnt und dort damals seinen Mann kennengelernt, wirklich jeden Tag geliebt, war viel unterwegs und hatte doch immer Zeit für jeden. So war man froh, dass er in der kurzen Zeit in der er hatte viel gesehen und erlebt hat und ist doch jeden Tag sehr traurig, dass seine Geschichte so abrupt enden musste.
Ich schreibe das relativ neutral und möchte nicht rührselig schwafeln, hoffe das kommt nicht falsch rüber.
Jedenfalls habe ich mich irgendwie anschließend ständig mit mir selbst beschäftigen müssen, meiner Existenz in einer Blase, kaum mal den Kopf aus der Höhle gesteckt in all den gesunden Jahren von denen rechnerisch, selbst falls ich gesund bleiben sollte, jetzt auch nicht endlos viele übrig sind.
Habe es mir eben bequem gemacht und eigentlich ist das auch okay, bin niemand der sich in die Ferne gedrängt fühlt, aber da war jetzt wirklich dieser ständige Begleiter der mir gesagt hat, ich müsse mich mal rauswagen, es könnte jeden Tag durch sein. Ohne Theatralik, ohne Schwermut, ganz neutral.
Durch meine Kollegen beim Fußball und auch inzwischen durchaus Freundschaften, die sich seit 2021 während der Sommerspiele in Tokyo in der Sprach-App "Tandem” und von dort aus in Standard-Messenger verlagert haben, habe ich diese sehnsuchtähnliche Torschlusspanik die eigene Existenz betreffend nach Japan verlagert.
Eigentlich eine ganz normale Midlife-Crisis Nummer, habe keine Kinder, werde dieses Jahr 40, vielleicht normaler Antrieb, sich da irgendwie konfus zu verhalten und mal 'ne Woche auszubrechen, mich hat dann aber wirklich eher dieser konkrete Auslöser angestoßen.
Wollte auch immer gerne mal irgendwohin Reisen, aber ich hasse fliegen wie die Pest. Ich bekomme Panik und kann mich nur schwer beruhigen beim Start und selbst in ruhiger Lage in der Luft schießt im Sekundentakt der Schweiß in die Handflächen. Richtig eklig.
Also hin- und herüberlegt und den Entschluss gefasst, entgegen jeder selbsterhaltenden Vernunft einen 16-Stunden Transitflug nach Japan zu buchen. Wenn schon Flugangst- sich dann auch bitte richtig in’s Knie ficken.
Pläne mit Leuten dort gemacht, die meisten habe ich im Laufe der Zeit schon in Deutschland getroffen, also nicht alles awkward first kennenlern meetings, paar Solo-Pläne geschnitzt und alles ab in die Schublade.
Dann verging die Zeit plötzlich so schnell, die Woche 5 Nächte gearbeitet, dann unsere Hunde zu meiner Mutter nach Norddeutschland gefahren - der eine wollte lieber mitkommen:
Kurze Zeit gepennt, um 7 Uhr aufgestanden, alles vorbereitet, 2-Stunden Flug nach Helsinki - man sieht mir die Vorfreude auf’s Fliegen an:
Kurzer Transit, schneller Rentier-Taco, Boarding-Pass gescannt, Japan Airlines, Hüpfer auf 10.000 Meter und 14 Stunden auf der Uhr.
Keine Sekunde gepennt, ständige Angstzustände. Natürlich lässt das Adrenalin mal nach, niemand kann 14 Stunden am Stück angespannt sein, nur leider nie genug, dass man mal zur Ruhe findet. Ständig stundenweise Phasen, in denen die Angst in die Knochen schleicht. Furchtbar.
Kollege fliegt jedenfalls, danke Putin, du Affe, 'ne Schleife um den Globus, zieht einmal der Sonne hinterher 'nen kompletten Tageslichtflug und setzt uns dann, man glaubt es kaum, irgendwie in Asien ab.
Am Flughafen von einer Familie mit der ich lange Kontakt habe mit dem Auto abgeholt worden, haben uns gezeigt wie wir was zu tun haben, wie wir in der Stadt vorankommen, haben uns zum Hotel gefahren, beim einchecken geholfen, sind dann mit denen (Eltern + 2 Kids) was Essen gegangen und irgendwie ist mir dann der Vorhang von den Augen gerollt.
