Der erste Trainer den ich beim Bayer so richtig mitbekommen habe und der den Verein durch die drei Vizetitel in der Ligaspitze und als ständigen CL Anwärter etabliert hat. Diese Ära, samt Wappenwechsel, Stadionausbau und eben Dauminstallation hat überhaupt erst dafür gesorgt, dass wir in den letzten knapp 30 Jahren beinahe durchgängig um die CL Plätze mitgespielt haben.
Das war keine bloße Nettigkeit oder der typische Alonsocharme als Xabi im größten Moment der Leverkusener Freude innehielt und an Daum und die anderen prägenden Trainer hier erinnert hat. Ohne die Ära Daum wäre das alles ziemlich sicher nicht so passiert. Und damit meine ich nicht das Double, sondern viel mehr das große Ganze. Wie man den Verein wahrgenommen hat und wie er sich selbst wahrgenommen hat. Was für Spieler sich für den Verein entscheiden, die das früher nicht getan hätten.
Danke Christoph Daum.
Dazu ist er natürlich eine der legendärsten Trainerfiguren die wir je in Deutschland hatten. Einer der vielzitierten Typen, die vor allem während der späten 80er bis ins Jahr 2000 das Salz in der Bulisuppe waren. Trauriger Weise kann und muss ich mich hier viel zu schnell selbst zitieren:
Eine jahrzehntlange Fehde mit Hoeneß vom Sportstudio 89 mit Langweiler-Osram bis zur Koksnummer 2000. (Wo ich übrigens noch genau weiß, wo auf dem Heimweg von der Schule ich gerade war als ich erfahren hab, dass der Test positiv war) Wie er regelmäßig Journalisten rund gemacht hat und das samt Zitaten, die im Freundeskreis heute noch zum allgemeinen Wortschatz gehören. „Hinblick, Hinblick! Auch im Hinblick auf dieses Interview.“ „Kann das auch mal innen Journalistenkopf reingehen?“ Seine Formulierungen und sein Sprachduktus haben ihr Übriges dazu beigetragen, dass ich ihn immer super gern hab reden hören. Selbst wenn’s Quatsch war, der da erzählt wurde und das war ja auch nicht soooo selten.
Und zuletzt war Daum ja auch fast überall erfolgreich wo er aufgeschlagen ist. Egal ob Deutschland, Österreich oder der Türkei. Also nicht nur streitbarer Sprücheklopfer, Kohlenläufer und Geldscheinnagler, sondern eben auch Fussballfachmann durch und durch.
In diesem Sinne: Mach’s gut Christoph. Ich werde dich vermissen und auch weiterhin bei jedem Supermarktbesuch am Käseregal an dich denken alter GAZI-Mann.