Nicht NBA Basketball (NCAA, FIBA, Euroleague, etc.)

Leute die in den letzten 15 Jahren auch nur im entferntesten was mit dem deutschen Basketball zu tun hatten sind auf jeden Fall über den Standort Bamberg gestolpert. Damals von Autoteilezulieferer Brose bis unters Dach mit Kohle vollgepumpt hat man über Jahre den deutschen Basketball dominiert und auch in Europa durchaus für Furore gesorgt. Es gab eine Zeit da waren alle europäischen Spitzenteams voll mit Spielern mit Bamberg Vergangenheit und der Rest war in der NBA. Und weil auch im Nachwuchs Spieler wie Louis Olinde, Johannes Thiemann, Leon Kratzer oder Andreas Obst aufkamen, schien das Team über Jahre unschlagbar zu sein.

Nur kam irgendwann das, was kommen muss wenn man von einem Geldgeber abhängig ist: Der Hahn wurde zugedreht und der Verein konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr in dem Maße tragen.

Erst kam der überraschende Abschied aus der Euroleague in die Basketball Champions League was damals noch als Strategiewechsel verkauft wurde, aber eher eine Sparmaßnahme war. Da war man zunächst noch recht erfolgreich und kam sogar 2019 bis ins Halbfinale, aber der sportliche Abstiegs ins Mittelmaß war einfach nicht aufzuhalten.

2022 hat man sich das letzte mal regulär für die Playoffs qualifiziert, seitdem ist man eher in der Region zwischen 12 und 16 zuhause. Vor der letzten Saison gab es im Sommer kurz einen gefühlten Aufschwung, da man mit Anton Gavel den Ulmer Meistertrainer mit einer langfristigen Vision nach Bamberg lotsen konnte. Was folgte war Platz 15 in der Liga und eine ärgerliche Niederlage im Pokalfinale gegen den MBC.

Vor ein paar Wochen wurden die BBL Budgets veröffentlicht und zeigen die neue Realität ganz gut: Mit 1,46 Millionen € liegt man bei den Spielerbudgets mittlerweile auf dem letzten Platz in Deutschland. Während gerade diesen Sommer viele sehr gute Spieler aus Frankreich, Israel, Australien oder Italien in die BBL wechselten, blieb für Bamberg nur die unbeliebte Resterampe Europas.

Topscorer Ibi Watson war letzte Saison schon da und ein recht durchschnittlicher BBL Import. Demarcus Demonia kam aus der 2. deutschen Liga, Starting PG und Center kamen aus Polen. Guard Nummer 2 und 3 aus Finnland und Rumänien. Und so zieht sich das eigentlich durch.

Jetzt am Wochenende war mal wieder das Pokal Top 4: Ein Basketballfestival bei dem am Samstag erst die Halbfinals und dann am Sonntag das große Finale. Nach langem hin und her wurde das ganze nun für die nächsten Jahre fest nach München gegeben, was für schlechte Stimmung bei den Fans sorgte. Die Bayern haben 4 mal so viel Personalbudget wie der 2. und bekommen noch so ein Event geschenkt?!

Also kam es zu den folgenden Spielen:
Bayern - Bamberg
Alba - Oldenburg

Der unregelmäßige BBL Verfolger roch also schon das 100. Duell zwischen Bayern und Alba um den Titel.

Doch diese Bamberger Truppe hat dieses Jahr etwas besonderes an sich. Der Kader ist wirklich unterdurchschnittlich in der Länge und Physis, aber hat dafür herausragendes Shotmaking auf allen Positionen und ist extrem flink. Dafür hat man sich offensiv ein System einfallen lassen, was sehr viel auf austauschbare Elemente und Bewegung abseits des Balles setzt und auch wenn die Bayern in der regulären Saison damit kein Problem hatten, war es diesmal etwas komplizierter.

