Ich bin in dieser Situation (keine Lademöglichkeit, kein Stellplatz) und wir haben seit 1,5 Jahren ein E-Auto (im privaten Car Sharing mit meinen Eltern, die wohnen nicht weit weg). Die Bedenken waren teils groß, aber es klappt wirklich super easy.
Lademöglichkeiten gibt es mittlerweile wirklich zu Hauf, ich finde es hier zb einfacher eine Lademöglichkeit zu finden als einen normalen Parkplatz. Von den Kosten her ist es, wenn man sich durch den zugegebenermaßen bekloppten Ladekartendschungel gekämpft hat auf jeden Fall günstiger als per Diesel (plus fehlende Servicekosten, Steuerersparnis und selteneren Reparaturen).
Unterwegs sind die Ladepausen meist weniger/kürzer als man selbst Pause machen möchte.
Wenn es der Politik noch ein Anliegen wäre die teils absurden Ladepreise zu fixen, dann wäre ich 100% happy - so sind es halt 95%.
Lademöglichkeiten gibt es überall, doch die müssen aufs persönliche Verhalten passen. Ich fahre doch nicht zu einem Supermarkt einkaufen, nur weil da eine Ladestation ist. Oder mache Pausen, wo ich keine Pause machen will, nur damit ich laden kann. Mit einem E-Auto ist es sinnvoll, überall zu laden, wenn auch nur kurz und das leuchtet mir ein. Doch es ist doch viel bequemer, wenn das Ding beim eigenen Parkplatz steht. Ich könnte beim Arbeitgeber laden, mein Wagen steht sowieso 24/7 da. Doch da gibt es zwei Anschlüsse und die sind in der Regel besetzt. Sonntag eine Stunde weit fahren und vorher noch 20 Minuten an der Ladesäule in der Tiefgarage verbringen ist nicht schön. Wenn ich sowieso immer beim Laden X einkaufe und da laden kann, ist das natürlich perfekt.
Es wird auch nicht so weit kommen, dass jeder öffentliche Parkplatz eine Ladestation haben wird. Das E-Auto ist keine nachhaltige Lösung in der Mobilität, doch the next big thing lässt weiter auf sich warten.
Finde ich nicht, es gibt viele Ladestationen, doch das bedeutet nicht, dass diese aktuell aufs persönliche Verhalten passen. Denn es bringt mir nichts, wenn ich da laden muss, wo ich mich sonst nicht aufhalte würde oder wenn ein paar wenige passen, diese ständig besetzt sind.
Was denkst du denn, was nötig ist, wenn es immer mehr E-Autos gibt? Der Akku, der sich in drei Minuten auf 80 % laden lässt, ist noch nicht da. Natürlich wird es viel mehr Lademöglichkeiten benötigen, spätestens ab 2035, wenn Neuwagen in der EU CO₂-frei sein müssen. Norwegen verkauft doch heute schon keine neuen Verbrenner mehr und da gibt es zwei, drei Säulen mehr als hier und auch an sehr vielen öffentlichen Parkplätzen entlang von Strassen.
Eher ein Bild eines Realisten. E-Autos sind nicht nachhaltig, weder für die Umwelt, noch für den Individualverkehr.
Mal abgesehen davon, dass einige deiner Punkte so faktisch nicht korrekt sind (man muss ein E-Auto nicht immer überall laden, und ich habe in den 1,5 Jahren kein einziges mal nochmal extra laden müssen, wenn ich eine Stunde wo hin fahre):
Nachhaltigere Individualmobilität geht nunmal nicht ohne (wenn auch kleine) Einschränkungen. Wenn die Einschränkung ist, dass ich dort Pause machen muss wo das Auto laden soll (man hat außerdem immer noch massig Auswahl), dann ist das wirklich jedem zumutbar. Diese Strohargumente mit ach so individuellen Szenarien (der 800km am Stück heizende Diesel Dieter, die Familie die bei der Fahrt in den Urlaub keine Pausen machen möchte) kann ich wirklich nicht mehr hören. Es ist ohne großen Verzicht möglich und gleichzeitig ist das Reisen deutlich komfortabler. Das einzige was ich gelten lasse, ist dass sich aktuell natürlich nicht jeder ein E-Auto leisten kann, aber auch das wird sich nach und nach ändern, wenn der gebraucht Markt weiter wächst.