Ich war zu dem Zeitpunkt nach 5 Nachtdiensten über 30 Stunden wach, 16 davon in Flugzeugen, eine Sache die ich normalerweise bis ans Ende meiner Tage unter Garantie ewig vor mir hergeschoben hätte. Aber irgendwie hab ich’s dann, wenn auch in Teilen aus traurigem Antrieb, doch hinbekommen. Ein großer Teil dieses Antriebs war das Wissen, dass unser verstorbener Freund sich sehr für uns gefreut hätte und auch Stolz auf mich gewesen wäre, diese Flugangst zu bezwingen.
Andere Leute steigen in den Flieger, schlafen 10 Stunden und denken da verständlicherweise nicht groß drüber nach, für mich war das ein richtig, richtig großer Schritt.
Am Tisch entwickelten sich dann Gespräche zwischen mir, meiner Frau, meiner japanischen Bekannten von Tandem die viel hin- und her übersetzen musste, ihrem nur japanisch sprechenden Mann, mit dem ich in gebrochenem Englisch und Japanisch nach anfänglicher Schüchternheit mit Hand und Fuß unter viel ehrlichem Gelächter dann doch gut kommunizieren konnte, deren Tochter, die fleißig Englisch lernt und nach und nach ihre Schüchternheit abgelegt hat - mit gelegentlich fragendem Einwurf der im Omu-Reis stochernden, zweiten Tochter.
Einige Stunden dort verbracht, man hätte mich vor Müdigkeit einfach in die Schrankwand stellen können und ich wäre eingepennt aber ich hatte so viel Spaß, so viel ehrliche Freude aus dem Herzen heraus und habe so viel ehrlich gelacht, dass selbst wenn dieser Tag für sich stünde, er diese Reise wert gewesen wäre.
In einem anschließenden Foto im Aufzug des Hotels konnte man dann auch gut sehen, was diese Anstrengungen mit mir angestellt haben. Diese Augenringe zeugen von ehrlicher Anstrengung:
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Ich werde jetzt 3 Wochen hier sein, mir auch Osaka, Nagoya, Kyoto und einige kleinere Regionen anschauen, versuchen viele schöne Erinnerungen zu sammeln und das, was normale Leute "Urlaub” nennen mal ganz tief in meinem Herzen einzugraben.
Du hattest doch die Sprache gelernt, @Thrasher ? Machst du das noch? Privat Online? Hast du da einen Lehrer/Bezugsperson? Falls ja, ist irgendwie Vermittlung möglich? Ich möchte da sehr gerne tiefer rein, ich beginne, Leute und Kultur in’s Herz zu schließen.
Sorry für die wall of text, bin 'ne Labertasche. Lieb euch. ![]()
Wünsche dir eine wunderbare Zeit hier.
Das Angebot steht natürlich weiterhin für alle, die den Weg nach Japan/Tokio finden.
Ich wollte schon länger mal einen längeren Post zum Leben in Japan schreiben, aber meine Aktivität im Forum hat sich dann doch eher aufs tägliche Lesen statt Schreiben beschränkt.
Daher erstmal in Kürze. Und wenn Interesse besteht, kann ich weitere Eindrücke aus Japan schildern:
Das Land ist fantastisch. Ursprünglich war unser Plan, ca. 2 Jahre hier zu leben und dann die Rückreise nach Europa anzutreten. Nun sind 1,5 Jahre vergangen und der Umzug zurück wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Während Japan als Tourist oft laut, bunt und begeisternd ist, ist das tägliche Leben hier in vielerlei Hinsicht bequem, günstig und stressfrei. Das liegt in erster Linie an drei Dingen: Qualitätsanspruch, „Convenience“ und Respekt im Alltag. Kein Stress mit (Bahn-)Verspätungen, keine Probleme, wenn man doch mal aus Versehen jemanden anrempelt, extrem hohe Standards in nahezu jeder Bar und jedem Restaurant, jederzeit alles in fußläufiger Nähe verfügbar (nur Liebe für 7-Eleven, FamilyMart und Co.), keine Sorgen, wenn die Frau nachts zu Fuß alleine nach Hause geht.
