Netzwerk as a Speicher - NAS-Lösung gesucht

Hallo zusammen,

mein Selbstbau-NAS hat länger als ich es erwartet hätte gehalten und nun doch aber seinen Geist mit seiner Sollbruchstelle SD-Karte aufgegeben.

Dieses Selbstbau-System hatte die Aufgabe allen voran unseren heimischen Bedarf und unser Nutzungsverhalten etwas besser festzustellen.

Letzten Endes ist das System von einer freigegebenen SATA-Festplatte an einem Banana Pi (:banana_dance:) dahin gewachsen, als dass es zwei Backups (1. lokal via borg auf eine weitere Festplatte, 2. Sync auf einen Storage in der Hetzner Wolke) gefahren hat und nebenher noch Daten aus der familiären nextcloud täglich herunter geladen hat.

Natürlich könnte ich das System nun wieder mit 6-7 Euro Einsatz für eine neue SD-Karte rekonstrurieren und dann vielleicht auch mal ordentlicherweise das Betriebssystem etwas „kartenschonender“ anpassen. Aber letzten Endes lief auch nicht alles immer gut und ehrlicherweise ist es mir aktuell die Lebenszeit dafür einfach nicht wert.

Daher habe ich mich mal umgesehen und bin aktuell nicht ganz sicher, welche Lösung für mein System am sinnvollsten wäre.

Der grobe Bedarf bestünde aus folgenden Punkten:

  • Netzwerkspeicher (4+ TB - zumindest sind auch die aktuellen Speichermedien mit jeweils 4 TB ausgelegt)
  • Sync auf eine Netzwerkfestplatte bei hetzner
  • Sync mit einer owncloud Instanz
  • zusätzliche lokale Datensicherung wünschenswert (ob als RAID, auf eine externe Festplatte, o.ä. wäre eigentlich egal - muss auch nicht unbedingt versioniert sein, wie bspw. bei borgBackup)

Wünschenswert wäre es zudem, wenn die Platte sparsam im Verbrauch ist und ggf. problemlos einfach abgeschaltet werden könnte. Auf der anderen Seite lief die Bastellösung hier auch durchgehend.

Bzgl. eines Herstellers habe ich keine Präferenzen. Im Grunde würde ich mich glaub ich am meisten über eine grüne, möglichst preiswerte Lösung freuen.

Bin ich da bei diesen ganzen Synology, qnap und Co. (Multi-) Bay-Lösungen schon richtig oder würdet ihr mir alternativ eine andere (serverartige-?) Lösung empfehlen?

Würde mich über eure Anregungen sehr freuen :slight_smile:

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Tolles Thema.

Ich beschreibe einfach mal mein aktuelles Setup & vielleicht kannst du davon ja etwas mitnehmen.

Vor ein paar Monaten habe ich meinen eigens zusammengebauten TrueNas „Server“ und meinen „Gaming“ Rechner fusioniert.

Hier steht jetzt ein HP Z800 mit Dual Xeon CPU, 48GB RAM, 128GB SSD, 480GB SSD + 8TB HDD und einer RX 570
Darauf läuft Unraid als OS auf der 128GB

Unter Unraid habe ich

  • verschiedene VMs laufen (Windows für Gaming, PopOS und Manjaro zum rumspielen)
  • Plex, Nextcloud, Roon als Docker
  • HomeBridge für Smarthome Kram
  • 2TB als Netzwerkspeicher für: Retro Roms, PS2 Games zum Abruf per SMB auf der PlayStation, selbes für PS3 und meine TimeMachine Backups vom MacMini

Jetzt sehe ich aus deinem Post nicht „wo“ die Owncloud Sachen liegen? bei dir selbst oder bei hetzner?
Wie wäre es wenn du das alles lokal bei dir laufen lässt?

Das alles ist sicher nicht wahnsinnig stromsparend, wenn man es 24/7 laufen lässt. aktuell mach ichs so dass das Teil einfach läuft wenn ich es brauche.

Meine Erfahrung mit den Synology QNAP Dinger war immer dass die super langsam sind (schwache CPU) und nur wenig RAM haben. Gerade nextcloud/ownclodu da laufen zu lassen ist schmerzhaft. Plex ebenfalls.

Also wenn man Bock hat bisschen rumzuspielen, Unraid.
Vielleicht lohnt es sich ja schon deinen aktuellen Gaming Rechner (falls vorhanden) zu nutzen, Unraid von nem USB zu starten (mach ich auch so) und die vorhanden Windows Install als VM einzubinden und den ganzen NAS Kram im Hintergrudn laufen zu lassen.

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Also bei mir werkelt eine Synology 916+ seit 6 Jahren. Keinerlei Probleme bisher, habe erst vor kurzem den Speicher von 2x4TB auf 2x12TB im RAID1 erweitert. Die 916+ hat bereits 8GB RAM was völlig ausreichend ist für meine Zwecke (unter 8GB RAM eher nicht zu empfehlen). Performance ist sehr gut als Datengrab.
Wenn Du spezielle Fragen hast gerne her damit, aber das was oben steht sollte ohne Probleme funktionieren.