Dazu verteidigte man vor allem Andi Obst, diese Saison einer der besten Spieler in Europa, extrem aggressiv, so das er vor allem um Screens keinen Platz bekam. Das sorgte am Ende für eine der wenigen Off-Nights in dieser Saison(bei der er trotzdem 17 Punkte macht, was vielsagend ist) und die anderen Spieler mussten einspringen. Was zu Bambergs Ungunst auch leider passierte.

  1. Viertel: +2 Bayern
  2. Viertel: Ausgeglichen
  3. Viertel: + 3 Bamberg

Stand es nach 3 Vierteln noch defensiv dominierte 53-54 für Bamberg, drehten beide Teams in Viertel 4 komplett auf. Gerade Obst hatte eine Phase, wo er einfach aussah wie Prime Curry. Dieses kollektive Luftanhalten des Publikums ist wirklich immer ein Zeichen eines besonderen Sportlers.

Doch zu aller Überraschung hielten die Bamberger weiter mit, vor allem Point Guard Cobe Williams traf absurde Würfe und so ging man mit einer 3 Punkte Führung in den letzten Angriff. Obst vergibt zu nächst, der Rebound wird aber rausgetippt und landet direkt bei Dimitrijevic, der den Dreier zum Ausgleich trifft.
Bamberg ließ sich aber nicht schocken und trafen in der Overtime weiterhin alles, während Bayern etwas überfordert vom Druck der Bamberger Defense auf die Ballhandler war, was dazu führte dass sie kaum gute Würfe kreierten. Und so schaffte Bamberg die Sensation und warf die Bayern in ihrem Wohnzimmer aus dem Wettbewerb, das zweite Jahr in Folge das ihnen das gegen einen klaren Underdog passierte.

Das zweite Halbfinale war weniger dramatisch. Oldenburg ist für mich in Topbesetzung aktuell die Nummer 2 in Deutschland, leider fehlten 2 Schlüsselfiguren und der Rest war angeschlagen. Kein Problem für Alba Berlin, +20.

Also kam es zum Duell Alba-Bamberg um den Titel. Das hat natürlich aus mehreren Gründen eine gewisse Brisanz historisch, aber eine Verbindung bleibt bei mir persönlich hängen. Im Pokalfinale 2019 war das ganze so eine Art Trendwende im deutschen Basketball: Bamberg im ersten Jahr außerhalb der Euroleague, Alba Berlin im 2. Jahr unter Coach Aito im Aufschwung in Richtung Euroleague. Und trotzdem holte Bamberg damals den Titel nach einem Gamewinner von Legende Zisis, was der letzte Titel des Clubs sein sollte seitdem.

Bei Bamberg spürte man gestern aber die Müdigkeit von dem Kraftakt des Vortages. Alba zieht im ersten Viertel schnell weg, gerade Point Guard Cobe Williams kommt gar nicht ins Spiel. Die andere große Geschichte des Spiels: Bamberg trifft in der gesamten Partie nur 64% seiner 33 Freiwürfe, Alba holt 21 offensiv Rebounds zu Bambergs 8. Alles keine Zeichen einer guten Energie.

Doch Bambergs Defense kommt irgendwann ins Spiel. Bei Alba fehlt Point Guard Hermannsson, weswegen man eigentlich nur einen Ballhandler auf Spitzenniveau hat und genau das attackiert Bamberg mit Druck in der Point of Attack Verteidigung. Die 3 Lead Guards kommen am Ende auf 12 Turnover kombiniert und nur Malte Delow hält offensiv dagegen, vor allem Jack Kayil hat Riesenprobleme und erlebt ähnlich wie Obst einen Totalausfall(1/10 von Außen). Sie forcieren ihn immer wieder in Richtung der Seitenlinie und nehmen ihm komplett den Drive und weil seine Seperation sowieso nicht die beste ist, wird er kaum einen guten Wurf los.

Am Ende sind es eben nicht Williams und Watson, die wie sonst den Unterschied machen, sondern der aus Polen verpflichtete Center EJ Onu, der vor 2 Jahren schon mal in Bamberg war und kaum BBL Niveau präsentierte und der aus der 2. Liga geholte Demarcus Demonia, der letztendlich den Gamewinner trifft und verdient zum MVP des Finals wird.

