Der Politik Thread - Solidarische Klicks und fetischhaftes Wurstgefresse

Auf StadtBILD Niveau, der REWE City Abklatsch des Klatschblatts.

MfG euer Renao.

Eins noch ganz kurz zum Thema Bilder und Stadt und wer da nicht reingehört bzw. abwesend ist. Ich weiß, das ist gut gemeint, ist in seiner plakativen Naivität aber auch ein bißchen entlarvend. Die Lifestyle-Linke möchte sich ihren Wohlfühlfaktor bewahren.

Oder anders ausgedrückt. Ihr seid Fritzens Lieblingsstadtbild.

Die Kritik ist, dass zu wenig diverse kulturelle Hintergründe demonstrieren, sondern privilegierte Gruppen?

Bild passt einfach nicht zum Text.

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Ja gut, Demoplakte sind halt 99 von 100 Mist, weil jeder probiert lustig und kreativ zu sein ohne lustig oder kreativ zu sein, für seine Selbstdarstellung. Aber insgesamt ja schon okay, dass die Leute, die mit „Klarkommen“ beschäftigt sind, nicht selbst nur für ihre Grundrechte einstehen müssen.

Also mir wäre auch lieber die Guillotine vorzurollen statt so niedlicher (naiver) Widerstand, aber dauert wohl noch.

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Ja, Selbstdarstellung scheint mir genau das richtige Wort an dieser Stelle zu sein. Aber ich sehe ja, wie gesagt, die gute Absicht.
Tragisch finde ich nur, dass die Menge, die dort augenscheinlich dieses Transparent vor sich herträgt, nicht in der Lage ist zu reflektieren, dass sie eben nicht „das Stadtbild“ sind, das Merzens Friedrich gemeint hat. Sie könnten ja für die Gemeinten ihre Stimme erheben, aber sie stilisieren sich selbst als die Betroffenen. Und ich wette, die meisten von denen würden, wenn man sie darauf anspräche, für diese Kritik nicht empfänglich sein.

Exhibit B:

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Rechten reichen profanste, primitivste Gründe, um sich gegenseitig zu vernetzen und zu unterstützen, während sich Linke noch gegenseitig in die Haare bekommen über Motive, Zusammensetzung und Art und Weise eines Protestes. Und das beschreibt die Misere der letzten 10,15 Jahre eigentlich ganz gut. Dabei ist das erstmal zweitrangig, solange es überhaupt noch genug Menschen gibt, die gegen das rassistische Arschloch auf die Straße gehen. Proteste müssen groß sein, um überhaupt eine Wirkung entfalten zu können, Mehrheit muss sich für Minderheiten einsetzen, andernfalls verpufft es schon im Ansatz, so traurig es ist. Von daher wäre es mir egal, ob jemand vielleicht auch aus Selbstdarstellung auf die Straße geht (in die Köpfe kann man eh nicht schauen), solange er/sie weiß wofür man protestiert und sich solidarisch zeigen will. Wenn man jetzt noch überlegen muss, ob man überhaupt teilnehmen soll oder es dann wieder Kritik geben könnte, ist keinem geholfen.

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Dass Links auch nicht alle Tassen im Schrank hat, hat man an der Palästina Demo neulich in unserer Bundeshauptstadt gesehen. Die waren gut organisiert, auch wenn unbewilligt. Warum man an einer Demo ein Restaurant abfackeln muss, ist mir schleierhaft. Es gibt von links bis rechts Extreme.

Hufeisen Schwufeisen.

Ich möchte sowas gnadenlos bescheuertes wie ein Restaurant abzufackeln gar nicht gutheißen. Aber ich möchte es auch nicht gutheißen, Rechtsextremismus damit zu relativieren, dass es auch bei den Linken Spinner gibt. Das ist sehr gefährlich und unterstützt nur den ohnehin schon wachsenden Rechtsruck mitsamt allen negativen Folgen.

Und wenn du ganz objektive Gründe brauchst, dann schau mal, wieviele Menschen Rechts- und wieviele Linksextremismus auf dem Gewissen hat. Bei den Rechten sind die Leidtragenden eigentlich immer andere Menschen, bei den Linken meist Vermögen oder Eigentum. Wie gesagt, keine Legitimation von dummer Zerstörung, aber es ist nicht das Gleiche!

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Das erste stimmt nicht und das zweite ist nichts Schlimmes.

NATÜRLICH kritisiert man etwas, das man falsch findet. Wo kommt man denn sonst hin? Nirgends, weil keiner seine Sichtweisen ändern kann. Die Behauptung, „die REchte“ wäre nur so stark, weil „die Linke“ (wer auch immer das jeweils sein soll) zerstritten sei, ist dummer Quatsch, die so tut, als vginge es da nicht um Inhalte, die Menschen richtig oder falsch finden. Die AFD-Unterstützer SIND Rassisten undsozu. Die MAGAs wollen tatsächlich die Inhalte eines Project 25 oder wie das heißt.
Die sind so stark, weil deren Inhalte und Ziele seit sehr langer Zeit auch von „demokratischen Parteien“ in anderer Form vertreten werden.
Und wenn linke Demonstrierende nicht den Vorwurf aushalten, das sie gar nicht das repräsentieren, wofür sie auf die Straße gehen, dann geht’s denen nur um die Selbstdarstellung. Und da ich letzteres zu großen Teilen nicht glaube, ist es sogar etwas Produktives, diese Kritik zu äußern (so sie vielen nicht eh schon offensichtlich ist). Denn im Gegensatz zum Blumenmann oben denke ich schon, dass viele für so eine Kritik zugänglich sind.