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Danke schon mal für eure Rückmeldungen :slight_smile:

Deine Lösung wäre eine nette Gesamtlösung @FBNZ , aber ich möchte mir gerade im Moment möglichst wenig Bastelei ans Bein binden und mittlerweile habe ich eigentlich nur noch einen besseren Office PC und zwei ausrangierte Laptops als ungenutzte Hardware hier rumliegen.

Im Moment ist der ungeplante Invest von 400+ Euro (wenn ich direkt neue passende Platten hole) für mich der große ABER-Punkt.

Im Grunde hatte ich mit meinem Selbstbau-NAS eigentlich „nur“ Probleme mit dem Backup in die Wolke (aber auch nur, weil ich kein rsync-Held bin ;-)).

Wenn ich jetzt auf ein Synology o.ä. bauen sollte, müssten für mich folgende Punkte ab Werk mit möglichst geringem Aufwand passieren - vielleicht kannst du da noch was zu sagen @Robertinho :slight_smile: ):

  • Ist ein Sync auf ein entferntes Medium (also meine Hetzner-Festplatte in der Wolke) einfach möglich? Aktuell wäre die Anbindung dahin mit den gängigsten Protokollen möglich (ssh, smb, …)
  • meine externe nextcloud nutze ich eigentlich nur für Backups der Handyfotos. Diese ziehe ich aktuell einmal täglich via webdav Mount in meinen lokalen Fotoordner auf dem NAS. Ist nextcloud/webdav-Sync auf dem Synology relativ einfach implementiert oder gibt es für diesen Anwendungsfall ggf. eine Lösung ohne nextcloud?
  • Wie verhält sich das Synology denn sonst so im Fehlerfall? Hatte mit meiner Bastellösung eigentlich nur den Happy-Path abgebildet, sprich erstmal komplett auf Fehlerbehandlungen oder Monitoring verzichtet. Haut der im Zweifel einfach mal eine Mail oder SMS raus, wenn eine Platte abraucht?

Nachtrag: Da wir die Daten aber so halb „produktiv“ nutzen (Familien-Orga, Projekte, etc.) werde ich wohl erstmal die 5-6 Euro in eine neue SD Karte investieren und den Druck aus der Anschaffung nehmen. Dennoch möchte ich über kurz oder lang die Lösung möglichst niedrig im Wartungsaufwand haben.

Also was Deine Sync-Pläne angeht musst Du leider selber mal in diversen Fachforen schauen, so was habe ich nicht am Start. Ich habe meine Daten auf dem Rechner, spiegel die aufs NAS und mache jeden Monat ein Backup auf eine externe Platte die verschlossen auf der Arbeit liegt. Somit habe ich alle Daten 3 mal (im Raid1 auf dem NAS quasi nochmal doppelt) und einmal räumlich getrennt. Dazu auf unterschiedlichen Festplatten-Typen (HDD, SSD, NVME).

Die Frage zum Fehlerfall kann ich ehrlich gesagt auch nicht beantworten weil ich bisher keinen Fehler hatte. Meine beiden 4 TB WD Red haben 5 Jahre ohne Probleme funktioniert im Raid 1 und meine neuen 12 TB WD Red laufen seit einem halben Jahr problemlos. Der Festplattentausch im NAs ging schnell und einfach. Du hast diverse Monitoring-Dinge im Betriebssystem vom NAS drin, der zeigt Dir an wenn eine Platte ein Problem bekommt, ob Mail oder SMS geht an der Stelle weiß ich leider nicht.

Im Freundeskreis haben 4 weitere ein Synology-NAS und auch alle grundsätzlich keine Probleme damit. Einer hatte ein QNap und ist auf Synology gewechselt und begeistert. Zuvor hatte ich einen selber gebauten Server auf Windows-Basis aber da ist das Synology um welten besser aber natürlich nicht ganz so flexibel. Apps usw. gibt es wie Sand am Meer, da sollte für jeden was dabei sein und mit Docker kann man ja inzwischen auch fast alles zum laufen bringen was man so braucht.

Kleines Update an dieser Stelle :slight_smile:

Ich werde nun doch erstmal für die kurzfristige Lösung das Banana Pro mit einem neuen OS bestücken und die Platte wieder ins Netz hängen.

Dadurch, dass ich im Moment aber sowieso noch im Home Office sitze und jetzt lange Zeit mit meine Gewohnheiten und regelmäßige Aufgaben gut organisiert bekomme, werde ich die Backups wohl erstmal von Hand auslösen und auch das lokale automatisierte Backup von borg auf ein einfaches rsync umstellen.

Bei der Suche nach einem aktuellen Betriebssystem bin ich auf Open Media Vault gestoßen. Hat damit mal jemand von euch Erfahrungen gemacht?
Alternativ wird’s einfach wieder eine Netzwerkfreigabe auf Betriebssystem-Ebene :slight_smile:

So, mein Banana Pro-Setup soll nun weichen.