Das war eine absolute Masterclass und sein schönes Beispiel, wie man Lücken im Budget trotzdem aufholen kann durch gute Arbeit. Wirklich jede Position im Kader passt in das System, auch wenn die individuelle Klasse mit vielen Standorten kaum mithalten kann. Sie sind unglaublich gut um ihre Defizite herumgecoacht und schaffen es immer wieder, ihren Stiefel durchzudrücken. Dieses Wochenende war sportromantisch wirklich sehr schön!

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March Madness dieses Jahr bei Disney+

EDIT

Ich hab auch mal noch schnell eine Bracket Gruppe erstellt.

PW: pfirsich

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Die beste March Madness Cinderella-Vorschau:

SPORT!

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Mehr SPORT!

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Manchmal passieren so kuriose Sachen, über die ich hier unbedingt berichten will, aber dann fällt mir ein wie weit ich dafür ausholen muss und dann lasse ich es meistens. :ronaldo:

Heute aber nicht.

Also: Es war einmal ein kleiner Jungen mit einem großen Traum der 1982 in Finnland auf die Welt kam mit dem Traum, den Basketball zu revolutionieren. Zu weit vorne angefangen? Vielleicht. Aber man kann schon immer nochmal erwähnen wie verrückt das ist, was in den letzten Jahren mit Tuomas Iisalo passiert ist.
Aber natürlich war der nicht alleine, sondern hatte neben seinem Bruder noch andere Assistenztrainer auf dem Weg. Einer davon ist Julius Thomas und nein, nicht der NFL Spieler. Thomas war Assistenztrainer in der Amateurmannschaft von Bonn und jeder, der im deutschen Basketball tiefer drin steckt sagt sofort das er ein absolutes Genie ist. Da Genies sich untereinander scheinbar super verstehen, holt Iisalo Thomas mit 25 Jahren auf seine Trainerbank.

Dort gewinnen sie zusammen die Champions League sensationell und als quasi die gesamte Bonner Mannschaft geschlossen samt Trainer nach Paris wechselt, geht er natürlich mit.
Dort gewinnen sie zusammen den Eurocup sensationell und erhalten dadurch das Startrecht in der Euroleague. Doch kurz vor Saisonbeginn sagt Iisalo „Heippa!“ und verlässt Paris in Richtung Memphis als Assistenztrainer in der NBA. Thiago Splitter übernimmt in Paris für die Saison und da hätte es für den jungen Thomas vorbei sein können, doch er darf bleiben und sie spielen auch hier eine Sensationssaison und ziehen im ersten Jahr mit dem niedrigsten Budget locker in die Playoffs ein.

Dann der nächste Wechsel: Chauncey Billups wird in Portland wegen Gambling entlassen, weswegen sie spontan Splitter als Head Coach holen. Nach Paris kommt ein italienischer Trainer aus Nymburk, der dort einen ähnlich schnellen Basketball spielen lassen hat und damit die Champions League richtig aufwirbelte. Er kommt mit seinem eigenen Staff, aber auch diesmal darf Thomas bleiben.

Wer nicht lange bleiben darf, ist Francesco Tabellini, denn der wurde letzte Woche entlassen. Und welche heiße Superstar-Trainer-Aktie darf diesmal übernehmen? Richtig: Julius Thomas. Nicht nur mit 28 Jahren der jüngste Euroleague Trainer der Geschichte, sondern insgesamt erst der dritte deutsche EL Trainer überhaupt und der erste seit Dirk Bauermann 2008.

Warum ich das heute poste und nicht schon letzte Woche? Gute Frage! Bereit für einen weiteren Schwenker?

Könnt ihr euch noch an diese Doku erinnern? Es ging um Wolmirstedt, die wie der Titel so sagt mit viel Geld aus der Provinz in die BBL wollten. In der Doku, sorry fürs spoilern, übernimmt irgendwann der 30 jährige Eiko Potthast das Traineramt weil es nicht so gut lief.
Wolmirstedt spielt mittlerweile in Magdeburg und hat extreme Probleme in der Pro A, also der 2. Liga, und kämpft dort gegen den Abstieg. Als Konsequenz trennen sie sich auch vom mittlerweile 35 jährigen Eiko Potthast.