Persönliche Verhalten kann man auch anpassen. „So wie es für mich passt, oder nicht“ ist halt nicht mehr möglich?
Noch nicht, aber quasi: 5 Minuten für 470km schafft die neue BYD Plattform. Schau doch mal, wie schnell sich das in den letzten Jahren entwickelt hat - wieso sollte da nicht weiter Fortschritt möglich sein?
Individualverkehr ist nie nachhaltig, aber als Konsequenz dann einfach jede nachhaltigere Form ablehnen? Nach dem Motto, wenn es nicht perfekt gelöst wird, mache ich gar nichts? Das ist nicht Realismus, das ist reaktionär.
Ich denke ihm geht es eher darum, dass das E-Auto noch nicht signifikant nachhaltiger ist als ein Benziner. Man muss ja immer noch erstmal ca. 100.000 Kilometer mit einem E-Auto fahren, bevor das E-Auto nachhaltiger als ein Benziner wird. Das wird aber hoffentlich in den nächsten Jahren immer besser.
Sobald bei uns am Haus alles fertig ist und die Wallbox installiert ist gehen wir das E-Auto an. Ich werde aber erstmal nur leasen. Ein Kauf kommt für mich noch überhaupt nicht in Frage, da habe ich viel zu viel Angst vor dem Wertverlust, wenn sich die Technologie in den nächsten Jahren noch ordentlich weiterentwickelt.
Das war immer die Hausnummer, die mir bekannt war. Ich habe jetzt auch nochmal gegoogelt und der ADAC spricht von 45-60.000 Kilometer. Gibt es da noch andere Quellen?
Eine Studie der Technischen Universität Eindhoven im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion kommt zu dem Ergebnis, dass zum Beispiel ein VW e-Golf seinen CO₂-Nachteil im Vergleich mit einem Toyota Prius 1.8 l Hybrid bereits nach 28.000 Kilometern Laufleistung ausgeglichen hat. Teslas Model 3 braucht im Vergleich zum Mercedes C 220 d dafür rund 30.000 Kilometer.
Die Studie kommt zu dem Fazit : Am Ende eines durchschnittlich zehnjährigen Fahrzeuglebens ist die Ökobilanz von mit Diesel und Benzin betriebenen Fahrzeugen wesentlich schlechter als die von batterieelektrischen Autos.
Die Batterietechnik, insbesondere in China, entwickelt sich rasant weiter, ich hab da auf die Schnelle keinen aktuellen Stand. Fakt ist, dass man sich die gesamte Kette der Herstellung von Verbrenner und E-Auto anschauen muss inklusive Kraftstoffherstellung, Benzin kackt da besonders ab. Und so ne Lebenszyklusanalyse, die einpreist, dass recycelte E-Auto-Akkus gut und gerne ne Mio. km halten.
Ja kann man, wenn man das will oder irgendwann dazu gezwungen wird.
Ich lehne ein E-Auto nicht ab, ich habe Gründe erwähnt, warum es für mich und andere nicht passt. Der Fortschritt wird kommen und Dinge wie seltene Erden wird man irgendwann vermutlich nicht mehr benötigen. Deswegen verteufle ich das E-Auto nicht und ich sehe es als umweltfreundlicher als ein Verbrenner, wenn es denn auch ein paar zehntausend km gefahren wird. Das ändert nichts daran, dass die Produktion heute umweltschädlich ist. Din wenig wie die E-Zigarette im Vergleich zur Tabak Zigarette. Harm reduction, doch nicht harmlos.
Was hat das mit meinem geschriebenen Inhalt zu tun? Ich habe nichts von 800 km geschrieben. Und hast du Dieter als Namen gewählt, weil das besonders altmodisch klingen soll? Blödsinn wird auch von Menschen mit einem E-Auto erzählt, das bringt die Diskussion nicht weiter.