Witzig, was sich manche Firmen einfallen lassen. Da ist die KI auch mal ok. Es ist nicht das erste Video dieser Art, das ich von denen bekomme.
Aktuell leider ichts dergleichen, habe Volkshochschule und Selbststudium gemacht, aber ist im Zeitstrudel untergegangen.
Danke für den tollen Bericht.
Super Geschichte, vor allem wie du dich für den langen Flug überwinden konntest. Hier würden sich bestimmt viele über weitere Fotos freuen.
Vielleicht kannst du aus deiner Ähnlichkeit zu Chris Broad von „Abroad in Japan“ was machen.
Danke dir!
Schade, hätte ich das auf dem Schirm gehabt, hätte ich dich sicher angehauen, aber so wird’s wahrscheinlich ein bisschen knapp.
Jedenfalls eine schöne/mutige Entscheidung von dir mit vollstem Verständnis für alles was du aufzählst - der Service, das zuvorkommende selbst in größter Hektik, der convenient lifestyle und die Grundtugenden weg vom überbordenden Individualismus sind Beeindruckend. Ich kann mir da mit meinem Kurzbesuch in bis jetzt nur der einen Ecke keine fundierte Meinung erlauben, aber ich kann mir vorstellen, was Du meinst.
Alles klar! Danke für die Rückmeldung, war das bei der VHS in Grundzügen fruchtbar?
Das Tal der tiefen Tränensäcke und das leicht aufgedunsene Erscheinungsbild habe ich mir ja schon angesoffen, da wird der Rest doch ein leichtes sein.
Habe gehadert, ob das nicht etwas überdramatisiert und unnötig daherkommt, aber eine Angst zu überwinden, auch wenn sie im sachlich-logischen Kontext distanziert betrachtet Insignifikant wirkt, ist ja dann doch etwas, wodrauf man zwischendurch mal Stolz sein darf. Man muss ja auch mal nett zu sich selbst sein.
Ansonsten müsst ihr euch jetzt einfach meinen Reisebericht über euch ergehen lassen:
Tag 1 und 2 - Otsuka-Station und die Invasion der Eindrücke
Eine schwüle Angelegenheit, die erste Nacht hält etwa 3 Stunden, nassgeschwitzt öffnet man die Augen und wirft die Decke beiseite, es ist 4 Uhr morgens. Bis um 8 wälzt man sich wach umher, steigt aus dem Bett, hockt sich wie eine Sardine in die Miniatur-Plastikwanne und spült sich ab, um nicht die überfüllte Bahn vollzustinken.
Erste Station der Meiji-Schrein, touristischer Anlaufpunkt, starke "Checkpoint abhaken” vibes, aber schön zu anzuschauen. Gepflogenheiten und angebrachte Verhaltensweisen auch für Unwissende ausgeschrieben, ein angenehmer Duft geht von den Bäumen aus.
Auf dem Weg zurück erstmal Gaijin-Schnappschuss, grüner Tee für 130¥, ein erfrischender Schnapper.
Im urbanen Dschungel überall schönes grün dazwischengesteckt, die kleinen Butzen, skurrile Gefährte, alt irgendwie mit neu vermischt, jede Straße in die man biegt, weckt irgendeine Neugier.
Letzte Ruhestätte von Natsume Sōseki besucht, Schriftsteller mit … scheinbar interessantem Werdegang. Meine Frau mag die Sachen.
Shirt in MUJI anprobiert, da stülpt dir die freundliche Dame von der Anprobe erstmal 'ne Aldi-Tüte über die Fratze, damit du mit deinen fettigen Pommessalzlippen nicht den Kragen einsaust.
Einkehr in einem schönen "Jun-Kissa”, wohl einem alten Café aus der Showa-Zeit. Sehr schön und leckerer Kaffee, auch wenn man ständig das Gefühl hatte, gerade sitzen zu müssen. Schwierige Kommunikation mit einem älteren Herrn, der angefangen hat mit Gesten zu arbeiten als er gemerkt hat dass ich kein Wort schnalle, um bei jedem vorbeigehen lächelnd die Schulter mit der Hand zu streifen. Irgendwie herzerwärmend.