Und warum ich heute dachte, es wäre der 1. April?

Das ist wirklich verrückt.

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NOCh! MEHR! SPORT!

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Da darf Rodgers Analyse nicht fehlen:

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Diese SZENEN!
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Boach.

Ich bin ziemlich hin- und hergerissen.

Am vergangenen Wochenende hatten wir hier in Herten unser letztes Spiel der ProB-Playoffs. Der Gegner: SSV Lok Bernau: ein kleiner, leidenschaftlicher Verein aus dem Berliner Umland, einem Farmteam von ALBA Berlin.

Auf der anderen Seite spielt Herten mit einem Etat, der vermutlich zehn- bis fünfzehnmal kleiner ist und damit deutlich am Ligaende rangiert. Ein Klub, den „so“ eigentlich niemand im DBB dort sehen will und es dennoch schafft sich als Aufsteiger als Fünfter nach der Hauptrunde für die Playoffs zu qualifizieren.
Das alles mit sehr viel Improvisation, Herzblut und vor allem dank unermüdlichem Einsatz einiger weniger Ehrenamtlicher, die das ganze am Leben halten-

Naja.

Und dann schaut man aus Neugier mal nach Bernau und stellt fest, dass es dort in den vergangenen Jahren wohl gar nicht so anders aussah und der Verein wohl kurz vor dem Kollaps stand.

Zeitgleich liest man dann in der Hertener Tagespresse davon, dass der dringende Neubau der ehemaligen Bundesliga-Sporthalle bedarfsgerecht durchgeführt wird und die Idee eine vermutlich 10 Mio. Euro teurere Eventhalle zu bauen (die übrigens dann auch mindestens ProA-fähig wäre) verworfen werde. Absolut verständlich und sinnvoll.

Aber aus Basketballsicht fühlt es sich trotzdem an wie ein weiterer Sargnagel für alles, was über die ProB hinausgehen könnte, nicht zuletzt wegen der Auflagen des DBB.

So bleibt nach dem Aufstieg, dem fünften Platz nach der Hauptrunde, der ältesten Mannschaft der Liga und dem mit Abstand kleinsten Etat zwar eine gewisse Euphorie.
Aber wenn ich ehrlich bin: Ich sehe ziemlich schwarz.

Nach so einer intensiven, kräftezehrenden Saison wird es schwer sein, das Team in dieser Form zusammenzuhalten. Wer macht unter diesen Bedingungen weiter? Auswärtsfahrten nach Itzehoe oder Berlin ohne Übernachtung, die Bullis zwei Städte weiter mieten damit diese möglichst preiswert sind, welche die Spieler dann selbst fahren vor und nach den Spielen: das klingt im Nachhinein vielleicht nach romantischen Geschichten, nach echtem Basketball von der Basis.
Aber professionell ist das alles nicht.

Und dann ist man gedanklich wieder bei Bernau.
Und bei der eigenen Geschichte hier vor Ort. (Hallo, Ruhr Devils!)

Und plötzlich stehen da diese Fragen im Raum:

Will man jemanden, der hier plötzlich sehr viel Geld investiert?
Und wenn ja: will man wirklich alles auf ein einziges, vermutlich sehr wackeliges Fundament stellen?

Ich weiß es nicht.

Würde das überhaupt den schleichenden Verfall der einstigen Basketball-Hochburg im Ruhrgebiet aufhalten?
Oder endet es doch wieder nur in schlechter Führung, falschen Prioritäten und irgendwelchen Prestigeprojekten?

Mh.

Zunächst aber erstmal Glückwunsch nach Bernau…

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Hier ist es ja irgendwie richtiger, @Uebersteiger.

