Der Fernsehthread - von Arte bis zum ZDF Magazin Royale

Ich war gestern auch ordentlich empört, heute kann ich die Entscheidung auch eher nachvollziehen. Auch wenn hier natürlich der Spiegel vorgehalten wird, denn solche Maßnahmen sind ja nur nötig, weil jetzt schon Nazis so auftreten.

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Das wird auf jeden Fall ne interessante Folge, da werden einige im Dreieck springen…

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Ist online

EDIT
Sehr gute und wichtige Folge auch Abseits vom Danger Dan Teil.

Eigentlich müsste jeder und jede die die AfD doch nur aus Protest wählt den ersten und vor allem letzten Teil zwangsweise sehen.

Und jetzt leitet endlich dieses AfD Verbotsverfahren ein for god sake.

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Really!?

Finde diese Analyse sehr treffend.

Im Lied wird so getan, als ließe sich der Rechtsruck vor allem mit Haltung und Szeneaktivismus bekämpfen, während die politischen und ökonomischen Ursachen für den Rechtsruck komplett ausgeblendet werden.

Wenn bald ein Drittel aller Wähler:innen AfD wählt, dann liegt das Problem doch offensichtlich tiefer als an ein paar überzeugte Neonazis. Trotzdem besteht die Strategie im Lied im Wesentlichen aus Partys gegen Nazis, Stickern, geheimen Gruppen, Doxing und lokalem Aktivismus. Das mag gegen eine kleine Neonaziszene der 90er Jahre Sinn ergeben haben. Aber gegen eine Partei, die in Bund und Ländern in Parlamenten sitzt und von Millionen Menschen gewählt wird?

Mir fehlt eine ernsthafte Analyse, warum die AfD überhaupt so stark geworden ist. Die Partei ist ja nicht einfach kontinuierlich gewachsen, sondern hatte Phasen, in denen sie auch wieder massiv verloren hat (s. Video). Das spricht doch gerade dagegen, dass hier ein unveränderlicher Block von Faschisten heranwächst. Stattdessen müsste man sich fragen, welche politischen und vor allem ökonomischen Entwicklungen Menschen in die Arme der AfD treiben. Über stagnierende Reallöhne, steigende Lebenshaltungskosten, unzumutbare Arbeitsbedingungen, eine zunehmend unsoziale Politik in allen Bereichen (und zwar noch nicht der der AfD - sondern der CDU und der SPD!!!) oder das (berechtigte!) Gefühl vieler Menschen, politisch nicht vertreten zu werden, verliert das Lied aber kein Wort. Und gerade das finde ich aus linker Sicht enttäuschend. Linke Politik besteht für mich eigentlich in der Analyse materieller Verhältnisse und Klasseninteressen. Heute scheint sie leider zu oft darin zu bestehen, vor allem die eigene moralische Haltung zu inszenieren, und das Lied ist dafür ein Paradebeispiel. Man organisiert sich mit Gleichgesinnten, bestätigt sich gegenseitig darin, auf der richtigen Seite zu stehen, und fühlt sich dabei wie der Widerstand. Wen erreicht man denn damit eigentlich außerhalb der eigenen Blase?

Deshalb ist das Lied für mich am Ende auch gar nicht besonders links. Es ersetzt Gesellschaftsanalyse durch Symbolpolitik im Kleinen und moralische Selbstvergewisserung. Das klingt ja schön kämpferisch und zunächst mutmachend, drückt aber eher politische Ohnmacht als eine ernsthafte Strategie gegen den Rechtsruck aus… Wenn das das linke Vorzeigelied ist, kommen wir leider nirgendwo hin.

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Ich sehe das, naturgemäß, wie Thomas Bernhard sagen würde, völlig anders.

Es handelt sich hier um einen Song und nicht um eine ökonomisch-philosophische Abhandlung. Ich weiß gar nicht, wie man diese ganzen großen Analysethemen an den Song herantragen kann, wenn man ihn gehört hat. Vielleicht hast du ja nur diesen Hackvögeln in dem Video, mit ihrer seltsam antiquierten und dabei nicht mal ironischen Sprechweise zugehört, wie sie über den Song gesprochen haben.

Für mich, als alten Sack, ist der Song nichts anderes als eine Anleitung zur Praxis. Dass die Theorie, um die es dir anscheinend ausschließlich geht und die natrülich wichtig ist, hier kaum vorkommt, ist der Tatsache geschuldet, dass die Theorie eben nicht in einem Song abgehandelt werden kann, nicht mal in einem, der über 7 Minuten dauert.

Im Text wird ziemlich genau das beschrieben, was (für mich, für andere mag das anders aussehen) seit den Neunzigern als antifaschistische Praxis gilt. Das ist mitunter nicht besonders intellektuell, aber wenn du einmal in der Dämmerung vor ein paar Faschos mit Baseballschlägern geflüchtet bist, weil du wusstest, wenn sie dich erwischen, liegst du mindestens im Krankenhaus, dann weißt du auch, dass die Theorie nur die halbe Miete ist.

Also: Es ist ein Song, keine Gesellschaftsanalyse.
Es ist ein Song, der denjenigen Mut machen soll (Keine Angst!), die in ihrem täglichen Leben mt Angst zu kämpfen haben und der denen eine Handlungsanweisung an die Hand geben soll, die vielleicht noch nicht wissen, wie sie was unternehmen können, um sich den Faschisten in den Weg zu stellen. Da geht es auch gewissermaßen um NIedrigschwelligkeit.

Man kann sich natürlich in den bequemen Ohrensessel setzen und die Wirtschaft analysieren und sagen: So und so müsst ihr das machen, dann gibt es auch keine Faschisten mehr. Aber die Faschisten sind ja jetzt noch da. Und wenn man nicht will, dass sie den alltäglichen Raum einnehmen und dominieren und letztlich komplett für sich beanspruchen, wenn man also nicht will, dass sie die kulturelle Hegemonie einnehmen, dann muss man auch aktiv etwas entgegensetzen. Davon handelt der Song, dafür plädiert er. Dazu möchte er Mut machen. Zumindest so, wie ich ihn verstehe.

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Der Song ist vor allem auch Mutmacher. Wir sitzen hier, noch, in unser Großteils Westdeutschen Wohlfühlbubble. Der Song geht an Menschen in Ostdeutschen Provinzen wo das Aufhängen einer Pride Flagge wirklich mit körperlichen Konsequenzen einher gehen kann. Wo wenn eine Kneipe einen Antifaschistische Party ausrichtet einfach wirklich 30 Nazis vor der Tür auftauchen, wo man morgens beim Bäcker in der Schlange erstmal hört wie schlimm diese ganzen Ausländer sind und das uns nur ein starker Führer retten kann etc.

Es gibt einfach Menschen in unserem Land für die ist das einfach Realität. Und für die vor allem ist der Song. Vernetzt euch, habt keine Angst, zusammen seid ihr stärker.

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Sommerhaus der Stars ist ja richtig fies dieses Jahr, das ist doch eher das der Normalos oder noch besser Asis. Dieses Mal kennt man ja wirklich kaum jemanden und das Niveau ist das Tiefste bisher. So schafft sich die Sendung selber ab. Schade, war immer ein Trash-Highlight für mich.

Lindholm Tatort „König in Gelb“

Richtig guter Film.