Das habe ich auch nicht behauptet. Ich habe geschrieben, dass es Sinn macht, das Auto möglichst oft zu laden, auch wenn es nur kurz ist. Damit meine ich an öffentlichen Orten, an denen man sich aufhält. Für Menschen ohne eigene Lademöglichkeit macht das doch Sinn.
Wenn ich mir heute ein E-Auto kaufen würde, dann in erster Linie wegen dem Fahrgefühl. Das macht für uns aktuell gar keinen Sinn und da freut sich doch die Umwelt. Auch wenn das bedeutet, dass ich den Diesel noch etwas fahre, aktuell 30 km die Woche, wenn es denn nicht der Zug ist.
ja, dann muss man halt wollen oder irgendwann „gezwungen“ werden aka die gesamten Kosten der eigenen Entscheidung, weiter Verbrenner fahren zu wollen tragen. Damit meine ich logischerweise nicht Verbrennerfahrer aktuell sondern die Fraktion die weiter für „Technologieoffenheit“ und „den sauberen Verbrenner mit E-Fuels“ wirbt.
Unser gesamter Konsum ist umweltschädlich/nicht nachhaltig. Klar ist mehr ÖPNV usw. die deutlich bessere Lösung, aber ich verstehe die negative Haltung nicht, wenn E-Autos nachweislich deutlich umweltschonender sind als Verbrenner?
Sind einfach (genau wie dein Beispiel der selbst gewählten Rastplätze) absolute EInzelfall und Strohmannargumente, weshalb E-Autos ja nicht praktisch und sinnvoll wären. Diesel Dieter ist dabei einfach ein Begriff für die doch sehr lautstarke Anti-E Fraktion, die teils absurde Argumentationen und Szenarien entwickeln, wieso E-Autos ja totaler Unsinn wären. Habe nie behauptet, dass du das gesagt hast.
Ja, und genau das ist nicht korrekt. Ohne Ladesäule macht es oft auch Sinn (je nach Nutzung) einmal zu laden und fertig und nicht bei jeder Gelegenheit. Wie gesagt: ich kümmere mich null um das Laden des Autos, es bieten sich immer wieder Gelegenheiten es zu laden, ohne dass ich jedes mal, wenn ich fahre das Gefühl habe ich müsste eine Ladesäule suchen. Siehe dein Beispiel: bei 30km die Woche musst du dein Auto alle 10 Wochen mal laden - das lässt sich in der Zeit doch immer irgendwie verbinden.
Mir schon klar, dass öffentliches „Laternenladen“ noch Probleme hat: der Ladekartendschungel ist eine Katastrophe. Aber: es geht auch heute schon ziemlich problemlos und ohne große Verrenkungen. Man bekommt nur von der Verbrennerlobby andauernd das Gegenteil eingeredet.
Es macht für mich keinen Sinn jetzt Geld in die Hand zu nehmen, nur weil das E-Auto weniger umweltschädlich ist, als mein jetziger Diesel. Womöglich würde ich die Umwelt dadurch noch mehr belasten, wenn es ein Neuwagen wäre. Ist aktuell auch nicht wichtig für mich.
Da wo ich mich die meiste Zeit aufhalte, gibt es aktuell keine - oder zu wenig Ladestationen. Wenn ich im Büro bin, wäre das perfekt, denn da gibt es zwei in der Tiefgarage. Die sind aber ständig besetzt und warten will ich nicht, weil ich es heute nicht muss. Ich fahre auch seit Jahren nicht mehr zum Supermarkt. Ich gehe dahin oder lasse liefern. Ich glaube, dass der mit einem Diesel kommt.
Ich sag doch auch nicht, dass du auf ein E-Auto wechseln sollst, du sollst lediglich aufhören falsche Tatsachenbehauptungen zu verbreiten und wettern, dass E-Autos nicht nachhaltig sein während „the next big thing weiter auf sich warten lässt“. Die magische nachhaltige Lösung des bequemen Individualverkehrs gibt es nicht.
Wir beenden das, denn ich verbreite meiner Meinung nach keine falschen Tatsachen, die du siehst. Einigen wir uns auf die harm reduction, da sollte wohl für uns beide passen.