Diese NIL Deals starteten erst sehr langsam, mittlerweile ist das aber sehr eskaliert. Es gab beispielsweise für den potenziellen Top Pick AJ Dybantsa Rechnungen, dass er mit einem 2. College Jahr mehr verdienen würde als in den ersten beiden NBA Jahren. Dementsprechend macht das natürlich gerade für die Spieler Sinn, die sich vielleicht nicht die große NBA Karriere versprechen.

James Nnaji beispielsweise war 2023 der 31. Pick im Draft, ist aber erst einmal in Europa geblieben. Diese Saison hieß es dann plötzlich mitten im Jahr, dass er nun zu den Baylor Bears wechselt für einen sehr lukrativen Vertrag.

Quinn Ellis, dieses Jahr 23 geworden, hat vor kurzem bekannt gegeben das er Olimpia Milano verlässt, wo er einer der besten Spieler diese Saison war, um sich St. John’s anzuschließen. Mit Nolan Adekunle wechselt auch ein 24 jähriger Deutscher, der diese Saison seinen Durchbruch in der BBL hatte. Und es gibt noch viele, viele andere Beispiele.

Das ganze ist jetzt quasi eine Profiliga, nur mit einem begrenzten Zeitraum für die Spieler der pro Nase individuell festgelegt wird.

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Gestern war ein ganz verrückter Tag in der BBL.

Der Abstiegskampf in der BBL schien schon seit Dezember entschieden. Die beiden Playoff Teams aus der Vorsaison, Braunschweig und Heidelberg, waren gefühlt so weit weg von allen anderen Teams auf den Abstiegsplätzen und auch in zählbaren wurde der Abstand immer größer.

Beide Teams haben dann aber personell nochmal nachgelegt und die Lücke wurde immer kleiner, wenn auch das erste Team auf den sicheren Plätzen fleißig rotierte. Vor ein paar Wochen stellte sich dann Jena als die große Hoffnung beider Teams heraus, die als Aufsteiger eine verrückte Saison hinter sich haben.

Vor der Saison holen sie mit Jawara ein riesiges spanisches Talent, an dem wohl mehrere Teams der ersten spanischen Liga dran waren(was das finanzielle angeht das, was die Premier League im Fußball ist: Selbst der letzte hat dort mehr Geld, als 16 der BBL Teams). Dazu kommt mit Great Osobor eins der größte europäischen Talente aus dem College zurück, ebenso Spanier und schließt sich ihm an.

Dazu kam mit Eric Washington jemand aus Italien, der schon in der Vergangenheit zu den besseren BBL Spielern gehörte und Joe Wieskamp, ein Rotationsspieler aus Australien. Alles wirklich ein Regal, aus dem sich ein BBL Aufsteiger normalerweise nicht bedienen kann sondern eher Teams wie Ulm oder Oldenburg.

Das Problem? Jawara verletzt sich vor Saisonbeginn, Great Osobor startet wirklich überragend mit 16 Punkten pro Spiel bei 7 Rebounds und 2,4 Stocks, zerhaut sich aber bei einem Länderspiel komplett das Knie und macht nur 7 Spiele. Der für Jawara als Ersatz verpflichtete Spieler startet ordentlich, fliegt aber nach 13 Spielen aus disziplinarischen und leistungstechnischen Gründen aus dem Kader und dann geht auch noch Eric Washington, weil Chemnitz mitten in der Saison seine Ausstiegsklausel zieht, nach 14 Spielen.

Und genau das sieht man dem Team an. Ab der Hälfte der Saison müssen sie ihre gesamte Spielidee über den Haufen werfen und neu beginnen. Das besondere bei Osobor war, dass der quasi ein Point Guard im Körper eines Centers war, entsprechend wenig Kreation war auf dem Flügel. Als dann Osobor und der einzige echte Point Guard weg waren, fehlte es natürlich an allen Enden.

