Ich werde hier bald Schellen verteile. IT-Blödsinn!
Ich arbeite in einer Behörde. Ich bin letzten Monat stellvertretender Teamleiter in einem neuen Team geworden. An meinem ersten Tag hat man mir mitgeteilt, dass meine alte Teamleitung beim Umzug meiner Daten und Berechtigungen einen Fehler gemacht und ein falsches Ziel eingetragen hat. Das habe man zwar rechtzeitig gemerkt und korrigiert, dabei seien aber alle Zugangsberechtigungen (Ordnerstrukturen, Fachanwendungen etc.) gelöscht worden. Man hat dann angefangen mir neue Berechtigungen zuzuteilen, das Arbeiten war aber von Anfang an deutlich eingeschränkt. Bislang funktioniert immer noch nicht alles, zwei wichtige Funktionen kann ich nicht nutzen und finde den Fehler nicht. Das liegt unter anderem daran, dass es nicht eine Checkliste gibt, die man abarbeiten kann, sondern dass es eine völlig diffuse Ordnerstruktur gibt und diverse Rechte beantragt werden können, bei denen der Klappentext der jeweiligen Funktion des Rechtes auch nicht immer weiterhilft. Ich habe mir dann von zwei Kollegen deren Berechtigungslisten geben lassen, um sie abzugleichen. Aus verschiedenen Gründen ist das sehr unübersichtlich, langwierig und nervig. Bislang bestehen die beiden Probleme in der Hauptfachanwendung fort. Irgendwann habe ich es aufgegeben und ein Ticket beim IT-Support aufgemacht, die beiden Probleme benannt und die Frage aufgeworfen, welches Recht mir fehlt. Dann habe ich einen Anruf von einem völlig wirren Typen bekommen, der mir mitgeteilt hat, dass er auch keine Ahnung von den Rechten hätte und mich dann ewig lang dirigiert, damit ich meinen Bildschirm teilen kann (es war so wirr, dass ich am Anfang nicht gecheckt habe, was er will), was auch in 2 Klicks hätte erledigt werden können. Dann hat er zwei Screenshots gemacht und angekündigt, es an “die Fachgruppe” weiterzuleiten. Dort wurde dann mein Anliegen wie folgt gelöst:
“Wenn X vorliegt und zum Zeitpunkt des Teamwechsels Y passiert, kann es sein, dass es Probleme gibt. Es könnte helfen, für mindestens 24 Stunden Z zu machen. Darüber hinaus ist aufgefallen, dass sich teilweise beantragte Rechte widersprechen. In welcher Rolle welche Rechte benutzt werden dürfen, können Sie der verlinkten Berechtigungsmatrix entnehmen.”
Ganz abgesehen davon, dass diese Matrix allein aufgrund der Unübersichtlichkeit und der teilweise nicht funktionierenden Links mehr Fragen aufwirft, als beantwortet - geschenkt. Wenn die Kollegin gemerkt hat, dass sich Rechte widersprechen, hätte ich es für zielführend gehalten, mir diese zu nennen. Aber gut, ich habe sinngemäß geantwortet:
“X liegt nicht vor und zum fraglichen Zeitpunkt ist auch Y nicht passiert. Ist es trotzdem notwendig das aufwändige Z zu vollziehen? Ich habe versucht, den Zustand von sich widersprechenden Rechten zu vermeiden. Scheinbar ist mir dies nicht gelungen, aber ich finde meinen Fehler nicht. Da er Ihnen ja scheinbar aufgefallen ist - können sie ihn mir nennen?”
Diese Nachfrage wurde nicht beantwortet.
Amüsanter Weise kam danach eine Feedback-Anfrage, wie ich die Lösung meines Problems bewerten würde. Ich habe entsprechend das Feedback gegeben, dass beim Lösungsversuch unzutreffende Annahmen zugrunde gelegt wurden, das Problem nicht gelöst und Rückfragen nicht beantwortet wurden. Hierauf gab es keine Reaktion (wahrscheinlich ist die Feedbackfunktion nur zu statistischen Zwecken vorgesehen, nicht zur inhaltlichen Auseinandersetzung).
Die Kiste mit den widersprechenden Rechten ist ohnehin eine fabelhafte Kiste. Ein paar Tage danach kam eine Email, mit dem Hinweis, dass sich Rechte widersprechen und dann eine Auflistung der vorhandenen Rechte. Auch hier gab es keinen Hinweis auf die betroffenen Rechte. Ich habe also zum wiederholten Mal im Rechtekatalog Dinge verglichen und noch eine Abweichung gefunden und diese beseitigt. Gelöst hat das die Problematik nicht.
Ich habe jetzt letzte Woche mitbekommen, dass ein Kollege genau die selben Performanceprobleme hat wie ich (hat auf eine Teamleiterstelle gewechselt). Ich habe ihn angeschrieben, dass mir das zu Ohren gekommen wäre und gefragt, ob er das Problem schon gelöst hat. Ich mache es kurz - nein, hat er nicht.
Er selbst wollte es nicht kurz machen. Statt kurz zurückzuschreiben, dass das Problem bei ihm noch besteht, hat er mich angerufen und in einem Monolog erklärt, dass seine Situation eine völlig andere ist, mir Dinge empfohlen, die ich schon probiert habe (Abgleicht mit Kollege o.ä.) und dann geschlossen damit, dass er auch eigentlich gar keine Zeit habe.
Zum Glück bin ich im Homeoffice, sonst würde ich jemanden schütteln.