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Ich frag mich ganz ehrlich, was die Motivation hinter so einem Post ist - vor allem in Verbindung mit deinem vorherigen Post.

Das macht auf mich immer den Eindruck, dass du in den Raum stellen willst, ein viel besserer Mensch zu sein als die Leute auf dem Bild. Denn das sind ja alles privilegierte Personen, die keine Probleme haben und nur fürs gute Gefühl auf die Straße gehen. Danach gehen sie schließlich einfach Heim und interessieren sich nicht mehr für die Probleme der Betroffenen während du dich dem Studium der Fachliteratur verschrieben hast und dich unermüdlich für die Rechte der Unterdrückten einsetzt.

Ich bin jedenfalls froh, dass es noch genügend Menschen gibt, die den Arsch hochbekommen und noch nicht resigniert haben, dass man im Jahr 2025 in den höchsten Ämtern rassistische Scheiße von sich geben kann, für die man ein, zwei Jahrzehnte vorher mit Schimpf und Schande aus der Partei geschmissen worden wäre (oder im Falle der CDU zumindest in die hinteren Reihen hätte rücken müssen).

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Ich stimme dir da zu, nur ist es bei uns in der Schweiz seit längerem so, dass Linke massive Zerstörung und Verletzungen verursachen. Und das treibt dann die Wählenden hier zunehmend in die Konservative und/oder rechte Ecke, was keine gute Entwicklung ist.
Am Beispiel der letzten Demo ist dies wieder gut zu sehen. Schäden in Millionen, 18 verletzte Einsatzkräfte und der schwarze Block, der voran ging und wieder mal nur ein Ziel hatte. Warum geht man mit Taucherbrille und Hammer an eine Demo? Und das für eine unbewilligte Demo, welche die Jungsozialen befeuert haben und welche die Gewalt rechtfertigen. Kritik gab es danach von allen Seiten, auch von sozialliberale Reformplattform der linken Mutterpartei. Und das ist ist es, was mich stört. Bewilligung hin oder her, nenne es Versammlungsrecht, mache es friedlich und schubse die Leute mit deinem Verhalten nicht in die Arme der Rechten.

Das bezweifle ich. Ebenso die Verhältnismäßigkeit, aber es zeigt, was Berichterstattung und Socials eben so können in den Köpfen v.a. der Mitte, wo du vermutlich einzuordnen bist, wenn es die noch gibt.

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Dahinter steckt keine besondere (oder verborgene) Motivation. Da wir uns ja hier in einem Diskussionsforum befinden, möchte ich nur meine Sicht auf verschiedene Dinge darlegen und im besten Fall eine Diskussion oder ein Gespräch anstoßen.
Und eine Verbindung zum vorherigen Post gibt es nicht, außer dass ich beides gepostet habe. Es sind dennoch zwei verschiedene Sachverhalte.

Das will ich auf keinen Fall in den Raum stellen. Wenn man Personen oder Sachverhalte kritisiert, erhebt man sich dann automatisch moralisch über diese? Ich sehe das nicht so. Und ein bißchen bestätigst du auch meinen Verdacht, dass eine Kritik an diesen spezifischen Personen auf dem Bild nur auf wenig fruchtbaren Boden fallen würde, sondern dass sie im Gegenteil nur eine Abwehrhaltung hervorrufen würde, nach dem Motto: Siehst du dich etwa als etwas Besseres als wir? Nein, sehe ich nicht.
Um es nochmal festzuhalten: Ich bin überhaupt nicht gegen diese Art von solidarischen Demonstration, sie sind absolut notwendig. Dennoch konnte ich nicht anders, als die Diskrepanz zwischen Bild und Text auf dem Foto hervorzuheben. Mein Verdacht, dass es (ob absichtlich, ob unterbewusst) dabei hauptsächlich um Selbststilisierung als Betroffene geht, ist erstmal nur das: Mein Verdacht. Dagegen kann man ja gerne argumentieren. Und das geschieht ja hier auch. Das ist doch gut?

Mal davon abgesehen, dass du es hier so klingen lässt, als sei das Studium von Fachliteratur etwas irgendwie Läppsches, Lächerliches, dem sich nur so Intellektuellen-Dullies verschreiben, weiß ich gar nicht, wie du in dem Zusammenhang drauf kommst? Weil ich vorher zwei Zeitungsartikel gepostst habe?

Darüber bin ich genauso froh. Ich möchte trotzdem Kritik äußern und nicht alles abnicken.

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Das finde ich auch vollkommen legitim. Das Schild ist einfach blød gewæhlt, auf jeden Fall in Kombination mit den Menschen die dann zu sehen sind.

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Also komm, als ob die Konservativen sich erst beim Angucken einer Demo in Bern gedacht hätten, dass es jetzt ein bisschen mehr Rechts in der Schweiz bräuchte.

Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass die Demo da massiv aus dem Ruder gelaufen ist, aber die Zerstörungen für politische Gesinnung in der Bevölkerung verantwortlich zu machen, finde ich ziemlich abenteuerlich. Die Motivation für SVP-Wähler ist ja wohlbekannt und deutlich anders gelagert.

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lol, lmao even.

Das waren die “ich bin weder links noch rechts” Dudes, right? Ich vergesse das immer.

Welche „Sichtweisen“ sollen es denn sein, die diese Protestierenden ändern sollen?
Und der Vorwurf, nicht diejenigen zu repräsentieren, für die sie protestieren, verstehe ich auch nicht. Stichwort Solidarität. Das ist doch gerade Solidarität. Man kann darüber lachen, weil das Bild Meme-Charakter hat, aber den tiefgründigen Vorwurf sehe ich nicht.