In den letzten Wochen spitzt sich das ganze zu. Braunschweig gewinnt erst überraschend in Ulm, dann das direkte Duell mit Jena und schlägt dann auch noch den heißen MBC(kurz vorher mit Siegen gegen Alba und Bayern) und Ludwigsburg um das ganze wieder richtig spannend zu machen. Auch Heidelberg zieht mit einem Sieg gegen den MBC nach und schaut mit einem Auge die ganze Zeit auf den 7.5., weil dort nämlich das direkte Duell mit Jena anstand. Jena wechselt kurz vorher den Trainer, wo Vereinslegende Björn Harmsen ausgetauscht wird.

Gewinnen sie dort mit mindestens 4 Punkten Vorsprung, haben sie den direkten Vergleich und können am letzten Spieltag noch an Jena vorbei ziehen. Da Braunschweig den direkten Vergleich ebenso hat, würde für sie das gleiche gelten, sie müssten aber eben auch die letzten beiden Spiele gewinnen. Aber das ist mehr Hoffnung, als sie seit Dezember haben konnten. Jena spielt am letzten Spieltag in Berlin, daher ist da wenig zu erwarten.

Gestern dann also Jena gegen Heidelberg. Heidelberg kommt aus den Startlöchern mit einem 22:5 Viertel. Bei Jena wieder die gleichen Probleme wie immer: Sie schaffen es nicht, saubere Würfe zu erspielen, defensiv haben sie klare Athletiknachteile und werden immer wieder in Fastbreaks überlaufen. Im zweiten Viertel kommen sie langsam ran, weil sie extrem viele schwere Würfe treffen, aber zur Halbzeit bleibt es bei -13.
Im dritten Viertel ziehen beide defensiv an, es fallen insgesamt nur 33 Punkte, 17 für Jena und 16 für Heidelberg.

Also geht Jena mit einem 12 Punkte Rückstand in ein Spiel, in dem beide Teams eigentlich zu fertig sind um zu scoren.

Dort kommen sie aber ganz gut raus mit einem 7:0 Lauf. Der von Jena nachverpflichtete Point Guard Jack Pagenkopf schaltet auf einmal in den John Stockton Modus und spielt einen herausragenden Aufbau. Lorenz Bank, einer der großen deutschen Newcomer des Teams, spielt überragende Defense und verteidigt gefühlt immer 2 Spieler gleichzeitig und dann haben sie den von mir getauften Sleepy Joe Wieskamp, der im richtigen Moment auftaut.

Er hat zwar für einen BBL Spieler bei einem Aufsteiger eine ordentliche und beeindruckende Vita, aber trotzdem hat er ja doch eher ein klassisches Rollenspieler-Profil, weil er nie wirklich seinen eigenen Wurf kreieren konnte oder musste und eher so ein Stretch Big war, der eben in der Theorie perfekt neben Osobor gepasst hätte. Stand heute ist er 2. In der Effektivitätswertung in der BBL, Top 15 in Scoring(9. Wenn man nur den Zeitraum ohne Washington sieht), 4. In Rebounds, trifft 63% unterm Korb, 40,2% von 3. Eine wirklich überraschende Explosion.

Und er ist dann auch der überragende Mann im 4. Viertel, macht alleine 9 Punkte und sammelt Rebound nach Rebound ein.

Nach dem ersten Lauf von Jena kommt Heidelberg zumindest etwas ins Spiel und schafft es dann, den Vorsprung so um die 6 Punkte zu halten, bis wir in die letzten 2 Minuten gehen. Dort kreiert Pagenkopf erst mal 2 starke Paint Touches, dann trifft Keith Braxton plötzlich einen verrückten Stepback Dreier und das Spiel ist ausgeglichen.

So bleibt es dann auch bis zum letzten Angriff. Heidelberg bekommt den Ball als letztes bei 6 Sekunden Restzeit, wenn sie den Angriff ausspielen. Mit einem Wurf, könnten sie also das Spiel mit 3 gewinnen. Aber kleine Erinnerung:

Gewinnen sie dort mit mindestens 4 Punkten Vorsprung, haben sie den direkten Vergleich und können am letzten Spieltag noch an Jena vorbei ziehen.

Es bringt Heidelberg also nichts, diesen letzten Angriff erfolgreich auszuspielen. Gleichzeitig muss sich Jena überlegen: „Erlauben“ wir Heidelberg hier irgendwie an die Linie zu gehen um vielleicht ausversehen einen Freiwurf zu treffen und das Spiel zu verlieren, um dann zwar Heidelberg als Konkurrent zu eliminieren, aber Braunschweig weiter im Spiel zu halten?

Der Jena Coach signalisiert heftig, dass sie foulen sollen, Jena spielt aber die Defense zu Ende und Heidelberg wirft einen Wurf Richtung Ring, um die Uhr auslaufen zu lassen und nicht einen Out of Bounds Turnover abzugeben, der witzigerweise fast noch rein geht.

In der Overtime geht es dann weiter hin und her und am Ende waren die Rechenschieber schon fast wieder draußen bei einem ausgeglichenem Spiel 20 Sekunden vor dem Ende, doch Joe Wieskamp trifft einen Dreier zum Dagger. Heidelberg geht dann im Anschluss an die Linie, wo sie den ersten Freiwurf treffen und dann folgerichtig den 2. verwerfen wollen, der aber tatsächlich rein fällt.

Damit steigen Heidelberg und Braunschweig tatsächlich ab. Heidelberg war in der letzten Saison im Halbfinale, stellte den FC Bayern dort vor riesige Probleme und kam beinahe mit dem kompletten Kader voller Hoffnung in diese Saison, um so abzustürzen.
Bei Braunschweig hatte sich das leider eher angekündigt, die hatten wir in unserer Vorschau auch auf Platz 18 getippt. Hier konnte man vor allem MVP Kandidat Fru nicht ersetzen, der ans College ging und der Coach hat sich kurz vor Saisonbeginn für einen Wechsel Richtung Spanien entschieden, der das ganze System zusammenbrechen ließ. Eine wirklich bittere Entwicklung für einen sehr wichtigen Standort in Deutschland, der sich vor allem die Entwicklung junger deutscher Spieler auf die Fahne geschrieben hat wie kaum ein anderer.

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GREAT osobor. :hardlove:

Die Headlines schreiben sich da von alleine:

Das war besonders witzig, weil Jaedon LeDee ebenso in dieser Saison in die BBL gewechselt ist und beide auf MVP Kurs waren, bevor Osobor sich verletzt und LeDee in Frankfurt einen Wechsel in der Saison erstreikt hat, der in China geendet ist weil der Agent sich verpokert hat.

Wie schafft man das denn? Was passiert wenn ich zu deutlich daneben werfe?

Wenn der Ball nicht den Ring berührt, bekommt der Gegner automatisch Ballbesitz.

Ich glaube es ist einfach verdammt schwer, den Bewegungsablauf den man 100.000 mal in seinem Leben genauso wiederholt hat minimal anzupassen um den Ball so am Ring zu platzieren, dass er so zurückkommt das man ihn auch direkt wieder verwerten kann.

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Eigentlich hieß es Kayil hält nur mal den Zeh ins Wasser mit seiner Draft Anmeldung und nun soll er wohl ebenso in Runde 1 gehen. Damit wären es dann 3 deutsche, dass sind schon fast französische Verhältnisse.

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Echt? Hat Luka nicht diesen move gebracht, den Ball beim Freiwurf einfach gegen das Brett zu werfen um dann wieder in ballbesitz zu kommen und zu scoren?

Er hat es dabei aber tatsächlich geschafft, den Ring zu touchieren.

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Genau.

Ich glaube nur ans Brett werfen wäre auch etwas zu einfach, das würden wir dann häufiger sehen. Das mit dem Ring macht es dann schon ziemlich kompliziert.

Ist aber definitiv eins der coolsten Aktionen, die es so gibt. Jack Kayil hatte das letztens auch erst gemacht, als er ein riesiges Comenack im Alleingang eingeläutet hat. Das ist wahrscheinlich der größte Momentumswing den es so gibt.

Edit:

Das ist aber wohl für immer mein Favorit.

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