Später nochmal die Ladung hier bei Yoshinoya reingeballert, Cheese Beef Bowl auf Reis, Pulle Bier, Miso Suppe, Salat mit Kartoffelsalat und Dressing und 'nem komplementären Wasserkanister - für 1418¥, das entspricht einem heutigen Wert von 7,69€.
Der Yen mit heruntergelassener Hose macht einem hier schon fast ein schlechtes Gewissen einkaufen und besonders Essen zu gehen. Dafür bekommste in 'ner halbwegs hygienischen Bude in Deutschland vielleicht das Bier und Wasser, wenn’s reicht. Absolut irre und ein seltsames Gefühl.
Ansonsten viel Gerenne, Erkundung und geshoppe. Es geht hier viel ab, sehr viel, aber das würde auch den Ra(h)men (höhö) sprengen. Bis jetzt fast noch gar nicht richtig gepennt, aktiv wie noch nie in meinem Leben und vorhin, als meine Frau noch Energie für irgendein wholesale-Hochhaus am Ende des Tages hatte, musste ich mich geschlagen geben und habe draußen auf so 'ner Papageienstange gewartet. Bin dort dann ständig eingepennt, mitten in Tokio, sitzend halbe Stunde intermittierend geschlafen, weil die Akkus alle waren. Noch nie erlebt, sowas. Noch nettes Foto bekommen, als sie wieder herausgekommen ist:
Schon gebrochen an Tag 3.
Ansonsten ist unser Hotel wohl in so 'ner leichten shady Ecke, was mich aber als jemand der viel Zeit in Hamburg verbracht hat und jetzt in Duisburg verbringt nicht wirklich schockt, muss ich sagen. Wirkt fast harmlos hier und als Ausländer werde ich auch von den Lockvögeln nicht vollgelabert.
Was in den Straßen aber nachts dann schon befremdlich wirkt sind die vielen Lolita-Girls an jeder Ecke, die Hostess-Dienste anbieten oder die Klemmbretter an Läden an denen die heutigen Frauen "beworben” werden und solche Sachen - ist jetzt kulturell einfach ungewohnt. Heute Morgen auch allen ernstes kurz zum 7/11 gelaufen und auf dem Weg, 20 Meter vom Hotel, einen Bogen um so einen "Salaryman”, einen Arbeiter im Anzug, machen müssen, der total Adrett aber zerstört und kaputtgesoffen um 8 Uhr morgens in seinem Anzug auf dem Gehweg lag - Kopf auf dem Rucksack und zwei Smartphones in der Hand.
Zwei Damen wollten ihn wach pieksen und ein Herr der mit einer Gabel Müll einsammelte hat mit einer Geste signalisiert - liegen lassen.
Auch waren wir heute nochmal mit der Mutter der Familie von Tag 1 und der 15-jährigen Tochter kurz ein bisschen in der Stadt unterwegs. Mit der Mutter chatte ich mal dann- und wann über Gott und die Welt und heute fragte sie, ob wir nochmal so nett wären ein bisschen Zeit mit ihnen zu verbringen.
Die Tochter war wohl jetzt die Tage bei einem Schulausflug nicht dabei, da sie wohl schon länger mit Mobbing zu tun hat und deswegen nicht teilnehmen konnte oder wollte. Stattdessen machen sie jetzt wohl privat was zusammen die Tage und uns von weit weg auszufragen war wohl "interessant und aufregend”.
War auch alles schön, aber solche Sachen wie jetzt am Ende beschrieben zeichnen für mich doch jetzt auch eine andere Art von Druck bezüglich Leistung, eventuell sozialer Stellung, Anpassbarkeit. Sicher Sachen, die auch alle bei uns existieren, aber die Prägung im Detail wie sie hier zu spüren ist und auch doch Klischees bedient - so wie sicher bei uns auch, ist sehr interessant.
Ich bleib dran, es ist 02:23, Morgen ist erneut ein extrem langer Tag - gleich wieder aufstehen und dann Tagesausflug mit einer 77-jährigen Japanerin die ich mal Online kennengelernt habe und die Zuhause noch Englisch unterrichtet. Zieht früh morgens mit uns los und unterrichtet dann Abends. Die Frau ist verrückt. Liebenswert verrückt. Schauen wir mal.
