Ich habe von meinem Arbeitgeber noch einige Gutscheine, die ich u.a. bei Cyberport einlösen kann und würde damit bei rund 180 Euro für die Synology DS 220+ samt 2x 4 TB Festplatten landen.

Ansonsten scheint die Software alles an Sync zu können, was ich möchte.

Oder spräche eurerseits etwas gegen so ein System?

=> https://www.cyberport.de/pc-und-zubehoer/nas-das/synology/pdp/3fw1-0kr/synology-diskstation-ds220plus-nas-2-bay-8tb-inkl-2x-4tb-wd-red-plus-wd40efzx.html

Habe seit über 6 Jahren ein Synology (4-Bay mit inzwischen 2x14TB) am start. Keine Probleme bisher. Das Gerät verrichtet seinen Dienst wie gewünscht.
Dein Gerät hat allerdings nur 2GB Arbeitsspeicher, das kann je nach Anwendungsfall zu wenig sein. Zudem hab ich bei Freunden gehört, dass die Oberfläche mit nur 2GB etwas träge sein soll. Also evtl. aufrüsten oder ein anderes Gerät in Betracht ziehen.

Ich hab die DS 220+ mit 2x4TB bei mir stehen und bin damit zufrieden, hab aber auch den Arbeitsspeicher erweitert und seitdem ist die Arbeit damit schon angenehmer.
Diesen hier hab ich:

Damals gab es aber wohl unterschiedliche Versionen der DS220+ und nicht alle Speicher haben bei beiden Versionen probiert. Ich hatte mich dann für den o.g. entschieden, weil speicher.de garantiert, dass das klappt.
Sonst hier mal quer lesen:
DS220+ - DS220+ RAM Upgrade mit 8GB | Das deutsche Synology Support Forum

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Oh, cool aber mit den 2GB kommt das NAS erstmal performant mit den Basis-Aufgaben klar? Sprich im Netz Daten bereitstellen etc.?

Ich will gar nicht groß aktiv einen weiteren Rechner im Netz haben der unendlich Aufgaben übernimmt oder übernehmen kann. Letzten Endes soll Daten hin und her schieben funktionieren.

Auf der anderen Seite frage ich mich, ob dieses Jahr nicht ggf. noch ein Nachfolger kommen könnte… hm… gehen die Preise dann runter?! :slight_smile:

So, nachdem ich mich noch einmal in den ganzen NAS-Kram eingelesen habe, habe ich mich am Ende für folgendes Lösung entschieden:

Im Keller steht nun ein ehemals ausrangierter Intel Quad-Core CPU mit hinreichend RAM und einem vollwertigem Ubuntu Server Betriebssystem.

Das Mainboard verfügt über eine 1 GB LAN Schnittstelle und USB 3.0-Ports. Dahingehend habe ich mir ein einfaches IcyBox SATA RAID-Gehäuse (USB 3.1) geshopt und zwei vorhandene HDD dort verbaut.

Somit habe ich vermeindlich die lokale Redundanz geschaffen, die ich fortan mit einem rsync auf eine Hetzner Storagebox auch regelmäßig sichern werden.

Zudem liegen neben dem Rechner auch noch zwei nun übrig gebliebene USB-Festplatten, die als weitere Offline Sicherung herhalten.

Aber was ist mit dem Stromverbrauch!?

Ich habe an dem Rechner erstmal alles an Komponenten rausgenommen, was nicht benötigt wird (Grafikkarte, zusätzliche HDDs, Laufwerke etc.). Zusätzlich läuft der Rechner vornehmlich im Stromsparmodus.

Bedingt durch das bessere Betriebssystem ist’s mir nun auch möglich noch den einen oder anderen Raspi hier zu verabschieden, die sowieso die ganze Zeit liefen, um bspw. Sensordaten wegzuschreiben (wahrscheinlich sterben mir diese sowieso bald mit ihren SD Karten :aua:).

Performance ist im Moment bombig, gerade im Vergleich zur vorherigen Banana Pro-Bastellösung.

Bin am Ende also doch eher bei deiner Lösung gelandet @FBNZ :slight_smile:

Danke nochmal an alle Tipps und Infos!

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Sehr geil! Und wieso am Ende Ubuntu und nicht was eher Servermäßiges wie Unraid oder TrueNas wo man dann noch (einfacher) mit Dockern und Virtualisierung rumspielen kann?

Aktuell ist der Bedarf noch nicht da und bei Ubuntu Server (eigentlich ja immer :latin_cross: CentOS) kenne ich mich von Haus aus zumindest etwas besser aus und kriege das Zeug erstmal eingerichtet.

Aktuell stehen auch nur noch zwei Dinge an:

  • eine Grafana bzw. grundlegend erstmal eine InfluxDB für die Sensordaten bereitstellen
  • eine lokale nextcloud für Kontakte und Foto-Sync (liegt alles noch aktuell bei Onkel Hetzner)

Dann bin ich erstmal durch. Erstmal! :slight_smile: